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Quick Facts: Lehrprobenstunde Gefühlsfische
Die Lehrprobenstunde fand im Fach Kunst in Klasse 1 statt und war Teil meiner Unterrichtsreihe zum Bilderbuch „Heute bin ich“ von Mies van Hout. Das Thema der Reihe lautete: „Heute bin ich – Wir machen Gefühle sichtbar.“ Die Kinder setzten sich handlungsorientiert mit Gefühlen auseinander, indem sie Gefühle betrachteten, benannten, szenisch darstellten und schließlich bildnerisch als eigene Gefühlsfische gestalteten.
Das Thema der UPP-Stunde war: „Wir gestalten unsere eigenen Gefühlsfische.“ Die Kinder wählten ein eigenes Gefühl aus und setzten dieses mit Ölpastellkreide auf schwarzem Papier um. Dabei ging es vor allem darum, Farbe, Linie und Mimik bewusst zu nutzen, damit der Fisch ein bestimmtes Gefühl ausdrückt.
Ich habe diese Lehrprobenstunde und die dazugehörige Planung am Prüfungstag mit 2,0 bestanden. Für mich war das ein richtig besonderer Moment, weil die Stunde Kunstunterricht, emotionale Bildung und kindlichen Ausdruck miteinander verbunden hat. Die vollständige Reihenplanung kannst du bei Eduki kaufen: Reihenplanung Gefühlsfische – UPP / Lehrprobe.
Warum Gefühlsfische im Kunstunterricht so gut funktionieren
Kunstunterricht in der Grundschule ist für mich nicht einfach nur „malen lassen“.
Guter Kunstunterricht kann Kindern helfen, sich selbst und die Welt besser zu verstehen. Genau deshalb fand ich meine Lehrprobenstunde zu den Gefühlsfischen so passend. In Klasse 1 stehen Kinder noch ganz am Anfang ihrer Schulzeit. Sie lernen nicht nur Buchstaben, Zahlen und Regeln kennen, sondern auch sich selbst in einer neuen Gruppe. Sie erleben Freude, Unsicherheit, Müdigkeit, Stolz, Wut, Angst, Neugier, Frust und ganz viele Gefühle dazwischen.
Und oft fehlen ihnen noch die Worte dafür. Kunst kann hier einen besonderen Zugang schaffen. Kinder müssen nicht sofort perfekt erklären, was sie fühlen. Sie können es zeigen. Mit Farben. Mit Linien. Mit einem Gesicht. Mit einem Fisch, der traurig, fröhlich, wütend, müde oder mutig aussieht. Das macht das Thema so stark: Es spricht Kinder emotional, sprachlich, körperlich und gestalterisch an.
Wenn du dich generell für kreative Unterrichtsideen interessierst, passt dazu auch mein Artikel Kreativität fördern mit Think Outside the Box. Auch dort geht es darum, Kindern Raum für eigene Ideen und offene Gestaltung zu geben.
Meine Lehrprobe in Kunst
Ich habe diese Stunde als Lehrprobenstunde im Fach Kunst am Prüfungstag gezeigt und mit 2,0 bestanden.
Das schreibe ich hier ganz bewusst dazu, weil ich selbst im Referendariat immer total gerne echte Einblicke gelesen habe. Nicht nur perfekte Pinterest-Ideen, sondern echte Stunden, echte Planungen, echte Prüfungssituationen.
Natürlich heißt eine 2,0 nicht, dass eine Stunde perfekt war. Aber für mich war es eine sehr wertvolle Prüfungserfahrung. Ich hatte ein Thema, hinter dem ich wirklich stand. Die Kinder konnten sich kreativ ausdrücken, der Kunstbezug war klar und die Reflexion hatte eine echte Funktion.
Gerade in einer UPP oder Lehrprobe ist das für mich entscheidend: Die Stunde muss nicht besonders spektakulär sein. Sie muss fachlich klar, kindnah, gut begründet und realistisch durchführbar sein. Direkt im Einstieg habe ich total den Faden verloren und die praktische Einführung und das Handeln am Material direkt vergessen - oopsie!
Wenn du dich gerade selbst auf deine Prüfung vorbereitest, passt dazu auch mein Artikel Staatsprüfung und Kolloquium in NRW, weil ich dort mehr über den Ablauf dieses besonderen Prüfungstags schreibe.
