Unterrichtsbesuch PDF Vorlage: So kannst du deine schriftliche Unterrichtsplanung strukturieren

17

  Minute Lesedauer
Unterrichtsbesuch PDF Vorlage

Home > Blog > Unterrichtsbesuch PDF Vorlage

Quick Facts: Unterrichtsbesuch Vorlage

  • Eine gute Vorlage für den Unterrichtsbesuch hilft dir dabei, deine Gedanken zu sortieren und nicht jedes Mal bei null anzufangen. Gerade im Referendariat ist das Gold wert, weil du neben Unterricht, Seminar, Schule, Material, Hospitationen und Nachbesprechungen sowieso schon genug im Kopf hast.

  • Ich habe mein Referendariat in NRW an der Grundschule gemacht, von Mai 2024 bis November 2025 am ZfsL Bochum. Insgesamt hatte ich 10 Unterrichtsbesuche: 5 in Mathe/Deutsch und 5 in Kunst. Für meine Unterrichtsbesuche hatte ich eine grobe Vorlage vom ZfsL, die ich für mich angepasst und dann für jeden UB neu ausgefüllt habe.

  • Meine editierbare Blanko-Vorlage für die schriftliche Unterrichtsplanung verkaufe ich bei Eduki. Du findest sie hier: Blanko-Vorlage schriftliche Unterrichtsplanung – Unterrichtsbesuch Referendariat

Warum eine Vorlage für den Unterrichtsbesuch so hilfreich ist

Ein Unterrichtsbesuch ist im Referendariat schon aufregend genug. Man plant eine Stunde, denkt über Lernziele nach, erstellt Material, formuliert ein Kernanliegen, überlegt sich Differenzierung, plant Übergänge, Sicherung, Reflexion und meistens auch noch mögliche Stolperstellen.

Und dann kommt noch die schriftliche Planung dazu.

Gerade am Anfang des Referendariats kann sich das total überwältigend anfühlen. Was muss in den Entwurf? Wie ausführlich muss ich schreiben? Was gehört in die Bedingungsanalyse? Wie formuliere ich ein Kernanliegen? Wie detailliert muss der Verlaufsplan sein? Und wie schaffe ich es, nicht jedes Mal komplett neu anzufangen?

Ich hatte im Referendariat eine grobe Vorlage von meinem ZfsL und habe sie dann für meine Unterrichtsbesuche angepasst. Für jeden UB habe ich sie neu ausgefüllt. Dadurch musste ich nicht jedes Mal überlegen, welche Bausteine überhaupt in die Planung gehören, sondern konnte mich mehr auf die eigentliche Stunde konzentrieren.

Wenn du noch ganz am Anfang deiner Planung stehst, passt dazu auch mein Artikel Wie bereite ich mich auf den ersten Unterrichtsbesuch vor? Dort geht es eher um die Vorbereitung der Stunde selbst. In diesem Artikel geht es um die schriftliche Vorlage und die Frage, wie du deinen Unterrichtsbesuch strukturiert verschriftlichen kannst.

Unterrichtsbesuch Vorlage: Was sollte enthalten sein?

Eine Vorlage für den Unterrichtsbesuch sollte dir nicht noch mehr Arbeit machen. Sie sollte dir Arbeit abnehmen.

Für mich war eine gute Vorlage vor allem dann hilfreich, wenn sie klar aufgebaut war und mich durch die wichtigsten Punkte geführt hat. Ich wollte nicht jedes Mal ein komplett neues Dokument bauen, Formatierungen anpassen oder überlegen, welche Überschrift jetzt wohin gehört.

Natürlich unterscheiden sich die Anforderungen je nach Bundesland, ZfsL, Fachleitung, Seminar und Ausbildungsphase. Manche brauchen nur eine kurze Planung, andere einen ausführlicheren schriftlichen Entwurf. Deshalb ist es immer wichtig, die Vorgaben deines Seminars und deiner Fachleitung zu beachten. Trotzdem gibt es einige Bausteine, die in vielen Unterrichtsbesuch-Planungen vorkommen.

