30 Methoden zur Leseförderung in der Grundschule

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Leseförderung

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Quick Facts: Leseförderung

  • Leseförderung umfasst nicht nur das laute Lesen von Texten, sondern auch Leseflüssigkeit, Leseverständnis, Lesestrategien, Lesemotivation und den Aufbau einer Lesekultur.

  • Besonders wirksam ist Leseförderung, wenn Kinder regelmäßig lesen, passende Texte bekommen und Strategien kennenlernen, mit denen sie Texte besser verstehen können.

  • In diesem Artikel findest du 30 Methoden zur Leseförderung in der Grundschule – jeweils mit „So funktioniert’s“, Beispiel und Ziel.

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Allgemeines

Leseförderung ist eines dieser Themen, die in der Grundschule einfach immer wichtig sind und gleichzeitig ist Leseförderung viel mehr als: Alle Kinder lesen einen Text. Eine gute Leseförderung ist breiter.

  • Kinder brauchen Übung im genauen Lesen.

  • Kinder brauchen flüssiges Lesen.

  • Kinder brauchen Lesestrategien.

  • Kinder brauchen Motivation.

  • Kinder brauchen passende Texte.

  • Kinder brauchen Erfolgserlebnisse.

  • Kinder brauchen Lesezeit.

  • Und manche Kinder brauchen sehr kleinschrittige Unterstützung beim Erstlesen.

Gerade deshalb finde ich es sinnvoll, Leseförderung nicht nur als eine einzelne Methode zu denken, denn es gibt nicht die eine perfekte Lesefördermethode für alle Kinder. Deshalb habe ich 30 Methoden zur Leseförderung in der Grundschule gesammelt, eine Mischung aus:

  • Erstlesen,

  • Sichtwortschatz,

  • Leseflüssigkeit,

  • sinnentnehmendem Lesen,

  • Lesestrategien,

  • kooperativem Lesen,

  • Lesemotivation,

  • Leseprojekten,

  • Lesekultur.

Viele Ideen lassen sich schnell in den Unterricht einbauen und andere eignen sich eher für eine längere Leseförderreihe, ein Leseband, eine Freiarbeitsphase oder eine Projektwoche. Passendes Fördermaterial kann dabei sehr hilfreich sein. Zum Beispiel eignen sich das Lesetraining von RAABE, Mini-LÜK 1, Mini-LÜK 2, SCHUBITRIX Leseförderung oder kurze Leseleicht-Texte zur Leseförderung besonders gut für Übungsphasen, Förderstunden oder selbstständiges Arbeiten.

Wenn du dich für weitere Deutschthemen interessierst, passen dazu auch meine Artikel zu 30 Lautleseverfahren, 50 Lesespielen, Lesestrategien, oder zum sinnentnehmendem Lesen.

Leseförderung

Was ist Leseförderung?

Leseförderung bedeutet, Kinder beim Lesenlernen und beim Weiterentwickeln ihrer Lesekompetenz gezielt zu unterstützen.

Dabei geht es nicht nur darum, dass Kinder Buchstaben erkennen oder darum, dass sie Wörter laut vorlesen können. Leseförderung umfasst mehrere Bereiche.

  1. Erstlesen: Kinder lernen Buchstaben, Laute, Silben und Wörter sicher zu erkennen. Sie üben, Laute zusammenzuschleifen und Wörter zu erlesen.

  2. Sichtwortschatz: Häufige Wörter werden automatisiert erkannt. Das entlastet das Lesen, weil Kinder nicht jedes Wort immer wieder mühsam neu erlesen müssen.

  3. Leseflüssigkeit: Kinder lesen genauer, schneller, automatisierter und mit passender Betonung. Leseflüssigkeit ist wichtig, weil sie das Textverstehen entlastet.

  4. Leseverständnis: Kinder entnehmen Informationen aus Texten. Sie verstehen Aussagen, Zusammenhänge, Figuren, Abläufe und zentrale Inhalte.

