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Quick Facts: Lesespiele
Lesespiele bringen Bewegung, Motivation und Abwechslung in den Leseunterricht und können je nach Spiel Lesegenauigkeit, Leseflüssigkeit oder Textverständnis fördern.
Lesespiele eignen sich für Klasse 1 bis 4, wenn Texte, Wörter, Aufgaben und Umfang an das jeweilige Leseniveau angepasst werden.
Besonders praktisch sind Lesespiele für Vertretungsstunden, Förderstunden, Wochenplanarbeit, Stationenlernen, Freiarbeit oder kurze Aktivierungsphasen im Deutschunterricht.
Allgemeines
Lesespiele gehören zu den Methoden, die ich wirklich gern genutzt habe. Gerade in Vertretungsstunden habe ich sehr gerne Lesespiele gespielt, weil sie oft schnell verständlich sind, die Kinder aktivieren und Lesen nicht wie eine reine Arbeitsblattaufgabe wirken lassen.
Lesespiele nehmen dem Lesen manchmal ein bisschen den Druck, ohne dass das Lesen beliebig wird. Die Kinder lesen, weil sie etwas herausfinden wollen, weil sie eine Karte richtig zuordnen wollen, weil sie eine Spur finden wollen, weil sie ein Rätsel lösen wollen oder weil sie ein Bild malen oder etwas bauen sollen. Genau das macht Lesespiele so wertvoll. Lesespiele können also ganz unterschiedliche Schwerpunkte haben.
Wenn du allgemein nach Leseförderung suchst, passen dazu auch meine Artikel zu Lesestrategien, zum sinnentnehmendem Lesen, zum Lautleseverfahren, oder meine Entwürfe zum Lesekrimi und zu Hörspurgeschichten.
Was sind Lesespiele?
Lesespiele sind spielerische Übungsformen, bei denen Lesen eine Funktion bekommt. Die Kinder lesen, weil sie etwas damit tun müssen.
eine passende Karte finden
ein Rätsel lösen
eine Reihenfolge herstellen
eine Anweisung ausführen
einen Schatz finden
ein Bild zuordnen
eine Textstelle belegen
einen Fehler entdecken
eine Rolle lesen
ein Wort entschlüsseln
einen Satz richtig zusammensetzen
eine Entscheidung begründen
Dadurch wird Lesen handlungsorientierter. Ein gutes Lesespiel verbindet Lesekompetenz mit einer Aufgabe, die für Kinder Sinn ergibt. Dabei fördern sie mehrere Kompetenzbereiche:
Lesegenauigkeit
Leseflüssigkeit
Worterkennung
Silbenbewusstsein
Wortschatz
Satzverständnis
Textverständnis
Informationsentnahme
Text-Bild-Verknüpfung
sinngestaltendes Lesen
Lesemotivation

50 Lesespiele für die Grundschule
1. Lesedomino
So funktioniert’s:
Die Kinder erhalten Dominokarten. Auf einer Kartenseite steht eine Frage, ein Satzanfang oder ein Hinweis. Auf einer anderen Karte steht die Antwort, Satzfortsetzung oder Lösung. Die Kinder lesen die Karten und legen sie aneinander, dass am Ende eine sinnvolle Kette entsteht.
Ziel:
Die Kinder lesen genau, erkennen Zusammenhänge und ordnen passende Aussagen, Satzteile oder Informationen einander zu.
2. Lesememory
So funktioniert’s:
Karten liegen verdeckt auf dem Tisch. Immer zwei Karten gehören zusammen. Das können Wort und Bild, Frage und Antwort, Satzanfang und Satzende oder Begriff und Erklärung sein. Die Kinder decken zwei Karten auf, lesen sie und prüfen, ob sie zusammenpassen.
Ziel:
Die Kinder erweitern ihren Wortschatz, lesen aufmerksam und verbinden Wörter, Sätze, Bilder und Bedeutungen miteinander.