Möglicher Aufbau einer schriftlichen Unterrichtsplanung

Eine schriftliche Unterrichtsplanung für einen Unterrichtsbesuch kann zum Beispiel so aufgebaut sein:

BestandteilWorum geht es?
DeckblattThema, Fach, Klasse, Datum, Schule, Fachleitung, Mentor:in
Thema der UnterrichtsreiheWorum geht es in der gesamten Reihe?
Thema der StundeWorum geht es konkret in dieser Stunde?
Kernanliegen / ZielWas sollen die Kinder in dieser Stunde lernen?
Einordnung in die ReiheWelche Stunde ist es innerhalb der Unterrichtsreihe?
BedingungsanalyseWas ist wichtig über Lerngruppe, Klasse, Raum, Rituale, Vorwissen?
SachanalyseWelche fachlichen Inhalte sind für die Stunde relevant?
Didaktische AnalyseWarum ist der Inhalt für die Kinder bedeutsam?
Methodische AnalyseWarum wählst du diese Methoden, Sozialformen und Materialien?
DifferenzierungWie unterstützt du unterschiedliche Lernstände?
VerlaufsplanWie läuft die Stunde konkret ab?
Reflexion / AusblickWas folgt aus der Stunde für die nächste Stunde?
Material / AnhangArbeitsblätter, Tafelbild, Hilfekarten, Literatur

Nicht jede Planung muss immer gleich ausführlich sein. Gerade bei Unterrichtsbesuchen im Referendariat kommt es sehr darauf an, welche Vorgaben du bekommst. Aber diese Übersicht zeigt gut, welche Bereiche grundsätzlich relevant sein können.

Das Deckblatt: kurz, übersichtlich, formal sauber

Das Deckblatt ist nicht der wichtigste Teil deiner Planung, aber es sorgt für Orientierung. Dort stehen meistens die wichtigsten formalen Angaben:

  • Name

  • Schule

  • Klasse

  • Fach

  • Datum

  • Uhrzeit

  • Thema der Reihe

  • Thema der Stunde

  • Fachleitung

  • Ausbildungslehrkraft / Mentor:in

  • ggf. ZfsL

  • ggf. Ausbildungsfach

Ich würde das Deckblatt schlicht halten. Es muss nicht fancy sein. Es soll einfach übersichtlich sein und zeigen, worum es geht. Gerade wenn du mehrere Unterrichtsbesuche hast, ist es praktisch, wenn du dafür eine feste Vorlage nutzt und nur die Angaben änderst. Mehr zu meinen Unterrichtsbesuchen im Ref findest du auch im Artikel Anzahl Unterrichtsbesuche im Referendariat.

Thema der Reihe und Thema der Stunde

Dieser Teil wirkt klein, ist aber super wichtig. Das Thema der Reihe und das Thema der Stunde sollten klar voneinander getrennt sein.

Beispiel Mathematik:

  • Thema der Reihe:
    Wir werden Mess-Profis – Wir schätzen, messen, vergleichen und nutzen Größen in unserem Alltag.

  • Thema der Stunde:
    Wir schätzen und messen Längen mit geeigneten Messgeräten.

Oder Deutsch:

  • Thema der Reihe:
    Wir schreiben spannende Geschichten.

  • Thema der Stunde:
    Wir schreiben einen Geschichtenanfang, der neugierig macht.

Das Reihenthema zeigt den größeren Zusammenhang. Das Stundenthema zeigt den konkreten Fokus. Gerade bei Unterrichtsbesuchen ist es wichtig, dass die Stunde nicht zu groß wird. Ein häufiger Fehler ist, dass man in einer Stunde viel zu viel zeigen möchte. Eine klare Themenformulierung hilft dabei, die Stunde einzugrenzen.

Wenn du nach konkreten Themenideen suchst, passen auch meine Sammlungen Mögliche Unterrichtsbesuche in Deutsch Klasse 3 Grundschule NRW oder die Ideensammlung Unterrichtsbesuch Mathe 3.

Das Kernanliegen: Der wichtigste Satz deiner Planung

Für mich ist das Kernanliegen einer der wichtigsten Teile der Unterrichtsplanung. Denn hier zeigt sich: Was sollen die Kinder wirklich lernen? Nicht: Was machen die Kinder? Sondern: Was lernen sie? Das ist ein riesiger Unterschied.

Nicht so stark: „Die Kinder bearbeiten ein Arbeitsblatt zu Diagrammen.“ Besser: „Die Lernenden entnehmen einem Säulendiagramm Informationen, indem sie Häufigkeiten vergleichen und passende Aussagen formulieren, um Daten aus ihrer Lebenswelt zu deuten.“

Ein gutes Kernanliegen hilft nicht nur bei der Planung. Es hilft dir auch später in der Nachbesprechung nach dem Unterrichtsbesuch, weil du klar sagen kannst, woran du den Lernzuwachs festmachen wolltest. Die ..., indem ..., um ... -Formulierung wurde sich bei uns immer gewünscht!

