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Quick Facts: Lernziele formulieren
Gute Lernziele beschreiben nicht nur ein Thema, sondern zeigen konkret, was die Lernenden am Ende können, tun oder zeigen sollen.
Besonders hilfreich ist die Formulierung: Die Lernenden …, indem …, um …
Überprüfbare Lernziele helfen dir bei Planung, Durchführung, Differenzierung, Sicherung und Reflexion deines Unterrichts.
Allgemeines
Lernziele formulieren klingt erstmal nach einem sehr theoretischen Thema. Gleichzeitig ist es eines dieser Dinge, die im Praxissemester und im Referendariat plötzlich unglaublich wichtig werden. Auf einmal reicht es nicht mehr zu sagen: „Die Kinder beschäftigen sich mit dem Thema Märchen“ oder „Die Kinder lernen die Uhr kennen“. Stattdessen soll klar werden: Was genau sollen die Kinder am Ende der Stunde können? Und da wird es manchmal knifflig.
Im Grundschulalltag formuliert wahrscheinlich niemand jeden Tag jedes Lernziel bis ins letzte Detail aus. Da schaut oft auch niemand drüber, haha. Aber im Referendariat und gerade bei Unterrichtsbesuchen sind Lernziele super wichtig. Sie zeigen, ob deine Stunde einen klaren Fokus hat und ob Aufgabe, Material, Methode und Sicherung wirklich zusammenpassen.
Für mich ist ein gutes Lernziel deshalb wie ein kleiner Kompass . Es hilft dir zu entscheiden:
Was ist wirklich wichtig?
Was lasse ich weg?
Welche Aufgabe passt?
Welche Sicherung brauche ich?
Woran erkenne ich am Ende, ob die Kinder etwas gelernt haben?
Ein Lernziel ist nicht einfach ein schöner Satz für den Entwurf, sondern die Grundlage der Planung. In den Lehrplänen für die Grundschule wird Unterricht kompetenzorientiert gedacht. Das bedeutet: Es geht nicht nur darum, Inhalte „durchzunehmen“, sondern darum, was Kinder mit Wissen, Strategien und Fähigkeiten anfangen können. Genau deshalb sollten Lernziele handlungsorientiert formuliert sein. (Lehrplan NRW; QUA-LiS NRW)
Wenn du gerade im Ref oder in der Unterrichtsplanung steckst, passen dazu auch meine Artikel Wie bereite ich mich auf den ersten Unterrichtsbesuch vor?, Unterrichtsbesuch PDF Vorlage und Nachbesprechung Leitfaden.
Was ist ein Lernziel?
Ein Lernziel beschreibt, was Lernende am Ende einer Stunde, einer Einheit oder einer Unterrichtsreihe erreicht haben sollen.
Es geht also nicht darum, was die Lehrkraft tut, sondern darum, was bei den Kindern sichtbar wird. Nicht so hilfreich wäre: Die Kinder lernen etwas über Fabeln. Das klingt nach einem Thema, aber es bleibt unklar. Was genau lernen sie? Woran erkenne ich das? Müssen sie eine Fabel erkennen, Merkmale benennen, eine Lehre formulieren oder selbst eine schreiben?
Klarer wäre: Die Lernenden benennen zentrale Merkmale einer Fabel, indem sie einen kurzen Text untersuchen und typische Merkmale markieren, um Fabeln von anderen erzählenden Texten unterscheiden zu können.
Hier wird deutlich: Was tun die Kinder? Womit arbeiten sie? Wozu dient das Ganze? Ein Lernziel sollte nicht nur ein Thema nennen, sondern eine beobachtbare Lernhandlung beschreiben.
Meine Lieblingsformulierung: Die Lernenden …, indem …, um …
Im Referendariat begegnet einem häufig die Formulierung: Die Lernenden …, indem …, um … Ich finde diese Struktur sehr hilfreich, weil sie dich zwingt, genauer zu werden.
Die Lernenden …
Hier beschreibst du die konkrete Handlung oder Kompetenz der Kinder. Zum Beispiel: Die Lernenden vergleichen … / Die Lernenden erklären … / Die Lernenden ordnen … / Die Lernenden begründen … / Die Lernenden markieren … / Die Lernenden formulieren … / Die Lernenden überprüfen …
indem …
Hier beschreibst du, wie die Kinder das Ziel erreichen. Zum Beispiel: indem sie Bildkarten in eine sinnvolle Reihenfolge bringen / indem sie verschiedene Rechenwege vergleichen / indem sie wichtige Informationen im Text markieren / indem sie Satzbausteine ordnen / indem sie ein Experiment durchführen und Beobachtungen notieren.
um …
Hier beschreibst du den Sinn oder die übergeordnete Kompetenz. Zum Beispiel: um den Aufbau einer Geschichte zu verstehen / um eine passende Strategie begründet auszuwählen / um Informationen gezielt aus einem Text zu entnehmen / um die Regel der wörtlichen Rede anzuwenden / um ein Phänomen sachbezogen zu erklären.
