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Quickfacts
Beim handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht (HuPL) setzen sich Kinder aktiv mit Geschichten, Gedichten und anderen literarischen Texten auseinander, indem sie Texte beispielsweise spielen, gestalten, weiterschreiben oder aus einer anderen Perspektive betrachten.
Im Mittelpunkt steht nicht das reine Beantworten von Verständnisfragen, sondern das eigene Handeln und Produzieren, wodurch die Kinder ihr Textverständnis auf kreative und individuelle Weise sichtbar machen können.
HuPL eignet sich bereits ab Klasse 1 und kann mit zunehmendem Alter immer anspruchsvoller gestaltet werden – von Bildern und Standbildern über Gedankenblasen bis hin zu Tagebucheinträgen, inneren Monologen oder Perspektivwechseln.
Allgemeines
Der handlungs- und produktionsorientierte Literaturunterricht, kurz HuPL, ermöglicht Kindern einen besonders aktiven Zugang zu literarischen Texten. Geschichten, Gedichte und Bilderbücher werden dabei nicht ausschließlich gelesen und anschließend über klassische Verständnisfragen erschlossen. Stattdessen setzen sich die Kinder handelnd, gestaltend, spielerisch oder schreibend mit dem Text auseinander.
Beim handlungsorientierten Literaturunterricht steht das aktive Tun im Vordergrund. Die Kinder stellen beispielsweise Szenen als Standbild oder Rollenspiel dar, gestalten eine Lesetheaterfassung oder vertonen eine Textstelle. Beim produktionsorientierten Literaturunterricht entsteht auf Grundlage der literarischen Vorlage ein eigenes Produkt, beispielsweise ein Brief, ein Tagebucheintrag, eine Gedankenblase, ein Comic oder eine Fortsetzung der Geschichte.
Besonders wertvoll ist dabei, dass die Kinder ihr Textverständnis nicht nur reproduzieren, sondern anwenden und weiterentwickeln. Wer einen Tagebucheintrag aus Sicht einer Figur schreibt, muss deren Situation, Gedanken, Gefühle und Motive verstanden haben. Die kreative Aufgabe wird damit nicht zum bloßen „Basteln zum Text“, sondern zu einer Möglichkeit, literarisches Verstehen sichtbar zu machen.

Klasse 1
1. Bilderbuch weitererzählen – Wie könnte es weitergehen?
Thema der Reihe: Wir werden Geschichtenerfinder – Bilderbuchgeschichten kreativ weitererzählen
Kernanliegen der Reihe:nDie Lernenden entwickeln erste Vorstellungen über Handlungszusammenhänge literarischer Texte, indem sie Bilderbuchgeschichten betrachten, erzählen und eigene Fortsetzungen entwickeln, um ihr Textverständnis kreativ auszudrücken.
Kurz worum es geht: Ein Bilderbuch wird zunächst nur bis zu einer spannenden Stelle vorgelesen. Die Kinder überlegen, was anschließend passieren könnte, erzählen ihre Ideen und gestalten eine eigene Fortsetzung als Bild, Satz oder kleine Bilderfolge.
Geeignet für Klasse 1, weil auch Kinder mit noch geringen Schreibfähigkeiten über Bilder und mündliches Erzählen produktiv mit Literatur arbeiten können.
Lernzuwachs: Die Kinder erkennen Handlungszusammenhänge und entwickeln passende Vorstellungen über den weiteren Verlauf einer Geschichte.
2. Gedankenblasen zu Bilderbuchfiguren
Thema der Reihe: Was denkt die Figur? – Gedanken sichtbar machen
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden vertiefen ihr Verständnis literarischer Figuren, indem sie deren Gedanken und Gefühle erschließen und in Gedankenblasen darstellen, um erste Perspektivübernahmen anzubahnen.
Kurz worum es geht: Zu ausgewählten Bildern einer Geschichte überlegen die Kinder: Was könnte die Figur gerade denken? Die Gedanken werden gemalt, diktiert oder in kurzen Sätzen aufgeschrieben.
Geeignet für Klasse 1, weil Gedankenblasen sprachlich stark reduziert werden können und trotzdem eine intensive Auseinandersetzung mit Figuren ermöglichen.
Lernzuwachs: Die Kinder unterscheiden zunehmend zwischen sichtbarer Handlung und nicht sichtbaren Gedanken einer Figur.
3. Gefühle einer Figur mit Farben darstellen
Thema der Reihe: Welche Farbe hat ein Gefühl? – Figuren einer Geschichte verstehen
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden erschließen Gefühle literarischer Figuren, indem sie Text- und Bildinformationen aufgreifen und Gefühle durch Farben und gestalterische Mittel darstellen, um ihr Figurenverständnis auszubauen.
Kurz worum es geht: Nach dem Lesen gestalten die Kinder beispielsweise eine Figur in unterschiedlichen Farben: Rot für Wut, Blau für Traurigkeit oder Gelb für Freude. Anschließend erklären sie ihre Farbwahl.
Geeignet für Klasse 1, weil Gefühle zunächst nonverbal dargestellt und anschließend zunehmend versprachlicht werden können.
Lernzuwachs: Die Kinder erkennen Gefühle von Figuren und begründen diese anhand von Situationen aus der Geschichte.
4. Eine Geschichte als Standbild darstellen
Thema der Reihe: Geschichten mit unserem Körper erzählen
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden erschließen zentrale Situationen einer Geschichte, indem sie diese körperlich in Standbildern darstellen, um Figurenbeziehungen und Handlungssituationen bewusst wahrzunehmen.
Kurz worum es geht: Kleine Gruppen stellen ausgewählte Momente einer Bilderbuchgeschichte als eingefrorenes Bild dar. Die anderen Kinder überlegen, welche Szene dargestellt wird.
