Draußen unterrichten – 30+ Ideen für Schulhof und Schulgelände

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Draußen unterrichten

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Quickfacts

  • Draußenunterricht ist in der Grundschule in nahezu allen Fächern möglich: Der Schulhof wird dabei zum Sprachraum, Rechenfeld, Forschungslabor, Atelier, Bewegungsraum oder Ort für gemeinsames Lernen.

  • Viele Ideen benötigen kaum Vorbereitung und nur wenige Materialien wie Straßenkreide, Klemmbretter, Maßbänder, Becherlupen oder Naturmaterialien – ein naturnah gestaltetes Schulgelände ist dafür keine Voraussetzung.

  • Besonders im Frühling, Sommer und Herbst bieten Sonne, Schatten, Wind, Regen, Blätter, Früchte und Samen zahlreiche authentische Lernanlässe, die sich flexibel an die Klassenstufen 1 bis 4 anpassen lassen.

Allgemeines

Draußen zu unterrichten bedeutet nicht, den Unterricht einfach nur aus dem Klassenraum auf den Schulhof zu verlagern. Vielmehr wird das Schulgelände selbst zum Lerngegenstand und eröffnet Kindern unmittelbare Begegnungen mit Natur, Wetter, Formen, Größen, Geräuschen und Bewegungsräumen. Durch das Lernen mit mehreren Sinnen, eigenes Entdecken und praktisches Handeln können Inhalte nachhaltiger verankert und leichter mit der Lebenswelt der Kinder verbunden werden.

Gleichzeitig erhalten die Kinder mehr Möglichkeiten, ihren natürlichen Bewegungsdrang auszuleben. Der Wechsel kann Motivation, Wohlbefinden und Konzentrationsfähigkeit unterstützen. Partner- und Gruppenaufgaben fördern Kommunikation, Rücksichtnahme, Kooperation und Selbstständigkeit. Wenn Kinder ihr Schulgelände untersuchen, ökologische Zusammenhänge erkennen und eigene Verbesserungsideen entwickeln, wird auch Bildung für nachhaltige Entwicklung konkret erfahrbar. Der BNE-Ansatz betont fächerübergreifendes Lernen, Partizipation und die Schule als gemeinsamen Handlungsraum.

Für einen gelungenen Start helfen feste Grenzen, ein gut hörbares Sammelsignal und ein klarer Arbeitsauftrag. Außerdem sollten Sonnenschutz, wettergerechte Kleidung, Allergien sowie ein achtsamer Umgang mit Pflanzen und Tieren vorab besprochen werden.

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33 Ideen für den Unterricht draußen

1. Schulhof-Bingo

  • So funktioniert’s: Die Kinder erhalten ein Bingo-Raster mit Dingen, Farben, Formen oder Eigenschaften, die sie auf dem Schulgelände suchen. Gefundene Felder werden angekreuzt oder mit einer kleinen Skizze ergänzt.

  • Beispiel: „Finde etwas Rundes, etwas Raues, drei verschiedene Blätter, einen Schatten und etwas, das sich im Wind bewegt.“

  • Lernziel: Die Kinder beobachten ihre Umgebung aufmerksam, vergleichen Merkmale und erweitern ihren Wortschatz.

2. Das Schulhof-ABC

  • So funktioniert’s: In Partnergruppen suchen die Kinder zu möglichst vielen Buchstaben passende Dinge auf dem Schulgelände. Die Wörter werden notiert, gezeichnet oder fotografisch dokumentiert.

  • Beispiel: A wie Ast, B wie Bank, E wie Eichel, K wie Klettergerüst und Z wie Zaun.

  • Lernziel: Die Kinder festigen die Laut-Buchstaben-Zuordnung, sammeln Wörter und ordnen sie alphabetisch.

3. Wortarten auf Entdeckungstour

  • So funktioniert’s: Die Kinder sammeln draußen passende Nomen, Verben und Adjektive und halten sie auf verschiedenfarbigen Karten fest. Anschließend werden die Wörter sortiert und zu Sätzen verbunden.

  • Beispiel: „Blatt – raschelt – trocken“ wird zu „Das trockene Blatt raschelt im Wind.“

  • Lernziel: Die Kinder unterscheiden Wortarten und nutzen sie zum Formulieren genauer Sätze.

4. Adjektiv-Detektiv*innen

  • So funktioniert’s: Die Kinder ertasten, betrachten und beschreiben ausgewählte Gegenstände oder Orte, ohne sie sofort zu benennen. Andere Kinder erraten anhand der Adjektive, was gemeint ist.

