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Quick Facts: Farben mischen
Ein Unterrichtsentwurf zum Thema Farben mischen eignet sich besonders gut für Kunst in Klasse 1/2. Die Kinder entdecken Grundfarben, mischen Sekundärfarben, experimentieren mit Wasserfarben und gestalten eigene Bilder mit selbst gemischten Farbtönen.
Für einen Unterrichtsbesuch ist das Thema sehr dankbar, weil der Lernzuwachs direkt sichtbar wird. Die Kinder können am Ende zeigen, welche Farben sie gemischt haben, beschreiben ihre Beobachtungen und nutzen ihre Mischfarben für eine kreative Gestaltungsaufgabe.
Im Lehrplan Kunst NRW passt das Thema besonders gut zum Arbeiten mit Farbe als Bildmittel. Der Lehrplannavigator führt den Lehrplan Kunst 2021 für die Primarstufe als Grundlage auf und betont im Kunstunterricht die Auseinandersetzung mit gestalterischen Mitteln, Materialien und eigenen Bildideen. (Lehrplan NRW)
Warum Farben mischen im Kunstunterricht spannend ist
Farben mischen ist eines dieser Themen, das Kinder sofort begeistert. Gerade in Klasse 1/2 ist es sehr motivierend, wenn aus zwei Farben plötzlich eine neue Farbe entsteht. Für Kinder fühlt sich das fast magisch an.
Aus Rot und Gelb wird Orange.
Aus Blau und Gelb wird Grün.
Aus Rot und Blau wird Violett.
Gleichzeitig ist Farbenmischen viel mehr als nur ein schönes Experiment. Die Kinder lernen Farbe als Gestaltungsmittel kennen. Sie beobachten genau, vergleichen Farbtöne, beschreiben Unterschiede und setzen Farben später bewusst in eigenen Bildern ein.
Ich habe zu diesem Thema eine Reihe geplant und finde besonders schön, dass es im Kunstunterricht einen sehr handlungsorientierten Zugang bietet. Die Kinder müssen nicht erst lange zuhören, sondern dürfen ausprobieren, entdecken und gestalten. Trotzdem ist der fachliche Kern klar: Grundfarben, Mischfarben, Farbkreis, Farbwirkung und der bewusste Umgang mit Material.
Gerade in Klasse 1/2 ist das Thema außerdem sehr gut geeignet, weil es viele Sinne anspricht: sehen, mischen, vergleichen, benennen, malen, gestalten, präsentieren.
Wichtig ist nur, das Thema gut zu strukturieren. Sonst wird aus „Farben mischen“ schnell ein wildes Farbchaos. Mit einer kleinen Farbenküche, klaren Mischaufträgen und einem Farbprotokoll kann daraus aber eine richtig schöne und fachlich starke Reihe entstehen.
Wenn du weitere Ideen für Unterrichtsbesuche suchst, passen auch meine Unterrichtsbesuch PDF Vorlage, der Nachbesprechung Leitfaden und der Artikel zur Materialerstellung mit Canva gut dazu.

Lehrplanbezug NRW
Die Reihe ist im Fach Kunst vor allem den Bereichen Bilder herstellen und gestalten sowie Bilder betrachten und verstehen zuzuordnen.
Im Mittelpunkt steht Farbe als Gestaltungsmittel. Die Kinder experimentieren mit Wasserfarben, entdecken Mischfarben, sprechen über Farbwirkungen und setzen ihre Erfahrungen in eigenen Bildern um.
| Bereich | Bedeutung für die Reihe |
|---|---|
| Bilder herstellen und gestalten | Farben mischen, Farbflächen gestalten, eigene Bildideen umsetzen |
| Bilder betrachten und verstehen | Farbwirkungen beschreiben, eigene und fremde Ergebnisse betrachten |
| Material und Werkzeug | Wasserfarben, Pinsel, Mischpaletten und Papier sachgerecht nutzen |
| Wahrnehmung | Farbunterschiede erkennen, Farbtöne vergleichen |
| Ausdruck | Farben gezielt für eine Bildidee einsetzen |
| Reflexion | Mischprozesse beschreiben und Ergebnisse würdigen |
Das Thema verbindet produktive, rezeptive und reflexive Zugänge. Die Kinder stellen selbst Farben her, betrachten ihre Ergebnisse und sprechen über das, was sie entdeckt haben.
