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Quick Facts: Gehalt im Referendariat in NRW
Im Vorbereitungsdienst in NRW bist du in der Regel Beamtin oder Beamter auf Widerruf und erhältst Anwärterbezüge. (Bildungsportal NRW)
Für Lehrkräfte der Primarstufe wurde die Besoldung in NRW schrittweise angehoben; zum 1. August 2026 werden alle Lehrkräfte der Primarstufe kraft Gesetzes nach A13 übergeleitet. (Bildungsportal NRW)
Ein Nebenjob ist im Beamtenverhältnis nicht einfach frei nebenbei möglich, sondern muss in NRW vorher genehmigt werden. (Bezreg Münster)
Im Referendariat in NRW wirkt das Gehalt erstmal ziemlich ordentlich. In meiner eigenen Erfahrung lag ich am Anfang bei ungefähr 1.400 € netto, gegen Ende eher bei 1.600 € netto. Jetzt, 2026, würde ich für meinen Fall eher von rund 1.700 € netto ausgehen. Das sind aber persönliche Erfahrungswerte und keine pauschalen Beträge für alle, denn Steuerklasse, Kinder, Ehepartner oder individuelle Versicherungen verändern die Summe spürbar.
Ich schreibe hier aus meiner eigenen Zeit im Referendariat Grundschule in NRW von Mai 2024 bis November 2025.
Wie hoch ist das Gehalt im Referendariat in NRW?
Wenn du dein Referendariat in NRW machst, bist du normalerweise Beamtin oder Beamter auf Widerruf.
Das Schulministerium NRW beschreibt den Vorbereitungsdienst genau in diesem Beamtenstatus. In diesem Rahmen bekommst du Anwärterbezüge. (Bildungsportal NRW)
In meinem Fall lag das Gehalt zwischen 1.400 € und 1.600 € netto. Dass es in meinem Durchgang angestiegen ist, hing mit der schrittweisen A13-Anhebung für die Primarstufe zusammen. Das Land NRW erklärt ausdrücklich, dass die Besoldung der Primarstufe stufenweise angehoben wurde und zum 1. August 2026 vollständig in A13 übergeht. (Bildungsportal NRW)
Auf dem Papier klingt das erstmal gut. Gerade wenn man direkt aus dem Studium kommt, wirkt so ein Betrag deutlich stabiler als alles, was man vorher mit Werkstudentenjobs oder Nachhilfe verdient hat.
Warum sich das Gehalt anders anfühlt als „14 Stunden Schule“
Das Referendariat sieht finanziell zwar nach Teilzeit aus, ist praktisch aber ein sehr fordernder Vollzeitjob.
Ich hatte 14 Stunden Unterricht, aber das war natürlich nur der sichtbare Teil. Dazu kamen:
Unterrichtsvorbereitung
Seminare
Nachbereitung
Unterrichtsbesuche
Reflexion und Dokumentation
Konferenzen, Ausflüge, Klassenfahrt
Gerade vor UBs war der Zeitaufwand massiv. Das Land NRW beschreibt den Vorbereitungsdienst selbst als Ausbildung an Schule und ZfsL (Bildungsportal NRW)
Welche Abzüge hatte ich im Referendariat?
Viele denken zuerst: „Verbeamtet? Dann bleibt ja fast alles netto.“ Ganz so einfach ist es nicht. Bei mir waren die wichtigsten laufenden Kosten:
Private Krankenversicherung
Dienstunfähigkeitsversicherung
Miete
Essen
Sonstiges
Was viele vorher nicht richtig auf dem Schirm haben: Im Beamtenverhältnis auf Widerruf läuft die Absicherung typischerweise über Beihilfe plus private Krankenversicherung. In den NRW-Unterlagen wird ausdrücklich auf Beamtenanfängerinnen und Beamte auf Widerruf mit beihilfekonformer PKV Bezug genommen. (Bildungsportal NRW)
Das bedeutet praktisch oft: Du bekommst Arztrechnungen zunächst selbst, reichst sie dann bei PKV und Beihilfe ein und bekommst sie anschließend erstattet. Gerade bei größeren medizinischen Ausgaben solltest du also finanziell nicht komplett auf Kante planen.

Welche versteckten Kosten im Ref oft vergessen werden
Ein Punkt, über den kaum jemand spricht, sind Materialkosten. Gerade in der Grundschule summiert sich das erstaunlich schnell. Ich meine damit vor allem:
Laminierfolien
Druckkosten
Bastelmaterial
Differenzierungsmaterial
Zusatzkopien
kleine Spiele oder methodische Anschaffungen für UBs
Das taucht in keiner offiziellen Besoldungstabelle auf, ist aber im Alltag real. Besonders in intensiven UB-Phasen habe ich deutlich gemerkt, wie schnell solche Dinge zusammenkommen. Wenn du dazu tiefer lesen willst, passen hier auch meiner Artikel zu den Versicherungen und zur finanziellen Unterstützung im Referendariat gut dazu.
Hat das Geld im Referendariat gereicht?
Für mich persönlich: Ja. Aber das hatte auch Gründe. Ich habe mit meinem Partner viele Kosten geteilt, und wir haben Urlaub oft günstig über TrustedHousesitters organisiert. Unter diesen Bedingungen hat das Geld für mich gereicht.