  5. Lesestrategien: Kinder lernen Vorgehensweisen kennen, mit denen sie Texte besser erschließen können.

  6. Lesemotivation: Kinder erleben Lesen als sinnvoll, spannend, lustig, hilfreich oder persönlich bedeutsam. Dafür brauchen sie passende Bücher, freie Auswahl, Austausch und Erfolgserlebnisse.

Eine gute Leseförderung kombiniert diese Bereiche, weshalb es sich lohnt, unterschiedliche Methoden einzusetzen.

Leseförderung

30 Methoden zur Leseförderung in der Grundschule

Methoden für Leseflüssigkeit und Lesetraining

1. Leseband

  • So funktioniert’s: Eine feste Lesezeit wird verbindlich in den Stundenplan integriert. Vier- bis fünfmal pro Woche lesen die Kinder 15 bis 20 Minuten. Dabei können Methoden eingesetzt werden: Tandemlesen, freie Lesezeit, Lesespiele, Lesekartei, Leseaufträge. Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Lesen bekommt einen festen Platz.

  • Beispiel: Jeden Morgen nach der ersten Pause findet für 15 Minuten das Leseband statt. Montags wird im Tandem gelesen. Dienstags gibt es freie Lesezeit. Mittwochs arbeiten die Kinder mit Lesespielen oder einer Lesekartei. 

  • Ziel: Regelmäßige Leseübung, Verbesserung der Leseflüssigkeit und Aufbau einer festen Lesekultur.

  • Materialtipp: Für ein Leseband können kurze Übungstexte, Lesekarten oder Materialien wie Spielend Lesen lernen – Ein Lesetraining gut eingesetzt werden.

2. Lautlesetandem

  • So funktioniert’s: Ein lesestärkeres und ein noch unsicheres Kind bilden ein Tandem. Beide lesen denselben Text gleichzeitig laut. Das stärkere Kind liest sicher mit und unterstützt, wenn das andere Kind stockt oder einen Fehler nicht selbst korrigiert. Der Text wird mehrfach gelesen. Durch die Wiederholung werden Wörter sicherer erkannt und das Lesen wird flüssiger.

  • Beispiel: Zwei Kinder lesen dreimal pro Woche dieselbe kurze Tiergeschichte. Nach jeder Leserunde markieren sie, wie weit sie gekommen sind und welche Wörter noch schwierig waren.

  • Ziel: Leseflüssigkeit, Lesegenauigkeit und Lesegeschwindigkeit verbessern.

  • Materialtipp: Kurze, übersichtliche Texte wie die kurzen Leseleicht-Texte zur Leseförderung eignen sich gut, weil sie wiederholt gelesen werden können, ohne zu überfordern.

3. Blitzlesen

  • So funktioniert’s: Häufig vorkommende Wörter stehen auf Karten. Die Karten werden nur kurz gezeigt. Das Kind versucht, das Wort direkt zu erkennen, ohne es Buchstabe für Buchstabe zu erlesen. Sicher erkannte Wörter kommen auf einen Stapel. Schwierige Wörter werden später erneut geübt.

  • Beispiel: Auf Karten stehen Wörter wie: und, aber, heute, kann, wieder, dann, ich, wir. Ein Partnerkind zeigt die Karten nacheinander für wenige Sekunden.

  • Ziel: Sichtwortschatz erweitern und häufige Wörter automatisiert erkennen.

  • Materialtipp: Mini-LÜK-Aufgaben können ebenfalls beim automatisierten Erkennen von Buchstaben, Silben, Wörtern und kurzen Sätzen helfen. Dafür eignen sich Mini-LÜK 1 und Mini-LÜK 2.

4. Wörterangeln

  • So funktioniert’s: Wortkarten werden mit Büroklammern versehen und in einen Behälter gelegt. Die Kinder angeln mit einer Magnetangel ein Wort. Das geangelte Wort wird vorgelesen. Sicher gelesene Wörter dürfen behalten werden. Schwierige Wörter wandern zurück in den Wörtersee.