  • Beispiel: „Es ist hart, kühl, grau und an einer Seite ganz glatt.“ – Gemeint ist ein Stein.

  • Lernziel: Die Kinder erweitern ihren Wortschatz und beschreiben Gegenstände treffend und differenziert.

5. Natur-Elfchen und Herbstgedichte

  • So funktioniert’s: Nach einer kurzen Beobachtungsphase wählen die Kinder einen Naturgegenstand, ein Wetterphänomen oder eine Stimmung und verfassen dazu ein Elfchen oder ein kurzes Gedicht.

  • Beispiel: Ein buntes Blatt, der erste Herbstwind oder ein warmer Platz in der Sommersonne wird zum Schreibanlass.

  • Lernziel: Die Kinder verdichten Beobachtungen sprachlich und gestalten eigene poetische Texte.

6. Geschichtenorte entdecken

  • So funktioniert’s: Die Kinder wählen auf dem Schulgelände einen besonderen Ort und überlegen, welche Geschichte dort beginnen könnte. Sie erzählen oder schreiben den Anfang und führen ihn später weiter.

  • Beispiel: „Hinter dem alten Baum entdeckte Mila eine winzige Tür, die gestern noch nicht da gewesen war …“

  • Lernziel: Die Kinder entwickeln Fantasie, planen Erzählungen und nutzen anschauliche Beschreibungen.

7. Lesespur oder Laufdiktat im Freien

  • So funktioniert’s: Kurze Texte, Hinweise oder einzelne Sätze werden an festgelegten Stationen angebracht. Die Kinder lesen, merken sich Informationen und lösen damit eine Aufgabe an ihrem Startplatz.

  • Beispiel: Eine Lesespur führt mithilfe kleiner Rätsel vom Schultor über die Tischtennisplatte bis zu einem Lösungswort.

  • Lernziel: Die Kinder trainieren genaues Lesen, Merkfähigkeit, Rechtschreibung und selbstständiges Arbeiten.

8. Der Kreide-Zahlenstrahl

  • So funktioniert’s: Ein großer Zahlenstrahl wird mit Kreide auf den Boden gezeichnet. Die Kinder stellen Zahlen dar, springen Rechenwege oder positionieren sich passend zu Aufgaben.

  • Beispiel: Bei „7 + 5“ startet ein Kind auf der 7 und springt fünf Schritte weiter bis zur 12.

  • Lernziel: Die Kinder visualisieren Zahlenbeziehungen und verstehen Addition und Subtraktion als Bewegung auf dem Zahlenstrahl.

9. Einmaleins-Hüpfpfade

  • So funktioniert’s: Zahlenfelder werden mit Kreide aufgemalt. Die Kinder hüpfen die Ergebnisse einer Einmaleinsreihe ab und sprechen die Aufgaben dazu laut mit.

  • Beispiel: Für die Fünferreihe werden nacheinander die Felder 5, 10, 15, 20 und 25 angesprungen.

  • Lernziel: Die Kinder automatisieren Einmaleinsreihen und verknüpfen mathematisches Lernen mit Bewegung.

10. Geometrie-Detektiv*innen

  • So funktioniert’s: Die Kinder suchen auf dem Schulgelände geometrische Formen, Körper, Winkel sowie parallele oder senkrechte Linien und dokumentieren ihre Funde.

  • Beispiel: Das Fenster ist rechteckig, der Ball kugelförmig und die Pflasterfugen bilden rechte Winkel.

  • Lernziel: Die Kinder erkennen geometrische Eigenschaften in ihrer Umwelt und verwenden passende Fachbegriffe.

11. Schätzen und Messen

  • So funktioniert’s: Zunächst schätzen die Kinder Längen, Höhen oder Abstände. Anschließend überprüfen sie ihre Vermutungen mit Meterstab, Maßband oder selbst gewählten Einheiten.

  • Beispiel: „Wie lang ist die Bank? Wie viele Kinderschritte liegen zwischen Schultür und Tor?“

  • Lernziel: Die Kinder entwickeln Größenvorstellungen, wählen geeignete Messwerkzeuge und vergleichen Messergebnisse.

12. Umfang und Fläche auf dem Schulhof

  • So funktioniert’s: Markierte oder vorhandene Flächen werden vermessen und miteinander verglichen. Jüngere Kinder legen Ränder mit Seilen nach, ältere berechnen Umfang oder Flächeninhalt.

  • Beispiel: Die Kinder untersuchen, ob das Fußballfeld oder das Kletterfeld den größeren Umfang besitzt.