Ich würde trotzdem nicht sagen, dass das Referendariat finanziell locker ist. Es ist eher so: Das Gehalt ist okay, wenn man bewusst plant. Große Rücklagen würde ich im Ref aber nicht automatisch erwarten. Dafür ist die Phase oft zu materialintensiv und gleichzeitig psychisch anspruchsvoll.
Kann man im Referendariat in NRW mehr verdienen?
Ja, aber nur begrenzt und nicht einfach ungefragt.
In meinem Fall war ein Faktor die schrittweise Besoldungsanhebung Richtung A13. Zusätzlich kann sich mehr Geld ergeben, wenn die Unterrichtsverpflichtung erhöht wird, etwa von 14 auf 20 Stunden. Außerdem sind Nebeneinkünfte grundsätzlich möglich, aber eben nicht frei nebenbei.
Für verbeamtete Lehrkräfte in NRW gilt laut Bezirksregierung Münster klar: Eine Nebentätigkeit muss vorher genehmigt werden. Das ist kein Gerücht, sondern ausdrücklich so geregelt. (Bezreg Münster)
Bei mir war ein kleiner Zusatzbaustein Eduki. Mein Eduki-Verdienst lag 2025 insgesamt bei rund 1.600 € im Jahr. Das war kein zweites Gehalt, aber schon eine nette Ergänzung. Wenn dich das interessiert, passen dazu die Themen Nebeneinkommen mit Eduki, Wie viel verdient man bei Eduki wirklich? und EU-Rabattregel bei Eduki.
Worauf ich finanziell heute früher achten würde
Wenn ich angehenden Referendar*innen einen ehrlichen Geld-Rat geben müsste, wären es diese Punkte:
PKV nicht nur nach Preis auswählen.
Der billigste Tarif ist nicht automatisch der klügste. Gerade Leistungen und Zukunftstauglichkeit sind wichtig.
Rücklagen einplanen.
Nicht riesig, aber genug, damit Arztrechnungen oder spontane Kosten dich nicht stressen.
Versicherungen bewusst prüfen.
Eine DU ist wichtig, aber nicht jede Police ist automatisch sinnvoll.
Materialkosten ernst nehmen.
UBs kosten oft mehr, als man vorher denkt.
Nicht nur pädagogisch, sondern auch finanziell planen.
Das nimmt unglaublich viel Druck raus.
Mein ehrliches Fazit
Das Gehalt im Referendariat in NRW ist fairer, als viele vor dem Start denken. Aber es ist auch weniger bequem, als es auf den ersten Blick aussieht. Ja, netto bleibt relativ viel übrig. Ja, es ist finanziell meistens deutlich besser als ein Studentenjob. Aber du zahlst eben auch Dinge selbst, die viele am Anfang unterschätzen: PKV, DU, Material, Vorleistungen bei Arztrechnungen und normale Lebenshaltungskosten. Nicht nur pädagogisch planen, sondern auch finanziell.
Eure Caro
Instagram - Für ehrliche Einblicke ins Referendariat, den Grundschulalltag und alles, was ich selbst gern früher gewusst hätte.
FAQ
Wie viel verdient man im Referendariat in NRW netto?
In meiner eigenen Erfahrung lag das Netto ungefähr zwischen 1.400 € und 1.600 €, später eher Richtung 1.700 €. Das ist aber individuell verschieden und hängt unter anderem von Steuerklasse und persönlichen Faktoren ab.
Ist man im Referendariat in NRW verbeamtet?
Ja, in der Regel leistest du den Vorbereitungsdienst als Beamtin oder Beamter auf Widerruf. Das beschreibt das Schulministerium NRW ausdrücklich so. (Bildungsportal NRW)
Warum bleibt netto im Referendariat relativ viel übrig?
Weil du nicht wie in einem normalen Angestelltenverhältnis die klassischen Sozialabgaben hast. Gleichzeitig musst du aber eigene Kosten wie PKV und weitere Absicherungen tragen. (Bildungsportal NRW)
Muss man im Referendariat privat krankenversichert sein?
Üblicherweise läuft die Absicherung im Beamtenverhältnis auf Widerruf über Beihilfe plus private Krankenversicherung. Genau darauf verweisen die NRW-Unterlagen für Beamtenanfänger und Beamte auf Widerruf. (Bildungsportal NRW)
Kann man im Referendariat einen Nebenjob haben?
Ja, aber nicht ohne Genehmigung. Für verbeamtete Lehrkräfte in NRW ist eine Nebentätigkeit vorher genehmigungspflichtig. (Bezreg Münster)
Warum ist mein Gehalt im Referendariat gestiegen?
In meinem Fall hing das mit der schrittweisen Anhebung der Besoldung der Primarstufe in NRW Richtung A13 zusammen. Diese Überleitung ist gesetzlich geregelt und wird zum 1. August 2026 vollständig abgeschlossen. (Bildungsportal NRW)
Reicht das Gehalt im Referendariat zum Leben?
Für mich ja, aber mit bewusster Planung und geteilten Kosten. Große finanzielle Sprünge würde ich im Ref trotzdem nicht erwarten.
Ist das Referendariat finanziell eher Teilzeit oder Vollzeit?
Vom Stundenplan her wirkt es manchmal wie Teilzeit. Vom realen Aufwand mit Vorbereitung, Seminaren, UBs und Reflexion ist es eher ein intensiver Vollzeitjob.







