Nachbesprechung PDF Leitfaden - Kostenlose strukturierte Stellungnahme für Unterrichtsbesuche und Lehrproben

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Nachbesprechung Leitfaden

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Quick Facts: Nachbesprechung Leitfaden

  • Der Leitfaden enthält Reflexionsfragen zum Kernanliegen, zum Miteinander-Lernen, zur Erreichung des Lernziels, zu Anforderungsbereichen sowie zu Alternativen und Konsequenzen für die nächste Stunde - passend zur Nachbesprechung nach dem Unterrichtsbesuch oder der Lehrprobe.

Warum die Nachbesprechung oft schlimmer wirkt als der UB selbst

Ich hatte oft mehr Angst vor der Nachbesprechung als vor dem eigentlichen Unterrichtsbesuch.

Die Stunde konnte ich planen. Ich konnte Material vorbereiten, Übergänge üben, mögliche Stolperstellen durchdenken und mir überlegen, wie ich auf bestimmte Situationen reagiere. Natürlich war ich auch vor der Stunde aufgeregt. Aber ich hatte wenigstens das Gefühl, etwas aktiv tun zu können. Bei der Nachbesprechung war das anders.

Da saß ich dann nach dem Unterricht und wusste: Jetzt kommt die Einschätzung von Mentor*innen, Fachleitungen oder Seminarleitungen. Und genau das konnte ich nicht mehr kontrollieren.

  • War das Kernanliegen klar?

  • Haben die Kinder wirklich gelernt?

  • War die Differenzierung passend?

  • War die Sicherung gut genug?

  • War meine Lehrerinnenrolle überzeugend?

  • Was habe ich übersehen?

Diese Unsicherheit fand ich oft belastender als die Stunde selbst. Und ich glaube, damit bin ich nicht allein. Viele Referendar*innen haben nicht nur Angst vor dem Unterrichten, sondern vor allem vor dem Moment danach: der Analyse, der Kritik, der Bewertung und dem Gefühl, sich erklären zu müssen.

Was passiert in der Nachbesprechung nach einem Unterrichtsbesuch?

Die Nachbesprechung findet meistens direkt nach dem Unterrichtsbesuch statt. Je nach Seminar, Fachleitung, Schule oder Bundesland kann der Ablauf natürlich unterschiedlich sein. Häufig beginnt sie aber mit einer eigenen Stellungnahme oder Selbstreflexion. Das bedeutet: Du als Referendar*in darfst oder sollst zunächst selbst einschätzen, wie die Stunde gelaufen ist. Typische Fragen sind:

  • Was sollten die Schüler*innen heute lernen?

  • Wurde das Kernanliegen erreicht?

  • Was war förderlich?

  • Was war hinderlich?

  • Wie schätzt du den Lernzuwachs ein?

  • Was würdest du beim nächsten Mal verändern?

  • Was folgt daraus für die nächste Stunde?

Danach geben meist Fachleitung, Mentor*innen oder weitere Beteiligte ihre Rückmeldung. Am Ende stehen häufig Entwicklungshinweise, konkrete nächste Schritte oder, in späteren Unterrichtsbesuchen, auch Tendenzen in Richtung der späteren Lehrprobe.

In meinem Referendariat am ZfsL Bochum in NRW hatte ich insgesamt 10 Unterrichtsbesuche: 5 in Mathe/Deutsch und 5 in Kunst. Erst die letzten Besuche wurden wirklich benotet beziehungsweise es gab eine Tendenz in Richtung Lehrprobe. Trotzdem fühlte sich natürlich auch vorher schon alles wichtig an.

Mein größtes Problem: Direkt nach dem UB klar denken

Nach einem Unterrichtsbesuch ist man oft einfach durch.

Man hat gerade eine Stunde gehalten, auf Kinder reagiert, Zeit im Blick behalten, Material verteilt, Übergänge moderiert, beobachtet, erklärt, unterstützt, improvisiert und innerlich gehofft, dass alles irgendwie aufgeht. Und dann soll man plötzlich direkt danach reflektieren.

Für mich war genau das schwierig. Nicht, weil ich nicht reflektieren konnte. Sondern weil mein Kopf nach dem UB oft so voll war, dass ich erstmal sortieren musste. Was sage ich jetzt, ohne mich komplett zu rechtfertigen?