UB-Reihenplanung
Thema der Reihe
Farbenzauber entdecken – Wir experimentieren mit Farben, mischen neue Töne und gestalten eigene bunte Bilder.
Kindgerechte Themenformulierung
Das Geheimnis der Farbenküche – Wir zaubern neue Farben aus Rot, Gelb und Blau.
Kernanliegen der Reihe
Die Lernenden erweitern ihr Wahrnehmungs-, Vorstellungs- und Ausdrucksvermögen, indem sie Grundfarben untersuchen, Farben gezielt mischen, Wirkungen von Farben wahrnehmen und eigene Bildideen mit gemischten Farben gestalten, um Farbe als wesentliches Gestaltungsmittel handelnd und experimentell zu erfahren.
Aufbau der Reihe
| 1. Die Farbenküche öffnet. | Die Lernenden entdecken Farbe als Gestaltungsmittel, indem sie Grundfarben betrachten, benennen und in ersten freien Malversuchen erproben, um Sicherheit im Umgang mit Farbe und Material aufzubauen. Der Lehrplan nennt Farbe als zentrales Bildmittel und betont das freie Experimentieren als wichtigen Zugang. |
| 2. Was passiert, wenn Farben sich treffen? | Die Lernenden untersuchen Mischvorgänge, indem sie zwei Grundfarben gezielt zusammenbringen und ihre Beobachtungen beschreiben, um erste Erfahrungen mit neu entstehenden Farbtönen zu machen. Das entspricht dem im Lehrplan beschriebenen entdeckenden und experimentellen Umgang mit Gestaltungsmitteln. |
| 3. Die geheime Welt der Mischfarben. | Die Lernenden erweitern ihre Farbvorstellungen, indem sie aus Grundfarben gezielt Mischfarben herstellen und diese sammeln, vergleichen und benennen, um Farbzusammenhänge bewusster wahrzunehmen. |
| 4. Unser Farbprotokoll | Die Lernenden dokumentieren und vergleichen ihre Mischversuche, indem sie entstandene Farben sammeln, ordnen, benennen und in einem einfachen Farbprotokoll festhalten, um Farbzusammenhänge bewusster wahrzunehmen und ihre Entdeckungen sprachlich zu sichern. |
| 5. Mal hell, mal dunkel, mal ganz zart. | Die Lernenden verändern Farben gezielt, indem sie Mischfarben mit Weiß aufhellen oder in ihrer Wirkung variieren, um Unterschiede in Farbton und Bildwirkung wahrzunehmen. Der Lehrplan hebt hervor, dass Kinder Gestaltung, Ausdruck und Wirkung von Bildern in Beziehung setzen sollen. |
| 6. Farben erzählen etwas. | Die Lernenden setzen sich mit Farbwirkung auseinander, indem sie Bilder und eigene Farbflächen betrachten und über fröhliche, ruhige, warme oder kräftige Wirkungen sprechen, um Farbe nicht nur technisch, sondern auch ausdrucksbezogen zu verstehen. Das ist anschlussfähig an den rezeptiven Bereich des Lehrplans, der das Beschreiben und Deuten von Bildern betont. |
| 7. Wir malen ein Bild aus unserer Farbenküche. | Die Lernenden gestalten ein eigenes Bild, indem sie gemischte Farben gezielt auswählen und für eine Bildidee einsetzen, um ihre Erfahrungen aus den Experimentierphasen produktiv anzuwenden. Der Lehrplan nennt dafür das Entwickeln von Bildideen und das Gestalten in eigenen Bildzusammenhängen. |
| 8. Unsere Farbzauber-Galerie. | Die Lernenden präsentieren und reflektieren ihre Arbeiten, indem sie ihre Bilder betrachten, beschreiben und über ihre gemischten Farben sprechen, um Gestaltungsergebnisse bewusst wahrzunehmen und zu würdigen. Der Lehrplan betont ausdrücklich auch reflexive Prozesse, also das Kommunizieren über eigene und fremde Bilder. |

Vertiefung der einzelnen Einheiten
1. Die Farbenküche öffnet
In der ersten Einheit lernen die Kinder die Farbenküche kennen. Sie betrachten die Grundfarben Rot, Gelb und Blau und erproben den Umgang mit Wasserfarben, Pinseln, Wasser und Mischflächen.