Ein vollständiges Beispiel: Die Lernenden entnehmen einem kurzen Text wesentliche Informationen, indem sie W-Fragen nutzen und Schlüsselstellen markieren, um eine Grundlage für das Schreiben einer knappen Inhaltsangabe zu entwickeln.
Warum überprüfbare Lernziele so wichtig sind
Ein Lernziel ist besonders hilfreich, wenn du am Ende der Stunde erkennen kannst, ob es erreicht wurde.
Das heißt nicht, dass jedes Kind alles perfekt können muss. Aber du solltest sehen können, ob die Stunde in die richtige Richtung geführt hat. Eine gute Kontrollfrage lautet: Woran erkenne ich am Ende der Stunde, dass die Lernenden das Ziel erreicht haben? Wenn du darauf keine klare Antwort findest, ist dein Lernziel wahrscheinlich noch zu ungenau.
Beispiel: Die Lernenden verstehen den Aufbau einer Geschichte. Das klingt sinnvoll, ist aber schwer überprüfbar. Verstehen sieht man nicht direkt.
Besser: Die Lernenden ordnen die Bildkarten einer Geschichte in Anfang, Mitte und Ende, indem sie die Handlungsschritte begründen, um den Aufbau einer Geschichte nachvollziehbar darzustellen.
Hier kannst du beobachten: Ordnen die Kinder die Karten sinnvoll? Können sie ihre Reihenfolge begründen? Erkennen sie Anfang, Mitte und Ende? Wird der Handlungsverlauf verständlich?
So wird aus einem allgemeinen Ziel ein überprüfbares Lernziel.
Schritt 1: Beobachtbare Verben
Viele Lernziele enthalten Formulierungen wie verstehen, kennen oder sich auseinandersetzen mit, erfahren, ... Diese Wörter sind nicht grundsätzlich falsch. Inhaltlich können sie sogar gut gemeint sein. Aber sie sind für Unterrichtsbesuche oft schwierig, weil man sie nicht direkt beobachten kann. Wir können nicht in den Kopf eines Kindes schauen und sehen: „Ah, jetzt hat es verstanden.“ Deshalb helfen Verben, die eine sichtbare Handlung beschreiben.
| Eher schwer überprüfbar | Besser beobachtbar |
|---|---|
| verstehen | erklären |
| kennen | benennen |
| sich auseinandersetzen mit | vergleichen |
| ein Gefühl entwickeln für | beschreiben |
| sich bewusst werden | begründen |
| kennenlernen | zuordnen |
| erfassen | markieren |
| üben | anwenden |
| wahrnehmen | unterscheiden |
| sich beschäftigen mit | untersuchen |
Nicht so klar: Die Lernenden verstehen verschiedene Rechenstrategien.
Klarer: Die Lernenden vergleichen verschiedene Rechenstrategien, indem sie Rechenwege zu einer Aufgabe untersuchen und Vor- und Nachteile benennen, um eine passende Strategie begründet auszuwählen.
Schritt 2: Ein klares Ergebnis
Ein gutes Lernziel beschreibt nicht nur eine Tätigkeit, sondern auch ein erwartetes Ergebnis. Es soll deutlich werden, woran man das Lernen erkennen kann.
Nicht so klar: Die Lernenden arbeiten mit Satzanfängen. Das beschreibt eine Tätigkeit, aber noch kein konkretes Ergebnis.
Klarer: Die Lernenden formulieren passende Satzanfänge für eine Geschichte, indem sie Satzstarter auswählen und eigene Sätze ergänzen, um den Anfang ihrer Erzählung abwechslungsreicher zu gestalten. Hier ist das Ergebnis erkennbar: Die Kinder haben passende Satzanfänge formuliert und in ihrer Geschichte genutzt.
