Unterrichtsentwurf Berufe: Unterrichtsreihe, UB-Stunde und Material

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Unterrichtsentwurf Berufe

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Quick Facts: Berufe und Arbeit

  • Die Reihe umfasst 7 aufeinander aufbauende Einheiten, in denen die Kinder Berufe, benötigte Fähigkeiten, Arbeitsteilung und den Wandel der Arbeitswelt kennenlernen.

  • Die Reihe ist besonders für die 2. Klasse konzipiert, lässt sich aber mit entsprechender Anpassung auch von Klasse 1 bis 4 umsetzen.

  • Als UB-Stunde untersuchen die Kinder am Beispiel eines Brötchens, welche Berufe an seiner Herstellung beteiligt sind und wie diese zusammenarbeiten.

  • Die Links zu Materialien sind Affiliate-Links. Für Käufer*innen ändert sich der Preis nicht, ich bekomme nur eine kleine Unterstützung für meine Arbeit.

Allgemeines zu Berufen

Das Thema Berufe wurde sich auf Instagram für eine zweite Klasse gewünscht. Ich selbst habe Sachunterricht nicht studiert und die Reihe deshalb auf Grundlage meiner Recherche und des NRW-Lehrplans entwickelt. Gleichzeitig ist das Thema so flexibel, dass es sich meiner Meinung nach wunderbar von Klasse 1 bis 4 aufbauen lässt.

Berufe gehören unmittelbar zur Lebenswelt der Kinder. Sie begegnen Menschen bei der Arbeit in der Schule, im Supermarkt, in Arztpraxen, auf Baustellen, im Verkehr, in der Landwirtschaft oder bei Freizeitangeboten. Gleichzeitig kennen Kinder häufig vor allem besonders sichtbare Berufe und verbinden diese schnell mit einzelnen Gegenständen: „Ein Hammer gehört zum Bauarbeiter“, „Ein Stethoskop gehört zur Ärztin“.

Sachunterrichtlich würde ich nicht einfach möglichst viele Berufe nacheinander vorstellen. Viel interessanter ist die Frage, was Berufe eigentlich ausmacht: Was tun Menschen? Wo arbeiten sie? Womit arbeiten sie? Welche Fähigkeiten brauchen sie? Und wie hängt ihre Arbeit mit der Arbeit anderer Menschen zusammen?

Genau dafür bietet der Lehrplan NRW einen passenden Schwerpunkt. Im Bereich „Technik, digitale Technologien und Arbeit“ gibt es ausdrücklich den Schwerpunkt „Arbeit und Beruf“. Dort sollen Kinder aus ihrem Alltag bekannte Berufe erkunden, sie Arbeitsfeldern zuordnen und später auch Arbeitsorganisation und Gender-Perspektiven untersuchen. 

Für zusätzliche Materialien finde ich den Band Berufe und Arbeit in der Grundschule* besonders passend, weil er sich bereits an Klasse 1 bis 4 richtet.

Unterrichtsentwurf Berufe

Reihenplanung

Thema der Reihe

Menschen bei der Arbeit – Wir erkunden Berufe und entdecken, wie unsere Arbeitswelt funktioniert

Kindgerechte Themenformulierung

Berufedetektive unterwegs – Wer arbeitet was, wo, womit und mit wem?

Kernanliegen der Reihe

Die Lernenden erweitern ihre Orientierung in der Arbeitswelt, indem sie Berufe hinsichtlich ihrer Tätigkeiten, Arbeitsorte, Arbeitsmittel und Fähigkeiten untersuchen, sie verschiedenen Arbeitsfeldern zuordnen, arbeitsteilige Produktionsprozesse und Veränderungen der Arbeitswelt nachvollziehen sowie Rollenklischees reflektieren, um die Bedeutung unterschiedlicher Formen von Arbeit für das gesellschaftliche Zusammenleben zu erklären.