Ab meinem dritten Unterrichtsbesuch hat mir dann eine strukturierte Stellungnahme sehr geholfen. Also ein Vordruck, den ich teilweise schon zu Hause vorbereiten konnte. Das war für mich ein Gamechanger.

Nachbesprechung Leitfaden

Warum eine strukturierte Stellungnahme so hilfreich ist

Eine strukturierte Stellungnahme nimmt dir nicht die Reflexion ab. Aber sie gibt deinem Kopf ein Geländer.

Und genau das braucht man nach einem Unterrichtsbesuch oft. Ich konnte schon vor dem UB eintragen, was das Kernanliegen der Stunde war, welche Anforderungsbereiche eine Rolle spielten und worauf ich besonders achten wollte. Nach dem Unterricht musste ich dann nicht bei null anfangen, sondern konnte eher abhaken, ergänzen und ehrlich einordnen:

Der Leitfaden, den ich unten im Artikel als kostenlosen Download anbiete, enthält genau solche Punkte: das Kernanliegen, das Miteinander-Lernen aller Schüler*innen an der gemeinsamen Sache, die Einschätzung zur Erreichung des Kernanliegens, den Lernzuwachs mit Blick auf die Anforderungsbereiche sowie ein Fazit mit Alternativen und Konsequenzen für die nächste Stunde.

Für mich war besonders wichtig: Ich musste nach dem Unterricht nicht mehr panisch überlegen: „Was sollten die Kinder eigentlich lernen?“ Das stand schon da. Und dadurch konnte ich viel klarer sprechen.

Unterrichtsnachbesprechung Leitfaden: Diese Fragen helfen dir

Ein guter Leitfaden für die Nachbesprechung sollte nicht kompliziert sein. Er sollte dir helfen, die Stunde ehrlich, aber strukturiert zu reflektieren. 

1. Was sollten die Schüler*innen heute genau lernen?

Das ist die wichtigste Frage überhaupt. Hier geht es um dein Kernanliegen. Nicht um das Thema der Stunde, sondern um das Lernen der Kinder. Nicht: „Die Kinder haben ein Arbeitsblatt zu Symmetrie bearbeitet.“ Sondern: „Die Kinder sollten erkennen, dass ein Spiegelbild entsteht, wenn Punkte auf beiden Seiten der Spiegelachse den gleichen Abstand haben.“ Oder: „Die Kinder sollten mithilfe von Schlüsselwörtern wichtige Informationen aus einem Sachtext entnehmen.“ Das Kernanliegen sollte so klar sein, dass du selbst nach der Stunde noch genau weißt, woran du den Lernzuwachs erkennen wolltest.

Wenn du gerade an Unterrichtsreihen oder möglichen UB-Themen arbeitest, können auch meine Artikel zu Symmetrie im Matheunterricht, Diagrammen im Matheunterricht oder Größen und Messen in der Grundschule hilfreich sein.

2. Wodurch wurde das gemeinsame Lernen ermöglicht?

Eine Frage aus meinem Leitfaden lautet sinngemäß: Wie wurde das Miteinander-Lernen aller Schüler*innen an der gemeinsamen Sache erreicht? Diese Frage finde ich sehr wertvoll, weil sie den Blick weg von „Ich als Lehrkraft habe alles gesteuert“ hin zur Lernumgebung lenkt. Du kannst überlegen:

  • Welche gemeinsame Aufgabe hatten alle Kinder?

  • Wie war die Stunde für verschiedene Kinder zugänglich?

  • Welche Differenzierung hat geholfen?

  • Welche Materialien haben das Lernen unterstützt?

  • Wie konnten Kinder miteinander ins Gespräch kommen?

  • Wie wurde das gemeinsame Ziel sichtbar?

Gerade im Referendariat wird häufig gefragt, ob alle Kinder an derselben Sache gearbeitet haben. Nicht im Sinne von: Alle machen exakt dasselbe Arbeitsblatt. Sondern: Alle arbeiten an einer gemeinsamen Lernidee, aber auf unterschiedlichen Niveaus. Das ist ein wichtiger Unterschied.