  • Beispiel: Im Wörtersee schwimmen Wörter zum Thema Wald. Zum Beispiel: Baum, Blätter, Fuchs, Moos, Eichhörnchen, Wurzeln. Die Kinder angeln ein Wort, lesen es vor und bilden optional einen Satz damit.

  • Ziel: Sichtwortschatz erweitern, Wörter wiederholt lesen und schnelles Erkennen von Wörtern fördern.

  • Materialtipp: Diese Methode lässt sich gut mit eigenen Wortkarten kombinieren. Für fertige Förderphasen können auch SCHUBITRIX Leseförderung oder Spielend Lesen lernen ergänzend eingesetzt werden.

5. Silben- und Wörterteppich

  • So funktioniert’s: Silben oder Wörter werden in mehreren Reihen auf einem Blatt oder Plakat angeordnet. Die Kinder lesen die Reihen in Partnerarbeit. Nach einer korrekt gelesenen Reihe kann ein kleiner Fortschritt sichtbar gemacht werden. Zum Beispiel durch Abhaken, Einkreisen oder Abreißen einer Papierfranse.

  • Beispiel: Auf dem Teppich stehen Silben: ma – me – mi – mo – mu. Oder häufige Wörter: der – die – das – und – ist – mit – ein. Die Kinder lesen die Reihen wiederholt und möglichst sicher.

  • Ziel: Silben sicher erfassen, Wörter automatisieren und Leseflüssigkeit aufbauen.

  • Materialtipp: Für Fördergruppen können Mini-LÜK-Aufgaben oder SCHUBITRIX-Aufgaben gut anschließen, weil sie kurze Einheiten zur Selbstkontrolle ermöglichen.

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Methoden für Erstlesen und Buchstabenarbeit

6. Lautgebärden

  • So funktioniert’s: Buchstaben beziehungsweise Laute werden mit passenden Handbewegungen verknüpft. Die Kinder hören einen Laut, sehen den Buchstaben und führen die passende Gebärde aus. Besonders beim Unterscheiden ähnlicher Laute und beim Zusammenschleifen von Buchstaben können Lautgebärden unterstützen.

  • Beispiel: Die Kinder sehen die Buchstaben m und a. Sie führen beide Lautgebärden aus und verbinden die Laute zu: ma Danach entstehen weitere Silben oder Wörter.

  • Ziel: Laut-Buchstaben-Zuordnung sichern und die Synthesefähigkeit unterstützen.

7. Buchstaben-Stationen

  • So funktioniert’s: Ein neuer Buchstabe wird an mehreren Stationen mit unterschiedlichen Sinnen entdeckt. Die Kinder können den Buchstaben: hören, schreiben, ertasten, legen, kneten, im Sand nachspuren, mit dem Körper darstellen, in Wörtern suchen. So wird der Buchstabe nicht nur visuell, sondern ganzheitlich erfahren.

  • Beispiel: Zum Buchstaben M schreiben die Kinder ihn in Sand, legen ihn aus Steinen, suchen M-Anlaute und formen ihn mit Knete.

  • Ziel: Buchstabenkenntnis und Laut-Buchstaben-Zuordnung festigen.

  • Materialtipp: Für eigenständige Übungsphasen nach der Buchstabeneinführung kann Mini-LÜK hilfreich sein, weil Kinder damit Aufgaben selbstständig bearbeiten und kontrollieren können.

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Methoden für Leseverständnis und Lesestrategien

8. Lesekonferenz

  • So funktioniert’s: Vier bis fünf Kinder lesen gemeinsam einen Text abschnittsweise. Nach jedem Abschnitt bearbeiten sie feste Aufgaben. Zum Beispiel: Fragen stellen, Antworten im Text suchen, wichtige Stellen markieren, unbekannte Wörter klären, Abschnitte zusammenfassen. Jedes Kind kann eine Rolle übernehmen.