Aufbau der Reihe

Thema der EinheitZiel / Kernanliegen
1. Überall wird gearbeitet –Was ist eigentlich ein Beruf?Die Lernenden erweitern ihre Vorstellungen von Berufen, indem sie Alltagssituationen untersuchen und Tätigkeiten ordnen, um zu erkennen, dass Menschen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern verschiedene Aufgaben für sich und die Gemeinschaft übernehmen.
2. Berufedetektive –Wer arbeitet wo und womit?Die Lernenden erweitern ihre Kenntnisse verschiedener Berufsbilder, indem sie Tätigkeiten, Arbeitsorte und Arbeitsmittel anhand von Spuren erschließen und begründet Berufen zuordnen, um charakteristische Merkmale von Berufen zu beschreiben.
3. Was muss man dafür können? – Berufe brauchen viele FähigkeitenDie Lernenden erweitern ihr Verständnis beruflicher Anforderungen, indem sie Tätigkeiten mit Fähigkeiten und Interessen in Beziehung setzen und mehrere Berufe vergleichen, um zu erkennen, dass Berufe vielfältige Kompetenzen erfordern und nicht auf einzelne stereotype Merkmale reduziert werden können.
4. Hat wirklich nur die Bäckerin das Brötchen gemacht?– Viele Berufe, ein ProduktDie Lernenden erweitern ihr Verständnis arbeitsteiliger Produktionsprozesse, indem sie berufliche Tätigkeiten auf dem Weg vom Getreide zum verkaufsfertigen Brötchen erschließen, in eine sachlogische Reihenfolge bringen und verknüpfen, um zu erklären, dass bei der Herstellung alltäglicher Produkte unterschiedliche Berufe voneinander abhängig zusammenarbeiten.
5. Früher Muskelkraft, heute Maschine? – Wie verändert sich Arbeit?Die Lernenden erweitern ihr Verständnis technischen Wandels, indem sie Arbeitsmittel und Tätigkeiten früher und heute vergleichen und deren Auswirkungen auf Arbeitsabläufe untersuchen, um zu erklären, wie Werkzeuge, Maschinen und Digitalisierung Arbeit verändern.
6. Gibt es Männer- und Frauenberufe?– Berufe sind für alle daDie Lernenden reflektieren Vorstellungen über Beruf und Geschlecht, indem sie stereotype Berufsbilder untersuchen, diese mit Beispielen vergleichen und Fähigkeiten statt Geschlecht als Kriterium betrachten, um Berufsmöglichkeiten offener wahrzunehmen.
7. Wir werden Berufeforscher– Unsere Berufe-AusstellungDie Lernenden vertiefen ihre Orientierung in der Arbeitswelt, indem sie einen Beruf durch Recherche, Interview oder Begegnung mit einer arbeitenden Person untersuchen und ihre Ergebnisse adressatengerecht präsentieren, um unterschiedliche Arbeitsfelder miteinander zu vergleichen und die Vielfalt beruflicher Arbeit wertzuschätzen.

Damit entwickelt sich die Reihe vom konkreten Kennenlernen einzelner Berufe hin zum Verständnis der Arbeitswelt: Was ist Arbeit? → Woran erkennen wir Berufe? → Welche Fähigkeiten braucht man? → Wie arbeiten Menschen zusammen? → Wie verändert Technik Arbeit? → Welche Rollenklischees gibt es? → Wie können wir selbst Berufe erforschen?

Unterrichtsentwurf Berufe

Vertiefung der einzelnen Einheiten

Einheit 1: Überall wird gearbeitet

Zum Einstieg würde ich unterschiedliche Alltagssituationen zeigen:

  • Ärztin untersucht ein Kind

  • Vater kocht zu Hause

  • Feuerwehrfrau löscht einen Brand

  • Ehrenamtlicher trainiert eine Mannschaft

  • Busfahrerin fährt einen Bus

  • Kind räumt sein Zimmer auf

  • Verkäufer berät einen Kunden

  • Programmiererin arbeitet am Computer

Die erste Frage lautet: „Arbeiten alle Menschen auf diesen Bildern?“

Anschließend: „Haben alle Menschen auf den Bildern gerade einen Beruf?“

Damit entsteht bereits ein Gespräch darüber, dass nicht jede Arbeit automatisch berufliche Arbeit ist. Für eine zweite Klasse würde ich anschließend mit Arbeitsfeldern weiterarbeiten:

  • Menschen helfen

  • Dinge herstellen

  • Dinge verkaufen

  • mit Natur und Tieren arbeiten

  • mit Technik arbeiten

Der Lehrplan NRW sieht bereits für die Schuleingangsphase vor, bekannte Berufe zu erkunden und verschiedenen Arbeitsfeldern zuzuordnen. 

Forscherfrage: Ist jede Arbeit ein Beruf?

Zentrale Erkenntnis: Menschen arbeiten auf unterschiedliche Arten. Ein Beruf ist eine Form von Arbeit, aber nicht jede Arbeit ist ein Beruf.

Einheit 2: Berufedetektive – Wer arbeitet wo und womit?

Diese Einheit würde ich handlungsorientiert gestalten. Im Raum stehen Berufskoffer.

  • Koffer 1: Kamm, Schere, Umhang, Föhn

  • Koffer 2: Maßband, Bauplan, Schutzhelm, Wasserwaage 

  • Koffer 3: Stethoskop, Verband, Handschuhe

Die Kinder untersuchen die Gegenstände und überlegen: „Wer könnte damit arbeiten?“ Spannend wird die Frage: „Können wir einen Beruf nur an einem Gegenstand erkennen?“

Ein Computer wird schließlich von unglaublich vielen Menschen benutzt. Auch Schere, Handschuhe oder Telefon gehören nicht nur zu einem einzigen Beruf.

Daraus kann gemeinsam ein Berufesteckbrief entstehen:

  • Beruf:

  • Was tut die Person?

  • Wo arbeitet sie?

  • Womit arbeitet sie?

  • Mit wem arbeitet sie?

  • Was muss sie besonders gut können?

Hier lässt sich mein Material Errate das Wort – 18 Berufe“ gut als spielerische Wiederholung einsetzen. Für jüngere Kinder finde ich außerdem Aufklappen und Entdecken* schön, wenn Berufe zunächst über Bilder und konkrete Einblicke entdeckt werden sollen.