3. Lesebingo
So funktioniert’s:
Jedes Kind erhält einen Bingoplan mit Wörtern, Bildern, Begriffen oder kurzen Aussagen. Die Lehrkraft liest Hinweise, Erklärungen oder Sätze vor. Die Kinder lesen ihre Felder und markieren das passende Feld. Wer eine Reihe vollständig markiert hat, ruft „Bingo“.
Ziel:
Die Kinder lesen und hören genau, gleichen Informationen ab und festigen Wortschatz oder Textinhalte.
4. Lesespur im Klassenraum
So funktioniert’s:
Im Raum werden Karten verteilt. Jede enthält einen Text und einen Hinweis auf die nächste Station. Nur wenn die Kinder den Text verstehen, finden sie die nächste passende Karte.
Ziel:
Die Kinder entnehmen Texten Infos und nutzen diese, um eine Aufgabe oder Spur zu lösen.
5. Satzpuzzle
So funktioniert’s:
Ein Satz wird in Wörter oder Satzteile zerschnitten. Die Kinder lesen alle Teile und setzen sie in eine sinnvolle Reihenfolge. Anschließend lesen sie den vollständigen Satz laut oder leise vor.
Ziel:
Die Kinder erkennen Satzstrukturen, achten auf Wortstellung und stellen grammatische sowie inhaltliche Zusammenhänge her.
6. Geschichtenpuzzle
So funktioniert’s:
Eine kurze Geschichte wird in mehrere Abschnitte zerschnitten. Die Kinder lesen die Textteile, bringen sie in eine passende Reihenfolge und begründen ihre Entscheidung.
Ziel:
Die Kinder erkennen den Aufbau einer Geschichte und stellen zeitliche sowie logische Zusammenhänge her.
7. Lesewürfel
So funktioniert’s:
Nach dem Lesen eines Textes würfeln die Kinder. Jede Augenzahl steht für eine Aufgabe.
Beispiele:
Nenne die Hauptfigur.
Beschreibe den Ort.
Fasse den Text in einem Satz zusammen.
Stelle eine Frage zum Text.
Nenne eine wichtige Textstelle.
Erzähle, was dir aufgefallen ist.
Ziel:
Die Kinder setzen sich spielerisch mit unterschiedlichen Aspekten eines Textes auseinander und wiederholen zentrale Inhalte.
8. Wörterjagd
So funktioniert’s:
Die Lehrkraft nennt ein Suchkriterium. Die Kinder durchsuchen einen Text und markieren passende Wörter. Suchaufträge:
Finde ein Wort mit drei Silben.
Finde ein Verb.
Finde ein Nomen.
Finde ein Wort mit „sch“.
Finde ein Wort, das zum Thema Winter passt.
Finde ein besonders langes Wort.
Ziel:
Die Kinder orientieren sich gezielt im Text, lesen genau und schulen ihre Wortwahrnehmung.
9. Satzdetektive
So funktioniert’s:
In kurzen Sätzen haben sich Fehler versteckt. Das können vertauschte Buchstaben, falsche Wörter, unpassende Aussagen oder fehlende Satzzeichen sein. Die Kinder lesen die Sätze genau und markieren oder verbessern die Fehler.
Ziel:
Die Kinder lesen aufmerksam und prüfen Wörter, Strukturen und Aussagen auf Richtigkeit.
10. Quatschgeschichten
So funktioniert’s:
Die Kinder lesen eine kurze Geschichte, in der mehrere unsinnige Aussagen vorkommen: „Der Fisch kletterte auf den Baum.“ Die Kinder markieren die Quatschstellen und verbessern sie.
Ziel:
Die Kinder überprüfen Inhalte auf Plausibilität und entwickeln ein bewusstes Textverständnis.

