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Quick Facts: Erzählen
Beim mündlichen Erzählen in Klasse 1 geht es nicht um perfekte Geschichten, sondern darum, Gedanken, Erlebnisse, Bilder oder Gegenstände verständlich und zunehmend geordnet zu versprachlichen.
Das Thema passt im NRW-Lehrplan zum Bereich Sprechen und Zuhören, weil Kinder erzählen, Gesprächsregeln beachten, verstehend zuhören, nachfragen und Gehörtes in eigenen Worten wiedergeben. (Lehrplan NRW)
Eine passende UB-Stunde aus der Reihenplanung ist: „Erst, dann, plötzlich, zum Schluss – Wir erzählen eine Geschichte mit rotem Faden.“
Allgemeines
Das Thema mündliches Erzählen habe ich in Klasse 1 im Deutschunterricht mitbekommen und ich finde es total schön, weil es so grundlegend ist.
Gerade in Klasse 1 kommen Kinder mit ganz unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen in die Schule. Manche erzählen schon sehr ausführlich, bauen kleine Spannungsbögen auf und nutzen passende Wörter. Andere erzählen eher einzelne Wörter, sehr kurze Sätze oder springen in ihren Gedanken hin und her. Genau deshalb ist Erzählen so wichtig.
Ich kann etwas erzählen.
Andere hören mir zu.
Meine Geschichte hat eine Reihenfolge.
Ich kann Wörter und Sätze nutzen, damit andere mich verstehen.
Es geht nicht darum, dass die Kinder perfekte Geschichten erzählen. Es ist viel wichtiger, dass sie ins Erzählen kommen, Freude am Sprechen entwickeln und Strukturen kennenlernen. Bilder, Gegenstände, Figuren, Erzählkarten oder kleine Alltagsobjekte helfen dabei sehr.
Der Betzold-Blog beschreibt mündliches Erzählen in der Grundschule als wichtigen Weg, Erzählkompetenz durch Bildergeschichten, Erzählkreis, freies Erzählen und Rollenspiele zu trainieren. Gegenstände, Figuren oder Ereignisse können dabei als Erzählanlass dienen.
Auch der Auer Verlag verweist auf kreative Übungsformen wie Geschichtenball oder Erzählimpulse, die Kindern Spaß am Erzählen vermitteln können.
Wenn du dich für Deutschunterricht interessierst, passen dazu auch meine Entwürfe zum Erzählen am roten Faden, zur Buchstabeneinführung, oder zu Hörspurgeschichten.

Reihenplanung
Thema der Reihe
Erzähl doch mal! – Wir erzählen zu Bildern und Gegenständen.
Kindgerechte Themenformulierung
Aus Bildern und Dingen werden Geschichten – Wir lernen spannend und geordnet zu erzählen.
Kernanliegen der Reihe
Die Lernenden erweitern ihre mündliche Erzähl- und Zuhörkompetenz, indem sie Bilder oder Gegenstände als Erzählanlässe nutzen, einfache Erzählstrukturen kennenlernen, ihre Geschichten mit Satzanfängen und Erzählhilfen ordnen, anderen aufmerksam zuhören und wertschätzende Rückmeldungen geben, um eigene Gedanken verständlich und zunehmend zusammenhängend mitzuteilen. (Lehrplan NRW; Betzold; Friedrich Verlag)
Aufbau der Reihe
| Thema der Einheit | Ziel/Kernanliegen der Einheit |
|---|---|
| 1. Was ist Erzählen? – Wir entdecken Geschichten im Sitzkreis. | Die Lernenden entwickeln ein Verständnis für Erzählen, indem sie kurzen Lehrkraft-Erzählungen zuhören, Erzählanlässe betrachten und sammeln, woran man eine Geschichte erkennt, um Erzählen als gemeinsames sprachliches Handeln kennenzulernen. |
| 2. Ich sehe was und erzähle dazu – Wir erzählen zu einem Bild. | Die Lernenden erzählen erste kurze Geschichten zu Bildern, indem sie Personen, Orte und Handlungen benennen und mithilfe von Fragen wie „Wer?“, „Wo?“ und „Was passiert?“ versprachlichen, um vom Beschreiben ins Erzählen zu kommen. |
| 3. Was steckt im Erzählsäckchen? – Wir erzählen zu Gegenständen. | Die Lernenden nutzen Gegenstände als Erzählimpulse, indem sie einen Gegenstand aus einem Säckchen ziehen, ihn betrachten, benennen und eine kleine Geschichte dazu erfinden, um Fantasie, Wortschatz und Sprechfreude aufzubauen. |