Forscherfrage: Woran können wir einen Beruf erkennen?

Zentrale Erkenntnis: Zu einem Beruf gehören nicht nur bestimmte Gegenstände, sondern auch Tätigkeiten, Arbeitsorte, Arbeitsmittel und Fähigkeiten.

Einheit 3: Was muss man dafür können?

An der Tafel steht: „Ein Feuerwehrmann muss stark sein.“ Die Kinder überlegen zunächst, ob das ausreicht. Schnell kommen weitere Fähigkeiten hinzu:

  • im Team arbeiten

  • ruhig bleiben

  • Verantwortung übernehmen

  • Probleme lösen

  • Geräte bedienen

  • genau zuhören

  • verständlich sprechen

  • körperlich belastbar sein

Danach können andere Berufe untersucht werden.

Dafür eignen sich Fähigkeitenkarten wie:

  • geschickt

  • geduldig

  • kreativ

  • genau

  • einfühlsam

  • kommunikativ

  • technisch interessiert

  • organisiert

  • körperlich aktiv

  • problemlösend

Entscheidend ist für mich die Erkenntnis: Keine Fähigkeit gehört nur zu einem Beruf. Ein Arzt braucht nicht nur medizinisches Wissen, sondern auch Kommunikation und Einfühlungsvermögen. Eine Handwerkerin braucht nicht nur Geschick, sondern auch mathematisches Verständnis, Planung und Teamfähigkeit.

Die 60 Fotokarten* könnten sich hier gut eignen, um möglichst vielfältige Berufsbilder sichtbar zu machen und über Tätigkeiten und Fähigkeiten ins Gespräch zu kommen.

Forscherfrage: Warum braucht man für einen Beruf meistens mehr als nur eine Fähigkeit?

Zentrale Erkenntnis: Für Berufe werden unterschiedliche Fähigkeiten gebraucht. Meistens braucht man mehrere Fähigkeiten gleichzeitig.

Einheit 4: Hat wirklich nur die Bäckerin das Brötchen gemacht?

Diese Einheit finde ich besonders spannend, weil sie den Blick von einzelnen Berufen auf Arbeitsteilung erweitert. In der Mitte liegt ein Brötchen. Daneben steht:

„Dieses Brötchen hat Frau Becker heute Morgen gebacken. Also hat Frau Becker das Brötchen ganz allein hergestellt.“

Die Kinder positionieren sich: 👍 stimmt - 🤔 unsicher -👎 stimmt nicht

Frage: „Welche Menschen mussten eigentlich schon arbeiten, bevor die Bäckerin überhaupt backen konnte?“

Für Klasse 1/2 kann der Produktionsweg stark reduziert werden:

Landwirtschaft → Mühle → Bäckerei → Verkauf

In Klasse 3/4 können Transport, Handel und weitere Produktionsschritte hinzukommen.

Forscherfrage: Hat wirklich nur die Bäckerin unser Brötchen gemacht?

Zentrale Erkenntnis: Viele Produkte entstehen durch Arbeitsteilung. Viele Menschen übernehmen unterschiedliche Aufgaben und sind auf die Arbeit anderer angewiesen.

Einheit 5: Früher Muskelkraft, heute Maschine?

Nun werden Werkzeuge und Arbeitsweisen früher und heute miteinander verglichen:

  • Sense ↔ Mähdrescher

  • Waschbrett ↔ Waschmaschine

  • Handsäge ↔ elektrische Säge

  • Schreibmaschine ↔ Computer

  • Brief ↔ digitale Kommunikation

Die Kinder untersuchen dabei:

  • Was erledigt der Mensch?

  • Was übernimmt das Werkzeug oder die Maschine?

  • Was wird schneller?

  • Was wird leichter?

  • Welche neuen Fähigkeiten werden benötigt?

Der Lehrplan NRW greift dies auf: Kinder sollen die Entwicklung von Werkzeugen und Maschinen – ausdrücklich auch unter dem Einfluss der Digitalisierung – beschreiben und technische sowie digitale Entwicklungen hinsichtlich ihrer Bedeutung beurteilen. 

Forscherfrage: Machen Maschinen die Arbeit nur leichter – oder verändern sie einen Beruf?

Zentrale Erkenntnis: Werkzeuge, Maschinen und Technik können Arbeit erleichtern und beschleunigen, verändern aber gleichzeitig Tätigkeiten und die dafür benötigten Fähigkeiten.

Einheit 6: Gibt es Männer- und Frauenberufe?

Für den Einstieg erscheint nur das Wort: FEUERWEHR. Die Kinder zeichnen spontan eine Person, die diesen Beruf ausübt. Danach werden unterschiedliche reale Beispiele betrachtet.

Das gleiche Verfahren funktioniert etwa mit:

  • Pflege

  • Informatik

  • Polizei

  • Grundschule

  • Technik

  • Bau

  • Erziehung

Interessanter als die Frage „Dürfen Frauen zur Feuerwehr?“ finde ich: 

„Warum stellen wir uns bei manchen Berufen zuerst einen Mann oder eine Frau vor?“

Nun können die Fähigkeitenkarten aus Einheit 3 wieder eingesetzt werden: Braucht Programmieren ein bestimmtes Geschlecht – oder braucht man dafür Interessen, Kenntnisse und Fähigkeiten? Das ist sogar im Lehrplan NRW verankert: Berufe sollen unter Berücksichtigung der Gender-Perspektive dargestellt werden. 