Reihenplanung Gefühlsfische
Wenn du die komplette Planung nicht selbst von null erstellen möchtest, findest du meine fertige Reihenplanung bei Eduki: Reihenplanung Gefühlsfische – UPP / Lehrprobe
Dort findest du ausschließlich die Reihenplanung rund um Gefühlsfische, Gefühle, Farbe, Linie, Mimik und die Gestaltung eigener emotionaler Fische. Die Reihe eignet sich besonders für Kunst in Klasse 1 und kann als Grundlage für eine eigene Unterrichtsreihe, einen Unterrichtsbesuch oder eine Lehrprobe genutzt werden.
Wichtig ist natürlich: Passe jede Planung immer an deine Lerngruppe, dein Seminar, deine Fachleitung und deine schulischen Vorgaben an. Aber manchmal hilft es unglaublich, eine fertige Struktur zu haben, an der man sich orientieren kann. Wenn du allgemein an schriftlichen Unterrichtsplanungen arbeitest, kann dir auch meine Unterrichtsbesuch PDF Vorlage helfen.
Thema der Unterrichtsreihe
Heute bin ich – Wir machen Gefühle sichtbar.
Die Unterrichtsreihe war eine handlungsorientierte Auseinandersetzung mit dem Thema Gefühle in Anlehnung an das Bilderbuch „Heute bin ich“ von Mies van Hout.
Ziel war, dass die Kinder Gefühle kennen- und benennen lernen und diese sowohl szenisch als auch bildnerisch darstellen. In meiner Planung war die Reihe so angelegt, dass die Kinder zunächst Gefühle entdecken, dann mit Mimik und Körper darstellen, anschließend Farben und Linien erproben und schließlich eigene Gefühlsfische gestalten.
Eine kindgerechte Reihenformulierung könnte lauten: Wir machen Gefühle sichtbar. Oder noch kindnäher: Wir zeigen mit Farben, Linien und Gesichtern, wie sich ein Gefühl anfühlen kann.
Kernanliegen der Unterrichtsreihe
Das Kernanliegen der Reihe war, dass sich die Kinder kreativ mit dem Bilderbuch „Heute bin ich“ auseinandersetzen und erkennen, dass Bilder eine Wirkung und eine Aussage haben können.
Die Kinder sollten Gefühle wahrnehmen, benennen und künstlerisch sowie szenisch ausdrücken. Dadurch verband die Reihe emotionale, soziale und ästhetische Lernprozesse und stärkte Empathie, Selbstausdruck und Urteilskraft. Gerade diese Verbindung fand ich für Klasse 1 unglaublich passend.
Die Kinder lernen nicht nur: „Rot kann wütend wirken.“ Sie lernen auch: „Ich darf ein Gefühl zeigen.“ Und: „Andere Kinder können Gefühle anders darstellen als ich.“ Das ist für Kunstunterricht total wertvoll.
Aufbau der Unterrichtsreihe
Meine Unterrichtsreihe bestand aus sechs Einheiten. Besonders wichtig war mir, dass die Kinder nicht direkt in der ersten Stunde einen Fisch gestalten sollten. Stattdessen wurde das Thema langsam aufgebaut.
| Einheit | Thema | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| 1 | Gefühle entdecken – Was schwimmt in mir? | Gefühle betrachten, benennen und erste eigene Empfindungen ausdrücken |
| 2 | Gefühle bewegen – Mein Körper spricht mit | Gefühle durch Mimik, Körperhaltung und Standbilder darstellen |
| 3 | Wie sehen Gefühle aus? – Farben und Linien erzählen | Farben und Linien mit Gefühlen verbinden und erproben |
| 4 | Wir gestalten unsere eigenen Gefühlsfische | ein Gefühl als Fisch mit Farbe, Linie und Mimik umsetzen |
| 5 | Unsere Gefühlsgalerie – Ich sehe, was du fühlst | Werke präsentieren, Gefühle erklären und gegenseitig deuten |
| 6 | Gefühle in der Kunst – Wie Künstler*innen Emotionen zeigen | Kunstwerke betrachten und Emotionen in Kunst erkennen |
Die Lehrprobenstunde lag in Einheit 4. Das war ein guter Zeitpunkt, weil die Kinder bereits Gefühle kennengelernt, körperlich dargestellt und Farben sowie Linien erprobt hatten. In der Stunde konnten sie dieses Vorwissen dann in einem eigenen Kunstwerk anwenden.