3. Inwieweit wurde das Kernanliegen erreicht?

Diese Frage ist nicht immer leicht zu beantworten. Aber sie ist zentral. Du musst nicht sagen: „Alles war perfekt.“ Das glaubt meistens sowieso niemand. Du kannst ehrlich differenzieren:

  • Das Kernanliegen wurde bei vielen Kindern erreicht, weil …

  • Einige Kinder konnten bereits …

  • Bei manchen Kindern wurde deutlich, dass … noch unsicher ist.

  • Förderlich war …

  • Hinderlich war …

  • Anders als geplant war …

Genau diese ehrliche Einordnung wirkt oft professioneller als der Versuch, eine Stunde schönzureden. Eine Nachbesprechung ist nicht dazu da, zu beweisen, dass alles perfekt war. Sie soll zeigen, dass du Unterricht wahrnehmen, analysieren und weiterentwickeln kannst.

4. Wie schätze ich den Lernzuwachs mit Blick auf die Anforderungsbereiche ein?

In meinem Leitfaden gibt es einen eigenen Abschnitt zu den Anforderungsbereichen I, II und III. Dort kann man den Lernzuwachs der Schüler*innen in Bezug auf die Lernaufgabe und die Anforderungsbereiche einordnen. Das kann in der Nachbesprechung richtig hilfreich sein. Du kannst zum Beispiel überlegen:

Anforderungsbereich I:
Welche Kinder konnten Wissen wiedergeben, etwas benennen oder eine bekannte Vorgehensweise anwenden?

Anforderungsbereich II:
Welche Kinder konnten Zusammenhänge herstellen, vergleichen, übertragen oder erklären?

Anforderungsbereich III:
Welche Kinder konnten begründen, reflektieren, eigene Lösungen entwickeln oder bewerten?

Natürlich musst du das nicht immer komplett ausführlich machen. Aber es hilft, wenn du zeigen kannst: Ich habe nicht nur gesehen, ob ein Arbeitsblatt fertig wurde. Ich habe gesehen, welche Denkprozesse dahinterstanden. Du darfst (solltest) die Kinder auch namentlich nennen, damit die Prüfenden deine Begründungen nachvollziehen können.

5. Was würde ich beim nächsten Mal anders machen?

Das Fazit ist ein sehr wichtiger Teil der Nachbesprechung. In meinem Leitfaden lautet der Abschnitt sinngemäß: Wenn ich diese Stunde noch einmal machen würde, würde ich … Genau das ist der Punkt, an dem aus Reflexion Entwicklung wird. Mögliche Formulierungen:

  • Wenn ich die Stunde noch einmal durchführen würde, würde ich den Einstieg kürzer halten.

  • Ich würde die Arbeitsphase stärker strukturieren.

  • Ich würde die Sicherung stärker auf das Kernanliegen zurückführen.

  • Ich würde das Material reduzieren.

  • Ich würde die Differenzierung sichtbarer machen.

  • Die nächste Stunde muss noch einmal an die Strategie anknüpfen.

  • Die nächste Stunde sollte den Kindern mehr Zeit zum Anwenden geben.

  • Ich möchte in der nächsten Stunde gezielter beobachten, welche Kinder noch Unterstützung brauchen.

Diese Sätze zeigen: Du denkst weiter. Du nimmst die Rückmeldung ernst. Und du kannst aus Unterricht Konsequenzen ableiten.

Ein möglicher Aufbau für deine mündliche Stellungnahme

Formulierungen für die Nachbesprechung

Zum Kernanliegen

  • Das Kernanliegen der Stunde war, dass die Schüler:innen …

  • Die Kinder sollten heute lernen, …

  • Mir war wichtig, dass die Kinder am Ende der Stunde …

  • Der Schwerpunkt lag heute auf …

Zur Einschätzung der Stunde

  • Aus meiner Sicht wurde das Kernanliegen teilweise / überwiegend / bei vielen Kindern erreicht.