Forscherfrage: Was entscheidet darüber, ob ein Beruf zu einem Menschen passt?

Zentrale Erkenntnis: Interessen, Fähigkeiten und persönliche Entscheidungen sind wichtiger als Geschlechterklischees.

Einheit 7: Wir werden Berufeforscher

Zum Abschluss können die Kinder selbst einen Beruf erforschen. Möglichkeiten sind:

  • eine Person aus der Schule interviewen

  • Hausmeister*in befragen

  • Schulsekretariat besuchen

  • OGS-Mitarbeitende interviewen

  • einen Handwerksbetrieb besuchen

  • ein freiwilliges Familienmitglied einladen

  • ein Video-Interview führen

  • einen Beruf kindgerecht recherchieren

Ich würde nicht jedes Kind verpflichten, den Beruf der eigenen Eltern vorzustellen. Familiäre Arbeits- und Erwerbssituationen sind sehr unterschiedlich und müssen nicht öffentlich gemacht werden. Dieser Punkt wird auch in der Planung ausdrücklich als mögliche Schwierigkeit hervorgehoben.

Ein Berufeforscher-Fragebogen:

  • Wie heißt der Beruf?

  • Was sind typische Tätigkeiten?

  • Wo arbeitet die Person?

  • Mit wem arbeitet sie zusammen?

  • Welche Geräte oder Werkzeuge braucht sie?

  • Welche Fähigkeiten sind wichtig?

  • Hat Technik den Beruf verändert?

  • Welche anderen Berufe arbeiten mit diesem Beruf zusammen?

Die Ergebnisse können anschließend in einer Berufe-Ausstellung präsentiert werden.

Forscherfrage: Was müssen wir herausfinden, um einen Beruf gut vorstellen zu können?

Zentrale Erkenntnis: Ein Beruf lässt sich über Tätigkeiten, Arbeitsorte, Arbeitsmittel, Fähigkeiten und die Zusammenarbeit mit anderen Menschen beschreiben.

Unterrichtsentwurf Berufe

UB-Stunde

Thema der Stunde

Vom Korn zum Brötchen – Wir erforschen, wie verschiedene Berufe zusammenarbeiten

Kindgerechte Forscherfrage

Hat wirklich nur die Bäckerin unser Brötchen gemacht?

Ziel der Stunde

Die Lernenden erweitern ihr Verständnis arbeitsteiliger Produktionsprozesse, indem sie berufliche Tätigkeiten auf dem Weg vom Getreide zum verkaufsfertigen Brötchen erschließen, in eine sachlogische Reihenfolge bringen und verknüpfen, um zu erklären, dass bei der Herstellung alltäglicher Produkte unterschiedliche Berufe voneinander abhängig zusammenarbeiten.

Warum diese Stunde gut passt

  • alltäglicher und sofort verständlicher Gegenstand

  • überraschende Problemfrage und hoher Lebenweltbezug

  • vorhandene Vorstellungen der Kinder werden sichtbar

  • kooperatives Arbeiten ist sachlogisch begründet

  • Zusammenhang zwischen verschiedenen Berufen statt reiner Faktenvermittlung

  • Produktionskette lässt sich handelnd mit Bild- und Gegenstandskarten rekonstruieren

  • Lernzuwachs kann durch Rückkehr zur Ausgangsbehauptung sichtbar gemacht werden

  • Störimpuls ermöglicht Anforderungsbereich III

  • Transfer auf andere Alltagsprodukte möglich

  • gut für Klasse 2 reduzierbar und für Klasse 3/4 leicht erweiterbar

Mögliche Gruppen

  • Gruppe 1 – Landwirtschaft: Was muss geschehen, damit Getreide vorhanden ist?

  • Gruppe 2 – Mühle: Wie wird aus Getreide Mehl?

  • Gruppe 3 – Bäckerei: Wie wird aus Mehl ein Brötchen?

  • Gruppe 4 – Transport und Verkauf: Wie kommt das Produkt zu den Menschen?

Die Expertengruppen erhalten Bilder, kurze Informationstexte, Arbeitsmittel und Tätigkeitskarten. Besonders wichtig finde ich die letzte Frage des Expertenauftrags:

„Wer braucht das Ergebnis deiner Arbeit anschließend?“

Damit wird nicht nur die Reihenfolge gelernt, sondern die gegenseitige Abhängigkeit sichtbar.

