Home > Blog > Themensammlung für handlungsorientierten Mathematikunterricht
Quickfacts
Handlungsorientierter Matheunterricht bedeutet nicht nur, mit Materialien zu arbeiten, sondern mathematische Zusammenhänge durch eigenes Handeln zu entdecken, zu beschreiben und zu begründen.
Die Kinder legen, bauen, sortieren, messen, schätzen und experimentieren und übertragen ihre Erkenntnisse anschließend in Bilder, Sprache und mathematische Symbole.
Viele handlungsorientierte Lerngelegenheiten lassen sich mit einfachen Materialien wie Plättchen, Würfeln, Steckwürfeln, Spiegeln, Schnüren oder Alltagsgegenständen in allen Klassenstufen umsetzen.
Allgemeines
Im handlungsorientierten Matheunterricht setzen sich die Kinder aktiv mit mathematischen Fragestellungen auseinander. Sie erhalten nicht sofort einen vorgegebenen Lösungsweg, sondern dürfen zunächst ausprobieren, Vermutungen aufstellen, Materialien verändern und eigene Strategien entwickeln. Auf diese Weise werden abstrakte mathematische Inhalte sichtbar und im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar.
Das bloße Verwenden von Material reicht jedoch nicht aus. Entscheidend ist die Reflexion: Was hast du herausgefunden? Wie bist du vorgegangen? Ist das immer so? Kannst du deine Entdeckung erklären? Im Austausch werden die Handlungen versprachlicht, verglichen und mit Bildern, Fachbegriffen, Rechnungen oder anderen Darstellungen verknüpft.
Dabei übernimmt die Lehrkraft eine begleitende Rolle. Sie stellt geeignete Forscherfragen, gibt bei Bedarf Impulse und unterstützt die Kinder mit Anschauungsmaterialien, Tippkarten oder einem Wortspeicher. So können Kinder auf unterschiedlichen Lernständen am gleichen mathematischen Gegenstand arbeiten und eigene Entdeckungen einbringen.
Handlungsorientierter Mathematikunterricht ermöglicht Kindern, mathematische Zusammenhänge selbst zu entdecken. Sie legen, bauen, sortieren, messen, schätzen, verändern und erproben eigene Lösungswege. Entscheidend ist, dass die Handlung anschließend versprachlicht, dargestellt und mit mathematischen Symbolen verknüpft wird.
Die Themensammlung orientiert sich an den Grundideen von PIKAS, KIRA und Mahiko. Die Materialien dienen dabei nicht nur der Beschäftigung, sondern unterstützen die Kinder dabei, mathematische Strukturen zu erkennen, zu beschreiben und zu begründen.

Zahlen und Zahlvorstellung
1. Zahlen in der Umwelt entdecken
Thema: Zahlen im Alltag
So funktioniert’s: Die Kinder suchen Zahlen im Schulgebäude oder auf dem Schulhof und fotografieren oder notieren ihre Fundstücke.
Beispiel: Hausnummern, Seitenzahlen, Uhrzeiten, Preise oder Trikotnummern werden gesammelt und sortiert.
Ziel: Die Kinder erkennen unterschiedliche Bedeutungen und Verwendungen von Zahlen.
2. Eine Zahl auf viele Arten darstellen
Thema: Zahlvorstellung
So funktioniert’s: Die Kinder stellen eine ausgewählte Zahl mit verschiedenen Materialien, Bildern und Rechnungen dar.
Beispiel: Die Zahl 24 wird mit Zehnerstangen und Einern, im Punktefeld, als Geldbetrag und als Rechnung dargestellt.
Ziel: Die Kinder verknüpfen unterschiedliche Darstellungen einer Zahl miteinander.
3. Zahlzerlegungen schütteln
Thema: Zahlzerlegung
So funktioniert’s: Zweifarbige Plättchen werden in einem Becher geschüttelt, ausgeschüttet und nach Farben sortiert.
Beispiel: Von zehn Plättchen sind sechs rot und vier blau: 10 = 6 + 4.
Ziel: Die Kinder entdecken verschiedene Zerlegungen einer Zahl und entwickeln Sicherheit im Einspluseins.
4. Bündeln und Entbündeln
Thema: Stellenwertverständnis
So funktioniert’s: Eine größere Menge wird zunächst einzeln gezählt und anschließend immer zu Zehnern gebündelt.
Beispiel: 47 Strohhalme werden zu vier Zehnerbündeln und sieben einzelnen Strohhalmen zusammengefasst.