  • Das konnte ich daran erkennen, dass …

  • Besonders gelungen ist aus meiner Sicht …

  • Förderlich war …

  • Hinderlich war …

Zu Schwierigkeiten

  • Eine Schwierigkeit war, dass …

  • Anders als geplant war …

  • Ich habe gemerkt, dass …

  • Im Nachhinein würde ich …

  • Ich hätte stärker darauf achten müssen, dass …

Zum Lernzuwachs

  • Bei vielen Kindern wurde sichtbar, dass …

  • Einige Kinder konnten bereits …

  • Andere Kinder brauchten noch Unterstützung bei …

  • Im Anforderungsbereich I zeigte sich …

  • Im Anforderungsbereich II wurde deutlich …

  • Für den Anforderungsbereich III wäre ein nächster Schritt …

Zu Konsequenzen

  • Für die nächste Stunde nehme ich mit, dass …

  • Ich würde beim nächsten Mal …

  • In der nächsten Stunde möchte ich …

  • Eine sinnvolle Konsequenz wäre …

  • Ich möchte ausprobieren, …

Warum gute Nachbesprechungen konkret sein sollten

Für mich war eine gute Nachbesprechung dann hilfreich, wenn ich wirklich verstanden habe, was ich für die nächste Stunde oder für die Zukunft ändern kann. Also nicht nur: „Die Sicherung war nicht stark genug.“ Sondern: „Die Sicherung hätte stärker auf das Kernanliegen zurückführen müssen. Eine Möglichkeit wäre gewesen, die Kinder am Ende noch einmal mit Satzanfängen formulieren zu lassen, was sie herausgefunden haben.“

Das ist ein riesiger Unterschied. Nur Kritikpunkte ohne Verbesserungsvorschläge fand ich wenig hilfreich. Zum Glück hatte ich am ZfsL Bochum wirklich sehr unterstützende Seminarleitungen. Da hatte ich echt Glück. Meine Fachleitungen und Seminarleitenden waren oft sehr hilfreich darin, Kritik so zu formulieren, dass ich wirklich etwas damit anfangen konnte. Und genau darum sollte es in einer Nachbesprechung gehen: nicht nur bewerten, sondern weiterbringen.

Nachbesprechung nicht persönlich nehmen: leichter gesagt als getan

Ein Satz, den man im Referendariat oft hört, lautet: „Nimm es nicht persönlich.“ Und ja. Stimmt irgendwie. Aber ganz ehrlich: Das ist leichter gesagt als getan. Wenn man eine Stunde über Wochen plant, Material erstellt, sich Gedanken über jedes Detail macht und dann Rückmeldung bekommt, fühlt sich das manchmal sehr persönlich an. Auch wenn es fachlich gemeint ist. Ich glaube, das ist normal. Trotzdem habe ich im Laufe des Refs gelernt: Kritik an meiner Stunde ist nicht automatisch Kritik an meinem Wert als Lehrerin.

Eine Stunde kann Schwächen haben, ohne dass ich eine schlechte Lehrerin bin. Ein Einstieg kann nicht funktionieren, ohne dass alles gescheitert ist. Eine Sicherung kann unklar sein, ohne dass ich ungeeignet bin. Ein Unterrichtsbesuch ist eine Momentaufnahme, nicht meine ganze Persönlichkeit. Das musste ich wirklich lernen.

In meinem Erfahrungsbericht zum Referendariat Lehramt Grundschule schreibe ich auch darüber, wie sehr mich das Ref persönlich wachsen lassen hat. Gerade solche Situationen haben mir gezeigt: Fehler gehören dazu. Kritik ist nicht mein ganzer Wert. Und ich darf lernen.

Nachbesprechungen als Vorbereitung auf die UPP sehen

Ich weiß, dass das schwer ist. Aber rückblickend würde ich Nachbesprechungen viel stärker als Vorbereitung auf die UPP sehen.  Natürlich fühlt es sich im Moment nach Bewertung an. Und teilweise ist es das ja auch, besonders wenn später Tendenzen in Richtung Lehrprobe gegeben werden. Aber gleichzeitig sind Nachbesprechungen eine riesige Chance. Du bekommst Hinweise darauf:

  • worauf deine Fachleitung achtet

  • welche Aspekte in deiner Planung noch unklar sind

  • wie du dein Kernanliegen schärfen kannst

  • wie du deine Lehrer*innenrolle weiterentwickelst

  • wie du Sicherungen lernwirksamer machst

  • wie du Reflexion besser einbaust

  • wie du deine Stunden weniger überlädst

All das brauchst du später für die Staatsprüfung und das Kolloquium in NRW. Deshalb würde ich heute versuchen, jede Nachbesprechung als Materialsammlung für die eigene Entwicklung zu sehen. Nicht als Urteil über mich als Person. Auch wenn ich sehr gut verstehe, dass das im Moment schwer ist.