Verlauf der Stunde

PhaseInhaltSozialform / MethodeZiel
EinstiegEin Brötchen liegt in der Mitte. Behauptung: „Die Bäckerin hat dieses Brötchen ganz allein hergestellt.“Plenum / ProblemimpulsAlltagsvorstellungen aktivieren
PositionierungDie Kinder stimmen zu, widersprechen oder zeigen Unsicherheit.PositionierungPräkonzepte sichtbar machen
Problematisierung„Woher hatte die Bäckerin eigentlich das Mehl?“UnterrichtsgesprächVorarbeiten anderer erkennen
Forscherfrage„Hat wirklich nur die Bäckerin unser Brötchen gemacht?“PlenumUntersuchungsziel klären
ExpertenphaseGruppen untersuchen jeweils einen Arbeitsbereich.GruppenpuzzleTeilwissen erarbeiten
Expertencheck„Unser Arbeitsergebnis braucht danach …“ExpertengruppeAbhängigkeiten erkennen
StammgruppenphaseDie Kinder bringen ihr Wissen zusammen.GruppenpuzzleGesamtprozess rekonstruieren
ProduktionsketteBild- und Berufskarten werden vom Korn bis zum Brötchen geordnet.LegearbeitArbeitsteilung visualisieren
Störimpuls„Die Mühle fällt aus. Was passiert jetzt?“Gruppenarbeitgegenseitige Abhängigkeit erklären
SicherungGemeinsame Produktionskette wird aufgebaut.PlenumErkenntnisse sichern
Rückkehr zum EinstiegDie ursprüngliche Behauptung wird erneut bewertet.EinzelentscheidungLernzuwachs sichtbar machen
Transfer„Bei welchen anderen Produkten arbeiten ebenfalls viele Menschen zusammen?“PartnergesprächPrinzip übertragen

Merksatz

Viele Produkte entstehen durch Arbeitsteilung. Verschiedene Menschen übernehmen unterschiedliche Aufgaben und sind dabei aufeinander angewiesen.

Unterrichtsentwurf Berufe

Anforderungsbereiche

AB I: Die Lernenden benennen und ordnen Berufe, Arbeitsorte, Tätigkeiten und Arbeitsmittel.

AB II: Die Lernenden stellen Zusammenhänge her, indem sie Berufe miteinander vergleichen, berufliche Fähigkeiten begründen und unterschiedliche Tätigkeiten innerhalb eines Arbeitsprozesses miteinander verknüpfen.

AB III: Die Lernenden reflektieren und beurteilen, indem sie beispielsweise Folgen eines fehlenden Produktionsschritts erklären, technische Veränderungen bewerten oder stereotype Aussagen über Berufe begründet überprüfen.

Differenzierungsmöglichkeiten

Unterstützend

  • Berufspiktogramme

  • große Bildkarten

  • echte Arbeitsgegenstände

  • Bild-Wort-Karten

  • Audio-Berufsrätsel

  • kurze Sachtexte

  • vorstrukturierte Berufesteckbriefe

  • wenige bekannte Berufe

  • reduzierte Produktionskette

  • farblich markierte Produktionsschritte

  • Partnerlesen

  • Satzstartet

Erweiternd

  • unbekannte und wenig sichtbare Berufe recherchieren

  • mehrere Berufe eines Arbeitsfeldes vergleichen

  • Produktionsketten selbstständig erweitern

  • Arbeitsteilung genauer untersuchen

  • automatisierte und nicht automatisierbare Tätigkeiten unterscheiden

  • Digitalisierung eines Berufs untersuchen

  • Berufe früher und heute vergleichen

  • unbezahlte und bezahlte Arbeit vergleichen

  • eigene Interviewfragen entwickeln

  • Berufsdarstellungen in Medien auf Stereotype untersuchen

  • gesellschaftliche Bedeutung verschiedener Arbeiten diskutieren

Ideen für Klasse 1 bis 4

KlasseMögliche Umsetzung
1Bekannte Berufe benennen, Tätigkeiten pantomimisch darstellen und Werkzeuge sowie Arbeitsorte bildgestützt zuordnen.
2Berufe Arbeitsfeldern zuordnen, einfache Steckbriefe erstellen, Tätigkeiten und Fähigkeiten beschreiben und Zusammenhänge zwischen Arbeiten entdecken.
3Arbeitsabläufe, Werkzeuge und Maschinen genauer untersuchen, Produktionsketten nachvollziehen und Berufe miteinander vergleichen.
4Arbeitsteilung, technischen und digitalen Wandel, unterschiedliche Formen von Arbeit sowie Rollenklischees differenziert untersuchen und reflektieren.

Genau diese Progression bietet sich auch vom Lehrplan NRW her an: In der Eingangsphase stehen das Erkunden bekannter Berufe und die Zuordnung zu Arbeitsfeldern im Mittelpunkt; bis Ende Klasse 4 werden Arbeitsorganisation, Auswirkungen auf Menschen und Umwelt sowie die Gender-Perspektive ergänzt.