Geeignet für Klasse 1, weil keine umfangreichen Lese- oder Schreibfähigkeiten notwendig sind.
Lernzuwachs: Die Kinder erkennen wesentliche Situationen einer Geschichte und stellen diese körperlich nachvollziehbar dar.
5. Figuren sprechen lassen
Thema der Reihe: Was könnte die Figur sagen? – Dialoge zu Bilderbuchszenen
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden entwickeln ein Verständnis für Figuren und Gesprächssituationen, indem sie passende Äußerungen zu literarischen Situationen formulieren und darstellen, um Handlung und Figurenbeziehungen genauer zu erfassen.
Kurz worum es geht: Zu ausgewählten Bilderbuchseiten überlegen die Kinder, was die Figuren sagen könnten. Sprechblasen werden ergänzt und anschließend vorgelesen oder gespielt.
Geeignet für Klasse 1, weil kurze Äußerungen genügen und mündliches Arbeiten im Vordergrund stehen kann.
Lernzuwachs: Die Kinder formulieren Figurenäußerungen, die zur jeweiligen Handlungssituation passen.
6. Geräusche zu einer Geschichte entwickeln
Thema der Reihe: So klingt unsere Geschichte – Bilderbücher vertonen
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden setzen sich mit der Atmosphäre einer Geschichte auseinander, indem sie passenden Situationen Geräusche und Klänge zuordnen, um Handlung und Stimmung auditiv zu gestalten.
Kurz worum es geht: Die Geschichte wird mit Körperinstrumenten, Alltagsgegenständen oder Instrumenten vertont: Schritte, Regen, Wind, eine quietschende Tür oder ein plötzliches Geräusch.
Geeignet für Klasse 1, weil Kinder ohne umfangreiche Schriftsprachkenntnisse aktiv mit einem Text arbeiten können.
Lernzuwachs: Die Kinder erkennen Stimmungen und zentrale Handlungsmomente und setzen diese klanglich um.
7. Eine Bildergeschichte ordnen
Thema der Reihe: Was passiert zuerst? – Geschichten in die richtige Reihenfolge bringen
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden entwickeln ein Verständnis für den Aufbau von Geschichten, indem sie zentrale Szenen ordnen und ihre Entscheidungen begründen, um zeitliche und inhaltliche Zusammenhänge zu erkennen.
Kurz worum es geht: Bilder einer bekannten Geschichte werden durcheinander angeboten. Die Kinder ordnen sie, erzählen die Geschichte nach und ergänzen eventuell ein eigenes Bild.
Geeignet für Klasse 1, weil das Verstehen der Handlung zunächst über visuelle Informationen gestützt wird.
Lernzuwachs: Die Kinder erkennen zeitliche Abfolgen und erzählen Geschichten zunehmend zusammenhängend.
8. Einen Lieblingsmoment gestalten
Thema der Reihe: Meine wichtigste Stelle – Lieblingsszenen entdecken und gestalten
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden entwickeln persönliche Zugänge zu literarischen Texten, indem sie bedeutsame Szenen auswählen und gestalterisch darstellen, um ihre Wahrnehmung und Bewertung von Literatur auszudrücken.
Kurz worum es geht: Nach dem gemeinsamen Lesen wählen die Kinder ihre Lieblingsstelle und gestalten diese als Bild, Collage oder kleines Diorama.
Geeignet für Klasse 1, weil individuelle Textzugänge möglich sind, ohne lange schriftliche Begründungen zu verlangen.
Lernzuwachs: Die Kinder treffen erste begründete Entscheidungen zu literarischen Texten und sprechen über ihre Leseeindrücke.
9. Eine Figur basteln und erzählen lassen
Thema der Reihe: Meine Bilderbuchfigur erzählt
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden vertiefen ihr Figurenverständnis, indem sie eine Figur gestalten und aus deren Perspektive wichtige Erlebnisse erzählen, um erste Formen des Perspektivwechsels zu erproben.
Kurz worum es geht: Die Kinder basteln eine Stabfigur, Fingerpuppe oder Papierfigur und erzählen anschließend aus deren Sicht eine Szene.
Geeignet für Klasse 1, weil das Sprechen durch die Figur Kindern den Perspektivwechsel erleichtert.
Lernzuwachs: Die Kinder erzählen Erlebnisse zunehmend aus der Perspektive einer literarischen Figur.
10. Ein neues Bilderbuchcover gestalten
Thema der Reihe: Was passt zu unserer Geschichte? – Ein neues Buchcover gestalten
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden erfassen zentrale Inhalte eines literarischen Textes, indem sie bedeutsame Figuren, Orte und Handlungselemente auswählen und in einem eigenen Buchcover darstellen, um wesentliche Textinhalte gestalterisch zu verdichten.
Kurz worum es geht: Nach der Lektüre überlegen die Kinder, welche Elemente unbedingt auf ein Buchcover gehören und gestalten eine eigene Version.
Geeignet für Klasse 1–2, weil das Textverständnis überwiegend bildlich sichtbar gemacht werden kann.
Lernzuwachs: Die Kinder unterscheiden wichtige von weniger wichtigen Elementen einer Geschichte.

Klasse 2
11. Einen Brief an eine Figur schreiben
Thema der Reihe: Post für unsere Buchfigur – Briefe zu Geschichten schreiben
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden vertiefen ihr Verständnis literarischer Figuren, indem sie deren Handlungen und Erlebnisse aufgreifen und persönliche Briefe an sie verfassen, um eigene Gedanken mit Textinhalten zu verknüpfen.
Kurz worum es geht: Die Kinder schreiben einer Figur beispielsweise einen Rat, stellen Fragen oder äußern ihre Meinung zu deren Verhalten.
Geeignet für Klasse 2, weil kurze Briefe bereits mit einfachen Satzstrukturen verfasst werden können.