| 4. Wer? Wo? Was? – Wir lernen Erzählbausteine kennen. | Die Lernenden strukturieren ihre Erzählungen, indem sie mit einfachen Erzählbausteinen zu Figur, Ort und Handlung arbeiten, um Geschichten verständlicher und vollständiger zu erzählen. |
| 5. Erst, dann, plötzlich, zum Schluss – Wir erzählen in der richtigen Reihenfolge. | Die Lernenden ordnen ihre Erzählungen zeitlich, indem sie Bildfolgen legen, passende Satzanfänge nutzen und eine Geschichte mit Anfang, Mitte und Schluss erzählen, um den roten Faden einer Erzählung zu verstehen. |
| 6. Mein Gegenstand erlebt etwas – Wir erfinden kleine Fantasiegeschichten. | Die Lernenden entwickeln eigene Fantasiegeschichten, indem sie einen Gegenstand als Hauptfigur oder wichtigen Gegenstand nutzen, ein Problem oder Ereignis erfinden und die Geschichte mithilfe von Satzanfängen erzählen, um kreatives mündliches Erzählen zu erweitern. |
| 7. Zuhören wie Profis – Wir geben Rückmeldungen zu Erzählungen. | Die Lernenden stärken ihre Zuhörkompetenz, indem sie Erzählungen anderer Kinder aufmerksam verfolgen, passende Rückmeldesätze nutzen und sagen, was sie verstanden oder besonders gemocht haben, um eine wertschätzende Erzählkultur aufzubauen. |

Vertiefung der einzelnen Einheiten
Einheit 1: Was ist Erzählen?
In der ersten Einheit geht es darum, Erzählen als gemeinsame sprachliche Handlung kennenzulernen. Die Kinder sitzen im Kreis. Die Lehrkraft erzählt eine kurze Mini-Geschichte oder zeigt einen Erzählgegenstand. Danach wird gemeinsam überlegt:
Was war eine Geschichte?
Wer kam vor?
Wo war die Geschichte?
Was ist passiert?
Was war zuerst?
Was kam danach?
Wie hat die Geschichte geendet?
Einheit 2: Ich sehe was und erzähle dazu
In dieser Einheit erzählen die Kinder zu einem Bild. Zuerst wird beschrieben: Was sehe ich? Wer ist auf dem Bild? Wo könnte das sein? Was macht die Figur? Welche Dinge erkenne ich?
Dann geht es vom Beschreiben langsam ins Erzählen:
Was könnte vorher passiert sein?
Was passiert gerade?
Was könnte gleich passieren?
Wie fühlt sich die Figur?
Das ist ein wichtiger Schritt. Denn viele Kinder bleiben beim Beschreiben: Da ist ein Hund. Da ist ein Kind. Da ist ein Baum. Durch gezielte Fragen entsteht daraus eine Erzählung: Am Anfang geht das Kind mit dem Hund spazieren. Dann läuft der Hund plötzlich weg. Zum Schluss findet das Kind ihn hinter dem Baum wieder.
Einheit 3: Was steckt im Erzählsäckchen?
Das Erzählsäckchen ist für Klasse 1 ein wunderschöner Zugang. Ein Kind zieht einen Gegenstand aus einem Säckchen. Das kann zum Beispiel sein: ein Schlüssel, eine Feder, ein Stein, eine Muschel, ein Spielzeugtier, ein Knopf, ein kleiner Schuh, ein Brief, ein Zauberstab.
Der Gegenstand wird betrachtet, benannt und als Erzählanlass genutzt. Mögliche Impulse:
Wem könnte der Gegenstand gehören?
Wo wurde er gefunden?
Was könnte damit passiert sein?
Ist er wichtig für eine Geschichte?
Welche Figur braucht diesen Gegenstand?
Gegenstände helfen besonders, weil sie konkret sind. Kinder können sie anfassen, anschauen und beschreiben. So wird Erzählen greifbar.
Einheit 4: Wer? Wo? Was?
In dieser Einheit lernen die Kinder einfache Erzählbausteine kennen.
Wer kommt vor?
Wo ist die Geschichte?
Was passiert?
Wie geht es aus?
Der Friedrich Verlag betont im Zusammenhang mit Erzählkultur, dass Erzählwörter zu Figur, Ort, Gegenstand und Tätigkeit hilfreiche Strukturen sein können. Diese Bausteine können mit Symbolkarten eingeführt werden: Figur, Ort, Gegenstand, Handlung, Ende.