Mögliche klare Ergebnisse:
eine begründete Zuordnung
ein markierter Text
ein sortiertes Bildkarten-Set
ein ausgefüllter Forscherbogen
eine erklärte Strategie
ein geschriebener Satz
eine überarbeitete Textstelle
ein geordnetes Tafelbild
eine mündliche Begründung
eine gelöste Aufgabe mit nachvollziehbarem Rechenweg
Schritt 3: Lernziel und Arbeitsauftrag verbinden
Ein Lernziel wird besonders stark, wenn es sich direkt im Arbeitsauftrag wiederfindet. Wenn dein Lernziel lautet: Die Lernenden vergleichen verschiedene Rechenwege, indem sie Vor- und Nachteile benennen, um eine passende Strategie auszuwählen.
Dann sollte der Arbeitsauftrag nicht nur lauten: Rechne die Aufgaben.
Passender wäre: Vergleiche die drei Rechenwege. Markiere, welcher Rechenweg für dich am geschicktesten ist, und begründe deine Entscheidung.
Hier passen Ziel, Aufgabe und Sicherung zusammen. Das ist im Referendariat besonders wichtig. Wenn Ziel und Arbeitsauftrag nicht zusammenpassen, wirkt die Stunde schnell unklar. Wenn sie zusammenpassen, wird deine Planung runder und überzeugender.
Schritt 4: Das Lernziel begrenzen
Ein häufiger Fehler ist, in einer Stunde zu viel zu wollen. Gerade im Ref ist mir das ganz oft passiert. Man möchte zeigen, dass die Stunde fachlich tief ist, differenziert, kreativ, methodisch spannend, kompetenzorientiert und natürlich auch noch reflektiert. Am Ende steht dann ein Lernziel, das eigentlich für drei Stunden reichen würde.
Beispiel: Die Lernenden lesen eine Fabel, erkennen Merkmale, schreiben eine eigene Fabel, überarbeiten ihren Text und präsentieren ihn der Klasse. Das ist viel zu viel für eine einzelne Stunde.
Hilfreicher ist es, ein Kernanliegen oder ein Kernziel zu formulieren. Eine gute Leitfrage ist: Was ist der eine zentrale Lernzuwachs dieser Stunde?
Nicht: Was machen die Kinder alles?
Sondern: Was sollen sie am Ende besser können als vorher?
Beispiel: Wenn deine Reihe zum Thema Fabeln geht, könnte eine Stunde nur diesen Schwerpunkt haben: Die Lernenden erkennen zentrale Merkmale einer Fabel, indem sie einen kurzen Text untersuchen und passende Textstellen markieren, um Fabeln von anderen erzählenden Texten unterscheiden zu können.
Eine spätere Stunde könnte dann lauten: Die Lernenden formulieren eine passende Lehre zu einer Fabel, indem sie das Verhalten der Figuren untersuchen und die Kernaussage in eigenen Worten ausdrücken, um die Aussageabsicht des Textes zu erschließen.
Und erst danach könnte eine Stunde zum Schreiben eigener Fabeln folgen. Das Kernziel hilft dir also, deine Stunde zu fokussieren. Es schützt dich davor, zu viel hineinzupacken.
Schritt 5: Die Überprüfbarkeit
Beim Formulieren eines Lernziels hilft immer die Kontrollfrage: Woran würde ich erkennen, dass die Lernenden das Ziel erreicht haben? Wenn du diese Frage konkret beantworten kannst, ist dein Lernziel meistens schon deutlich besser. Beispiel:
Lernziel: Die Lernenden begründen, welche Zahldarstellung zu einer Zahl passt, indem sie Fingerbild, Würfelbild und Zehnerfeld vergleichen, um unterschiedliche Zahldarstellungen miteinander zu verknüpfen.
Woran erkenne ich das?: Die Kinder ordnen Darstellungen passend zu. / Sie erklären ihre Zuordnung. / Sie erkennen, dass verschiedene Darstellungen dieselbe Zahl zeigen. / Sie nutzen Begriffe wie „gleich viele“, „ich sehe“ oder „das passt, weil …“. / Das Ziel ist überprüfbar, weil es konkrete Handlungen und Produkte gibt.
Typische Fehler beim Formulieren von Lernzielen
Beim Formulieren von Lernzielen passieren immer wieder ähnliche Dinge. Das ist völlig normal, besonders am Anfang. Typische Fehler sind:
Das Ziel beschreibt nur ein Thema.
Das Ziel ist zu allgemein.
Das Ziel enthält kein beobachtbares Verb.
Das Ziel beschreibt eher die Tätigkeit der Lehrkraft.
Das Ziel enthält zu viele Teilziele.
Das Ziel passt nicht zum Arbeitsauftrag.
Das Ziel ist am Ende der Stunde nicht überprüfbar.