Lernzuwachs: Die Kinder beziehen sich in eigenen Texten gezielt auf Ereignisse und Figuren einer literarischen Vorlage.
12. Einen Wunschzettel einer Figur schreiben
Thema der Reihe: Was wünscht sich die Figur?
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden erschließen Bedürfnisse und Wünsche literarischer Figuren, indem sie deren Situation untersuchen und einen passenden Wunschzettel verfassen, um Figurenmotive besser zu verstehen.
Kurz worum es geht: Die Kinder überlegen beispielsweise: Was würde sich die Hauptfigur am meisten wünschen? Materielle und immaterielle Wünsche werden gesammelt und begründet.
Geeignet für Klasse 2, weil kurze Schreibprodukte entstehen, die dennoch einen Perspektivwechsel verlangen.
Lernzuwachs: Die Kinder leiten Wünsche und Bedürfnisse aus dem Verhalten und den Erlebnissen einer Figur ab.
13. Eine Postkarte aus der Geschichte
Thema der Reihe: Grüße aus der Geschichte – Postkarten aus Sicht einer Figur
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden erschließen Handlung, Ort und Figurenperspektive, indem sie aus Sicht einer Figur eine Postkarte verfassen, um zentrale Textinformationen in einer eigenen Textproduktion aufzugreifen.
Kurz worum es geht: Eine Figur schickt von einem wichtigen Handlungsort eine Postkarte und berichtet von ihren Erlebnissen.
Geeignet für Klasse 2–3, weil die Textsorte einen überschaubaren Schreibumfang bietet.
Lernzuwachs: Die Kinder verbinden Textinformationen zu Ort, Handlung und Figur in einem eigenen kurzen Text.
14. Fehlende Bilderbuchseite gestalten
Thema der Reihe: Hier fehlt doch etwas! – Eine Bilderbuchseite ergänzen
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden setzen sich mit Aufbau und Gestaltung einer Geschichte auseinander, indem sie eine fehlende Buchseite inhaltlich und bildlich ergänzen, um Text- und Bildzusammenhänge bewusst zu nutzen.
Kurz worum es geht: Eine Seite wird bewusst ausgelassen. Die Kinder entwickeln Text und Illustration dafür und vergleichen anschließend mit dem Original.
Geeignet für Klasse 2, weil Schreiben und bildnerisches Gestalten sinnvoll kombiniert werden.
Lernzuwachs: Die Kinder entwickeln plausible Ergänzungen auf Grundlage vorheriger Handlungselemente.
15. Eine Szene als Comic darstellen
Thema der Reihe: Vom Text zum Comic
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden erfassen wesentliche Handlungsschritte und Figurenäußerungen, indem sie eine Textszene in einen Comic übertragen, um literarische Inhalte in eine andere Darstellungsform zu transformieren.
Kurz worum es geht: Eine kurze Textpassage wird in mehrere Comicbilder, Sprechblasen und Gedankenblasen übertragen.
Geeignet für Klasse 2–3, weil die Kinder zwischen Handlung, Sprache und Gedanken unterscheiden lernen.
Lernzuwachs: Die Kinder reduzieren einen Text auf zentrale Informationen und übertragen diese in eine bildlich-sprachliche Form.
16. Eine Geschichte anders enden lassen
Thema der Reihe: Und wenn alles anders gekommen wäre? – Alternative Enden schreiben
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden vertiefen ihr Verständnis für Handlungslogik, indem sie mögliche alternative Enden entwickeln und an die bestehende Geschichte anknüpfen, um literarische Handlungsmöglichkeiten kreativ zu erproben.
Kurz worum es geht: Vor dem Originalende wird die Geschichte unterbrochen. Die Kinder schreiben oder zeichnen ein eigenes Ende.
Geeignet für Klasse 2–3, weil erste eigene Erzähltexte an eine vorhandene Struktur anknüpfen können.
Lernzuwachs: Die Kinder entwickeln kohärente Fortsetzungen, die zu Figuren und Ausgangssituation passen.
17. Figureninterview
Thema der Reihe: Heute zu Gast: unsere Buchfigur
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden vertiefen ihr Figurenverständnis, indem sie Fragen entwickeln und diese aus der Perspektive einer literarischen Figur beantworten, um Informationen über Figuren und Handlung miteinander zu verknüpfen.
Kurz worum es geht: Ein Kind übernimmt die Rolle einer Figur. Andere Kinder führen ein Interview: „Warum hast du das gemacht?“, „Wie hast du dich dabei gefühlt?“
Geeignet für Klasse 2–4, weil die Schwierigkeit der Fragen und Antworten leicht angepasst werden kann.
Lernzuwachs: Die Kinder begründen Aussagen über Figuren zunehmend mit Textinformationen.
18. Eine Szene als Rollenspiel darstellen
Thema der Reihe: Unsere Geschichte wird lebendig
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden vertiefen ihr Verständnis literarischer Situationen, indem sie ausgewählte Szenen in Rollen ausgestalten und darstellen, um Figurenhandlungen und Beziehungen handelnd nachzuvollziehen.
Kurz worum es geht: Gruppen erhalten Szenenkarten und entwickeln daraus ein kurzes Rollenspiel.
Geeignet für Klasse 2–4, weil literarisches Verstehen über Sprache, Mimik, Gestik und Handlung unterstützt wird.
Lernzuwachs: Die Kinder interpretieren Figurenhandlungen und setzen ihre Interpretation szenisch um.
19. Ein Elfchen zu einer Figur schreiben
Thema der Reihe: Eine Figur in wenigen Worten
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden verdichten ihre Vorstellungen zu literarischen Figuren, indem sie charakteristische Eigenschaften und Gefühle in einem Elfchen ausdrücken, um wesentliche Figurenmerkmale sprachlich zu bündeln.
Kurz worum es geht: Nach einer Figurenanalyse verfassen die Kinder ein Elfchen über eine Figur.