Mögliche Impulse:
Welche Farben kennst du? Welche Farben sehen wir hier?
Was passiert, wenn ich mit Wasser arbeite?
Wie benutze ich den Pinsel richtig? Wie bleibt meine Farbe sauber?
Mögliche Aktivitäten:
Grundfarben betrachten und benennen, Farbspuren auf Papier setzen
Materialregeln und Pinsel, Wasser und Farbkasten kennenlernen
kleine Farbflächen mit Rot, Gelb und Blau gestalten
Farben im Klassenraum suchen
Diese Einheit ist wichtig, weil viele Kinder in Klasse 1/2 erst lernen müssen, wie man mit Wasserfarben sauber und gezielt arbeitet.
2. Was passiert, wenn Farben sich treffen?
In der zweiten Einheit steht das Entdecken im Mittelpunkt. Die Kinder beobachten, was passiert, wenn zwei Farben sich berühren.
Mögliche Aktivitäten:
zwei Farbflecken nebeneinander setzen und ineinanderlaufen lassen
Farben auf einer Mischpalette zusammenführen,
Farbtropfen auf nassem Papier beobachten
Vermutungen äußern, erste Mischfarben entdecken
Ergebnisse im Gespräch beschreiben
Mögliche Satzstarter:
„Ich sehe …“ „Die Farben verändern sich.“ „Aus … und … wird …“
„Meine neue Farbe sieht aus wie …“
Diese Einheit soll Neugier wecken. Noch muss nicht jedes Ergebnis perfekt sein. Es geht darum, den Mischvorgang wahrzunehmen.
3. Die geheime Welt der Mischfarben
Diese Einheit eignet sich besonders gut als UB-Stunde. Die Kinder mischen gezielt jeweils zwei Grundfarben und entdecken die Sekundärfarben.
Mögliche Mischaufträge: Rot + Gelb = Orange, Blau + Gelb = Grün, Rot + Blau = Violett
Mögliche Aktivitäten:
Grundfarben wiederholen, Mischvorgang gemeinsam modellieren
Kinder mischen selbst, Farbproben auftragen, Ergebnisse vergleichen
Mischfarben benennen und Entdeckungssätze formulieren
Wichtig ist, dass die Kinder nicht zu viele Farben gleichzeitig bekommen. Für Klasse 1/2 reichen Rot, Gelb und Blau völlig aus.
4. Unser Farbprotokoll
In dieser Einheit dokumentieren die Kinder ihre Mischversuche. Das Farbprotokoll hilft, Ergebnisse sichtbar zu sichern.
Mögliche Protokollformen:
zwei Farbfelder plus Ergebnisfeld oder Pfeile: Rot + Gelb → Orange
Farbprobenstreifen, Mischkreis, Mini-Farbheft
Forscherblatt „Meine Mischfarben“
Mögliche Aktivitäten:
Mischungen wiederholen und Ergebnisse in Felder tupfen
Farben benennen, eigene Lieblingsmischung markieren
Ergebnisse mit Partnerkind vergleichen
Das Farbprotokoll ist besonders hilfreich für einen Unterrichtsbesuch, weil der Lernzuwachs sichtbar wird. Die Kinder können zeigen: Diese Farben habe ich gemischt.
5. Mal hell, mal dunkel, mal ganz zart
Nun entdecken die Kinder Farbnuancen. Sie verändern Mischfarben, indem sie mehr Wasser, mehr Farbe, Weiß oder kleine Mengen einer anderen Farbe nutzen.