Unterrichtsbesuch PDF Vorlage

Einordnung in die Unterrichtsreihe

In der Einordnung in die Unterrichtsreihe zeigst du, wo deine Stunde steht. Dafür reicht oft eine kleine Tabelle. Beispiel:

StundeThema
1Wir entdecken Größen in unserem Alltag
2Wir schätzen und messen Längen
3Wir vergleichen und ordnen Längen
4Wir messen Gewichte
5Wir nutzen Größen in Sachsituationen

Die UB-Stunde kann dann markiert werden. Diese Übersicht ist hilfreich, weil deine Fachleitung direkt sieht: Die Stunde steht nicht isoliert da. Sie ist Teil einer durchdachten Reihe.

Ich nutze solche Reihenübersichten auch in meinen Artikeln zu Unterrichtsreihen, zum Beispiel bei Größen und Messen in der Grundschule, Diagramme im Matheunterricht oder Symmetrie im Matheunterricht.

Bedingungsanalyse: Was ist wirklich relevant?

Die Bedingungsanalyse war für mich am Anfang einer der Teile, bei denen ich unsicher war. Was muss da rein? Wie ausführlich muss ich werden? Was ist wichtig und was ist egal? Grundsätzlich geht es darum, die Bedingungen deiner Lerngruppe und deines Unterrichts zu beschreiben. Aber nicht alles, was du über die Klasse weißt, muss in den Entwurf. Relevant ist vor allem das, was für diese Stunde wichtig ist. Mögliche Aspekte:

  • Klassenstufe

  • Anzahl der Kinder

  • Lernstand zum Thema

  • Arbeits- und Sozialverhalten

  • bekannte Rituale

  • sprachliche Voraussetzungen

  • besondere Unterstützungsbedarfe

  • Leistungsheterogenität

  • räumliche Bedingungen

  • Materialerfahrungen

  • Vorwissen aus vorherigen Stunden

Wichtig ist: Die Bedingungsanalyse sollte nicht nur beschreiben, sondern Konsequenzen für deine Planung haben. Nicht nur: „In der Klasse gibt es leistungsstarke und leistungsschwächere Kinder.“ Sondern: „Da die Lerngruppe im Bereich der Lesekompetenz sehr heterogen ist, erhalten einige Kinder Satzanfänge und markierte Schlüsselwörter als Unterstützung, während stärkere Kinder eigene Begründungen formulieren.“ Genau dadurch wird sichtbar, dass du deine Klasse kennst und deine Stunde passend planst.

Sachanalyse: Was muss ich fachlich wissen?

In der Sachanalyse geht es um den fachlichen Hintergrund deiner Stunde. Hier erklärst du nicht deine Methode, sondern den Inhalt. Bei Symmetrie könnte es zum Beispiel um Achsensymmetrie, Spiegelachse und Spiegelgleichheit gehen. Bei Diagrammen um Daten, Häufigkeiten, Tabellen und Säulendiagramme. Bei einer Vorgangsbeschreibung um Merkmale, Reihenfolge, sachliche Sprache und passende Satzanfänge.

Die Sachanalyse muss nicht künstlich kompliziert sein. Aber sie sollte zeigen, dass du den fachlichen Inhalt verstanden hast. Beispiel: Wenn du eine Stunde zu Spiegelbildern auf dem Gitter machst, solltest du fachlich erklären können:

  • Was ist Achsensymmetrie?

  • Was ist eine Symmetrieachse?

  • Was bedeutet spiegelgleich?

  • Warum müssen Punkte auf beiden Seiten den gleichen Abstand zur Achse haben?

  • Welche typischen Fehlvorstellungen können Kinder haben?

Wenn du beispielsweise eine Stunde zu Wortbausteinen und Rechtschreibstrategien planst, solltest du fachlich klären, welche Strategie im Mittelpunkt steht und warum sie für das richtige Schreiben hilfreich ist.

Didaktische Analyse: Warum ist das wichtig für die Kinder?