11. Wahr oder falsch?
So funktioniert’s:
Nach dem Lesen eines Textes erhalten die Kinder Aussagen. Sie entscheiden, ob die Aussagen richtig oder falsch sind. Wichtig ist, dass sie ihre Entscheidung mit passender Stelle belegen.
Ziel:
Die Kinder entnehmen Texten Informationen und lernen, Antworten am Text nachzuweisen.
12. Wer bin ich?
So funktioniert’s:
Ein Kind liest Hinweise zu einer Figur, einem Tier, einem Gegenstand oder einem Begriff vor. Die anderen Kinder hören zu und versuchen, die Lösung zu erraten. Die Hinweise können nach und nach vorgelesen werden.
Ziel:
Die Kinder entnehmen Beschreibungen gezielt Informationen und verbinden einzelne Hinweise zu einer Lösung.
13. Lesekette
So funktioniert’s:
Jedes Kind erhält eine Karte. Auf einer Karte steht: „Ich beginne. Wer hat das Wort Sonne?“ Das Kind mit der passenden Karte liest weiter. So entsteht eine Kette durch die ganze Klasse.
Ziel:
Die Kinder lesen aufmerksam, hören zu und reagieren passend auf gelesene Informationen.
14. Lauflesen
So funktioniert’s:
Ein kurzer Text hängt an der Wand oder an mehreren Stellen im Klassenraum. Die Kinder laufen zum Text, lesen sich einen Abschnitt ein, gehen zurück zum Platz und notieren oder erzählen, was sie gelesen haben.
Ziel:
Die Kinder trainieren genaues Lesen, kurzfristiges Merken und Wiedergeben von Infos.
15. Lese-Schatzsuche
So funktioniert’s:
Die Kinder folgen Hinweisen, die sie Schritt für Schritt zu einem Schatz führen. Jeder Hinweis enthält eine Leseaufgabe oder ein Rätsel. Nur wer genau liest, findet die nächste Station.
Ziel:
Die Kinder erleben Lesen als sinnvolle Handlung und entnehmen Texten handlungsrelevante Informationen.
16. Lesestaffel
So funktioniert’s:
Die Klasse wird in Teams eingeteilt. Nacheinander laufen die Kinder zu einer Lesestation, lesen dort einen kurzen Text oder eine Aufgabe und bringen die Antwort zurück zum Team. Danach startet das nächste Kind.
Ziel:
Die Kinder verbinden Lesen mit Bewegung und trainieren das schnelle Erfassen kurzer Informationen.
17. Lese-Montagsmaler
So funktioniert’s:
Ein Kind zieht eine Karte und liest den Begriff leise. Danach zeichnet es den Begriff, ohne zu sprechen. Die anderen Kinder erraten das Wort.
Ziel:
Die Kinder verbinden geschriebene Wörter mit Bedeutungen und festigen ihren Wortschatz.
18. Lese-Pantomime
So funktioniert’s:
Ein Kind liest eine Handlung auf einer Karte. Das Kind stellt die Handlung pantomimisch dar. Die anderen erraten den gelesenen Satz. Beispiele:
„Du öffnest einen schweren Koffer.“
„Du schleichst durch einen dunklen Wald.“
„Du trägst eine volle Wasserschüssel.“
Ziel:
Die Kinder erfassen die Bedeutung von Verben, Handlungen und kurzen Anweisungen.
19. Geräuscheraten
So funktioniert’s:
Die Kinder lesen kurze Beschreibungen von Geräuschen oder Situationen. Anschließend erzeugt ein Kind das passende Geräusch oder eine Geräuschaufnahme wird abgespielt. Die Klasse ordnet das Geräusch der passenden Beschreibung zu.
Ziel:
Die Kinder lesen beschreibende Texte genau und verbinden Sprache mit akustischen Eindrücken.
20. Leseroulette
So funktioniert’s:
Auf einem Glücksrad oder auf Karten stehen verschiedene Leseaufträge. Ein Kind zieht oder dreht einen Auftrag und liest einen Satz entsprechend vor. Beispiele:
Lies wie ein Roboter.