  • Beispiel: Nach einem Abschnitt über Igel beantwortet die Gruppe: Was frisst ein Igel? Welche Wörter sind wichtig? Wie könnte eine passende Überschrift lauten?

  • Ziel: Leseverstehen fördern und Lesestrategien kooperativ anwenden.

9. Lautes Denken

  • So funktioniert’s: Die Lehrkraft macht beim Lesen ihre Gedanken sichtbar. Sie liest einen Text und unterbricht bewusst mit Denkstopps. Z.B.: Das verstehe ich nicht. Ich vermute, dass … Das erinnert mich an … Ich lese den Satz nochmal. Dieses Wort ist wichtig. Die Kinder erleben dadurch, was im Kopf guter Leser*innen passieren kann.

  • Beispiel: Die Lehrkraft liest: Plötzlich hörte Mia ein Knacken hinter sich. Dann sagt sie: Ich vermute, dass gleich jemand auftaucht. Ich lese weiter und überprüfe meine Vermutung.

  • Ziel: Lesestrategien modellieren und metakognitives Lesen fördern.

10. Reziprokes Lesen – vereinfacht

  • So funktioniert’s: Kinder bearbeiten einen Text gemeinsam mit festen Rollen. Typische Rollen sind: Fragensteller, Zusammenfasser, Wörterdetektiv, Vorhersager. Nach jedem Abschnitt übernimmt jedes Kind seine Aufgabe. Für die Grundschule sollte das Verfahren stark vereinfacht und mit Symbolkarten unterstützt werden.

  • Beispiel: Ein Kind fragt: Was ist in diesem Abschnitt wichtig? Ein anderes fasst zusammen. Ein drittes klärt schwierige Wörter. Ein viertes vermutet, wie der Text weitergeht.

  • Ziel: Tiefes Textverständnis und selbstständige Texterschließung fördern.

11. ABCDarium

  • So funktioniert’s: Während oder nach dem Lesen sammeln die Kinder wichtige Begriffe aus dem Text. Diese werden den Anfangsbuchstaben des Alphabets zugeordnet. Anschließend werden die Begriffe besprochen, erklärt oder zu einer Mindmap weiterverarbeitet.

  • Beispiel: Zum Sachtext Wald entstehen Begriffe wie: B – Baum, E – Eichhörnchen, F – Fuchs, W – Wurzeln.

  • Ziel: Vorwissen aktivieren, Schlüsselbegriffe erkennen und Inhalte strukturieren.

12. Lesespurgeschichte

  • So funktioniert’s: Die Kinder lesen kurze Textabschnitte und müssen anhand genauer Informationen herausfinden, welcher Ort oder welcher Abschnitt als Nächstes folgt. Nur durch sinnentnehmendes Lesen entsteht die richtige Lesespur. Die Methode verbindet Lesen, Rätseln und genaues Hinsehen.

  • Beispiel: Im Text steht: Gehe zu dem Haus mit drei Fenstern. Auf einem Wimmelbild müssen die Kinder das richtige Gebäude finden und dort weiterlesen.

  • Ziel: Genaues, sinnentnehmendes Lesen und Erkennen von Schlüsselbegriffen fördern.

13. Fehlerlesen

  • So funktioniert’s: Ein kurzer Sachtext oder Textabschnitt wird leicht verändert. Eine Information ist sachlich falsch. Die Kinder lesen genau und suchen den Fehler. Anschließend erklären sie, woran sie ihn erkannt haben.

  • Beispiel: Statt: Ein Regenwurm hat keine Beine. steht im Text: Ein Regenwurm hat sechs Beine. Die Kinder entdecken den Fehler und korrigieren ihn.

  • Ziel: Genaues Lesen, Zuhören und inhaltliches Textverständnis fördern.