Die didaktische Analyse beantwortet im Kern die Frage: Warum sollen die Kinder das lernen? Hier geht es um Bedeutung, Lebensweltbezug, Lehrplanbezug und Lernchancen. Beispiele:

Eine gute didaktische Analyse zeigt also nicht nur: „Das steht im Lehrplan.“
Sondern auch: „Das ist für diese Kinder bedeutsam, weil …“

Methodische Analyse: Warum plane ich die Stunde genau so?

In der methodischen Analyse begründest du deine Entscheidungen.

  • Warum dieser Einstieg?

  • Warum Partnerarbeit?

  • Warum ein Bildimpuls?

  • Warum dieses Material?

  • Warum diese Sicherung?

  • Warum diese Differenzierung?

Hi er kannst du zeigen, dass deine Stunde nicht zufällig aufgebaut ist, sondern bewusst. Beispiel: „Der Einstieg über einen halbfertigen Schmetterling aktiviert das Vorwissen der Kinder zur Symmetrie und führt direkt zur Problemfrage, wie ein Spiegelbild passend ergänzt werden kann.“Oder: „Die Satzanfänge in der Sicherung helfen den Kindern, ihre Beobachtungen zu versprachlichen und den Lernzuwachs sichtbar zu machen.“

Methodische Analyse bedeutet nicht, jeden Schritt schönzureden. Es geht darum, nachvollziehbar zu begründen, warum du genau diese Entscheidungen getroffen hast.

Differenzierung: Nicht nur Zusatzaufgaben

Differenzierung ist in Unterrichtsbesuchen fast immer ein wichtiges Thema. Aber Differenzierung bedeutet nicht einfach: schnelle Kinder bekommen ein Extra-Arbeitsblatt. Gute Differenzierung kann ganz unterschiedlich aussehen:

  • Satzanfänge

  • Hilfekarten

  • Tippkarten

  • unterschiedliche Schwierigkeitsgrade

  • Material zum Anfassen

  • Partnerarbeit

  • reduzierte Aufgabenmenge

  • offene Aufgaben

  • Wortspeicher (Sprachspeicher, sobald ganze Sätze darin stehen)

  • Beispielaufgaben

  • Reflexionsfragen für stärkere Kinder

Wichtig ist, dass die Differenzierung zum Lernziel passt. Wenn das Lernziel zum Beispiel ist, Diagramme zu lesen und Aussagen zu formulieren, kann Differenzierung bedeuten:

  • einige Kinder bekommen Satzanfänge

  • einige Kinder bekommen markierte Kategorien

  • stärkere Kinder formulieren eigene Fragen zum Diagramm

Wenn das Lernziel ist, Längen zu messen, kann Differenzierung bedeuten:

  • manche Kinder messen einfache Gegenstände mit dem Lineal

  • andere wählen selbst passende Messgeräte

  • stärkere Kinder vergleichen Messgeräte oder erklären Messabweichungen

Differenzierung sollte also nicht neben der Stunde stehen, sondern Teil der Lernaufgabe sein.

Der Verlaufsplan: Das Herzstück der Vorlage

Der Verlaufsplan war für mich immer der Teil, den ich am häufigsten angeschaut habe. Er zeigt ganz konkret:

  • Was passiert wann?

  • Was macht die Lehrkraft?

  • Was machen die Schüler*innen?

  • Welche Sozialform wird genutzt?

  • Welche Medien und Materialien werden eingesetzt?

  • Wie lange dauert die Phase?

  • Worauf muss ich achten?

Ein möglicher Verlaufsplan kann so aussehen:

PhaseZeitUnterrichtsgeschehenSozialformMaterial / Medien
Einstieg5 Min.Impuls, Problemfrage, Aktivierung von VorwissenPlenumBildimpuls / Tafel
Erarbeitung10 Min.gemeinsame Strategie oder Vorgehensweise klärenPlenum / PartnerTafelbild / Beispiel
Arbeitsphase20 Min.Kinder wenden die Strategie anEA / PA / GAArbeitsblatt / Material
Sicherung10 Min.Ergebnisse vergleichen und Lernziel sichernPlenumTafel / Dokumentenkamera
Reflexion5 Min.Kinder formulieren Erkenntnis oder nächsten SchrittPlenumSatzanfänge

Natürlich hängt der genaue Aufbau von deiner Stunde ab. Aber eine klare Struktur hilft dir und allen, die deine Planung lesen. Gerade bei Unterrichtsbesuchen würde ich darauf achten, dass die Sicherung nicht zu kurz kommt. Sie ist oft der Moment, in dem sichtbar wird, ob das Kernanliegen erreicht wurde.