Ziel: Die Kinder verstehen das Zehnersystem und die Bedeutung der einzelnen Stellenwerte.
5. Den Zahlenstrahl begehen
Thema: Orientierung im Zahlenraum
So funktioniert’s: Ein großer Zahlenstrahl wird auf dem Boden ausgelegt. Die Kinder stellen sich auf Zahlen und führen Sprünge aus.
Beispiel: Ein Kind startet bei 18, springt drei Zehnersprünge und anschließend vier Einerschritte.
Ziel: Die Kinder entwickeln Vorstellungen von Zahlenabständen und Rechenwegen.
6. Zahlen auf einer Leine ordnen
Thema: Größenbeziehungen zwischen Zahlen
So funktioniert’s: Zahlenkarten werden an einer Wäscheleine passend angeordnet und ihre Positionen gemeinsam überprüft.
Beispiel: Die Zahlen 27, 39, 52 und 71 werden der Größe nach aufgehängt.
Ziel: Die Kinder vergleichen und ordnen Zahlen und begründen ihre Entscheidungen.

Rechenoperationen und Rechenstrategien
7. Rechengeschichten nachspielen
Thema: Addition und Subtraktion verstehen
So funktioniert’s: Die Kinder stellen Rechengeschichten mit Figuren, Plättchen oder im Rollenspiel dar.
Beispiel: Fünf Kinder warten an der Haltestelle, drei weitere kommen hinzu.
Ziel: Die Kinder verknüpfen konkrete Handlungen mit passenden Rechenoperationen.
8. Rechenwege legen und vergleichen
Thema: Halbschriftliches Rechnen
So funktioniert’s: Die Kinder legen ihren Rechenweg mit Material und erklären ihn einem Partnerkind.
Beispiel: 48 + 27 wird über 48 + 20 + 7 oder über 48 + 2 + 25 gelöst.
Ziel: Die Kinder entwickeln, vergleichen und reflektieren unterschiedliche Rechenstrategien.
9. Entdeckerpäckchen erforschen
Thema: Muster und Aufgabenbeziehungen
So funktioniert’s: Die Kinder lösen strukturierte Aufgabenpäckchen, markieren Veränderungen und formulieren ihre Entdeckungen.
Beispiel: 3 + 7, 4 + 6, 5 + 5 und 6 + 4 haben immer dasselbe Ergebnis.
Ziel: Die Kinder erkennen mathematische Muster und begründen Zusammenhänge. Anregungen bietet KIRA zum Format Schöne Päckchen.
10. Zahlenmauern verändern
Thema: Operative Aufgabenvariation
So funktioniert’s: Die Kinder bauen oder berechnen Zahlenmauern und verändern gezielt einzelne Grundsteine.
Beispiel: Der mittlere Grundstein wird immer um eins erhöht. Die Kinder untersuchen, wie sich der Deckstein verändert.
Ziel: Die Kinder erkennen Auswirkungen gezielter Veränderungen und beschreiben Gesetzmäßigkeiten. Materialideen bietet PIKAS zu Zahlenmauern.
11. Eine Zielzahl treffen
Thema: Strategisches Rechnen
So funktioniert’s: Die Kinder wählen Start- und Rechenzahlen so aus, dass eine vorgegebene Zielzahl erreicht wird.
Beispiel: Mit fünf Zahlenfeldern soll genau die Zielzahl 50 getroffen werden.
Ziel: Die Kinder probieren systematisch, verändern ihre Strategien und nutzen Zahlbeziehungen. Das Aufgabenformat wird bei KIRA unter Triff die 50 vorgestellt.
12. Malaufgaben mit Punktefeldern legen
Thema: Multiplikationsverständnis
So funktioniert’s: Die Kinder legen gleich große Gruppen oder rechteckige Punktefelder und notieren passende Malaufgaben.
Beispiel: Vier Reihen mit jeweils sechs Plättchen zeigen die Aufgabe 4 · 6.
Ziel: Die Kinder verstehen Multiplikation als Zusammenfassen gleich großer Gruppen.
13. Schwierige Aufgaben aus Kernaufgaben ableiten
Thema: Sicher im kleinen Einmaleins
So funktioniert’s: Eine bekannte Malaufgabe wird mit Material dargestellt und anschließend gezielt verändert.
Beispiel: Aus 5 · 7 wird durch eine zusätzliche Siebenerreihe die Aufgabe 6 · 7 abgeleitet.