Unterrichtsentwurf Berufe

Materialideen

Für die Reihe würde ich möglichst viel mit echten Bildern und handlungsorientiertem Material arbeiten. Passend wären beispielsweise:

  • Berufskoffer

  • Werkzeug- und Arbeitsmittelkarten

  • Arbeitsortkarten, Pantomimekarten, Fähigkeitenkarten

  • Berufesteckbriefe oder Arbeitsfelder-Poster

  • Produktionskarten „Vom Korn zum Brötchen“

  • Rohprodukte und Endprodukte

  • historische und moderne Werkzeuge

  • Interviewbogen oder Tablets für Recherche

  • Ausstellungskarten

Für das spielerische Kennenlernen und Wiederholen von Berufsnamen kannst du mein Eduki-Material Errate das Wort – 18 Berufe verwenden. Wenn du eine größere Sammlung suchst, passt Berufe und Arbeit in der Grundschule*  gut zum Aufbau dieser Reihe.

Für Klasse 3/4 gibt es außerdem Berufe in der Grundschule* mit Themen wie Berufe früher und heute, Traumberuf, Lesetexten und Interviews.

Für jüngere Kinder oder einen bildorientierten Einstieg eignet sich Aufklappen und Entdecken* und um vielfältige Berufe sichtbar zu machen, können auch die 60 Fotokarten „Berufe und Zukunft“ eingesetzt werden.

*Die Links zu den Amazon-Materialien sind Affiliate-Links. Für Käufer*innen bleibt der Preis gleich, ich bekomme bei einem Kauf eine kleine Unterstützung für meine Arbeit.

Typische Schwierigkeiten

  • Berufe werden auf einzelne Gegenstände reduziert.

  • Arbeitsort und Beruf werden miteinander gleichgesetzt.

  • Ein Beruf wird auf eine einzige Tätigkeit reduziert.

  • Kinder betrachten Haus- oder Sorgearbeit als „keine richtige Arbeit“.

  • Erwerbsarbeit und Ehrenamt werden miteinander verwechselt.

  • besonders bekannte Berufe werden automatisch als wichtiger wahrgenommen.

  • berufliche Fähigkeiten werden mit Schulnoten gleichgesetzt.

  • Kinder glauben, ein Produkt werde vollständig von einer Person hergestellt.

  • Produktionsketten werden auswendig gelernt, ohne Abhängigkeiten zu verstehen.

  • Maschinen werden so dargestellt, als würden sie völlig ohne Menschen arbeiten.

  • Digitalisierung wird auf „am Computer arbeiten“ reduziert.

  • Berufe werden stereotyp Männern oder Frauen zugeordnet.

  • „Traumberuf“ wird zum Mittelpunkt der Reihe, obwohl die Vielfalt der Arbeitswelt im Vordergrund stehen sollte.

  • Kinder werden verpflichtet, den Beruf ihrer Eltern offenzulegen.

  • Familien ohne klassische Erwerbsbiografien werden möglicherweise unnötig exponiert.

  • einzelne Berufe werden aufgrund von Einkommen oder gesellschaftlichem Prestige wertend miteinander verglichen.

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Lehrplanbezug NRW

Der Lehrplanbezug ist bei diesem Thema besonders direkt, denn der NRW-Sachunterricht enthält im Bereich „Technik, digitale Technologien und Arbeit“ einen eigenen Schwerpunkt „Arbeit und Beruf“. (Lehrplan NRW)

Arbeit und Beruf

Am Ende der Schuleingangsphase sollen die Schler*innen aus ihrem Alltag bekannte Berufe erkunden und recherchieren sowie diese unterschiedlichen Arbeitsfeldern zuordnen. Das passt besonders zu den ersten drei Einheiten der Reihe. (Lehrplan NRW)

Bis zum Ende von Klasse 4 kommen komplexere Zusammenhänge hinzu: Die Kinder unterscheiden Formen der Arbeitsorganisation, beschreiben Auswirkungen auf Prozesse, Menschen und Umwelt und stellen Berufe auch unter Berücksichtigung der Gender-Perspektive dar. Diese Kompetenzen werden vor allem durch Arbeitsteilung, technischen Wandel und die Auseinandersetzung mit Rollenklischees aufgegriffen. (Lehrplan NRW)

Technische und digitale Entwicklungen

Der Lehrplan NRW sieht außerdem vor, gebräuchliche Werkzeuge sachgerecht zu verwenden, ihre Bedeutung für die Arbeitswelt zu erklären und die Entwicklung von Werkzeugen und Maschinen – auch unter dem Einfluss der Digitalisierung – zu beschreiben und zu bewerten. 

Die Reihe verbindet einen sehr konkreten Zugang für Klasse 1/2 mit einer Weiterentwicklung bis 4: Beruf kennenlernen → Tätigkeiten und Arbeitsfelder untersuchen → Arbeitsteilung verstehen → technischen Wandel betrachten → gesellschaftliche Vorstellungen reflektieren.

Medienkompetenzrahmen NRW

Der digitale Anteil muss bei diesem Thema nicht im Mittelpunkt stehen. Gerade in Klasse 1 und 2 würde ich zunächst viel mit echten Gegenständen, Fotografien und Begegnungen arbeiten. Ab Klasse 2/3 können digitale Medien aber sinnvoll ergänzen.