Material und Anhang

Im Anhang sammelst du alles, was zur Stunde gehört. Zum Beispiel:

  • Arbeitsblätter

  • Tippkarten

  • Differenzierungsmaterial

  • Tafelbild

  • Bildimpulse

  • Lesetexte

  • Satzanfänge

  • Beobachtungsbogen

  • Checklisten

  • Reflexionskarten

  • Literatur

  • ggf. Sitzplan

Ich würde den Anhang ordentlich und übersichtlich halten. Nicht alles muss riesig kommentiert werden, aber es sollte klar sein, welches Material wofür gedacht ist. Wenn du deine Materialien selbst erstellst, kann auch mein Artikel zur Materialerstellung mit Canva hilfreich sein. Gerade Arbeitsblätter, Tippkarten, Satzanfänge und Tafelbildvorlagen lassen sich damit gut gestalten.

Unterrichtsbesuch PDF Vorlage

Meine Vorlage für Unterrichtsbesuche

Aus meiner eigenen Erfahrung heraus habe ich eine editierbare Blanko-Vorlage für schriftliche Unterrichtsplanungen erstellt. Ich habe sie auf Grundlage meiner Erfahrungen im Referendariat entwickelt, weil ich weiß, wie viel Zeit solche formalen Dinge kosten können. Du findest sie hier bei Eduki: Blanko-Vorlage schriftliche Unterrichtsplanung – Unterrichtsbesuch Referendariat – editierbare Datei

Die Vorlage ist besonders praktisch, wenn du nicht jedes Mal bei null starten möchtest und eine klare Struktur für deine Unterrichtsbesuche suchst. Wichtig ist aber: Eine Vorlage ersetzt nicht dein Denken. Sie hilft dir beim Sortieren. Sie nimmt dir Formatierung und Struktur ab. Aber die eigentliche didaktische Entscheidung triffst immer noch du. Und genau das ist auch gut so.

Für wen eignet sich eine Unterrichtsbesuch-Vorlage?

Eine Unterrichtsbesuch-Vorlage eignet sich besonders für:

  • Referendar*innen im Lehramt

  • Lehramtsanwärter*innen in NRW

  • Studierende im Praxissemester

  • angehende Grundschullehrkräfte

  • Personen, die zum ersten Mal einen Unterrichtsentwurf schreiben

  • alle, die bei schriftlichen Planungen Struktur brauchen

Ich hätte mir am Anfang meines Referendariats gewünscht, dass mir jemand einmal ganz klar zeigt: Das sind die Bausteine. Das kannst du vorbereiten. Das musst du anpassen. Und so kannst du deine Gedanken ordnen. Genau dafür ist eine Vorlage hilfreich.

Typische Fehler bei Unterrichtsbesuch-Entwürfen

Rückblickend würde ich sagen: Viele Fehler entstehen nicht, weil man sich keine Mühe gibt, sondern weil man zu viel gleichzeitig will. Typische Stolperstellen sind:

  • Das Kernanliegen ist zu unklar.

  • Die Stunde ist zu voll.

  • Der Verlaufsplan ist unrealistisch.

  • Die Sicherung passt nicht zum Lernziel.

  • Die Differenzierung ist nur Zusatzmaterial.

  • Die Bedingungsanalyse hat keine Konsequenz für die Planung.

  • Die methodische Analyse beschreibt nur, statt zu begründen.

  • Das Material ist schön, aber nicht lernwirksam.

  • Der Entwurf wirkt umfangreich, aber der rote Faden fehlt.

Für mich war es immer hilfreich, am Ende noch einmal zu fragen:

  • Kann ich das Kernanliegen in einem Satz sagen?

  • Zeigt jede Phase auf dieses Ziel?

  • Wird der Lernzuwachs sichtbar?

  • Ist die Stunde realistisch in 45 Minuten machbar?

  • Was passiert, wenn etwas länger dauert?

  • Was muss ich weglassen, damit die Stunde klarer wird?

Gerade der letzte Punkt ist schwer, aber wichtig. Gute Unterrichtsbesuche sind nicht unbedingt die vollsten Stunden. Oft sind es die klarsten.