14. Textdetektive

  • So funktioniert’s: Lesen wird als Detektivarbeit inszeniert. Die Kinder nutzen feste Detektivmethoden. Z.B.: Überschrift beachten, Vorwissen aktivieren, wichtige Wörter markieren, unbekannte Begriffe klären, Fragen an den Text stellen, Antworten im Text suchen, Ergebnisse überprüfen.

  • Beispiel: Bei einem Text über Vulkane markieren die Kinder Schlüsselwörter und sammeln anschließend Beweise für die Frage: Warum bricht ein Vulkan aus?

  • Ziel: Lesestrategien systematisch aufbauen und Texte selbstständiger erschließen.

  • Materialtipp: Für diese Art der strukturierten Leseförderung können die kurzen Leseleicht-Texte zur Leseförderung hilfreich sein, weil sie überschaubare Texte für gezieltes Strategietraining bieten.

15. QR-Code-Leserallye

  • So funktioniert’s: Im Klassenraum oder Schulgebäude werden QR-Codes verteilt. Hinter jedem Code steckt ein kurzer Lesetext oder eine Aufgabe. Die Lösung führt zur nächsten Station. Die Kinder müssen genau lesen, um den richtigen Weg zu finden.

  • Beispiel: Ein QR-Code enthält den Hinweis: Suche den Ort, an dem unsere Bücher stehen. Die Kinder lesen den Hinweis und gehen zur Klassenbibliothek. Dort finden sie den nächsten QR-Code.

  • Ziel: Sinnentnehmendes Lesen mit Bewegung, Motivation und Mediennutzung verbinden.

16. Lese-Würfelspiel

  • So funktioniert’s: Die Kinder bewegen Spielfiguren über ein Spielfeld. Auf bestimmten Feldern erhalten sie kurze Leseaufträge. Diese müssen gelesen und ausgeführt werden. Die Aufgaben können auf Wort-, Satz- oder Textebene angelegt sein.

  • Beispiel: Auf einer Karte steht: Tippe dreimal auf deinen Kopf. Oder: Zeige auf etwas Rotes. Oder: Lies den Satz deinem Partnerkind vor.

  • Ziel: Sinnentnehmendes Lesen auf Satzebene spielerisch trainieren.

  • Materialtipp: Für spielerische Übungsformen passen SCHUBITRIX Leseförderung, Mini-LÜK 2 oder Spielend Lesen lernen besonders gut.

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Methoden für Lesemotivation und Lesekultur

17. Booktasting

  • So funktioniert’s: Mehrere Bücher werden wie Speisen eines Menüs auf dekorierten Tischen angeboten. Die Kinder dürfen jeweils einige Minuten blättern, anlesen und einen ersten Eindruck sammeln. Danach wechseln sie zum nächsten Tisch. Am Ende wählen sie ein Buch aus, das sie weiter lesen möchten.

  • Beispiel: Ein Tisch bietet Tierbücher. Ein anderer Tisch bietet Detektivgeschichten. Ein weiterer Tisch bietet Comics. Nach der „Verkostung“ wählt jedes Kind sein Lieblingsbuch.

  • Ziel: Lesemotivation wecken und Kinder passende Bücher entdecken lassen.

18. Book-Speeddating

  • So funktioniert’s: Die Kinder stellen sich gegenseitig Bücher in kurzen Gesprächsrunden vor. Nach wenigen Minuten wechseln die Gesprächspartner oder die Bücher. So lernen die Kinder in kurzer Zeit viele Bücher kennen.

  • Beispiel: Jedes Kind hat 2 Minuten Zeit, sein Lieblingsbuch zu zeigen, daraus vorzulesen und zu erklären, warum es das Buch empfiehlt. Danach wechseln die Kinder den Platz.

  • Ziel: Lesemotivation, Austausch über Bücher und Entdecken neuer Lektüren fördern.

19. Lesebarometer

  • So funktioniert’s: Die Kinder stehen im Kreis. Die Lehrkraft liest Aussagen zum eigenen Leseverhalten vor. Je stärker eine Aussage zutrifft, desto weiter bewegen sich die Kinder zur Kreismitte. Anschließend kann kurz über unterschiedliche Leseinteressen gesprochen werden.