Lies besonders langsam.
Lies fröhlich.
Lies flüsternd.
Lies wie eine Nachrichtensprecherin.
Lies wie ein müdes Monster.
Ziel:
Die Kinder experimentieren mit Stimme, Betonung, Lautstärke und Lesetempo.

21. Gefühle lesen
So funktioniert’s:
Die Kinder ziehen eine Gefühlskarte, zum Beispiel fröhlich, ängstlich, wütend, traurig oder überrascht. Danach lesen sie denselben Satz mit passender Betonung vor. Die anderen Kinder erraten das Gefühl.
Ziel:
Die Kinder üben sinngestaltendes Lesen und erkennen, wie Betonung die Wirkung eines Satzes verändert.
22. Roboterlesen
So funktioniert’s:
Ein Text wird zuerst bewusst abgehackt und monoton wie ein Roboter gelesen. Danach lesen die Kinder denselben Text noch einmal flüssig und betont. Gemeinsam wird verglichen, welche Version besser verständlich war.
Ziel:
Die Kinder erkennen Merkmale flüssigen, verständlichen und ausdrucksstarken Lesens.
23. Echo-Lesen
So funktioniert’s:
Die Lehrkraft oder ein sicher lesendes Kind liest einen Satz oder kurzen Abschnitt flüssig und betont vor. Die anderen Kinder lesen anschließend möglichst ähnlich nach.
Ziel:
Die Kinder orientieren sich an einem Lesevorbild und verbessern Aussprache, Betonung und Leseflüssigkeit.
24. Chorlesen
So funktioniert’s:
Ein kurzer Text, ein Gedicht, ein Reim oder ein Dialog wird von der ganzen Klasse oder einer Gruppe gemeinsam gelesen. Einzelne Textstellen können auch verschiedenen Gruppen zugeteilt werden.
Ziel:
Die Kinder gewinnen Sicherheit beim Lautlesen und üben ein gemeinsames Lesetempo.
25. Rollenlesen
So funktioniert’s:
Die Kinder lesen einen Dialog oder eine kurze Szene mit verteilten Rollen. Vorher wird besprochen, wie die Figuren sprechen könnten: freundlich, wütend, leise, aufgeregt oder ängstlich.
Ziel:
Die Kinder lesen ausdrucksstark und setzen sich mit Figuren, Gefühlen und Gesprächssituationen auseinander.
26. Lesetheater
So funktioniert’s:
Eine Geschichte wird als einfaches Lesetheater gelesen. Die Kinder übernehmen Rollen, üben ihre Textstellen mehrfach und präsentieren das Lesetheater anschließend. Kostüme oder Bühnenbild sind nicht nötig.
Ziel:
Die Kinder verbessern durch wiederholtes Lesen ihre Leseflüssigkeit und gestalten Texte lebendig.
27. Tandemlesen gegen sich selbst
So funktioniert’s:
Zwei Kinder lesen gemeinsam einen kurzen Text. Ein lesestärkeres Kind unterstützt das andere. Nach mehreren Durchgängen vergleichen die Kinder nicht miteinander, sondern mit ihrem eigenen ersten Versuch: Klingt es jetzt flüssiger? Sicherer? Genauer?
Ziel:
Die Kinder verbessern Leseflüssigkeit und Lesesicherheit durch gemeinsames und wiederholtes Lesen.
28. Lesepartner-Quiz
So funktioniert’s:
Zwei Kinder lesen denselben Text. Danach formuliert jedes Kind Fragen zum Text und stellt sie seinem Partnerkind. Für jede richtige Antwort kann es einen Punkt geben.
Ziel:
Die Kinder überprüfen ihr Textverständnis und üben, eigene Fragen zu gelesenen Inhalten zu formulieren.