Geeignet für Klasse 2–3, weil die feste Struktur Schreibsicherheit bietet.
Lernzuwachs: Die Kinder wählen treffende Wörter zur Beschreibung literarischer Figuren aus.
20. Ein Gedicht mit Bewegungen gestalten
Thema der Reihe: Gedichte mit dem ganzen Körper erleben
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden erschließen Rhythmus, Sprache und Inhalt lyrischer Texte, indem sie passende Bewegungen und Gesten entwickeln, um Gedichte körperlich und sprachlich zu erfahren.
Kurz worum es geht: Zu einem Gedicht werden Bewegungen entwickelt, einzelne Wörter hervorgehoben und Verse gemeinsam inszeniert.
Geeignet für Klasse 1–2, weil lyrische Sprache über Rhythmus und Bewegung unmittelbar erfahrbar wird.
Lernzuwachs: Die Kinder nehmen Rhythmus, Wiederholungen und sprachliche Gestaltung bewusster wahr.

Klasse 3
21. Tagebucheintrag aus Sicht einer Figur
Thema der Reihe: Liebes Tagebuch ... – Einer Buchfigur ganz nah
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden vertiefen ihr Verständnis literarischer Figuren, indem sie deren Erlebnisse, Gedanken und Gefühle erschließen und in einem Tagebucheintrag aus der Figurenperspektive darstellen, um Textinformationen produktiv miteinander zu verknüpfen.
Kurz worum es geht: Eine zentrale Situation der Geschichte wird ausgewählt. Die Kinder schreiben anschließend den Tagebucheintrag einer beteiligten Figur.
Geeignet für Klasse 3, weil Perspektivübernahme, Textverständnis und eigenes Schreiben anspruchsvoll miteinander verbunden werden.
Lernzuwachs: Die Kinder erschließen innere Vorgänge einer Figur und gestalten diese textbezogen aus.
22. Innerer Monolog einer Figur
Thema der Reihe: Was geht dir gerade durch den Kopf?
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden entwickeln ein differenziertes Figurenverständnis, indem sie unausgesprochene Gedanken einer Figur zu einer Schlüsselsituation formulieren, um innere Handlung und äußeres Geschehen miteinander zu verbinden.
Kurz worum es geht: Eine Geschichte wird an einer spannenden Stelle gestoppt. Die Kinder schreiben auf, was eine Figur in diesem Moment denkt.
Geeignet für Klasse 3–4, weil ein zunehmend differenziertes Verständnis zwischen äußerer Handlung und innerem Erleben vorausgesetzt wird.
Lernzuwachs: Die Kinder leiten Gedanken aus Textinformationen ab und gestalten diese plausibel aus.
23. Einen Brief aus Sicht einer Figur schreiben
Thema der Reihe: Was würdest du ihm sagen? – Figuren schreiben sich Briefe
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden vertiefen ihr Verständnis von Figurenbeziehungen, indem sie einen Brief aus Sicht einer literarischen Figur verfassen, um Gedanken, Gefühle und Konflikte perspektivgebunden auszudrücken.
Kurz worum es geht: Eine Figur schreibt einer anderen Figur nach einem wichtigen Ereignis einen Brief.
Geeignet für Klasse 3, weil bekannte Merkmale des Briefes mit literarischem Perspektivwechsel verknüpft werden können.
Lernzuwachs: Die Kinder beziehen sich beim Schreiben gezielt auf Figurenbeziehungen und Ereignisse der Vorlage.
24. Eine Geschichte weiterschreiben
Thema der Reihe: Wie könnte die Geschichte weitergehen?
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden entwickeln ihr Verständnis für Handlungslogik und Figuren, indem sie eine literarische Geschichte an einer offenen Stelle fortführen, um Textinformationen kreativ und kohärent weiterzuentwickeln.
Kurz worum es geht: Die Lektüre endet bewusst an einer Schlüsselstelle. Die Kinder planen und schreiben eine mögliche Fortsetzung.
Geeignet für Klasse 3, weil die Kinder über ausreichend Schreiberfahrung verfügen, um längere Fortsetzungen zu verfassen.
Lernzuwachs: Die Kinder entwickeln Fortsetzungen, die hinsichtlich Figuren, Ort und Handlung zur Textvorlage passen.
25. Ein alternatives Ende schreiben
Thema der Reihe: Alles hätte auch anders kommen können
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden untersuchen die Bedeutung zentraler Handlungsentscheidungen, indem sie ein alternatives Ende entwickeln, um Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge literarischer Handlungen zu reflektieren.
Kurz worum es geht: Die Kinder verändern eine Entscheidung einer Figur und schreiben daraus ein neues Ende.
Geeignet für Klasse 3–4, weil die Veränderung einer Handlung ein sicheres Verständnis der ursprünglichen Geschichte voraussetzt.
Lernzuwachs: Die Kinder erkennen Zusammenhänge zwischen Figurenentscheidungen und Handlungsverlauf.
26. Einen Comic aus einer Schlüsselszene erstellen
Thema der Reihe: Text wird Bild – Schlüsselszenen als Comic
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden setzen sich mit zentralen Elementen einer literarischen Szene auseinander, indem sie Handlung, Dialoge und Gedanken in eine Comicdarstellung übertragen, um wesentliche Textinformationen zu verdichten.
Kurz worum es geht: Eine wichtige Szene wird in Panels zerlegt. Sprechblasen, Gedankenblasen, Geräuschwörter und Bilder werden gezielt eingesetzt.
Geeignet für Klasse 3, weil bereits bewusst zwischen Erzählertext, Figurenrede und Gedanken unterschieden werden kann.
Lernzuwachs: Die Kinder reduzieren längere Textpassagen auf ihre wesentlichen Inhalte.