  • Beispiel: Aussagen können sein: Ich lese gerne Comics. Ich lese lieber Sachbücher als Geschichten. Ich lasse mir gerne vorlesen. Ich lese gern allein. Ich lese gern mit anderen.

  • Ziel: Leseinteressen sichtbar machen und eine Gesprächskultur rund ums Lesen aufbauen.

20. Leseherausforderung / Lesebingo

  • So funktioniert’s: Die Kinder erhalten für einen Zeitraum kleine Leseaufgaben. Bei einem Lesebingo werden erfüllte Aufgaben angekreuzt. Ziel kann eine vollständige Reihe, eine volle Karte oder eine selbst gewählte Anzahl an Aufgaben sein.

  • Beispiel: Auf dem Lesebingo stehen Aufgaben wie: Lies unter einer Decke. Lies jemandem fünf Minuten vor. Lies einen Comic. Lies draußen. Lies ein Sachbuch. Lies ein Buch mit einem Tier auf dem Cover.

  • Ziel: Lesemenge erhöhen und positive Leseerfahrungen schaffen.

21. Lesepass

  • So funktioniert’s: Kurze regelmäßige Lesezeiten werden in einem Pass dokumentiert. Die Kinder wählen selbst Lesestoff aus und lassen nach einer vereinbarten Lesezeit eine Einheit bestätigen. Der Lesepass kann in der Schule oder zu Hause genutzt werden.

  • Beispiel: Für jede zehnminütige Leseeinheit erhält das Kind einen Stempel. Nach zehn Stempeln ist eine Seite des Lesepasses vollständig.

  • Ziel: Regelmäßigkeit schaffen und eigenständiges Lesen fördern.

22. Leseregal

  • So funktioniert’s: Für jedes vollständig gelesene Buch gestaltet das Kind einen Papier-Buchrücken. Darauf stehen: Titel, Autorin oder Autor, Name des Kindes, vielleicht eine kurze Bewertung. Der Buchrücken wird auf ein großes Klassenposter geklebt. Nach und nach entsteht ein gemeinsames Leseregal.

  • Beispiel: Nach einigen Monaten ist das anfangs leere Regal mit 80 bunten Buchrücken gefüllt. Die Kinder sehen: Unsere Klasse liest richtig viel.

  • Ziel: Gelesene Bücher sichtbar machen, Viellesen motivieren und Empfehlungen ermöglichen.

23. Leserolle

  • So funktioniert’s: Zu einem selbst gewählten Buch bearbeiten die Kinder verschiedene Aufgaben. Die Ergebnisse werden hintereinander zu einer langen Papierrolle zusammengeklebt. Anschließend wird die Leserolle präsentiert. Mögliche Aufgaben sind: Figurenprofil, Lieblingsstelle, Inhaltszusammenfassung, Bild zur Szene, eigene Bewertung, Brief an eine Figur.

  • Beispiel: Zu einem Kinderroman gestaltet ein Kind eine Rolle mit Figurensteckbrief, Inhaltsabschnitt, Lieblingszitat, Bild und persönlicher Empfehlung.

  • Ziel: Intensive Auseinandersetzung mit einer Lektüre und kreatives Dokumentieren des Textverständnisses.

24. Lesekiste

  • So funktioniert’s: Zu einer Geschichte werden Gegenstände gesammelt, die für Handlung oder Figuren wichtig sind. Diese Gegenstände kommen in einen gestalteten Schuhkarton. Die Kiste dient anschließend zur Buchpräsentation.

  • Beispiel: Zu einer Detektivgeschichte liegen in der Kiste: eine Lupe, ein Schlüssel, ein Foto, ein kleiner Notizzettel. Das Kind nutzt die Gegenstände, um das Buch vorzustellen.