  • Lernziel: Die Kinder unterscheiden Umfang und Fläche und wenden Mess- und Rechenstrategien in einer realen Situation an.

13. Sortieren, zählen und darstellen

  • So funktioniert’s: Herabgefallene Naturmaterialien werden gesammelt, nach selbst gewählten Merkmalen sortiert, gezählt und anschließend in einer Strichliste oder einem Diagramm dargestellt.

  • Beispiel: Blätter werden nach Farbe, Form oder Größe geordnet und die Mengen in einem Säulendiagramm festgehalten.

  • Lernziel: Die Kinder entwickeln Sortierkriterien, erfassen Daten und stellen Ergebnisse übersichtlich dar.

14. Muster und Naturmandalas

  • So funktioniert’s: Die Kinder legen mit bereits am Boden liegenden Materialien wiederkehrende Muster, Reihen oder symmetrische Mandalas. Danach beschreiben sie die zugrunde liegende Regel.

  • Beispiel: Blatt – Stein – Stein – Blatt – Stein – Stein oder ein Mandala mit vier gleichen Teilbereichen.

  • Lernziel: Die Kinder erkennen und entwickeln Strukturen, setzen Muster fort und beschreiben mathematische Regelmäßigkeiten.

15. Symmetrie aufspüren

  • So funktioniert’s: Die Kinder suchen symmetrische Formen in Natur und Architektur. Mit einem Spiegel oder einer gedachten Symmetrieachse prüfen sie ihre Vermutungen.

  • Beispiel: Ein Blatt, ein Schmetterlingsbild an der Wand oder die Vorderseite des Schulgebäudes wird auf Achsensymmetrie untersucht.

  • Lernziel: Die Kinder erkennen Achsensymmetrie und begründen ihre Entscheidungen mithilfe geometrischer Merkmale.

16. Kleine Wetterstation

  • So funktioniert’s: Über mehrere Tage beobachten die Kinder Temperatur, Bewölkung, Niederschlag und Wind. Die Werte werden möglichst immer zur gleichen Zeit erfasst und verglichen.

  • Beispiel: Die Klasse führt eine Wettertabelle und erstellt am Ende der Woche ein Temperaturdiagramm.

  • Lernziel: Die Kinder beobachten Wetter systematisch, dokumentieren Daten und erkennen Veränderungen und Zusammenhänge.

Draußen unterrichten

17. Schattenforscher*innen

  • So funktioniert’s: Ein Gegenstand oder ein Kind wird zu verschiedenen Tageszeiten am gleichen Ort beobachtet. Länge und Richtung des Schattens werden mit Kreide markiert und verglichen.

  • Beispiel: Die Klasse zeichnet den Schatten eines Pfostens morgens, mittags und am frühen Nachmittag nach.

  • Lernziel: Die Kinder erkennen den Zusammenhang zwischen Sonnenstand, Lichteinfall und Schatten.

18. Oberflächen in der Sonne

  • So funktioniert’s: Verschiedene Materialien und Farben auf dem Schulhof werden zunächst vorsichtig erfühlt und – wenn vorhanden – mit einem Thermometer gemessen. Schatten- und Sonnenplätze werden verglichen.

  • Beispiel: Die Kinder untersuchen, ob Asphalt, Gras, Holz oder heller Stein sich in der Sommersonne unterschiedlich stark erwärmen.

  • Lernziel: Die Kinder planen einen einfachen Vergleich, dokumentieren Beobachtungen und entdecken den Einfluss von Material, Farbe und Sonneneinstrahlung.

19. Windwerkstatt

  • So funktioniert’s: Mit Bändern, Federn, Seifenblasen, Papierwindrädern oder leichten Naturmaterialien machen die Kinder Wind sichtbar und untersuchen Windrichtung und Windstärke.

  • Beispiel: Die Gruppen testen an verschiedenen Stellen, wo sich ein Papierwindrad am schnellsten dreht und wo Gebäude oder Hecken den Wind bremsen.

  • Lernziel: Die Kinder beobachten bewegte Luft, vergleichen Bedingungen und formulieren Vermutungen. Die Grundidee knüpft an etablierte Windexperimente der Stiftung Kinder forschen an.

20. Erdboden-Landkarte

  • So funktioniert’s: Die Kinder erkunden verschiedene Bodenoberflächen und übertragen Pflaster, Asphalt, Erde, Sand und Grünflächen farbig in einen einfachen Lageplan.