29. Textstellen-Battle
So funktioniert’s:
Die Lehrkraft stellt eine Frage zu einem Text. Die Kinder suchen möglichst schnell die passende Textstelle. Wer sie gefunden hat, legt den Finger darauf und liest sie vor.
Ziel:
Die Kinder lernen, sich schnell in Texten zu orientieren und Informationen gezielt nachzuschlagen.
30. Überschriften-Memory
So funktioniert’s:
Eine Kartengruppe enthält kurze Textabschnitte. Eine zweite Gruppe enthält passende Überschriften. Die Kinder lesen die Karten und ordnen jedem Abschnitt eine passende Überschrift zu.
Ziel:
Die Kinder erfassen die Kernaussage eines Textabschnitts und ordnen passende Zusammenfassungen zu.

31. Überschriften erfinden
So funktioniert’s:
Die Kinder lesen einen kurzen Text oder Abschnitt und überlegen sich eine passende Überschrift. Anschließend werden verschiedene Vorschläge vorgestellt und verglichen.
Ziel:
Die Kinder erkennen wichtige Inhalte und fassen die zentrale Aussage knapp zusammen.
32. Lesequartett
So funktioniert’s:
Jeweils vier Karten gehören thematisch zusammen, zum Beispiel vier Tiere, vier Märchenfiguren, vier Textabschnitte oder vier Sachinformationen. Die Kinder fragen sich gegenseitig nach benötigten Karten und lesen die Informationen laut vor.
Ziel:
Die Kinder lesen kurze Sachinformationen und ordnen sie übergeordneten Themen zu.
33. Wörter-Bingo mit Stolperwörtern
So funktioniert’s:
Auf den Bingokarten stehen schwierige oder häufig falsch gelesene Wörter aus einem aktuellen Text. Die Lehrkraft liest Erklärungen, Synonyme oder Beispielsätze vor. Die Kinder suchen und markieren das passende Wort.
Ziel:
Die Kinder automatisieren schwierige Wörter und erweitern ihren Sichtwortschatz.
34. Blitzlesen
So funktioniert’s:
Wörter, Silben oder kurze Sätze werden nur für wenige Sekunden gezeigt und dann wieder verdeckt. Die Kinder nennen oder notieren, was sie gelesen haben.
Ziel:
Die Kinder erfassen häufige Wörter zunehmend schneller und automatisierter.
35. Silbenklatschen
So funktioniert’s:
Die Kinder ziehen Wortkarten, lesen die Wörter vor und klatschen die Silben. Anschließend können die Wörter nach Silbenanzahl sortiert werden.
Ziel:
Die Kinder gliedern Wörter in Silben und verbessern dadurch Lesegenauigkeit und Wortdurchgliederung.
36. Reimwort-Suche
So funktioniert’s:
Die Kinder erhalten Wortkarten oder lesen ein Gedicht. Sie suchen passende Reimpaare, markieren sie oder legen sie zusammen. Fortgeschrittene Kinder ergänzen eigene Reimwörter.
Ziel:
Die Kinder erkennen Lautähnlichkeiten und entwickeln ein Bewusstsein für sprachliche Strukturen.
37. Wortschlangen
So funktioniert’s:
Mehrere Wörter sind ohne Leerzeichen hintereinandergeschrieben. Die Kinder lesen die Wortschlange, finden die Wörter und markieren die Grenzen. Beispiel: SONNEHAUSBAUM
Ziel:
Die Kinder erkennen Wörter als Einheiten und schulen ihre visuelle Worterfassung.
38. Geheimschrift lesen
So funktioniert’s:
Ein kurzer Satz wird mit Symbolen, Zahlen, vertauschten Buchstaben oder einem Geheimcode verschlüsselt. Die Kinder entschlüsseln den Code und lesen die versteckte Nachricht.
Ziel:
Die Kinder setzen sich aufmerksam mit Buchstaben, Wörtern und Bedeutungen auseinander und stärken ihre Lesemotivation.