Ziel: Die Kinder nutzen Aufgabenbeziehungen, anstatt jede Malaufgabe einzeln auswendig zu lernen.
14. Verteilen und Aufteilen
Thema: Divisionsverständnis
So funktioniert’s: Gegenstände werden gerecht verteilt oder zu gleich großen Gruppen zusammengefasst.
Beispiel: Zwölf Plättchen werden auf drei Kinder verteilt oder zu Dreiergruppen gelegt.
Ziel: Die Kinder unterscheiden grundlegende Vorstellungen der Division und ordnen passende Rechnungen zu.

Raum und Form
15. Formen in der Umgebung suchen
Thema: Geometrische Grundformen
So funktioniert’s: Die Kinder suchen Gegenstände mit bestimmten Formen und dokumentieren ihre Entdeckungen.
Beispiel: Eine Uhr wird dem Kreis, ein Fenster dem Rechteck und ein Verkehrsschild dem Dreieck zugeordnet.
Ziel: Die Kinder erkennen geometrische Formen in ihrer Lebenswelt und beschreiben ihre Eigenschaften.
16. Figuren mit Tangram legen
Thema: Ebene Figuren zusammensetzen
So funktioniert’s: Die Kinder legen Figuren aus allen sieben Tangramteilen und vergleichen verschiedene Lösungen.
Beispiel: Aus den sieben Teilen entstehen eine Katze, ein Haus oder ein Schwan.
Ziel: Die Kinder entwickeln ihre Raumvorstellung und untersuchen das Zusammensetzen und Zerlegen ebener Figuren.
17. Figuren auf dem Geobrett spannen
Thema: Eigenschaften ebener Figuren
So funktioniert’s: Die Kinder spannen mit Gummibändern unterschiedliche Figuren auf einem Geobrett.
Beispiel: Es werden möglichst viele verschiedene Dreiecke oder Vierecke gespannt.
Ziel: Die Kinder vergleichen Figuren anhand ihrer Seiten, Ecken und Flächen.
18. Symmetrie mit Spiegeln untersuchen
Thema: Achsensymmetrie
So funktioniert’s: Die Kinder legen halbe Figuren und überprüfen mit einem Spiegel, wie die vollständige Figur aussieht.
Beispiel: Eine halbe Plättchenfigur wird so ergänzt, dass ein symmetrisches Muster entsteht.
Ziel: Die Kinder erkennen Symmetrieachsen und stellen symmetrische Figuren her.
19. Würfelgebäude bauen
Thema: Raumvorstellung und Baupläne
So funktioniert’s: Die Kinder bauen Würfelgebäude nach, beschreiben sie und zeichnen passende Baupläne oder Seitenansichten.
Beispiel: Ein Gebäude aus acht Würfeln wird anhand eines Bauplans rekonstruiert.
Ziel: Die Kinder wechseln zwischen dreidimensionalen Bauwerken und zweidimensionalen Darstellungen. Eine vollständige Unterrichtsreihe findet sich bei PIKAS zu Würfelgebäuden.
20. Körpernetze erproben
Thema: Netze geometrischer Körper
So funktioniert’s: Vorgegebene Netze werden ausgeschnitten, gefaltet und auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft.
Beispiel: Die Kinder untersuchen, welche Anordnungen aus sechs Quadraten zu einem Würfel gefaltet werden können.
Ziel: Die Kinder erkennen Zusammenhänge zwischen Körpern und ihren Netzen.
21. Umfang und Fläche vergleichen
Thema: Umfang und Flächeninhalt
So funktioniert’s: Figuren werden mit Schnur umlegt und mit Einheitsquadraten ausgelegt.
Beispiel: Zwei Figuren besitzen dieselbe Fläche, aber unterschiedlich lange Randlinien.
Ziel: Die Kinder unterscheiden Umfang und Flächeninhalt durch konkrete Handlungen.

Größen und Messen
22. Eine Längen-Messwerkstatt durchführen
Thema: Längen schätzen und messen
So funktioniert’s: Die Kinder schätzen verschiedene Längen und überprüfen ihre Vermutungen mit passenden Messgeräten.
Beispiel: Die Länge eines Tisches wird zuerst in Handspannen und anschließend in Zentimetern gemessen.
Ziel: Die Kinder bauen tragfähige Größenvorstellungen auf und wählen geeignete Maßeinheiten.