  • Beispiel: Anschließend überlegen sie, wo Regenwasser versickern kann, wo es abfließt und welche Flächen sich im Sommer stark erwärmen.

  • Lernziel: Die Kinder unterscheiden Bodenoberflächen und erkennen erste Folgen von Bodenversiegelung. Eine ausführliche Forschungsanregung bietet die Stiftung Kinder forschen.

21. Baum-Steckbriefe

  • So funktioniert’s: Gruppen wählen einen Baum auf dem Schulgelände und untersuchen Blätter, Rinde, Früchte, Größe und Standort. Die Ergebnisse werden in einem Steckbrief festgehalten.

  • Beispiel: „Unser Baum hat gezackte Blätter, eine raue Rinde und trägt im Herbst Eicheln.“

  • Lernziel: Die Kinder beobachten Pflanzen genau, bestimmen Merkmale und dokumentieren ihre Ergebnisse sachgerecht.

22. Herbstfarben erforschen

  • So funktioniert’s: Die Kinder vergleichen herabgefallene Blätter, ordnen sie nach Farbtönen und erstellen daraus eine Farbskala oder einen natürlichen Farbkreis.

  • Beispiel: Die Reihe reicht von Grün über Gelb und Orange bis zu Rot und Braun; anschließend werden mögliche Gründe für die Blattverfärbung besprochen.

  • Lernziel: Die Kinder differenzieren Farben, erkennen jahreszeitliche Veränderungen und verbinden naturwissenschaftliches Beobachten mit gestalterischem Arbeiten.

23. Samen auf Reisen

  • So funktioniert’s: Die Kinder untersuchen verschiedene herabgefallene Samen und Früchte und vermuten, wie sie verbreitet werden. Modelle aus Papier können zusätzlich im Wind getestet werden.

  • Beispiel: Ahornsamen drehen sich wie kleine Propeller, Kletten haften an Stoff und Beeren werden von Tieren gefressen.

  • Lernziel: Die Kinder erkennen unterschiedliche Strategien der Samenverbreitung und erklären deren Nutzen für Pflanzen.

24. Insekten-Mikrosafari

  • So funktioniert’s: In kleinen Gruppen beobachten die Kinder Insekten und andere Kleintiere an vorher festgelegten Stellen. Sie schauen genau hin, skizzieren und lassen alle Tiere anschließend unversehrt zurück.

  • Beispiel: Die Kinder vergleichen, welche Tiere sie an einer Mauer, unter Laub und in der Nähe von Blüten entdecken.

  • Lernziel: Die Kinder nehmen Artenvielfalt wahr, vergleichen Lebensräume und entwickeln einen achtsamen Umgang mit Lebewesen.

25. Regenwege verfolgen

  • So funktioniert’s: An einem Regentag oder kurz danach beobachten die Kinder, wohin Wasser auf dem Schulgelände fließt, wo Pfützen entstehen und auf welchen Flächen es versickert.

  • Beispiel: Wasserwege werden mit Pfeilen in einen Schulhofplan eingezeichnet; anschließend entwickelt die Klasse Ideen zum Sammeln oder Versickern von Regenwasser.

  • Lernziel: Die Kinder verstehen erste Zusammenhänge zwischen Niederschlag, Gefälle, Bodenart und Versiegelung.

26. Geräusche-Landkarte

  • So funktioniert’s: Die Kinder setzen sich für einige Minuten still an einen festen Platz. Auf einem Blatt markieren sie um die eigene Position herum, aus welcher Richtung sie welche Geräusche hören.

  • Beispiel: Vogelstimmen werden oberhalb, Verkehrslärm links und raschelnde Blätter rechts auf der Karte eingezeichnet.

  • Lernziel: Die Kinder schulen ihre auditive Wahrnehmung, orientieren sich im Raum und beschreiben Geräusche differenziert.

27. Naturorchester

  • So funktioniert’s: Die Klasse erforscht Klänge, die sich mit sicheren Fundstücken und vorhandenen Gegenständen erzeugen lassen. In Gruppen entstehen Rhythmen oder kurze Klanggeschichten.

  • Beispiel: Stöcke werden aneinandergeklopft, trockenes Laub raschelt und Kies erzeugt in einem verschlossenen Becher einen Rhythmus.

  • Lernziel: Die Kinder unterscheiden Klangeigenschaften, gestalten musikalische Abläufe und stimmen sich in der Gruppe ab.

28. Land-Art-Galerie

  • So funktioniert’s: Aus bereits herabgefallenen Naturmaterialien gestalten die Kinder vergängliche Bilder, Figuren oder Muster direkt auf dem Boden. Die Werke werden bei einem Galeriegang betrachtet.