39. Rückwärtsleser
So funktioniert’s:
Kurze Wörter werden rückwärts geschrieben. Die Kinder entschlüsseln die Wörter und lesen oder schreiben sie richtig herum. Zu Beginn eignen sich einfache und bekannte Wörter. Beispiel: suaH → Haus
Ziel:
Die Kinder betrachten Buchstabenfolgen genau und trainieren ihre visuelle Wahrnehmung.
40. Lesen und bauen
So funktioniert’s:
Die Kinder erhalten eine schriftliche Bauanleitung, für ein Bauwerk aus Würfeln, Legosteinen oder Formen. Sie lesen die einzelnen Schritte und setzen sie möglichst genau um.
Ziel:
Die Kinder entnehmen Anleitungen gezielt Informationen und setzen gelesene Handlungsanweisungen praktisch um.

41. Lesen und malen
So funktioniert’s:
Die Kinder lesen eine Bildbeschreibung und malen anschließend genau das, was beschrieben wird. Beispiel: Male ein rotes Haus. Neben dem Haus steht ein großer Baum. Auf dem Baum sitzt ein Vogel. Danach werden Bild und Text verglichen.
Ziel:
Die Kinder lesen genau und setzen sprachliche Infos in eine bildliche Darstellung um.
42. Fehlendes Wort
So funktioniert’s:
In einem Text fehlen einzelne Wörter. Die Kinder wählen aus mehreren Möglichkeiten das Wort aus, das inhaltlich und grammatisch am besten passt.
Ziel:
Die Kinder nutzen den Satzzusammenhang, um fehlende Informationen zu erschließen.
43. Satz oder Unsinn?
So funktioniert’s:
Die Kinder lesen Wortfolgen. Einige ergeben einen sinnvollen Satz, andere nicht. Die Kinder sortieren die Karten und verändern unsinnige Wortfolgen so, dass richtige Sätze entstehen.
Ziel:
Die Kinder erkennen grammatische und inhaltliche Merkmale sinnvoller Sätze.
44. Der verbotene Buchstabe
So funktioniert’s:
Die Kinder lesen einen kurzen Text und suchen Wörter, die einen bestimmten Buchstaben oder Laut enthalten. Diese Wörter werden markiert, gesammelt oder vorgelesen. Beispiele:
Finde alle Wörter mit „sch“.
Finde alle Wörter mit „ei“.
Finde alle Wörter mit „M“.
Finde alle Wörter mit Doppelkonsonant.
Ziel:
Die Kinder nehmen Buchstaben, Laute und Lautverbindungen innerhalb von Wörtern bewusst wahr.
45. Lese-Ampel
So funktioniert’s:
Die Kinder lesen Aussagen zu einem Text und zeigen mit roten, gelben oder grünen Karten ihre Einschätzung. Danach wird gemeinsam im Text nach Belegen gesucht. Beispiel:
Grün: stimmt
Rot: stimmt nicht
Gelb: Ich bin unsicher
Ziel:
Die Kinder überprüfen ihr Textverständnis und lernen, Unsicherheiten durch erneutes Lesen zu klären.
46. Vier-Ecken-Lesen
So funktioniert’s:
In den vier Ecken des Klassenraums hängen unterschiedliche Antworten oder Aussagen. Die Kinder lesen eine Frage oder einen kurzen Text und stellen sich in die Ecke, die ihrer Meinung nach zur richtigen Antwort passt. Danach begründen sie ihre Wahl.
Ziel:
Die Kinder treffen auf Grundlage gelesener Infos Entscheidungen und begründen diese.
47. Text-Bild-Zuordnung
So funktioniert’s:
Die Kinder lesen kurze Beschreibungen und ordnen ihnen passende Bilder zu. Schwieriger wird das Spiel, wenn die Bilder sich nur in kleinen Details unterscheiden.