  • Ziel: Textinhalte visualisieren, Textverständnis vertiefen und zum Lesen motivieren.

25. Kamishibai-Lesen

  • So funktioniert’s: Eine Geschichte wird mit Bildkarten in einem Erzähltheater präsentiert. Die Kinder hören zunächst zu. Später lesen sie einzelne Textteile selbst, ordnen Text und Bild zu oder gestalten eigene Bildkarten zur Geschichte. Das Kamishibai eignet sich besonders gut für gemeinsames Erzählen und Lesen.

  • Beispiel: Zu einem Märchen zieht die Lehrkraft nach jedem Abschnitt eine Bildkarte hervor. Später lesen Kinder einzelne Abschnitte passend zum jeweiligen Bild vor.

  • Ziel: Lesemotivation, Textverständnis, Vorstellungskraft und die Verbindung von Bild und Text fördern.

26. Vorleseritual

  • So funktioniert’s: Eine feste Zeit wird für das Vorlesen reserviert. Das Vorlesen sollte nicht automatisch enden, sobald Kinder selbst lesen können. Auch ältere Kinder profitieren davon, Geschichten zu hören, über Texte zu sprechen und Lust auf Bücher zu bekommen.

  • Beispiel: Jeden Freitag werden die letzten 15 Minuten genutzt, um aus einem gemeinsamen Klassenroman vorzulesen. Anschließend dürfen die Kinder eine Vermutung äußern: Wie geht es weiter?

  • Ziel: Lesefreude, Wortschatz, Zuhören und Interesse an Geschichten fördern.

27. Abwechselndes Lesen

  • So funktioniert’s: Erwachsene und Kinder wechseln sich beim Lesen ab. Das Kind liest einzelne Wörter, Sätze oder Abschnitte. Die erwachsene Person übernimmt längere oder schwierigere Passagen. So kann das Kind aktiv lesen, ohne einen längeren Text allein bewältigen zu müssen.

  • Beispiel: Die Lehrkraft liest eine Seite des Bilderbuchs. Anschließend liest ein Kind zwei Sätze. Danach übernimmt wieder die Lehrkraft.

  • Ziel: Überforderung reduzieren und gleichzeitig aktive Lesezeit ermöglichen.

28. Hörbuch + Mitlesetext

  • So funktioniert’s: Die Kinder hören einen Text und verfolgen ihn gleichzeitig in gedruckter Form. Dabei fahren sie mit dem Finger im Text mit oder markieren ausgewählte Wörter. Diese Methode kann besonders Kindern helfen, die beim selbstständigen Lesen noch schnell ermüden.

  • Beispiel: Die Klasse hört ein Kapitel eines Kinderbuchs. Die Kinder haben den Text vor sich und verfolgen ihn beim Zuhören. Anschließend markieren sie eine Stelle, die sie besonders spannend fanden.

  • Ziel: Zugang zu Texten erleichtern, Textverständnis unterstützen und Lesemotivation fördern.

29. Klassenbibliothek mit freier Leseauswahl

  • So funktioniert’s: Im Klassenraum steht eine Auswahl leicht zugänglicher Bücher und anderer Lesemedien bereit. Dazu gehören zum Beispiel: Erstlesebücher, Bilderbücher, Sachbücher, Comics, Kinderzeitschriften, mehrsprachige Bücher, Bücher mit kurzen Kapiteln. Die Kinder dürfen regelmäßig selbst auswählen, was sie lesen möchten.

  • Beispiel: Jeden Mittwoch wählen die Kinder für 20 Minuten selbst zwischen Erstlesebüchern, Tier-Sachbüchern, Comics und Kinderzeitschriften.

  • Ziel: Selbstbestimmtes Lesen ermöglichen und individuelle Leseinteressen berücksichtigen.