Merksatz: Eine Geschichte braucht jemanden, einen Ort und etwas, das passiert.
Einheit 5: Erst, dann, plötzlich, zum Schluss
Diese Einheit ist meine Empfehlung für einen Unterrichtsbesuch. Denn hier wird der Lernzuwachs sehr klar hörbar. Die Kinder erzählen nicht mehr nur einzelne Sätze zu einem Bild oder Gegenstand. Sie lernen, eine Geschichte zu ordnen.
Dafür helfen Satzanfänge: Am Anfang … / Dann … / Plötzlich … / Zum Schluss …
Diese Wörter geben Kindern Struktur. Sie helfen beim roten Faden.
Mini-Geschichte: Am Anfang liegt der Teddy allein im Kinderzimmer. Dann hört er ein Rascheln unter dem Bett. Plötzlich springt eine kleine Maus hervor. Zum Schluss werden Teddy und Maus Freunde.
Die Kinder merken: Eine Geschichte wird verständlicher, wenn sie eine Reihenfolge hat.
Einheit 6: Mein Gegenstand erlebt etwas
In dieser Einheit werden Gegenstände zu Figuren oder wichtigen Dingen in einer Geschichte. Die Kinder erfinden kleine Fantasiegeschichten und nutzen die bekannten Satzanfänge. Möglich ist auch eine Partnergeschichte: Kind 1 zieht einen Gegenstand. Kind 2 zieht einen Ort. Gemeinsam erzählen sie eine Geschichte.
Einheit 7: Zuhören wie Profis
Erzählen funktioniert nur, wenn auch zugehört wird. Deshalb ist Zuhören ein eigener Schwerpunkt. Die Kinder lernen: Ich schaue das erzählende Kind an. Ich höre zu. Ich unterbreche nicht. Ich denke mit. Ich frage freundlich nach. Ich gebe eine wertschätzende Rückmeldung.
Rückmeldesätze:
„Ich habe verstanden, dass …“
„Mir hat gefallen, dass …“
„Ich fand spannend, dass …“
„Ich frage mich …“

UB-Stunde
Thema der Stunde
Erst, dann, plötzlich, zum Schluss – Wir erzählen eine Geschichte mit rotem Faden.
Kindgerechte Forscherfrage
Wie erzählen wir so, dass andere unsere Geschichte gut verstehen?
Ziel der Stunde
Die Lernenden erzählen eine kurze Geschichte zu einem Bild oder Gegenstand in einer nachvollziehbaren Reihenfolge, indem sie einfache Erzählbausteine und Satzanfänge wie „Am Anfang“, „Dann“, „Plötzlich“ und „Zum Schluss“ nutzen, um einen roten Faden aufzubauen und ihre Erzählung für Zuhörende verständlich zu machen.
Warum diese Stunde gut passt
Diese Stunde passt besonders gut für einen Beusch in Klasse 1, weil der Lernzuwachs hörbar wird. Die Kinder erkennen: Eine Geschichte wird verständlicher, wenn ich sie in der richtigen Reihenfolge erzähle. Das ist fachlich klar, kindgerecht und gut beobachtbar.
Außerdem lässt sich die Stunde sehr handlungsnah gestalten: mit Bildkarten, Gegenständen, Satzanfangskarten, Partnerarbeit, Sitzkreis oder mit rotem Faden als Symbol.
Zentraler Lernzuwachs: Ich kann eine Geschichte mit Anfang, Mitte und Schluss erzählen.