Ziel:
Die Kinder entnehmen Texten genaue Informationen und achten auf Einzelheiten.
48. Das falsche Bild
So funktioniert’s:
Zu einem Text werden mehrere Bilder gezeigt. Eines oder mehrere Bilder passen nicht zum Text. Die Kinder finden die falschen Bilder und begründen ihre Entscheidung mit dem Text.
Ziel:
Die Kinder vergleichen Text- und Bildinformationen und begründen ihre Zuordnung.
49. Expertenlesen
So funktioniert’s:
Jedes Kind / jede Gruppe liest einen kurzen Textabschnitt. Anschließend erklären sich die Kinder gegenseitig, was sie gelesen haben. So entsteht ein gemeinsames Gesamtverständnis.
Ziel:
Die Kinder erfassen wichtige Informationen und geben sie verständlich an andere weiter.
50. Der Lesekoffer
So funktioniert’s:
In einem Koffer oder einer Box befinden sich verschiedene Leseaufgaben, Wortkarten, Rätsel, Mini-Texte und Spielideen. Die Kinder ziehen eine Aufgabe und bearbeiten sie allein, mit einem Partnerkind oder in einer Gruppe.
Ziel:
Die Kinder üben verschiedene Lesekompetenzen und erleben Lesen als abwechslungsreiche und motivierende Tätigkeit.

Welche Lesespiele passen wann?
| Situation | Passende Lesespiele |
|---|---|
| kurze Aktivierung | Blitzlesen, Wörterjagd, Der verbotene Buchstabe, Satz oder Unsinn |
| Vertretungsstunde | Lesekoffer, Lesebingo, Lesememory, Lese-Montagsmaler, Lese-Pantomime |
| Lesegenauigkeit fördern | Satzdetektive, Quatschgeschichten, Text-Bild-Zuordnung, Lese-Ampel |
| Leseflüssigkeit fördern | Echo-Lesen, Chorlesen, Tandemlesen, Roboterlesen, Lesetheater |
| Textverständnis fördern | Wahr oder falsch, Textstellen-Battle, Lesewürfel, Lesepartner-Quiz |
| Bewegung einbauen | Lesespur, Lauflesen, Lesestaffel, Vier-Ecken-Lesen, Lese-Schatzsuche |
| Wortschatz sichern | Lesememory, Wörter-Bingo, Lesequartett, Reimwort-Suche |
| Satzstrukturen üben | Satzpuzzle, Fehlendes Wort, Satz oder Unsinn, Wortschlangen |
| sinnentnehmendes Lesen | Lesen und bauen, Lesen und malen, Das falsche Bild, Expertenlesen |
| Vorlesen üben | Gefühle lesen, Rollenlesen, Leseroulette, Lesetheater |
Tipps für die Durchführung
Lesespiele funktionieren am besten, wenn sie klar strukturiert sind. Ich würde auf diese Punkte achten:
Das Spiel einmal vormachen.
Die Regeln kurz halten.
Die Texte passend auswählen.
Nicht zu viele Karten auf einmal nutzen.
Klare Sozialformen festlegen.
Lautstärke vorher klären.
Leseschwächere Kinder unterstützen.
Differenzierte Karten bereithalten.
Nach dem Spiel kurz sichern.
Das Ziel des Spiels benennen.
Differenzierung
Unterstützend
weniger Karten
größere Schrift
kurze Wörter
Silbenmarkierung
Bildunterstützung
Vorlesen der Aufgaben
Partnerarbeit
Antwortmöglichkeiten
farbige Markierungen
gleiche Spielstruktur mit leichterem Text
Wörter vorher gemeinsam klären
Leselineal oder Finger zum Mitführen
Erweiternd
mehr Karten
längere Texte
eigene Fragen formulieren
Begründungen mit Textstellen
Zeitbegrenzung
schwierigere Satzstrukturen
mehrere passende Lösungen
eigene Spielkarten erstellen
Informationen aus zwei Texten vergleichen
Transferaufgaben ergänzen
Differenzierung bedeutet für mich hier nicht, dass jedes Kind ein anderes Spiel braucht. Oft reicht es, das gleiche Spiel mit unterschiedlichen Texten, Karten oder Hilfen anzubieten.