  • Beispiel: Im Herbst entsteht ein Tier aus Blättern, kleinen Zweigen, Steinen und Früchten.

  • Lernziel: Die Kinder setzen Gestaltungsideen um, nutzen Farben, Formen und Strukturen bewusst und reflektieren kreative Ergebnisse.

29. English Outdoor Scavenger Hunt

  • So funktioniert’s: Die Kinder suchen Gegenstände oder erfüllen kleine Bewegungsaufträge auf Englisch. Bildkarten und Satzstarter ermöglichen eine Anpassung an unterschiedliche Lernstände.

  • Beispiel: „Find something green“, „Touch something rough“ oder „Stand next to the tree“.

  • Lernziel: Die Kinder verstehen einfache englische Arbeitsaufträge und wenden Wortschatz zu Farben, Eigenschaften, Natur und Raumlage handelnd an.

30. Schulhofkarte und Orientierungslauf

  • So funktioniert’s: Die Kinder erstellen oder nutzen einen vereinfachten Plan des Schulgeländes. Markierte Punkte werden mithilfe von Lagebegriffen, Himmelsrichtungen oder Koordinaten gefunden.

  • Beispiel: „Gehe vom Eingang nach Norden, suche die zweite Bank und notiere dort den nächsten Hinweis.“

  • Lernziel: Die Kinder übertragen reale Räume in Karten, orientieren sich mithilfe von Symbolen und verwenden Lagebeziehungen sicher.

31. Kooperationsparcours

  • So funktioniert’s: Kleine Teams bewältigen Bewegungs- und Denkaufgaben, die nur durch Absprachen und gegenseitige Unterstützung gelöst werden können.

  • Beispiel: Die Gruppe transportiert einen Ball auf einem Tuch, überquert eine markierte Strecke auf wenigen Teppichfliesen oder ordnet sich schweigend nach Geburtstagen.

  • Lernziel: Die Kinder üben Kooperation, Kommunikation, Rücksichtnahme und gemeinsames Problemlösen.

32. Müll- und Nachhaltigkeitsdetektiv*innen

  • So funktioniert’s: Mit Handschuhen und klaren Sicherheitsregeln untersucht oder sammelt die Klasse Abfall auf einem begrenzten Bereich des Schulgeländes. Die Funde werden gezählt, sortiert und ausgewertet.

  • Beispiel: Die Kinder erstellen ein Diagramm zu Papier, Plastik und Restmüll und entwickeln anschließend Ideen für einen saubereren Schulhof. Hinweise für eine schulische Clean-up-Aktion bietet Umwelt im Unterricht.

  • Lernziel: Die Kinder reflektieren Abfallvermeidung, werten Daten aus und erfahren, dass sie ihre unmittelbare Umgebung aktiv mitgestalten können.

33. Achtsamkeits- und Dankbarkeitsspaziergang

  • So funktioniert’s: Die Kinder gehen für einige Minuten schweigend über das Schulgelände, nehmen ihre Umgebung bewusst wahr und wählen anschließend einen Ort oder eine Entdeckung aus, für die sie dankbar sind. Gedanken können erzählt, aufgeschrieben oder in einem kleinen Naturbild dargestellt werden.

  • Beispiel: „Ich bin dankbar für den schattigen Baum, weil er Menschen und Tieren Schutz gibt.“ Im Religionsunterricht lässt sich daran ein Gespräch über Schöpfung und Verantwortung anschließen.

  • Lernziel: Die Kinder schulen ihre Wahrnehmung, bringen Gefühle und Gedanken zum Ausdruck und entwickeln Wertschätzung für Natur und Mitwelt.

Draußen unterrichten

Mein Fazit

Draußenunterricht muss weder ein großer Ausflug noch ein aufwendig vorbereitetes Projekt sein. Schon eine kurze Rechenrunde mit Kreide, eine Wörterjagd oder 10 Minuten bewusstes Beobachten können den Unterricht öffnen und bekannte Inhalte neu erfahrbar machen. Besonders im Sommer und Herbst bietet das Schulgelände ständig wechselnde Lernanlässe, die Bewegung, fachliches Lernen, Naturerfahrung und gemeinsames Handeln miteinander verbinden. Am besten gelingt der Einstieg mit einer einfachen Idee, klaren Regeln und dem Mut, auch die Fragen und Entdeckungen der Kinder zum Ausgangspunkt des Lernens zu machen.