Warum das Bilderbuch „Heute bin ich“ so gut passt
Das Bilderbuch „Heute bin ich“ von Mies van Hout eignet sich wunderbar für den Kunstunterricht in Klasse 1. Im Buch werden Gefühle durch Fische dargestellt. Jeder Fisch wirkt anders: durch Farben, Linien, Körperhaltung, Gesichtsausdruck und Gesamtwirkung. Gerade diese reduzierte Bildsprache ist für Kinder im Anfangsunterricht sehr zugänglich. Die Kinder müssen nicht erst eine komplexe Szene verstehen. Sie sehen einen Fisch und fragen sich:
Wie fühlt sich dieser Fisch?
Woran erkenne ich das?
Welche Farbe passt zu diesem Gefühl?
Welche Linie passt?
Wie sieht der Mund aus?
Wie schauen die Augen?
Im Entwurf habe ich beschrieben, dass die Gefühlsfische im Bilderbuch Gefühle durch Farbwahl, Linienführung und Mimik visualisieren und dadurch einen niedrigschwelligen Zugang zur emotionalen Selbst- und Fremdwahrnehmung schaffen. Es ist künstlerisch ansprechend, aber nicht überfordernd.

Thema meiner Lehrprobenstunde
Wir gestalten unsere eigenen Gefühlsfische.
Etwas ausführlicher formuliert: Verknüpfung von Emotion und Gestaltung, indem die Lernenden ein Gefühl künstlerisch als Fisch mit Farbe, Linie und Mimik umsetzen.
Das Thema war für eine Lehrprobenstunde in Kunst sehr dankbar, weil der Lernzuwachs sichtbar wurde. Am Ende lagen echte Gestaltungsprodukte vor. Man konnte sehen, welche Farben die Kinder gewählt haben, welche Linien sie genutzt haben und wie sie Mimik dargestellt haben.
Gleichzeitig war die Stunde nicht nur produktorientiert. Es ging nicht darum, dass alle Fische „schön“ aussehen. Es ging darum, dass jedes Kind eine gestalterische Entscheidung trifft:
Welches Gefühl wähle ich?
Welche Farben passen dazu?
Welche Linien zeigen dieses Gefühl?
Wie sieht das Gesicht meines Fisches aus?
Kernanliegen der Lehrprobenstunde
Das Kernanliegen meiner Stunde lautete: "Die Lernenden erweitern ihre gestalterische Ausdrucksfähigkeit, indem sie ein selbstgewähltes Gefühl bildnerisch in einen Gefühlsfisch umsetzen und dabei vertiefen, wie Farben, Linien und Mimik zur Darstellung und Kommunikation von Emotionen beitragen können."
Das finde ich auch rückblickend ein gutes Kernanliegen, weil es nicht einfach nur beschreibt, was die Kinder tun. Nicht: Die Kinder malen einen Fisch. Sondern: Die Kinder nutzen Gestaltungsmittel, um ein Gefühl sichtbar zu machen. Genau dieser Unterschied ist in Unterrichtsbesuchen und Lehrproben super wichtig.
Material der Stunde
Für die Lehrprobenstunde wurden von mir vor allem einfache, aber wirkungsvolle Materialien genutzt.
| Material | Funktion |
|---|---|
| schwarzes Tonpapier | Bezug zum Bilderbuch und starke Farbwirkung |
| Ölpastellkreide | kräftige Farben, sinnliches Arbeiten, gute Leuchtkraft |
| Bleistift | ggf. Vorzeichnung oder Orientierung |
| Gefühlskarten | sprachliche und visuelle Unterstützung |
| Sprachspeicher | Hilfe beim Benennen und Begründen |
| Hilfekarten | Unterstützung für Kinder mit mehr Orientierungbedarf |
| Gefühlsfische aus dem Bilderbuch | Impulse und Erinnerung an Gestaltungsmittel |
| Smartboard / Bilderrahmen | Präsentation und gemeinsamer Fokus in der Reflexion |
Gerade das schwarze Papier war wichtig, weil die Farben darauf intensiv wirken. Die Ölpastellkreide passte gut, weil Kinder in Klasse 1 damit relativ direkt und ausdrucksstark arbeiten können. Ich mag an solchen Materialien, dass sie nicht kompliziert sind, aber eine große Wirkung haben.