Kostenloser Download: Leitfaden für die Nachbesprechung

Hier findest du meinen PDF-Leitfaden für die strukturierte Stellungnahme nach dem eigenen Unterricht.  Du kannst ihn nutzen, um dich auf die Nachbesprechung vorzubereiten oder direkt nach dem Unterrichtsbesuch deine Gedanken zu ordnen. Nutze den Code CAROSCLASS_2XGV9Y um ihn kostenlos herunterzuladen. 

Download

Mein Fazit zur Nachbesprechung

Die Nachbesprechung war für mich oft der schwierigste Teil des Unterrichtsbesuchs. Nicht, weil sie immer schlimm war. Sondern weil ich mich in diesem Moment besonders verletzlich gefühlt habe. Die Stunde war vorbei, die Anspannung war noch da und dann kam die Einschätzung von außen.

Was mir wirklich geholfen hat, war Struktur. Ein Leitfaden. Eine vorbereitete Stellungnahme. Und irgendwann auch der Gedanke: Diese Rückmeldung soll mir helfen, besser zu werden. Natürlich ist das nicht immer leicht. Besonders nicht, wenn man benotet wird oder eine Tendenz bekommt. I get it. Aber eine gute Nachbesprechung kann wirklich bereichernd sein. Vor allem dann, wenn sie nicht nur sagt, was nicht gut war, sondern zeigt, was du konkret ausprobieren kannst. 

Eure Caro
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FAQ

  • Was ist eine Nachbesprechung nach dem Unterrichtsbesuch?

    Die Nachbesprechung ist das Gespräch nach einem Unterrichtsbesuch. Dort wird die Stunde gemeinsam reflektiert. Meist beginnt sie mit einer eigenen Stellungnahme der Referendarin oder des Referendars. Danach geben Fachleitung, Mentori*nnen oder weitere Beteiligte Rückmeldung.

  • Wie bereite ich mich auf die Nachbesprechung nach dem Unterrichtsbesuch vor?

    Hilfreich ist eine strukturierte Stellungnahme. Du kannst vor dem Unterrichtsbesuch bereits Kernanliegen, Anforderungsbereiche und wichtige Beobachtungspunkte notieren. Nach der Stunde ergänzt du dann, was erreicht wurde, was anders lief und welche Konsequenzen du daraus ziehst.

  • Was sollte ich in der Nachbesprechung sagen?

    Du solltest kurz und klar sagen, was das Kernanliegen war, inwieweit es erreicht wurde, woran du Lernzuwachs erkannt hast, was förderlich oder hinderlich war und was du beim nächsten Mal verändern würdest.

  • Wie lang sollte die eigene Stellungnahme sein?

    5 bis 7 Minuten. Die eigene Stellungnahme sollte nicht zu lang sein. Wichtig ist, dass sie strukturiert und ehrlich ist. Du musst nicht jedes Detail erklären, sondern deine Stunde fokussiert reflektieren.

  • Was mache ich, wenn die Nachbesprechung sehr kritisch ist?

    Versuche, konkrete nächste Schritte herauszufiltern. Frage nach, wenn Kritik unklar bleibt. Zum Beispiel: „Was wäre aus Ihrer Sicht eine konkrete Alternative gewesen?“ oder „Was könnte ich in der nächsten Stunde anders ausprobieren?“

  • Warum ist ein Leitfaden für die Nachbesprechung hilfreich?

    Ein Leitfaden gibt dir Struktur, wenn du nach dem Unterrichtsbesuch aufgeregt oder erschöpft bist. Er hilft dir, Kernanliegen, Lernzuwachs, Anforderungsbereiche und Konsequenzen geordnet zu reflektieren.

  • Wird jeder Unterrichtsbesuch im Referendariat benotet?

    Das kann je nach Bundesland, Seminar und Ausbildungsabschnitt unterschiedlich sein. In meinem Referendariat am ZfsL Bochum wurden vor allem die späteren Unterrichtsbesuche stärker mit Blick auf eine Tendenz zur Lehrprobe eingeordnet.

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