30. Lesepatenschaft

  • So funktioniert’s: Ein Kind trifft sich regelmäßig mit einer festen Lesepatin oder einem festen Lesepaten. Das kann ein älteres Kind, eine erwachsene Person oder ein anderes Kind aus der Klasse sein. Gemeinsam wird gelesen, vorgelesen, über Bücher gesprochen oder schwierige Wörter werden geübt.

  • Beispiel: Ein Viertklässler liest jeden Donnerstag 20 Minuten mit einem Erstklässler ein Bilderbuch und hilft bei schwierigen Wörtern.

  • Ziel: Individuelle Unterstützung, zusätzliche Lesezeit und positive soziale Erfahrungen mit Lesen schaffen.

Leseförderung

Methoden nach Förderbereich

FörderbereichPassende Methoden
ErstlesenLautgebärden, Buchstaben-Stationen, Silben- und Wörterteppich, Mini-LÜK-Aufgaben
SichtwortschatzBlitzlesen, Wörterangeln, Wörterteppich, SCHUBITRIX
LeseflüssigkeitLeseband, Lautlesetandem, wiederholtes Lesen, abwechselndes Lesen
LeseverständnisLesekonferenz, Lesespurgeschichte, Fehlerlesen, Textdetektive, Lese-Würfelspiel
LesestrategienLautes Denken, reziprokes Lesen, ABCDarium, Textdetektive
LesemotivationBooktasting, Book-Speeddating, Lesebarometer, Lesebingo, Leseregal
LesekulturVorleseritual, Klassenbibliothek, Lesepatenschaft, Lesepass

Materialideen

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Leseförderung

Mein Fazit

Leseförderung ist für mich eines der wichtigsten Themen, aber gute Leseförderung bedeutet nicht, dass alle Kinder einfach häufiger denselben Text lesen. Sie wird erst dann besonders wirksam, wenn sie regelmäßig und gezielt stattfindet.

Eure Caro
Instagram – Alles für die Schule.

FAQ

  • Was gehört zur Leseförderung in der Grundschule?

    Zur Leseförderung gehören Erstlesen, Sichtwortschatz, Leseflüssigkeit, Leseverständnis, Lesestrategien, Lesemotivation und der Aufbau einer Lesekultur.

  • Welche Methoden fördern Leseflüssigkeit?

    Leseflüssigkeit kann zum Beispiel durch Leseband, Lautlesetandem, wiederholtes Lesen, abwechselndes Lesen und kurze regelmäßige Lesezeiten gefördert werden.

  • Welche Methoden fördern Leseverständnis?

    Leseverständnis wird durch Lesekonferenz, Lesespurgeschichten, Fehlerlesen, Textdetektive, reziprokes Lesen und ABCDarium gefördert.

  • Welche Methoden motivieren Kinder zum Lesen?

    Booktasting, Book-Speeddating, Lesebingo, Lesepass, Leseregal, Klassenbibliothek, Lesekiste und Leserolle können die Lesemotivation stärken.

  • Was eignet sich für schwache Leserinnen und Leser?

    Hilfreich sind kurze Texte, Silbenhilfen, Partnerlesen, Hörtexte, Mini-LÜK, selbstkontrollierende Aufgaben, wiederholtes Lesen und überschaubare Erfolgserlebnisse.

  • Was ist ein Leseband?

    Ein Leseband ist eine feste regelmäßige Lesezeit im Stundenplan, in der Kinder mehrmals pro Woche mit unterschiedlichen Methoden lesen und üben.

  • Warum ist Vorlesen auch in der Grundschule noch wichtig?

    Vorlesen stärkt Wortschatz, Zuhören, Vorstellungskraft und Lesemotivation. Es sollte nicht automatisch enden, sobald Kinder selbst lesen können.

  • Welche Materialien passen zur Leseförderung?

    Passend sind kurze Lesetexte, Wortkarten, Silbenteppiche, Lesestrategiekarten, Mini-LÜK, SCHUBITRIX, Lesepässe, Lesebingos, Kamishibai, Hörtexte und eine gute Klassenbibliothek.

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Caro from Caro's Class

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