Arbeitsauftrag der Stunde
Die Kinder wählten ein eigenes Gefühl aus und gestalteten dazu einen individuellen Gefühlsfisch mit Ölpastellkreide auf schwarzem Papier.
Dabei sollten sie überlegen:
Welche Farben passen zu meinem Gefühl?
Welche Linien passen dazu?
Wie sieht das Gesicht meines Fisches aus?
Wie kann man erkennen, wie mein Fisch sich fühlt?
Am Ende der Stunde reflektierten die Kinder im Kinokreis, welche Gestaltungsmittel sie gewählt hatten. Leistungsstärkere Kinder konnten zusätzlich einen zweiten Gefühlsfisch auf der Rückseite gestalten, der eine gegenteilige Stimmung ausdrückt. Kinder mit Unterstützungsbedarf konnten auf Hilfekarten, Gefühlskarten und besprochene Kriterien zurückgreifen.
Möglicher Stundenverlauf
Einstieg und Wiederholung
Die Stunde begann im Plenum mit einer Begrüßung, einer Leitmotivation, einem Bildimpuls und einem kurzen szenischen Element (das habe ich vor Aufregung vergessen...). Außerdem wurden die Kriterien wiederholt. Ziel war, das Vorwissen der Kinder zu aktivieren und die Stunde transparent zu machen.
Meine Leitmotivation war: „Heute darf jeder von euch einen eigenen Gefühlsfisch gestalten – einen Fisch, der genau so fühlt wie ihr. Vielleicht ist er fröhlich? Oder noch ein bisschen müde? Damit wir erkennen können, wie es ihm geht, braucht er Farben, Linien und ein Gesicht.“
Ich finde solche Einstiege in Klasse 1 besonders wichtig. Die Kinder brauchen eine Geschichte, ein Bild, einen emotionalen Anker. Sie sollen nicht nur hören: „Heute gestalten wir Gefühle.“ Sie sollen direkt in die Vorstellung hineinkommen.
Arbeitsphase
In der Arbeitsphase gestalteten die Kinder ihren eigenen Gefühlsfisch in Einzelarbeit an Gruppentischen. Sie nutzten Farben, Linien und Mimik, um ihr gewähltes Gefühl sichtbar zu machen. Ich begleitete die Kinder mit Impulsen und Hilfen. Mögliche Impulsfragen:
Welche Farbe passt zu deinem Gefühl?
Ist dein Gefühl eher ruhig oder wild?
Welche Linie könnte dazu passen?
Wie schaut dein Fisch?
Ist sein Mund groß, klein, offen, traurig, wütend?
Woran sollen andere dein Gefühl erkennen?
In meiner Planung war die Arbeitsphase auf ca. 20 Minuten angelegt. Die Kinder arbeiteten mit Ölpastellkreide, schwarzem Tonpapier, Bildkarten, Sprachspeicher und Anleitungen.
Abschluss und Reflexion
Am Ende kamen die Kinder im Kinokreis zusammen. Einzelne Kinder präsentierten ihren Gefühlsfisch. Dabei erklärten sie, welches Gefühl sie dargestellt hatten und warum sie bestimmte Farben, Linien oder Gesichtsausdrücke gewählt hatten. Die anderen Kinder konnten Rückmeldung geben, zum Beispiel Lob oder Tipps.
Diese Phase war mir besonders wichtig, weil Kunstunterricht nicht beim fertigen Bild endet. Kinder sollen lernen, über ihre Gestaltung zu sprechen und die Wirkung von Bildern wahrzunehmen. Mögliche Satzanfänge:
Mein Fisch fühlt sich …
Ich habe diese Farbe gewählt, weil …
Meine Linien sind …, weil …
Man erkennt das Gefühl daran, dass …
Ich sehe bei deinem Fisch …
Ich glaube, dein Fisch fühlt sich …, weil …
Gerade in Klasse 1 sind solche Satzanfänge Gold wert.