27. Standbilder zu Figurenbeziehungen
Thema der Reihe: Nähe, Streit, Freundschaft – Beziehungen sichtbar machen
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden erschließen Beziehungen zwischen literarischen Figuren, indem sie diese in Standbildern körperlich darstellen und ihre Entscheidungen begründen, um Figurenkonstellationen genauer zu verstehen.
Kurz worum es geht: Mit Abstand, Körperhaltung, Blickrichtung und Gestik werden Beziehungen dargestellt.
Geeignet für Klasse 3–4, weil zunehmend auch implizite Informationen über Beziehungen interpretiert werden können.
Lernzuwachs: Die Kinder deuten Beziehungen anhand von Handlung und Sprache der Figuren.
28. Szenisches Spiel mit verändertem Ausgang
Thema der Reihe: Was wäre, wenn ...?
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden untersuchen Handlungsalternativen literarischer Figuren, indem sie eine Schlüsselszene verändern und szenisch darstellen, um Auswirkungen unterschiedlicher Entscheidungen zu reflektieren.
Kurz worum es geht: Eine bekannte Szene wird gespielt. Anschließend verändert eine Gruppe eine Entscheidung der Figur und entwickelt eine neue Version.
Geeignet für Klasse 3–4, weil Handlungsalternativen begründet entwickelt werden können.
Lernzuwachs: Die Kinder erkennen, dass Figurenentscheidungen den Verlauf einer Geschichte maßgeblich beeinflussen.
29. Eine Textstelle vertonen
Thema der Reihe: So klingt Literatur – Geschichten vertonen
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden setzen sich mit Stimmung und Wirkung literarischer Texte auseinander, indem sie passende Geräusche, Musik und unterschiedliche Sprechweisen auswählen, um Textwirkung akustisch zu gestalten.
Kurz worum es geht: Eine spannende, traurige oder geheimnisvolle Szene wird mit Geräuschen, Instrumenten und Stimme umgesetzt.
Geeignet für Klasse 3–4, weil die Kinder bereits bewusst über sprachliche und atmosphärische Wirkungen reflektieren können.
Lernzuwachs: Die Kinder erkennen sprachliche Hinweise auf Stimmungen und setzen diese gestalterisch um.
30. Lesetheater
Thema der Reihe: Vom Text auf die Bühne – Unser Lesetheater
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden vertiefen ihr Textverständnis, indem sie einen literarischen Text in Rollen gliedern und sinngestaltend präsentieren, um Figuren, Situationen und Stimmungen hörbar zu machen.
Kurz worum es geht: Eine Geschichte wird für ein Lesetheater vorbereitet. Die Kinder markieren Rollen, üben Betonung und gestalten eine Präsentation.
Geeignet für Klasse 3–4, weil Leseflüssigkeit und literarisches Verstehen miteinander verbunden werden.
Lernzuwachs: Die Kinder nutzen Lautstärke, Tempo, Pausen und Betonung gezielt zur Textgestaltung.
31. Ein Figurenplakat gestalten
Thema der Reihe: Wer bist du wirklich? – Figuren unter der Lupe
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden entwickeln ein differenziertes Figurenverständnis, indem sie Informationen zu Aussehen, Verhalten, Gedanken, Gefühlen und Beziehungen zusammentragen und gestalterisch präsentieren, um Figuren anhand von Textbelegen zu charakterisieren.
Kurz worum es geht: Gruppen gestalten Figurenplakate mit Zitaten, Symbolen, Gedankenblasen, Eigenschaften und Beziehungen.
Geeignet für Klasse 3–4, weil explizite und erste implizite Informationen zusammengeführt werden können.
Lernzuwachs: Die Kinder unterscheiden zwischen bloßen Behauptungen und textlich begründbaren Aussagen über Figuren.
32. Eine Nachricht oder Chatnachricht aus Sicht einer Figur
Thema der Reihe: Was würde die Figur heute schreiben?
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden erschließen Figurenperspektiven, indem sie ein literarisches Erlebnis in eine kurze digitale Kommunikationsform übertragen, um Gedanken und Gefühle adressatenbezogen auszudrücken.
Kurz worum es geht: Eine Figur schreibt nach einer Schlüsselszene beispielsweise eine fiktive Chatnachricht an eine Freundin oder einen Freund.
Geeignet für Klasse 3–4, weil die kurze Form motivierend ist und dennoch genaues Figurenverständnis verlangt.
Lernzuwachs: Die Kinder formulieren perspektivgebundene Aussagen und berücksichtigen Situation und Adressat.
33. Eine Schlagzeile zur Geschichte entwickeln
Thema der Reihe: Unsere Geschichte macht Schlagzeilen
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden erfassen zentrale Ereignisse einer literarischen Geschichte, indem sie diese in Überschriften und kurzen Meldungen verdichten, um Wichtiges von weniger Wichtigem zu unterscheiden.
Kurz worum es geht: Zu einem besonderen Ereignis der Geschichte entsteht eine fiktive Titelseite mit Überschrift und Bild.
Geeignet für Klasse 3–4, weil Inhalte stark verdichtet werden müssen.
Lernzuwachs: Die Kinder identifizieren zentrale Ereignisse und formulieren diese prägnant.
34. Ein Gedicht umschreiben
Thema der Reihe: Wir werden Dichterinnen und Dichter
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden setzen sich mit sprachlichen Strukturen lyrischer Texte auseinander, indem sie einzelne Wörter, Verse oder Strophen nach einem vorgegebenen Muster verändern, um sprachliche Gestaltungsmöglichkeiten zu entdecken.
Kurz worum es geht: Ein Gedicht dient als Muster. Wörter werden ausgetauscht, zusätzliche Strophen entwickelt oder das Thema verändert.
Geeignet für Klasse 2–3, weil die vorhandene Struktur Sicherheit für die eigene Produktion bietet.
Lernzuwachs: Die Kinder erkennen Muster lyrischer Texte und nutzen diese für eigene Gestaltungen.