Verlauf der Stunde
| Phase | Inhalt | Sozialform / Methode | Ziel |
|---|---|---|---|
| Einstieg | Die Lehrkraft erzählt eine Mini-Geschichte bewusst durcheinander. | Plenum / Irritation | Problem erfahrbar machen. |
| Reaktion | Die Kinder äußern, was an der Geschichte schwierig war. | Gespräch | Vorwissen aktivieren. |
| Forscherfrage | Gemeinsam wird geklärt: „Wie erzählen wir so, dass andere unsere Geschichte gut verstehen?“ | Plenum | Lernfrage entwickeln. |
| Erarbeitung | Eine Mini-Geschichte wird gemeinsam geordnet. Satzanfänge werden eingeführt. | Tafel / Sitzkreis | Reihenfolge und Erzählhilfen kennenlernen. |
| Modellierung | Die Lehrkraft erzählt eine geordnete Beispielgeschichte mit Satzanfängen. | Lehrkraftmodell | Sprachliches Vorbild geben. |
| Arbeitsphase | Kinder erzählen in PA zu einem Bild, einer Bildfolge oder einem Gegenstand. | Partnerarbeit | Erzählstruktur anwenden. |
| Zuhörauftrag | Partnerkind achtet: War die Reihenfolge verständlich? Gab es Anfang und Ende? | Partnerarbeit | Zuhören fokussieren. |
| Sicherung | Zwei bis drei Kinder erzählen im Sitzkreis. Die Klasse gibt Rückmeldung. | Plenum / Erzählrunde | Lernzuwachs sichtbar machen. |
| Abschluss | Merksatz und Blitzlicht: „Heute hat mir beim Erzählen geholfen …“ | Reflexion | Erkenntnis sichern. |

Anforderungsbereiche
AB I – Reproduzieren: Die Lernenden benennen bekannte Satzanfänge und beschreiben einzelne Bilder oder Gegenstände.
AB II – Zusammenhänge herstellen: Die Lernenden ordnen eine kurze Geschichte in eine verständliche Reihenfolge und erzählen sie mithilfe der Satzanfänge.
AB III – Verallgemeinern und Reflektieren: Die Lernenden erklären, warum eine Reihenfolge beim Erzählen wichtig ist, und geben Rückmeldung dazu, ob eine Geschichte verständlich erzählt wurde.
Einstiegsidee
Eine sehr einfache, aber wirkungsvolle Einstiegsidee ist eine bewusst durcheinander erzählte Mini-Geschichte.
Zum Beispiel: Zum Schluss war der Teddy wieder zu Hause. Plötzlich stand er mitten im Wald. Am Anfang lag er im Kinderzimmer. Dann suchte er seine Freundin.
Die Kinder merken schnell: Das klingt komisch.
Daraus entsteht das Stundenproblem.
Impulse: „Konntest du der Geschichte gut folgen?“ „Was war schwierig?“ „Was müsste anders sein?“ „Was braucht eine Geschichte, damit man sie versteht?“
Dann wird die Forscherfrage formuliert: Wie erzählen wir so, dass andere unsere Geschichte gut verstehen?
Als Symbol kann ein echter roter Faden genutzt werden. Die Satzanfänge werden daran befestigt: Am Anfang … / Dann … / Plötzlich … / Zum Schluss …

Differenzierung
Unterstützend
nur zwei oder drei Bilder
Gegenstand plus Bildkarte
Satzanfänge als Karten
Partnerkind erzählt mit
Lehrkraft modelliert zuerst
mündliches Erzählen ohne Verschriftlichung
Wortspeicher mit Bildern
Satzstarter: „Am Anfang ist …“, „Dann geht …“, „Plötzlich passiert …“, „Zum Schluss …“
Erzählung darf aus wenigen Sätzen bestehen
Kind darf auf Bilder zeigen
Kind darf zuerst der Lehrkraft erzählen
Satzanfänge sind farblich markiert
Erweiternd
eigene Reihenfolge legen
mehrere Gegenstände in eine Geschichte einbauen
Gefühle der Figur ergänzen
Ort genauer beschreiben
wörtliche Rede mündlich einbauen
eigene Überraschung erfinden
Partnerkind stellt Rückfragen
Geschichte vor einer kleinen Gruppe erzählen
einen passenden Titel finden
eine zweite mögliche Geschichte zum gleichen Bild erzählen
Rückmeldung zu einer anderen Erzählung geben
Die Differenzierung gelingt besonders gut über die Anzahl der Bilder, die Offenheit des Erzählanlasses, Satzstarter, Partnerhilfe und den Umfang der Erzählung.