Differenzierung in der Lehrprobenstunde
Die Stunde war zielgleich differenziert. Das bedeutet: Alle Kinder arbeiteten am gleichen Thema und am gleichen Lernziel, aber mit unterschiedlichen Unterstützungs- und Erweiterungsangeboten. In meiner Planung wurden drei Stufen unterschieden:
| Stufe | Unterstützung / Anforderung |
|---|---|
| Unterstützungsstufe | vorgezeichnete Fischmerkmale, visuelle Hilfen, Schritt-für-Schritt-Impulse, Satzstarter |
| Basisstufe | eigenständige Wahl von Farben und Linien passend zu einem Gefühl |
| Erweiterungsstufe | Gestaltung eines zweiten Gefühlsfisches mit gegenteiliger Stimmung oder komplexere Reflexion |
Besonders schön finde ich daran, dass Differenzierung nicht einfach „mehr malen“ bedeutete. Es ging darum, Kinder passend zu unterstützen oder herauszufordern.
Ein Kind konnte mit Hilfe einen Gefühlsfisch gestalten und das Gefühl benennen.
Ein anderes Kind konnte Farbe, Linie und Mimik bewusst einsetzen.
Ein weiteres Kind konnte zwei gegensätzliche Gefühle gestalten und die Wirkung vergleichen.
Genau so sollte Differenzierung im Kunstunterricht für mich sein: offen, aber nicht beliebig.
Anforderungsbereiche in der Stunde
Auch im Kunstunterricht kann man gut mit Anforderungsbereichen arbeiten. In dieser Stunde waren sie ungefähr so angelegt:
| Anforderungsbereich | Konkret in der Stunde |
|---|---|
| AB I | Gefühle benennen, Gestaltungsmittel wiedererkennen und der Aufgabe folgen |
| AB II | ein Gefühl auswählen und mit Farbe, Linie und Mimik in einem Fisch umsetzen |
| AB III | eigene Gestaltungsentscheidungen begründen und die Wirkung von Farben, Linien und Mimik reflektieren |
Das hilft besonders in Lehrproben, weil man zeigen kann: Die Kinder malen nicht einfach nur. Sie nehmen wahr, wenden an und reflektieren. Kunstunterricht hat also genauso kognitive Tiefe wie andere Fächer. Nur sieht der Lernprozess anders aus.
Was die Kinder lernen konnten
Die Lernzuwächse zeigten sich nicht nur im fertigen Produkt, sondern auch im Prozess. Mögliche Lernzuwächse waren:
Gefühle zunehmend differenzierter benennen
Farben gezielt mit Stimmungen verbinden
Linien als Ausdrucksmittel nutzen
Mimik bewusst gestalten
eigene Bildideen entwickeln
über Gestaltung sprechen
Kunstwerke anderer Kinder wertschätzend betrachten
eigene Entscheidungen begründen
Empathie beim Deuten fremder Gefühlsfische entwickeln
In meiner Planung wurden als mögliche Bewertungsindikatoren unter anderem Gefühlswortschatz, bildnerische Ausdrucksfähigkeit, gestalterische Umsetzung, Reflexion, Präsentation, Sozialkompetenz, Empathie und Originalität genannt. Gerade diese Mischung aus Kunst, Sprache und sozial-emotionalem Lernen hat die Stunde für mich so besonders gemacht.

Warum das Thema gut für eine Lehrprobe in Kunst geeignet ist
Ich finde die Gefühlsfische als Lehrprobenstunde aus mehreren Gründen sehr geeignet.
Erstens ist das Thema kindnah. Alle Kinder kennen Gefühle. Auch wenn sie sie unterschiedlich benennen oder ausdrücken können, haben sie einen persönlichen Zugang.
Zweitens ist der Kunstbezug klar. Es geht um Farbe, Linie, Mimik, Wirkung und Gestaltung.
Drittens entstehen sichtbare Produkte. Das ist in einer Lehrprobe hilfreich, weil man den Lernprozess und die Ergebnisse gut zeigen kann.
Viertens bietet die Stunde viel Raum für Differenzierung. Kinder können auf sehr unterschiedlichen Niveaus gestalten und trotzdem am gleichen Thema arbeiten.
Fünftens ist die Reflexion sinnvoll. Die Kinder können erklären, was sie gestaltet haben und warum.
Wenn du gerade selbst vor deiner UPP oder Lehrprobe stehst, findest du vielleicht auch meinen Artikel Staatsprüfung und Kolloquium in NRW hilfreich. Dort geht es um die Prüfungssituation insgesamt.