35. Ein Gedicht illustrieren
Thema der Reihe: Bilder im Kopf – Gedichte werden sichtbar
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden entwickeln Vorstellungen zu lyrischen Texten, indem sie sprachliche Bilder wahrnehmen und individuell visualisieren, um ihre persönlichen Deutungen gestalterisch auszudrücken.
Kurz worum es geht: Die Kinder hören oder lesen ein Gedicht und gestalten anschließend ihr eigenes Bild dazu.
Geeignet für Klasse 1–4, weil die Gestaltung je nach Alter unterschiedlich komplex ausfallen kann.
Lernzuwachs: Die Kinder entwickeln innere Bilder zu literarischer Sprache und setzen diese gestalterisch um.

Klasse 4
36. Perspektivwechsel – dieselbe Geschichte aus anderer Sicht
Thema der Reihe: Eine Geschichte – zwei Wahrheiten?
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden erweitern ihr literarisches Verständnis, indem sie eine bekannte Handlung aus der Perspektive einer anderen Figur neu erzählen, um Perspektivgebundenheit von Wahrnehmungen zu erkennen.
Kurz worum es geht: Eine Schlüsselszene wird zunächst aus Sicht der Hauptfigur untersucht und anschließend aus Sicht einer Nebenfigur neu geschrieben.
Geeignet für Klasse 4, weil ein anspruchsvoller Perspektivwechsel und die bewusste Auswahl relevanter Textinformationen erforderlich sind.
Lernzuwachs: Die Kinder erkennen, dass dieselbe Situation von unterschiedlichen Figuren verschieden wahrgenommen und bewertet werden kann.
37. Innerer Monolog zu einer Schlüsselszene
Thema der Reihe: Zwischen Denken und Handeln – Der innere Monolog
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden erschließen die innere Handlung literarischer Texte, indem sie Gedanken, Zweifel und Gefühle einer Figur in einem inneren Monolog ausgestalten, um deren Handlungen differenziert nachzuvollziehen.
Kurz worum es geht: Vor einer wichtigen Entscheidung wird die Geschichte unterbrochen. Die Kinder gestalten die inneren Überlegungen der Figur.
Geeignet für Klasse 4, weil zwischen erzähltem Geschehen und innerem Erleben differenziert werden muss.
Lernzuwachs: Die Kinder erklären Figurenhandlungen zunehmend aus Motiven, Gedanken und Gefühlen heraus.
38. Eine Gerichtsverhandlung zu einer Figurenhandlung
Thema der Reihe: Schuldig oder nicht? – Figuren vor Gericht
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden beurteilen das Verhalten literarischer Figuren, indem sie unterschiedliche Positionen einnehmen, Argumente aus dem Text sammeln und in einer fiktiven Gerichtsverhandlung vertreten, um Figurenhandlungen begründet zu bewerten.
Kurz worum es geht: Zu einer kontroversen Figurenhandlung werden Anklage, Verteidigung, Zeug*innen und Gericht gebildet.
Geeignet für Klasse 4, weil differenziertes Textverständnis, Perspektivübernahme und argumentatives Sprechen miteinander verbunden werden.
Lernzuwachs: Die Kinder belegen Bewertungen literarischer Figuren mit konkreten Textinformationen.
39. Eine Figur auf dem „heißen Stuhl“
Thema der Reihe: Wir fragen nach – Figuren müssen Rede und Antwort stehen
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden vertiefen ihr Figurenverständnis, indem sie kritische Fragen entwickeln und spontan aus der Perspektive einer Figur beantworten, um Motive und Handlungen textbezogen zu reflektieren.
Kurz worum es geht: Ein Kind sitzt in der Rolle einer Figur auf dem „heißen Stuhl“ und beantwortet Fragen der Klasse.
Geeignet für Klasse 3–4, weil flexible Perspektivübernahme und detaillierte Textkenntnis gefordert werden.
Lernzuwachs: Die Kinder erläutern und begründen Figurenhandlungen aus deren Perspektive.
40. Eine Geschichte als Hörspiel produzieren
Thema der Reihe: Aus dem Buch ins Tonstudio – Unser Literaturhörspiel
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden vertiefen ihr Verständnis von Handlung, Figuren und Atmosphäre, indem sie einen literarischen Text für ein Hörspiel bearbeiten und mit Stimmen, Geräuschen und Musik gestalten, um Textwirkung auditiv umzusetzen.
Kurz worum es geht: Eine Geschichte wird in Szenen gegliedert, Dialoge werden entwickelt und Geräusche sowie Sprecherrollen geplant.
Geeignet für Klasse 3–4, weil Lesen, Schreiben, Sprechen und mediale Gestaltung miteinander verbunden werden.
Lernzuwachs: Die Kinder gestalten literarische Texte adressaten- und wirkungsorientiert.
41. Eine Ballade szenisch gestalten
Thema der Reihe: Balladen werden lebendig
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden erschließen Handlung und dramatische Gestaltung einer Ballade, indem sie zentrale Szenen spielerisch, sprachlich und gestalterisch umsetzen, um die besondere Verbindung erzählender, lyrischer und dramatischer Elemente zu erfahren.
Kurz worum es geht: Eine kindgerechte Ballade wird gelesen, in Szenen gegliedert und als Standbild, Rollenspiel oder Lesetheater umgesetzt.
Geeignet für Klasse 4, weil längere lyrische Texte und ihre Handlung bereits genauer analysiert werden können.
Lernzuwachs: Die Kinder erkennen Handlung, Figuren und Spannungsentwicklung innerhalb eines lyrischen Textes.
42. Ein Märchen aus Sicht des Bösewichts erzählen
Thema der Reihe: War der Wolf wirklich böse? – Märchen aus anderer Perspektive
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden hinterfragen eindeutige Figurenrollen, indem sie bekannte Märchen aus der Perspektive einer vermeintlich „bösen“ Figur neu erzählen, um unterschiedliche Sichtweisen literarischer Figuren zu reflektieren.