Das Ziel klingt schön, aber bleibt unklar.
Das Ziel ist zu groß für eine einzelne Stunde.
Das Ziel nennt kein konkretes Ergebnis.
Beispiel für ein zu allgemeines Ziel: Die Lernenden beschäftigen sich mit Symmetrie. Besser: Die Lernenden überprüfen Figuren auf Achsensymmetrie, indem sie diese falten, spiegeln und die Symmetrieachse markieren, um achsensymmetrische Figuren zu erkennen und zu begründen.
Lernziel-Beispiele für die Grundschule
Deutsch
Die Lernenden markieren wichtige Informationen in einem kurzen Text, indem sie W-Fragen nutzen und Schlüsselstellen auswählen, um den Text knapp zusammenzufassen.
Die Lernenden schreiben wörtliche Rede mit vorangestelltem Begleitsatz, indem sie Satzbausteine ordnen und Doppelpunkt sowie Redezeichen passend setzen, um Figurenrede in eigenen Texten richtig darzustellen.
Die Lernenden erzählen eine Geschichte am roten Faden nach, indem sie Bildkarten in eine sinnvolle Reihenfolge bringen und passende Erzählsätze nutzen, um den Handlungsverlauf verständlich wiederzugeben.
Mathe
Die Lernenden vergleichen Rechenstrategien im Zahlenraum bis 1000, indem sie verschiedene Rechenwege untersuchen und begründen, welcher Rechenweg geschickt ist, um flexibel zu rechnen.
Die Lernenden bestimmen den Umfang ebener Figuren, indem sie die Seitenlängen messen und addieren, um den Rand einer Figur rechnerisch zu erfassen.
Die Lernenden erkennen achsensymmetrische Figuren, indem sie Figuren falten, spiegeln und Symmetrieachsen markieren, um Symmetrie als Eigenschaft geometrischer Figuren zu beschreiben.
Sachunterricht
Die Lernenden beschreiben die Funktion verschiedener Zahnarten, indem sie Zahnmodelle untersuchen und ihre Beobachtungen zuordnen, um den Zusammenhang zwischen Bau und Funktion der Zähne zu erklären.
Die Lernenden vergleichen verschiedene Ruhe-Strategien, indem sie diese ausprobieren und ihre Wirkung einschätzen, um eine passende Strategie für Stresssituationen auszuwählen.
Die Lernenden ordnen Verkehrsschilder passenden Verkehrssituationen zu, indem sie Bildkarten vergleichen und begründen, um sich sicherer im Straßenverkehr zu orientieren.
Lernziel und Anforderungsbereiche
Lernziele hängen eng mit den Anforderungsbereichen zusammen. Gerade bei Besuchen kann es hilfreich sein, zu überlegen: Auf welchem Niveau arbeiten die Kinder?
AB I – Reproduzieren
Die Kinder geben etwas wieder, benennen, erkennen oder ordnen zu. Beispiel: Die Lernenden benennen die Bestandteile der wörtlichen Rede.
AB II – Zusammenhänge herstellen
Die Kinder wenden etwas an, vergleichen, erklären oder verbinden Informationen. Beispiel: Die Lernenden setzen Redezeichen und Doppelpunkt in eigenen Sätzen passend ein.
AB III – Verallgemeinern und Reflektieren
Die Kinder begründen, übertragen, bewerten oder reflektieren. Beispiel: Die Lernenden überprüfen eigene Sätze und begründen, warum die Satzzeichen an der jeweiligen Stelle stehen.
Meine Lernziel-Checkliste
Wenn ich ein Lernziel prüfen würde, würde ich mir diese Fragen stellen:
Beschreibt das Ziel, was die Lernenden tun?
Nutze ich ein beobachtbares Verb?
Wird ein konkretes Ergebnis sichtbar?
Passt das Ziel zum Arbeitsauftrag?
Passt das Ziel zur Sicherung?
Ist das Ziel realistisch für eine Stunde?
Ist es nicht zu groß?
Kann ich am Ende erkennen, ob die Kinder dem Ziel nähergekommen sind?
Passt das Ziel zur Reihe?
Ist klar, warum diese Stunde wichtig ist?
Wenn du viele dieser Fragen mit Ja beantworten kannst, ist dein Lernziel meistens schon ziemlich stark.