Typische Schwierigkeiten
Lesespiele können schnell unruhig werden, wenn sie nicht gut vorbereitet sind. Typische Stolperstellen sind:
Die Regeln sind zu kompliziert.
Die Kinder verstehen das Leseziel nicht.
Das Spiel wird zu laut.
Es gibt zu viele Karten.
Texte sind zu schwer.
Leseschwächere Kinder werden abgehängt.
Schnell lesende Kinder dominieren.
Es wird geraten statt gelesen.
Das Spiel dauert zu lange.
Die Sicherung fehlt.
Die Kinder konzentrieren sich nur auf das Gewinnen.
Material geht verloren.
Die Gruppen sind ungünstig zusammengesetzt.
Es fehlt eine klare Stoppregel.
Mein Fazit
Lesespiele sind eine schöne Möglichkeit, Lesen abwechslungsreicher zu gestalten. Ich habe sie gern in Vertretungsstunden genutzt, weil sie aktivieren und Kinder oft ins Tun bringen. Sie sind mehr als Beschäftigung - Sie können Lesegenauigkeit fördern, Leseflüssigkeit trainieren, Textverständnis sichern, Wortschatz wiederholen und die können Lesemotivation stärken.
Eure Caro
Instagram – Alles für die Grundschule.
FAQ
Was sind Lesespiele für die Grundschule?
Lesespiele sind spielerische Übungen, bei denen Kinder Wörter, Sätze oder Texte lesen und damit eine Aufgabe lösen. Sie können Lesegenauigkeit, Leseflüssigkeit, Textverständnis oder Lesemotivation fördern.
Welche Lesespiele eignen sich für Klasse 1?
Für Klasse 1 eignen sich besonders Lesememory, Blitzlesen, Silbenklatschen, Wort-Bild-Zuordnung, einfache Wortschlangen und kurze Satzpuzzle.
Welche Lesespiele eignen sich für Klasse 3 und 4?
Für Klasse 3 und 4 eignen sich Lesespuren, Textstellen-Battle, Lesepartner-Quiz, Überschriften-Memory, Expertenlesen, Lesequartett, Lesetheater und Vier-Ecken-Lesen.
Welche Lesespiele kann man in Vertretungsstunden nutzen?
Für Vertretungsstunden eignen sich Lesebingo, Lesememory, Lese-Montagsmaler, Lese-Pantomime, Lesekoffer, Satz oder Unsinn, Wörterjagd und Lesen und malen.
Welche Lesespiele fördern das Textverständnis?
Textverständnis fördern zum Beispiel Wahr oder falsch?, Textstellen-Battle, Lesepartner-Quiz, Lese-Ampel, Lesen und bauen, Lesen und malen, Das falsche Bild und Expertenlesen.
Welche Lesespiele fördern die Leseflüssigkeit?
Leseflüssigkeit fördern zum Beispiel Echo-Lesen, Chorlesen, Tandemlesen, Roboterlesen, Rollenlesen, Gefühle lesen und Lesetheater.
Wie kann man Lesespiele differenzieren?
Lesespiele lassen sich über Textlänge, Schriftgröße, Bildunterstützung, Anzahl der Karten, Partnerarbeit, Hilfekarten, Satzstarter oder schwierigere Zusatzaufgaben differenzieren.
Sind Lesespiele nur für Deutsch geeignet?
Nein. Lesespiele können auch in Sachunterricht, Englisch oder Mathe eingesetzt werden, wenn Kinder Infos lesen, Anleitungen verstehen, Begriffe zuordnen oder kurze Texte auswerten sollen.







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