Ideen für Klasse 1 bis 4
| Klassenstufe | Mögliche Umsetzung |
|---|---|
| Klasse 1 | Bilder und Gegenstände als konkrete Sprechanlässe nutzen, einfache Satzanfänge verwenden und kurze Geschichten mündlich erzählen. |
| Klasse 2 | Bildfolgen, Erzählanfänge und kleine Erzählpläne nutzen, Geschichten ausführlicher erzählen und erste Rückmeldungen geben. |
| Klasse 3 | Geschichten mit rotem Faden, Figuren, Ort, Problem und Lösung entwickeln und mündlich für spätere Schreibprozesse vorbereiten. |
| Klasse 4 | Erzählungen gezielt ausgestalten, Spannung aufbauen, wörtliche Rede nutzen und mündliche Erzählungen in schriftliche Texte überführen. |
Materialideen
| Material | Einsatzmöglichkeit |
|---|---|
| Erzählsäckchen / Erzählkoffer | Gegenstände als Erzählanlass ziehen |
| kleine Figuren, Gegenstände, Schlüssel, Feder, Stein, Muschel, Spielzeuge | Figuren für Geschichten |
| Brief | Anlass für eine Geschichte |
| Bildkarten, Bildfolgen | Personen, Orte und Handlungen |
| Satzanfangskarten | Struktur geben |
| Erzählbausteine | Wer? Wo? Was passiert? |
| Zuhörregeln-Plakat | Zuhören unterstützen |
| roter Faden | Reihenfolge sichtbar machen |
| Erzählstuhl / Autorenstuhl | Erzählungen würdigen |
| Exit-Ticket | Reflexion |
Eduki-Material ergänze ich an dieser Stelle nachträglich, sobald is es fertiggestellt habe.

Typische Schwierigkeiten
Beim mündlichen Erzählen können Schwierigkeiten auftreten. Typische Stolperstellen sind:
Kinder erzählen nur einzelne Wörter.
Kinder beschreiben ein Bild, erzählen aber noch keine Handlung.
Die Reihenfolge ist durcheinander.
Anfang und Ende fehlen.
Kinder springen zwischen Ideen hin und her.
Wortschatz fehlt.
Sätze bleiben sehr kurz.
Einige Kinder trauen sich nicht zu erzählen.
Zuhörende unterbrechen.
Rückmeldungen bleiben unkonkret.
Die Lehrkraft erwartet zu schnell zu viel.
Sachanalyse
Mündliches Erzählen ist eine zentrale Form sprachlichen Handelns. Kinder erzählen Erlebnisse, Fantasien, Gegenstände oder Handlungen so, dass andere ihnen folgen können. Erzählen bedeutet dabei nicht nur, etwas zu sagen. Eine Erzählung braucht zunehmend eine nachvollziehbare Struktur.
Wichtige Erzählbausteine sind: Figur, Ort, Handlung, Reihenfolge, Anfang, Mitte, Schluss.
In Klasse 1 stehen einfache Erzählstrukturen im Mittelpunkt. Kinder lernen, vom Beschreiben ins Erzählen zu kommen.
Bilder und Gegenstände bieten konkrete Sprechanlässe. Sie regen Fantasie und Wortschatz an.
Bildfolgen unterstützen die zeitliche Ordnung.
Satzanfänge helfen, eine Erzählung zu strukturieren. Wichtige Satzanfänge sind zum Beispiel: Am Anfang …, Dann …, Plötzlich …, Zum Schluss …
Zuhören ist Teil der Erzählkompetenz. Kinder müssen lernen, Erzählungen anderer aufmerksam zu verfolgen, nicht zu unterbrechen, nachzufragen und wertschätzend zu reagieren.
Mündliches Erzählen bereitet außerdem schriftliches Erzählen vor. Kinder, die mündlich Geschichten strukturieren können, entwickeln später leichter Ideen für eigene Texte.
Eine Erzählkultur entsteht durch Rituale, Wertschätzung und regelmäßige Erzählgelegenheiten.
Für Klasse 1 ist wichtig: Es geht zuerst um Sprechfreude, Verständlichkeit und Ordnung – nicht um perfekte Geschichten.

Didaktische Begründung
Das Thema ist für Klasse 1 sehr geeignet, weil Kinder grundsätzlich gerne erzählen und von konkreten Impulsen profitieren.
Bilder und Gegenstände ermöglichen einen niedrigschwelligen Zugang. Alle Kinder können auf ihrem sprachlichen Niveau teilnehmen.
Die Reihe unterstützt: Wortschatz, Satzbildung, zusammenhängendes Sprechen, Zuhören, Rückmelden, Reihenfolgebildung und sprachliche Sicherheit.
Die Kinder lernen, ihre Gedanken zu ordnen. Satzanfänge geben Sicherheit und Struktur.
Der rote Faden ist eine Grundlage für spätere Schreibaufgaben. Wer mündlich erzählen kann, was zuerst, danach und am Ende passiert, kann später leichter eigene Texte planen.
Die UB-Stunde ist besonders geeignet, weil der Lernzuwachs sichtbar und hörbar wird. Die Kinder erzählen nicht nur mehr, sondern geordneter. Sie erleben Erzählen als bedeutsam, weil andere ihnen zuhören.