Eure Caro
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FAQ

  • Für welche Klassenstufen eignen sich die Ideen?

    Die Ideen lassen sich in den Klassen 1 bis 4 einsetzen. In der Schuleingangsphase können die Kinder ihre Entdeckungen vor allem zeigen, zeichnen, legen oder mündlich beschreiben. In 3 und 4 können zusätzlich Messungen, schriftliche Dokumentationen, Begründungen und komplexere Forschungsaufträge einbezogen werden.

  • Braucht die Schule dafür einen großen oder naturnahen Schulhof?

    Nein. Auch ein überwiegend gepflasterter Schulhof bietet zahlreiche Lernanlässe. Kreidelinien, Gebäudeformen, Pflastersteine, Schatten, Geräusche, Bodenbeläge und Entfernungen können für Deutsch, Mathe, Sachunterricht, Kunst oder Bewegung genutzt werden. Bereits einzelne Bäume oder Grünflächen erweitern die Möglichkeiten zusätzlich.

  • Wie lange sollte eine Unterrichtsphase draußen dauern?

    Draußenunterricht muss nicht immer eine ganze Schulstunde umfassen. Besonders für den Einstieg eignen sich kurze Phasen von 10 bis 20 Minuten, etwa für eine Wörterjagd, eine Messaufgabe oder eine gezielte Beobachtung. Mit zunehmender Erfahrung können auch ganze Stunden, Lernzeiten oder fächerübergreifende Projekte draußen stattfinden.

  • Wie lässt sich Unruhe auf dem Schulhof vermeiden?

    Hilfreich sind ein klar abgegrenzter Arbeitsbereich, ein Sammelsignal und kurze, Arbeitsaufträge. Material und Gruppen sollten bereits im Klassenraum vorbereitet werden. Außerdem empfiehlt es sich, mit einer überschaubaren Aufgabe zu beginnen und feste Regeln für Lautstärke, Bewegung und Treffpunkte gemeinsam einzuüben.

  • Was passiert bei schlechtem Wetter?

    Leichter Regen, Wind oder kühlere Temperaturen können selbst zum Lernanlass werden, wenn die Kinder wettergerecht gekleidet sind. Bei starkem Regen, Gewitter, Sturm, großer Hitze oder Glätte sollte die Aktivität jedoch verschoben oder angepasst werden. Viele Aufgaben lassen sich alternativ unter einem Vordach, in einem geschützten Bereich oder mit gesammelten Beobachtungen im Klassenraum fortsetzen.

  • Welche Materialien werden benötigt?

    Für viele Ideen reichen Klemmbretter, Papier, Stifte und Straßenkreide. Je nach Aufgabe können Maßbänder, Lupen, Spiegel, Thermometer, Becher, Seile, Bildkarten oder Bestimmungshilfen ergänzt werden. Besonders praktisch ist eine feste Draußenlern-Kiste, in der häufig benötigte Materialien griffbereit aufbewahrt werden.

  • Wie kann beim Draußenunterricht differenziert werden?

    Offene Such-, Gestaltungs- und Forscheraufgaben bieten bereits natürliche Differenzierungsmöglichkeiten. Zusätzlich helfen Bildkarten, reduzierte Suchaufträge, Satzstarter, Partnerarbeit oder vorgegebene Kategorien. Leistungsstärkere Kinder können eigene Forscherfragen entwickeln, Ergebnisse genauer dokumentieren, Zusammenhänge begründen oder Aufgaben für andere Gruppen entwerfen.

  • Wie wird Draußenunterricht sicher gestaltet?

    Vor Beginn sollten Grenzen, Sammelpunkt, Verhaltensregeln und Gefahrenstellen geklärt werden. Pflanzen und Pilze werden nicht probiert, Tiere nur vorsichtig beobachtet und unbekannte oder gefährliche Gegenstände nicht angefasst. Wetter, Sonnenschutz, Allergien sowie die schuleigenen Regelungen für das Außengelände sollten bei der Planung berücksichtigt werden.

  • Passt Draußenunterricht zu den fachlichen Lernzielen?

    Ja. Der Lernort verändert sich, die fachlichen Kompetenzen bleiben jedoch zentral. Kinder können draußen lesen, schreiben, rechnen, messen, beobachten, experimentieren, gestalten, musizieren, sich bewegen und miteinander kooperieren. Entscheidend ist, dass der Arbeitsauftrag ein klares Lernziel besitzt und die Ergebnisse anschließend gemeinsam gesichert oder reflektiert werden.

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