Unterrichtsplanung und Nachbesprechung zusammendenken

Eine gute Vorlage hilft dir nicht nur vor dem UB, sondern auch danach. Denn was du im Entwurf schreibst, wird in der Nachbesprechung wieder wichtig. Wenn dein Kernanliegen klar formuliert ist, kannst du später besser reflektieren, ob es erreicht wurde. Wenn deine Differenzierung begründet ist, kannst du später einschätzen, ob sie wirklich geholfen hat. Wenn dein Verlaufsplan realistisch ist, kannst du besser sagen, wo du bewusst abgewichen bist.

Deshalb passt dieser Artikel auch sehr eng zu meinem Leitfaden zur Nachbesprechung. Die Planung und die Reflexion danach gehören für mich zusammen. Erst planst du: Was sollen die Kinder lernen? Dann unterrichtest du. Dann reflektierst du: Was haben die Kinder gelernt und was folgt daraus?

Mein Fazit zur Unterrichtsbesuch Vorlage

Eine Unterrichtsbesuch-Vorlage ist kein Wundermittel. Aber sie kann im Referendariat unglaublich entlasten. Mir hat eine feste Struktur geholfen, weil ich nicht jedes Mal neu überlegen musste, wie ich meine schriftliche Planung aufbaue. Ich konnte mich stärker auf das konzentrieren, was wirklich zählt: die Stunde, das Lernziel, die Kinder und meine didaktischen Entscheidungen.

Gerade wenn man mehrere Unterrichtsbesuche hat, lohnt es sich total, mit einer festen Vorlage zu arbeiten und diese immer weiter anzupassen. Mein Rat wäre: Nutze eine Vorlage nicht starr, sondern als Unterstützung. Passe sie an deine Vorgaben, dein Fach, deine Lerngruppe und deine Fachleitung an.

Und vergiss nicht: Der Entwurf muss nicht nur gut aussehen. Er muss dir helfen, guten Unterricht zu planen.

Eure Caro
Instagram – Für mehr ehrliche Einblicke in Referendariat, Unterrichtsbesuche und - planung.

FAQ

  • Was ist eine Unterrichtsbesuch Vorlage?

    Eine Unterrichtsbesuch Vorlage ist ein strukturierter Entwurf, der dir hilft, deine schriftliche Unterrichtsplanung aufzubauen. Sie enthält typische Bausteine wie Thema, Kernanliegen, Bedingungsanalyse, Sachanalyse, didaktische Analyse, methodische Analyse, Differenzierung, Verlaufsplan und Material.

  • Brauche ich im Referendariat eine Vorlage für Unterrichtsbesuche?

    Eine Vorlage ist nicht zwingend vorgeschrieben, kann aber sehr hilfreich sein. Sie spart Zeit, gibt Struktur und sorgt dafür, dass du wichtige Punkte nicht vergisst. Die genauen Anforderungen solltest du aber immer mit deinem ZfsL oder deiner Fachleitung abgleichen.

  • Was gehört in eine schriftliche Unterrichtsplanung?

    Häufig gehören Deckblatt, Thema der Reihe, Thema der Stunde, Kernanliegen, Einordnung in die Reihe, Bedingungsanalyse, Sachanalyse, didaktische Analyse, methodische Analyse, Differenzierung, Verlaufsplan und Materialanhang dazu.

  • Was ist das Kernanliegen im Unterrichtsbesuch?

    Das Kernanliegen beschreibt, was die Schüler*innen in der Stunde lernen sollen. Es sollte nicht nur die Tätigkeit der Kinder beschreiben, sondern den angestrebten Lernzuwachs sichtbar machen.

  • Ist ein Unterrichtsbesuch Beispiel PDF hilfreich?

    Ja, ein Beispiel oder eine Vorlage kann sehr hilfreich sein, weil du daran sehen kannst, wie eine schriftliche Planung aufgebaut sein kann. Wichtig ist aber, dass du die Vorlage an deine eigene Stunde, Lerngruppe und Seminarvorgaben anpasst.

  • Kann ich eine Vorlage für jeden Unterrichtsbesuch wiederverwenden?

    Ja, genau das ist der Vorteil. Du kannst eine Blanko-Vorlage für verschiedene Unterrichtsbesuche nutzen und immer wieder neu ausfüllen. Dabei solltest du sie aber fach- und stundenspezifisch anpassen. Ich habe die gleiche Vorlage für meine Unterrichtsbesuche und abschließende Lehrprobe genutzt.

  • Wo finde ich eine editierbare Vorlage für Unterrichtsbesuche?

Passende Artikel:

© 2026 Carosclass. Alle Rechte vorbehalten.