23. Ein Waagenlabor einrichten
Thema: Gewichte vergleichen
So funktioniert’s: Gegenstände werden zunächst durch Anheben verglichen und anschließend mit einer Waage gewogen.
Beispiel: Die Kinder prüfen, ob ein großes leeres Gefäß wirklich schwerer ist als ein kleiner Stein.
Ziel: Die Kinder unterscheiden Größe und Gewicht und entwickeln Stützpunktvorstellungen.
24. Füllmengen erforschen
Thema: Volumen und Rauminhalt
So funktioniert’s: Flüssigkeiten werden zwischen unterschiedlich geformten Gefäßen umgefüllt und gemessen.
Beispiel: Die Kinder untersuchen, ob ein hohes schmales Glas mehr Wasser fasst als ein niedriges breites Glas.
Ziel: Die Kinder vergleichen Füllmengen und lösen sich von rein visuellen Einschätzungen.
25. Zeitspannen erleben
Thema: Zeit und Dauer
So funktioniert’s: Die Kinder schätzen die Dauer verschiedener Tätigkeiten und überprüfen ihre Vermutungen mit einer Stoppuhr.
Beispiel: Wie lange dauert es, das Alphabet aufzusagen, die Schuhe zu binden oder einmal über den Schulhof zu laufen?
Ziel: Die Kinder entwickeln realistische Vorstellungen von Sekunden und Minuten.
26. Einen Klassenladen eröffnen
Thema: Geld und Rechnen mit Größen
So funktioniert’s: Die Kinder kaufen und verkaufen Waren mit Spielgeld und finden unterschiedliche Bezahlmöglichkeiten.
Beispiel: Ein Artikel kostet 3,70 Euro. Die Kinder bezahlen passend oder berechnen das Rückgeld.
Ziel: Die Kinder wenden Geldbeträge und Rechenoperationen in einer lebensnahen Situation an.
27. Fermi-Aufgaben untersuchen
Thema: Schätzen und Modellieren
So funktioniert’s: Die Kinder zerlegen eine offene Frage in kleinere Teilfragen, schätzen benötigte Werte und entwickeln einen nachvollziehbaren Lösungsweg.
Beispiel: Wie viele Schritte gehen alle Kinder unserer Klasse zusammen an einem Schultag?
Ziel: Die Kinder treffen Annahmen, nutzen Alltagswissen und begründen überschlägige Ergebnisse.

Daten, Wahrscheinlichkeit und Kombinatorik
28. Eine Klassenumfrage durchführen
Thema: Daten erheben und auswerten
So funktioniert’s: Die Kinder entwickeln eine Frage, befragen die Klasse und halten die Ergebnisse in einer Strichliste fest.
Beispiel: „Wie kommst du morgens zur Schule?“
Ziel: Die Kinder erheben Daten systematisch und beantworten Fragen mithilfe ihrer Ergebnisse.
29. Diagramme aus Materialien bauen
Thema: Daten darstellen
So funktioniert’s: Die Ergebnisse einer Umfrage werden zunächst mit Steckwürfeln oder Gegenständen als Säulendiagramm aufgebaut.
Beispiel: Für jede Stimme zur Lieblingsobstsorte wird ein Würfel auf die entsprechende Säule gesetzt.
Ziel: Die Kinder verstehen, wie Daten in Diagrammen dargestellt und miteinander verglichen werden.
30. Würfelexperimente durchführen
Thema: Zufall und Wahrscheinlichkeit
So funktioniert’s: Vor dem Würfeln stellen die Kinder Vermutungen auf, führen viele Versuche durch und dokumentieren die Ergebnisse.
Beispiel: Ein Würfel wird 60-mal geworfen. Die Häufigkeiten der Augenzahlen werden verglichen.
Ziel: Die Kinder unterscheiden einzelne Zufallsergebnisse von langfristigen Häufigkeiten.
31. Faire Glücksräder entwickeln
Thema: Gewinnchancen
So funktioniert’s: Die Kinder testen verschiedene Glücksräder, vergleichen die Gewinnfelder und verändern deren Aufteilung.
Beispiel: Zwei Farben sollen dieselbe Gewinnchance erhalten. Wie müssen die Felder gestaltet sein?
Ziel: Die Kinder schätzen Gewinnchancen ein und begründen, wann ein Spiel fair ist. Anregungen finden sich bei PIKAS zu Zufallsexperimenten.
32. Verschiedene Türme bauen
Thema: Kombinatorik
So funktioniert’s: Die Kinder bauen Türme aus farbigen Steckwürfeln und suchen möglichst systematisch alle Möglichkeiten.