2.1 Informationsrecherche

Die Kinder können gezielt einen Beruf recherchieren und herausfinden: Welche Tätigkeiten gehören dazu? Wo arbeitet die Person? Welche Arbeitsmittel werden verwendet? Welche Fähigkeiten sind wichtig? Wie hat sich der Beruf verändert? Der MKR beschreibt unter 2.1 das zielgerichtete Durchführen von Recherchen und Anwenden von Suchstrategien. (MKR NRW)

2.2 Informationsauswertung

Gefundene Infos können nach Tätigkeit, Arbeitsort, -mittel, Fähigkeiten und Zusammenarbeit gefiltert und in einem Steckbrief geordnet werden. Der MKR sieht ausdrücklich das Filtern, Strukturieren, Umwandeln und Aufbereiten themenrelevanter Informationen vor. (MKR NRW)

4.1 Medienproduktion und Präsentation

Für die abschließende Ausstellung können Kinder optional einen digitalen Steckbrief, ein Erklärvideo, eine Audio-Vorstellung oder eine Präsentation gestalten. Der MKR nennt das adressatengerechte Planen, Gestalten und Präsentieren von Medienprodukten. (MKR NRW)

Sachanalyse

  • Arbeit umfasst unterschiedliche menschliche Tätigkeiten. Erwerbsarbeit ist nur eine Form von Arbeit. Auch Haus-, Sorge- und ehrenamtliche Tätigkeiten sind Arbeit. Berufliche Arbeit findet in unterschiedlichen Arbeitsfeldern statt.

  • Berufe besitzen charakteristische Tätigkeiten, Arbeitsorte, -mittel und Anforderungen.

  • Einzelne Werkzeuge können von vielen unterschiedlichen Berufen verwendet werden.

  • Ein Beruf besteht meist aus mehreren Tätigkeiten. Unterschiedliche Berufe erfordern unterschiedliche Kombinationen von Fähigkeiten. Produkte entstehen oft arbeitsteilig. Arbeitsteilung bedeutet, dass verschiedene Menschen oder Betriebe Teilaufgaben eines Arbeitsprozesses übernehmen. Dadurch entstehen gegenseitige Abhängigkeiten.

  • Rohstoffe können in mehreren Arbeitsschritten zu Produkten verarbeitet werden. Produktion, Transport, Handel und Dienstleistungen können verknüpft sein. Berufe verändern sich aufgrund gesellschaftlicher und technischer Entwicklungen. Maschinen können menschliche Tätigkeiten erleichtern, ersetzen oder verändern. Digitalisierung schafft neue Tätigkeiten und verändert bestehende Berufe.

  • Berufe sind nicht an ein Geschlecht gebunden. Berufsbezeichnungen und Berufsbilder können sich verändern. Schule sollte die Vielfalt beruflicher Möglichkeiten öffnen.

  • Berufswahl wird von Interessen, Fähigkeiten, Bildungswegen, Lebensbedingungen und gesellschaftlichen Vorstellungen beeinflusst.

Unterrichtsentwurf Berufe

Didaktische Begründung

  • Berufe gehören unmittelbar zur Lebenswelt von Kindern.

  • Kinder verfügen bereits über Vorstellungen und Präkonzepte zur Arbeitswelt.

  • Die Reihe erweitert den Blick über wenige besonders sichtbare Berufe hinaus.

  • Berufe werden nicht isoliert auswendig gelernt, sondern anhand Kategorien untersucht.

  • Echte Arbeitsgegenstände schaffen einen konkreten Zugang.

  • Berufe werden über Tätigkeit, Arbeitsort, Arbeitsmittel und Fähigkeiten systematisiert.

  • Die Bedeutung von Fähigkeiten wird differenziert betrachtet.

  • Produktionsketten machen gesellschaftliche Arbeitsteilung verständlich.

  • Technischer Wandel wird anhand konkreter Vorher-Nachher-Vergleiche sichtbar.

  • Rollenklischees können frühzeitig reflektiert werden.

  • Unterschiedliche Lebens- und Familienrealitäten werden berücksichtigt.

  • Der eigene Berufswunsch darf vorkommen, ist aber nicht das eigentliche Ziel der Reihe.

  • Die Reihe lässt sich spiralcurricular von Klasse 1 bis 4 weiterentwickeln.

  • Interviews und reale Begegnungen eröffnen authentische Lernanlässe.

  • Die Kinder erfahren, dass unterschiedliche Arbeiten zum gesellschaftlichen Zusammenleben beitragen.

Wenn du weitere Themen für Sachunterrichtsbesuche suchst, findest du außerdem viele Ideen in meiner Themensammlung für Unterrichtsbesuche im Sachunterricht.

Methodische Begründung

  • Berufskoffer schaffen einen problemorientierten Einstieg.

  • Pantomime ermöglicht in Klasse 1/2 einen Zugang ohne große Lesebelastung.

  • Bild-, Gegenstands- und Textmaterialien ermöglichen unterschiedliche Zugänge.

  • Arbeitsfelder helfen dabei, die Vielzahl einzelner Berufe zu strukturieren.

  • wiederkehrende Kategorien geben Orientierung.

  • Fähigkeitenkarten lösen die Vorstellung „Ein Beruf = eine Tätigkeit“ auf.

  • das Gruppenpuzzle in der UB-Stunde ist sachlogisch begründet.