Was in Klasse 1 besonders wichtig war
Klasse 1 ist in einer Lehrprobe wunderschön, aber auch herausfordernd. Die Kinder sind oft neugierig, offen und kreativ. Gleichzeitig brauchen sie sehr viel Orientierung. Besonders wenn sie erst seit wenigen Wochen in der Schule sind, muss man Rituale, Material, Wege und Arbeitsphasen sehr klar strukturieren.
In meiner Planung wurde beschrieben, dass die Klasse bereits Erfahrungen im eigenständigen Arbeiten an Gruppentischen hatte, aber aufgrund der kurzen Schulzeit noch besondere Orientierung und Sicherheit in Arbeits- und Sozialformen brauchte. Das ist für eine Lehrprobe wichtig.
Man darf nicht erwarten, dass Klasse 1 einfach „funktioniert“. Man muss Rituale nutzen, klare Sprache verwenden, Material gut vorbereiten und Übergänge planen. Gerade im Kunstunterricht ist das noch wichtiger, weil Material schnell ablenken kann.
Meine Tipps für eine Gefühlsfische-Stunde
1. Nicht zu viele Gefühle auf einmal
Gerade in Klasse 1 würde ich nicht mit 20 Gefühlen gleichzeitig arbeiten.Fröhlich, traurig, wütend, ängstlich, müde oder stolz reichen oft völlig. Später kann man den Gefühlswortschatz erweitern.
2. Farben und Linien vorher erproben
Die Kinder sollten vor der Gestaltungsstunde schon erlebt haben, dass Farben und Linien unterschiedlich wirken können. Zum Beispiel:
Welche Linie sieht ruhig aus?
Welche Linie wirkt wütend?
Welche Farbe passt zu Freude?
Kann Blau auch fröhlich sein?
Kann Rot auch Liebe bedeuten?
Wichtig: Es gibt nicht nur eine richtige Antwort. Aber Kinder sollen ihre Entscheidung begründen.
3. Mimik gemeinsam besprechen
Der Gesichtsausdruck des Fisches ist zentral. Kinder können vorher an kleinen Beispielen erkennen:
Wie sieht ein trauriger Mund aus?
Wie schauen wütende Augen?
Was macht ein fröhlicher Fisch?
Wie sieht ein ängstlicher Fisch aus?
4. Schwarzes Papier nutzen
Schwarzes Papier macht die Farben oft viel ausdrucksstärker. Gerade in Anlehnung an „Heute bin ich“ passt das super.
5. Die Reflexion nicht weglassen
In Kunststunden wird die Reflexion manchmal knapp, weil die Arbeitsphase länger dauert als geplant. Für eine Lehrprobe würde ich die Reflexion aber unbedingt einplanen. Sie zeigt, dass die Kinder nicht nur gestaltet, sondern über Gestaltung nachgedacht haben.
Mögliche Reflexionsfragen
Für den Kinokreis oder die gemeinsame Betrachtung eignen sich Fragen wie:
Welches Gefühl zeigt dein Fisch?
Woran erkennt man das Gefühl?
Welche Farbe hast du gewählt?
Warum passt diese Farbe zu deinem Gefühl?
Welche Linien hast du genutzt?
Wie sieht das Gesicht deines Fisches aus?
Was gefällt dir an einem anderen Gefühlsfisch?
Welchen Tipp würdest du geben?
Welcher Fisch wirkt besonders wild, ruhig, traurig oder fröhlich?
Für Klasse 1 würde ich die Fragen sehr reduziert stellen. Lieber wenige gute Fragen als eine lange Reflexionsrunde, die die Kinder überfordert.
Verbindung zu Deutsch, Klassenrat und sozialem Lernen
Das Thema Gefühlsfische ist nicht nur Kunst.
Es hat auch starke Verbindungen zu Deutsch, Religion, Praktischer Philosophie, Klassenrat und sozialem Lernen. Kinder lernen, Gefühle zu benennen. Sie hören anderen Kindern zu. Sie deuten Bilder. Sie geben Rückmeldung. Sie üben Empathie.
Das passt auch gut zu meinem Artikel Sprachliche Verständigung erforschen in der Grundschule, weil Kinder auch dort lernen, Mimik, Gestik und Wirkung bewusster wahrzunehmen. Auch zur Gewaltfreien Kommunikation in der Grundschule gibt es eine Verbindung, weil Gefühle eine wichtige Grundlage für wertschätzende Kommunikation sind.