Beispiel: Wie viele unterschiedliche Dreiertürme lassen sich aus einem roten, einem blauen und einem gelben Würfel bauen?
Ziel: Die Kinder entwickeln Ordnungsstrategien und begründen, warum keine Möglichkeit fehlt. Weitere Ideen bietet PIKAS zur Kombinatorik.

Mein Fazit
Handlungsorientierter Matheunterricht schafft Lerngelegenheiten, in denen Kinder Mathe nicht nur ausführen, sondern wirklich verstehen können. Durch das Legen, Bauen, Messen, Sortieren und Experimentieren entwickeln sie eigene Vorstellungen, entdecken Zusammenhänge und lernen, ihre Lösungswege nachvollziehbar zu erklären.
Dabei braucht es nicht immer aufwendiges Material. Häufig reichen wenige Plättchen, Würfel, Steckwürfel oder Gegenstände aus dem Klassenraum, um eine ergiebige Forscherfrage zu entwickeln. Besonders wertvoll wird die Handlung dann, wenn die Kinder ihre Beobachtungen anschließend beschreiben, vergleichen und begründen dürfen.
Ich hoffe, dass euch diese Themensammlung dabei unterstützt, noch mehr entdeckende und handlungsorientierte Lerngelegenheiten in euren Mathematikunterricht einzubauen.
Eure Caro
Instagram – Alles für die Schule.
FAQ
Was versteht man unter handlungsorientiertem Mathematikunterricht?
Handlungsorientierter Mathematikunterricht ermöglicht den Kindern, mathematische Inhalte durch eigenes Tun zu erschließen. Sie legen, bauen, sortieren, messen oder experimentieren und sprechen anschließend über ihre Beobachtungen und Lösungswege.
Reicht es aus, den Kindern Material zur Verfügung zu stellen?
Nein. Das Material soll gezielt dazu beitragen, mathematische Zusammenhänge sichtbar zu machen. Entscheidend ist, dass die Kinder ihre Handlungen beschreiben, passende Darstellungen anfertigen und die gewonnenen Erkenntnisse mit mathematischen Begriffen und Symbolen verknüpfen.
Für welche Klassenstufen eignet sich handlungsorientierter Mathematikunterricht?
Handlungsorientierte Lerngelegenheiten eignen sich für alle Klassenstufen der Grundschule. Die Aufgabenstellung, der Zahlenraum, die verwendeten Materialien und die Anforderungen an die Begründungen können an das jeweilige Lernniveau angepasst werden.
Welche Materialien werden dafür benötigt?
Viele Ideen lassen sich mit einfachen Materialien umsetzen. Geeignet sind beispielsweise Wendeplättchen, Steckwürfel, Zahlenkarten, Würfel, Spiegel, Geobretter, Schnüre, Messgeräte, Spielgeld oder Alltagsgegenstände aus dem Klassenraum.
Wie werden die Entdeckungen der Kinder gesichert?
Die Kinder können ihre Ergebnisse zeichnen, fotografieren, in einem Forscherheft dokumentieren oder auf einem Plakat festhalten. In einer gemeinsamen Mathekonferenz werden unterschiedliche Lösungswege vorgestellt, verglichen und mithilfe eines Wortspeichers versprachlicht.
Wie kann handlungsorientierter Mathematikunterricht differenziert werden?
Unterstützend können vorbereitete Materialien, kleinere Zahlenräume, Tippkarten oder Satzanfänge angeboten werden. Leistungsstärkere Kinder können zusätzliche Bedingungen untersuchen, eigene Aufgaben entwickeln, Verallgemeinerungen formulieren oder ihre Entdeckungen begründen.
Muss jede mathematische Regel selbst entdeckt werden?
Nein. Nicht alle Fachbegriffe, Schreibweisen oder Rechenverfahren können vollständig selbstständig entdeckt werden. Die Lehrkraft entscheidet, wann eine angeleitete Einführung notwendig ist und wann sich ein Inhalt für eine offene Forscheraufgabe eignet.
Welche Fragen regen mathematische Entdeckungen an?
Besonders geeignet sind offene Impulse wie: „Was fällt dir auf?“, „Wie bist du vorgegangen?“, „Findest du noch eine andere Möglichkeit?“, „Was verändert sich?“ oder „Ist das immer so? Begründe deine Vermutung.“







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