  • erst das Zusammenführen aller Teilinformationen erklärt das fertige Produkt.

  • das Entfernen einer Station macht gegenseitige Abhängigkeiten sichtbar.

  • Vorher-Nachher-Vergleiche eignen sich zur Untersuchung technischen Wandels.

  • Interviews fördern Fragenstellen, Zuhören und Informationsgewinnung.

  • die Abschlussausstellung schafft einen authentischen Präsentationsanlass.

  • die gleichen Leitfragen können über alle vier Jahrgangsstufen beibehalten und zunehmend komplexer bearbeitet werden.

Weitere passende Methoden findest du auch in meiner Sammlung zu Unterrichtsmethoden in der Grundschule und für den Stundenabschluss bei meinen Ideen zur Sicherungsphase.

Mein Fazit

Ich finde das Thema Berufe gerade deshalb spannend, weil daraus viel mehr werden kann als eine Sammlung aus Steckbriefen und der Frage „Was möchtest du später einmal werden?“.

Für eine 2. Klasse würde ich konkret starten: Berufe entdecken, Tätigkeiten zuordnen, Orte untersuchen und überlegen, welche Fähigkeiten Menschen für ihre Arbeit brauchen. Mit der Brötchen-Stunde kann dann bereits ein erster Schritt hin zu einem größeren Verständnis der Arbeitswelt gelingen: Menschen arbeiten nicht isoliert voneinander.

In Klasse 3 und 4 kann genau diese Grundlage weiter ausgebaut werden. Dann können Arbeitsteilung, Produktionsprozesse, technische Veränderungen, Digitalisierung und Rollenklischees stärker in den Mittelpunkt rücken.

Da ich selbst kein Sachunterricht studiert habe, habe ich versucht, die Reihe eng am NRW-Lehrplan und an meiner Recherche auszurichten. Entstanden ist sie, weil das Thema auf Instagram für eine zweite Klasse gewünscht wurde – gleichzeitig würde ich den Aufbau genauso gut von Klasse 1 bis 4 weiterentwickeln.

Eure Caro
Instagram – Alles für die Schule.

FAQ

  • Für welche Stufe eignet sich das Thema Berufe?

    Das Thema lässt sich von Klasse 1 bis 4 bearbeiten. Für Klasse 1/2 stehen bekannte Berufe, Tätigkeiten, Arbeitsorte, -mittel und einfache -felder im Vordergrund. In Klasse 3/4 können Arbeitsteilung, Technik, Digitalisierung und Rollenklischees stärker einbezogen werden.

  • Ist das Thema Berufe im NRW-Lehrplan für die Grundschule enthalten?

    Ja. Im Sachunterricht gibt es innerhalb des Bereichs „Technik, digitale Technologien und Arbeit“ ausdrücklich den Schwerpunkt „Arbeit und Beruf“. (Lehrplan NRW)

  • Welche Berufe eignen sich für Klasse 2?

    Gut sind Berufe, zu denen Kinder einen Lebensweltbezug besitzen, beispielsweise aus Schule, Gesundheit, Handwerk, Handel, Verkehr, Landwirtschaft oder Sicherheit. Wichtig ist, das Spektrum nach und nach um weniger sichtbare Berufe zu erweitern.

  • Soll jedes Kind den Beruf seiner Eltern vorstellen?

    Ich würde das nicht verpflichtend machen. Familiäre Erwerbssituationen sind sehr unterschiedlich und müssen nicht öffentlich gemacht werden. Besser ist ein freiwilliger Zugang oder die freie Wahl eines Berufes.

  • Was ist der Unterschied zwischen Arbeit und Beruf?

    Arbeit ist der übergeordnete Begriff. Menschen können zu Hause, ehrenamtlich oder beruflich arbeiten. Ein Beruf ist damit eine bestimmte Form von Arbeit.

  • Welche Stunde eignet sich für einen Unterrichtsbesuch?

    Passend finde ich die Einheit zur Herstellung eines Brötchens. Die Kinder untersuchen, welche Arbeitsbereiche beteiligt sind, und entdecken das Prinzip der Arbeitsteilung.

  • Wie kann das Thema Berufe handlungsorientiert umgesetzt werden?

    Besonders gut funktionieren Berufskoffer, Pantomime, echte Arbeitsmittel, Interviews, Sortieraufgaben, Produktionsketten und Begegnungen mit arbeitenden Menschen.

  • Wie kann man Rollenklischees bei Berufen thematisieren?

    Statt lediglich zu erklären, dass alle Berufe für alle Geschlechter offen sind, kann untersucht werden, welche Personen Kinder sich bei bestimmten Berufen vorstellen und warum. Anschließend können Fähigkeiten und Interessen als Kriterien betrachtet werden.

  • Welche Materialien eignen sich für das Thema Berufe?

    Neben Bild- und Berufskarten eignen sich echte Gegenstände, Berufskoffer, Fähigkeitenkarten, Interviewbögen und Produktionskarten. Als spielerische Ergänzung kannst du auch mein Eduki-Material „Errate das Wort – 18 Berufe“ verwenden.

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