Mein persönliches Fazit zu meiner Lehrprobenstunde
Ich finde das Thema Gefühlsfische rückblickend immer noch wunderschön für eine Lehrprobe in Kunst. Es ist kreativ, kindnah, fachlich begründbar und emotional bedeutsam. Die Kinder können eigene Entscheidungen treffen und gleichzeitig an klaren Gestaltungsmitteln arbeiten.
Besonders stark finde ich, dass die Stunde Kindern zeigt: Gefühle dürfen sichtbar werden. Und sie können ganz unterschiedlich aussehen. Ein fröhlicher Fisch muss nicht bei jedem Kind gleich aussehen. Ein wütender Fisch kann rote Zackenlinien haben, aber vielleicht auch dunkle Wirbel. Ein trauriger Fisch kann blau sein, aber auch grau oder lila. Genau das ist Kunst.
Für mich war diese Stunde ein Beispiel dafür, warum ich Kunstunterricht so liebe: Kinder können etwas ausdrücken, bevor sie es perfekt in Worte fassen können. Und manchmal sagt ein kleiner Gefühlsfisch mehr als ein langer Satz.
Dass ich die Stunde und Planung am Prüfungstag mit 2,0 bestanden habe, war für mich ein wirklich schöner Abschluss dieser intensiven Vorbereitung. Nicht, weil die Note alles ist. Sondern weil ich gemerkt habe: Ich kann eine Stunde planen, die fachlich trägt, zu mir passt und den Kindern echten Ausdruck ermöglicht.
Die tabellarische Reihenplanung findest du hier: Reihenplanung Gefühlsfische – UPP / Lehrprobe.
Eure Caro
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FAQ
Was sind Gefühlsfische im Kunstunterricht?
Gefühlsfische sind künstlerisch gestaltete Fische, die ein bestimmtes Gefühl ausdrücken. Kinder nutzen Farben, Linien und Mimik, um zum Beispiel Freude, Trauer, Wut, Angst oder Müdigkeit sichtbar zu machen.
Für welche Klasse eignet sich das Thema Gefühlsfische?
Das Thema eignet sich besonders gut für Klasse 1 und 2, kann aber auch in Klasse 3/4 erweitert werden. In Klasse 1 sollte man mit klaren Gefühlen, viel Anschauung und einfachen Gestaltungsmitteln arbeiten.
Was ist ein gutes Kernanliegen für eine Lehrprobenstunde zu Gefühlsfischen?
Ein mögliches Kernanliegen ist: Die Kinder erweitern ihre gestalterische Ausdrucksfähigkeit, indem sie ein selbstgewähltes Gefühl bildnerisch in einem Gefühlsfisch umsetzen und Farben, Linien und Mimik zur Darstellung von Emotionen nutzen.
Welches Bilderbuch passt zu Gefühlsfischen?
Sehr gut passt das Bilderbuch „Heute bin ich“ von Mies van Hout. Darin werden verschiedene Gefühle durch ausdrucksstarke Fische dargestellt.
Welche Materialien braucht man für eine Gefühlsfische-Stunde?
Gut geeignet sind schwarzes Tonpapier, Ölpastellkreide, Gefühlskarten, Bildimpulse, Sprachspeicher, Hilfekarten und Beispiele aus dem Bilderbuch.
Wie kann man die Stunde differenzieren?
Kinder mit Unterstützungsbedarf können vorgezeichnete Fischmerkmale, Hilfekarten oder Satzstarter erhalten. Stärkere Kinder können einen zweiten Fisch mit gegenteiliger Stimmung gestalten oder ihre Entscheidungen ausführlicher begründen.
Warum eignet sich das Thema für eine Lehrprobe in Kunst?
Das Thema ist kindnah, fachlich klar und gut reflektierbar. Die Kinder arbeiten praktisch, gestalten individuell und können am Ende erklären, wie sie Gefühle mit Farben, Linien und Mimik sichtbar gemacht haben.
Wo kann ich die Reihenplanung Gefühlsfische kaufen?
Du findest meine fertige Planung bei Eduki: Reihenplanung Gefühlsfische – UPP / Lehrprobe. Einblicke und Fotos aus der Stunde findest du auf Instagram!