Kurz worum es geht: Rotkäppchen, Hänsel und Gretel oder Die drei kleinen Schweinchen werden aus einer anderen Perspektive erzählt.
Geeignet für Klasse 3–4, weil bekannte Texte eine sichere Grundlage für anspruchsvolle Perspektivwechsel bieten.
Lernzuwachs: Die Kinder erkennen stereotype Figurenrollen und entwickeln alternative Deutungsmöglichkeiten.
43. Einen Zeitungsbericht über ein literarisches Ereignis schreiben
Thema der Reihe: Wenn Märchen in der Zeitung stehen würden
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden erfassen zentrale Ereignisse literarischer Texte, indem sie diese in die Darstellungsform eines Zeitungsberichts übertragen, um zwischen literarischer und sachlich-berichtender Darstellung zu unterscheiden.
Kurz worum es geht: Aus „Hänsel und Gretel“ wird beispielsweise die Schlagzeile: „Geschwister nach Tagen im Wald wieder aufgetaucht“.
Geeignet für Klasse 4, weil Textsortenwissen und Literaturverständnis miteinander verknüpft werden können.
Lernzuwachs: Die Kinder transformieren literarische Inhalte in eine andere Textsorte und passen Sprache und Aufbau entsprechend an.
44. Einen Podcast mit einer Buchfigur aufnehmen
Thema der Reihe: Im Gespräch mit einer literarischen Figur
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden vertiefen ihr Verständnis literarischer Figuren, indem sie ein Interview vorbereiten und medial gestalten, um Figurenmerkmale, Handlungen und Motive adressatenorientiert darzustellen.
Kurz worum es geht: In Partnerarbeit wird ein fiktives Podcastinterview mit einer Roman- oder Geschichtenfigur vorbereitet.
Geeignet für Klasse 4, weil Fragen, Antworten und mediale Umsetzung selbstständig geplant werden können.
Lernzuwachs: Die Kinder verknüpfen verschiedene Informationen über eine Figur und präsentieren diese perspektivgebunden.
45. Einen Buchtrailer gestalten
Thema der Reihe: Unser Buch in 60 Sekunden
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden reflektieren zentrale Inhalte und Wirkungen eines literarischen Textes, indem sie wichtige Figuren, Konflikte und Spannungsmomente für einen Buchtrailer auswählen, um Interesse an der Lektüre zu wecken, ohne die Handlung vollständig vorwegzunehmen.
Kurz worum es geht: Gruppen entwickeln einen kurzen Trailer mit Bildern, Texttafeln, Sprechertexten oder Standbildern.
Geeignet für Klasse 4, weil die Kinder Wichtiges auswählen, verdichten und wirkungsorientiert präsentieren müssen.
Lernzuwachs: Die Kinder unterscheiden zentrale und weniger zentrale Textinformationen und berücksichtigen die Wirkung ihrer Darstellung.
46. Ein literarisches Figurenmuseum
Thema der Reihe: Willkommen im Figurenmuseum
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden vertiefen ihr Verständnis literarischer Figuren, indem sie charakteristische Gegenstände, Zitate und Informationen auswählen und in einer Ausstellung präsentieren, um Figurenmerkmale und Entwicklungen sichtbar zu machen.
Kurz worum es geht: Zu jeder Figur entsteht ein „Museumsplatz“ mit Gegenständen, Symbolen, Textstellen, Steckbriefen und kurzen Erklärungen.
Geeignet für Klasse 3–4, weil Informationen aus verschiedenen Textstellen zusammengetragen und gedeutet werden.
Lernzuwachs: Die Kinder verknüpfen verstreute Textinformationen zu einem Gesamtbild einer Figur.
47. Figurenbiografie schreiben
Thema der Reihe: Das Leben hinter der Geschichte – Figurenbiografien
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden entwickeln ein differenziertes Figurenverständnis, indem sie bekannte Textinformationen aufgreifen und Leerstellen der Figurenbiografie plausibel ausgestalten, um zwischen Textinformation und eigener Ergänzung zu unterscheiden.
Kurz worum es geht: Die Kinder schreiben beispielsweise über Kindheit, Wünsche, Ängste oder Zukunft einer Figur.
Geeignet für Klasse 4, weil bewusst mit Leerstellen und eigenen Schlussfolgerungen gearbeitet werden kann.
Lernzuwachs: Die Kinder unterscheiden explizite Textinformationen von begründeten eigenen Vorstellungen.
48. Eine fehlende Szene schreiben
Thema der Reihe: Was geschah dazwischen? – Leerstellen in Geschichten füllen
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden vertiefen ihr Verständnis literarischer Zusammenhänge, indem sie eine im Text nicht ausgeführte Situation ausgestalten, um Leerstellen auf Grundlage vorhandener Textinformationen plausibel zu füllen.
Kurz worum es geht: Zwischen zwei Kapiteln oder Ereignissen fehlt eine Information. Die Kinder schreiben die mögliche Szene.
Geeignet für Klasse 3–4, weil genau gelesen und aus mehreren Hinweisen geschlossen werden muss.
Lernzuwachs: Die Kinder nutzen Textinformationen für begründete Inferenzen und eigene literarische Produktionen.
49. Entscheidungstagebuch einer Figur
Thema der Reihe: Welche Entscheidung soll ich treffen?
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden untersuchen Konflikte literarischer Figuren, indem sie deren Entscheidungsmöglichkeiten und mögliche Folgen in einem Entscheidungstagebuch festhalten, um Figurenhandlungen differenziert nachzuvollziehen.