Vorher-Nachher-Beispiele
| Vorher | Nachher |
|---|---|
| Die Kinder lernen die Uhr kennen. | Die Lernenden stellen volle Stunden an analogen Uhren ein, indem sie Stunden- und Minutenzeiger passend legen, um Uhrzeiten sicher abzulesen und darzustellen. |
| Die Kinder verstehen Symmetrie. | Die Lernenden überprüfen Figuren auf Achsensymmetrie, indem sie diese falten und Symmetrieachsen markieren, um symmetrische Figuren zu erkennen. |
| Die Kinder beschäftigen sich mit Fabeln. | Die Lernenden erkennen Merkmale einer Fabel, indem sie einen kurzen Text untersuchen und typische Textstellen markieren, um Fabeln von anderen Geschichten zu unterscheiden. |
| Die Kinder setzen sich mit Gefühlen auseinander. | Die Lernenden ordnen Gefühle passenden Situationen zu, indem sie Bildkarten betrachten und ihre Zuordnung begründen, um Gefühle sprachlich genauer zu beschreiben. |
| Die Kinder lernen Rechenstrategien. | Die Lernenden vergleichen verschiedene Rechenwege, indem sie Rechenstrategien zu einer Aufgabe untersuchen und Vor- und Nachteile benennen, um einen geschickten Rechenweg auszuwählen. |
Mein Fazit
Lernziele zu formulieren ist am Anfang wirklich nicht leicht. Gerade im Praxissemester und im Referendariat merkt man schnell, wie viel an diesem einen Satz hängt. Plötzlich soll darin sichtbar werden, was die Kinder lernen, wie sie es lernen und warum das Ganze wichtig ist.
Ich finde aber: Wenn man das Prinzip einmal verstanden hat, helfen Lernziele wirklich beim Planen. Sie sind nicht nur etwas, das man für den Unterrichtsentwurf braucht. Sie geben der Stunde eine Richtung.
Für mich ist die wichtigste Frage: Was sollen die Kinder am Ende besser können als vorher? Wenn du diese Frage klar beantworten kannst, bist du schon sehr nah an einem guten Lernziel.
Und ja: Im normalen Grundschulalltag formuliert wahrscheinlich niemand jeden Tag perfekte Lernziele aus. Aber gerade im Ref lohnt es sich, darin sicherer zu werden. Denn gute Lernziele helfen dir nicht nur im Entwurf, sondern auch in der Durchführung, Sicherung und Nachbesprechung.
Eure Caro
Instagram – Alles für dein Referendariat an der Grundschule.
FAQ
Wie formuliere ich ein gutes Lernziel?
Ein gutes Lernziel beschreibt konkret, was die Lernenden am Ende können oder zeigen sollen. Hilfreich ist die Formulierung: „Die Lernenden …, indem …, um …“
Was ist der Unterschied zwischen Thema und Lernziel?
Ein Thema nennt den Inhalt, zum Beispiel „Symmetrie“. Ein Lernziel beschreibt, was die Kinder mit diesem Inhalt tun sollen, zum Beispiel Figuren auf Achsensymmetrie überprüfen und Symmetrieachsen markieren.
Warum sollte ein Lernziel überprüfbar sein?
Ein überprüfbares Lernziel hilft dir zu erkennen, ob die Stunde erfolgreich war. Du kannst beobachten, ob die Kinder eine Handlung ausführen, ein Ergebnis erstellen oder ihre Entscheidung begründen.
Welche Verben eignen sich für Lernziele?
Geeignet sind beobachtbare Verben wie benennen, beschreiben, vergleichen, erklären, begründen, markieren, ordnen, anwenden, überprüfen oder gestalten.
Welche Verben sind eher schwierig?
Schwierig sind sehr allgemeine Verben wie verstehen, kennen, sich auseinandersetzen mit oder ein Gefühl entwickeln für. Sie sind nicht direkt beobachtbar und sollten genauer formuliert werden.
Was bedeutet „Die Lernenden …, indem …, um …“?
Diese Struktur hilft, Lernziele klar zu formulieren. Der erste Teil beschreibt die Handlung, der „indem“-Teil den Weg und der „um“-Teil den Sinn oder die übergeordnete Kompetenz.
Wie lang sollte ein Lernziel sein?
Ein Lernziel darf ruhig ein Satz sein, sollte aber klar bleiben. Wichtig ist nicht die Länge, sondern dass Handlung, Methode und Zielrichtung verständlich werden.
Wie viele Lernziele braucht eine Unterrichtsstunde?
Für Unterrichtsbesuche ist ein klares Kernanliegen meist hilfreicher als viele kleine Ziele. Weitere Teilziele können mitgedacht werden, aber die Stunde sollte einen erkennbaren Schwerpunkt haben.







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