Zuhörregeln und Rückmeldungen fördern außerdem soziales Lernen.
Differenzierung gelingt über Bildanzahl, Gegenstände, Satzstarter, Partnerhilfe und Erzählumfang. Sprachlich starke Kinder können Geschichten erweitern. Kinder mit Unterstützungsbedarf können mit Bildern, Gegenständen und Satzmustern erzählen.
Methodische Begründung
Methodisch lebt die Reihe von konkreten Impulsen und klaren Ritualen. Der Sitzkreis schafft eine gemeinsame Erzählsituation. Ein Erzählgegenstand aktiviert Neugier und gibt Kindern etwas Sichtbares an die Hand.
Eine bewusst ungeordnete Lehrkrafterzählung macht das Problem kindgerecht erfahrbar: Wenn eine Geschichte durcheinander erzählt wird, kann man ihr schwer folgen.
Gemeinsames Modellieren zeigt, wie Erzählen gelingen kann.
Satzanfangskarten entlasten Kinder sprachlich. Bildfolgen machen Reihenfolge sichtbar. Partnerarbeit senkt die Hemmschwelle vor dem Erzählen.
Kurze Präsentationen im Plenum würdigen Kindererzählungen.
Rückmeldekarten strukturieren Zuhören und Feedback.
Hilfreiche Leitfragen sind: Wer kommt vor? Wo ist die Geschichte? Was passiert zuerst? Was passiert dann? Wie endet die Geschichte? Wichtig ist, dass Erzählen nicht nur als spontane Situation verstanden wird, sondern als Kompetenz, die Kinder lernen können.
Mein Fazit
Erzählen in Klasse 1 ist ein wunderschönes Thema. Kinder lernen nicht nur, mehr zu sprechen. Sie lernen, ihre Gedanken zu ordnen, anderen zuzuhören und Geschichten so zu erzählen, dass andere sie verstehen können. Besonders schön finde ich den Zugang über Bilder und Gegenstände. Er ist konkret, kindnah und motivierend.
Mein wichtigster Gedanke zur Reihe ist: Eine gute Geschichte muss in Klasse 1 nicht perfekt sein. Aber sie braucht eine Reihenfolge, damit andere ihr folgen können.
Eure Caro
Instagram – Alles für die Grundschule.
FAQ
Was lernen Kinder beim Erzählen in Klasse 1?
Kinder lernen, Bilder, Gegenstände, Erlebnisse oder Fantasieideen verständlich zu versprachlichen. Sie üben, eine Reihenfolge einzuhalten, passende Satzanfänge zu nutzen und anderen zuzuhören.
Welche UB-Stunde eignet sich zum Erzählen in Klasse 1?
Eine passende UB-Stunde ist „Erst, dann, plötzlich, zum Schluss“. Die Kinder erzählen eine kurze Geschichte mit Satzanfängen und lernen, einen roten Faden aufzubauen.
Warum sind Bilder und Gegenstände gute Erzählanlässe?
Bilder und Gegenstände sind konkret. Kinder können sie anschauen, anfassen, beschreiben und daraus leichter eine Geschichte entwickeln.
Welche Satzanfänge helfen beim Erzählen?
Hilfreiche Satzanfänge sind: „Am Anfang …“, „Dann …“, „Plötzlich …“ und „Zum Schluss …“. Sie helfen Kindern, ihre Geschichte zu ordnen.
Was ist der rote Faden beim Erzählen?
Der rote Faden bedeutet, dass eine Geschichte eine verständliche Reihenfolge hat. Die Zuhörenden können nachvollziehen, was zuerst passiert, was danach kommt und wie die Geschichte endet.
Wie kann man Erzählen in Klasse 1 differenzieren?
Differenzierung gelingt über die Anzahl der Bilder, die Auswahl der Gegenstände, Satzstarter, Partnerhilfe, Wortspeicher, mündliche Hilfen und den Umfang der Erzählung.
Müssen Kinder in Klasse 1 schon vollständige Geschichten erzählen?
Nein. In Klasse 1 geht es zunächst darum, ins Erzählen zu kommen, Gedanken zu ordnen und kurze verständliche Erzählungen aufzubauen. Perfekte Geschichten sind nicht das Ziel.
Wie hängt mündliches Erzählen mit Schreiben zusammen?
Mündliches Erzählen bereitet späteres Schreiben vor. Kinder, die mündlich eine Geschichte strukturieren können, können später leichter eigene Texte planen und schreiben.







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