Kurz worum es geht: Vor wichtigen Entscheidungen werden Möglichkeiten gesammelt: „Wenn ich ..., dann könnte ...“. Anschließend wird die tatsächliche Entscheidung mit den eigenen Überlegungen verglichen.
Geeignet für Klasse 4, weil Ursache, Wirkung und Figurenmotivation miteinander verknüpft werden.
Lernzuwachs: Die Kinder analysieren literarische Konfliktsituationen und reflektieren unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten.
50. Eine Geschichte aus verschiedenen Perspektiven inszenieren
Thema der Reihe: Eine Situation – viele Sichtweisen
Kernanliegen der Reihe: Die Lernenden entwickeln ein mehrperspektivisches Literaturverständnis, indem sie dieselbe Schlüsselsituation aus Sicht verschiedener Figuren darstellen, um Unterschiede in Wahrnehmung, Wissen und Bewertung zu erkennen.
Kurz worum es geht: Mehrere Gruppen erhalten dieselbe Szene, jedoch jeweils eine andere Figur als Ausgangsperspektive.
Geeignet für Klasse 4, weil komplexere Figurenkonstellationen und unterschiedliche Wissensstände berücksichtigt werden können.
Lernzuwachs: Die Kinder erkennen Perspektivgebundenheit als wesentliches Merkmal literarischen Erzählens.
Fazit
Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht eröffnet Kindern vielfältige Möglichkeiten, Literatur aktiv zu erleben und eigene Zugänge zu Geschichten, Gedichten und Figuren zu entwickeln. Besonders Perspektivwechsel, kreative Schreibaufträge, szenische Verfahren und gestalterische Produkte können dazu beitragen, dass sich die Kinder intensiv mit einer literarischen Vorlage auseinandersetzen.
Entscheidend ist dabei, dass die kreative Aufgabe eng mit dem Text verbunden bleibt. Das entstandene Produkt sollte also nicht nur schön sein, sondern zeigen, dass sich die Kinder mit Figuren, Handlung, Sprache oder Stimmung des Textes auseinandergesetzt haben.
Eure Caro
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FAQ
Was bedeutet HuPL?
HuPL steht für handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht. Die Kinder lesen oder hören einen literarischen Text und setzen sich anschließend aktiv damit auseinander, beispielsweise durch Schreiben, Spielen, Gestalten, Vertonen oder Darstellen.
Was ist der Unterschied zwischen handlungsorientiert und produktionsorientiert?
Beim handlungsorientierten Arbeiten steht das aktive Tun im Mittelpunkt, beispielsweise ein Rollenspiel, ein Standbild oder eine szenische Darstellung. Beim produktionsorientierten Arbeiten erstellen die Kinder ein eigenes Produkt zum Text, beispielsweise einen Tagebucheintrag, einen Comic oder ein alternatives Ende. In vielen Aufgaben werden beide Bereiche miteinander verbunden.
Für welche Klassen eignet sich HuPL?
Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht eignet sich grundsätzlich für alle Klassenstufen der Grundschule. Während in Klasse 1 häufig Bilder, mündliches Erzählen, Standbilder oder einfache Sprechblasen eingesetzt werden, können Kinder in Klasse 3 und 4 bereits komplexere Texte wie Tagebucheinträge, Perspektivwechsel oder innere Monologe verfassen.
Welche Texte eignen sich für HuPL?
Besonders gut eignen sich Bilderbücher, Kurzgeschichten, Kinderbücher, Märchen, Fabeln und Gedichte. Entscheidend ist weniger die Textsorte als, dass der Text Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit Figuren, Gefühlen, Konflikten, Handlungen oder sprachlichen Besonderheiten bietet.
Muss beim HuPL immer geschrieben werden?
Nein. Auch Rollenspiele, Standbilder, Lesetheater, Vertonungen, Bilder, Collagen oder Inszenierungen gehören zum handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht. Gerade in den unteren Klassen können mündliche, körperliche und gestalterische Zugänge eine wichtige Rolle spielen.
Wie zeigt sich bei kreativen Aufgaben das Textverständnis?
Das Textverständnis zeigt sich darin, wie passend die Kinder ihre Gestaltung auf den Ausgangstext beziehen. Ein Tagebucheintrag sollte zu den Erlebnissen und Gefühlen der Figur passen und eine Fortsetzung sollte logisch an die bisherige Handlung anknüpfen.
Ist HuPL nur eine kreative Ergänzung zum Literaturunterricht?
Nein. Handlungs- und produktionsorientierte Aufgaben können einen zentralen Bestandteil der Texterschließung darstellen. Durch Perspektivwechsel, szenische Verfahren oder eigene Textproduktionen müssen die Kinder Informationen aus dem Text aufgreifen, verknüpfen, deuten und weiterdenken.
Wie kann HuPL differenziert werden?
Eine Aufgabe kann durch Satzanfänge, Wortmaterial, Bilder, Leitfragen oder Schreibrahmen unterstützt werden. Gleichzeitig können leistungsstärkere Kinder Perspektivwechsel, längere Texte oder zusätzliche Begründungen übernehmen.
Welche HuPL-Aufgaben eignen sich besonders für eine Unterrichtsbesuchsstunde?
Für einen Unterrichtsbesuch eignen sich Aufgaben, bei denen der Lernzuwachs klar sichtbar wird. Dazu gehören ein Tagebucheintrag aus Sicht einer Figur, Gedankenblasen, ein innerer Monolog, Standbilder mit Gedankenstimme oder eine textgebundene Fortsetzung.
Worauf sollte man bei handlungs- und produktionsorientierten Aufgaben achten?
Die Aufgabe sollte immer einen klaren Bezug zum literarischen Text haben. Entscheidend ist nicht nur das kreative Produkt, sondern die Frage, welche Informationen aus dem Text die Kinder verstehen, deuten oder weiterentwickeln müssen, um die Aufgabe sinnvoll lösen zu können.







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