Für Klasse 1/2 würde ich hier sehr reduziert arbeiten. Es geht nicht um fachlich perfekte Farblehre, sondern um Wahrnehmung: hell - dunkel / kräftig - zart / leuchtend - blass
Mögliche Aktivitäten:
eine Farbe mit mehr Wasser verdünnen, hellere und dunklere Farbfelder vergleichen
Farbreihen anlegen und Lieblingsfarbton auswählen, Farben nach Wirkung sortieren
Diese Einheit zeigt Kindern, dass Grün nicht einfach nur Grün ist. Es gibt viele verschiedene Grüntöne.
6. Farben erzählen etwas
In dieser Einheit geht es um Farbwirkung. Die Kinder betrachten Farben und sprechen darüber, wie sie wirken.
Mögliche Impulse:
Welche Farbe wirkt fröhlich / ruhig / warm / kalt?
Welche Farbe passt zu einem Gewitter / sonnigen Tag?
Mögliche Aktivitäten:
Farbflächen sortieren, Bilder betrachten und Farbwirkungen beschreiben
Gefühlskarten zu Farben legen, Farben für Stimmungen auswählen
kleine Farbkompositionen gestalten
Diese Einheit verbindet Wahrnehmung und Ausdruck. Kinder merken: Farben können etwas erzählen.
7. Wir malen ein Bild aus unserer Farbenküche
Nun wenden die Kinder ihre Erfahrungen in einer kreativen Gestaltungsaufgabe an.
Mögliche Bildideen:
ein Fantasievogel aus Mischfarben und eine bunte Blumenwiese
ein Unterwasserbild, ein Farbzauberwald, ein Regenbogenmonster
ein Schmetterling aus Mischfarben, eine Farbexplosion, eine Zauberblume
Möglicher Auftrag: Male ein Bild, in dem du mindestens drei selbst gemischte Farben verwendest.
Mögliche Hilfen:
Farbprotokoll als Erinnerung, Mischkarten, Bildideen-Karten
Satzstarter für Reflexion und kleine Materialstation
Wichtig ist, dass die Gestaltungsaufgabe offen genug bleibt. Die Kinder sollen ihre gemischten Farben bewusst einsetzen können.
8. Unsere Farbzauber-Galerie
Zum Abschluss präsentieren die Kinder ihre Bilder und sprechen über ihre Farben.
Mögliche Reflexionsfragen:
Welche Farben hast du selbst gemischt? Welche Mischung gefällt dir besonders?
Welche Farbe war schwer zu mischen? Wo hast du deine Mischfarbe im Bild verwendet?
Welche Wirkung hat dein Bild? Was hast du über Farben gelernt?
Mögliche Präsentationsformen:
Galeriegang, Farbzauber-Ausstellung oder Museumsrunde
Partnergespräch, Lieblingsfarbe markieren und Reflexionskarte ausfüllen

UB-Stunde
Thema der Stunde
Die geheime Welt der Mischfarben – Wir mischen aus Grundfarben neue Farben.
Kindgerechte Stundenfrage/Forscherfrage
Welche neuen Farben können aus Rot, Gelb und Blau entstehen?
Ziel der Stunde
Die Lernenden stellen aus Grundfarben Mischfarben her, indem sie Rot, Gelb und Blau gezielt paarweise kombinieren, ihre Ergebnisse auf einem Farbprotokoll festhalten und ihre Beobachtungen beschreiben, um erste Farbzusammenhänge handelnd und experimentell zu entdecken.
Warum diese Stunde gut passt
Diese Stunde eignet sich sehr gut für einen Unterrichtsbesuch, weil sie:
sehr motivierend ist
einen klaren fachlichen Schwerpunkt hat
handlungsorientiertes Lernen ermöglicht
sichtbare Ergebnisse hervorbringt
Sprache, Wahrnehmung und Gestaltung verbindet
gut differenzierbar ist
wenig Vorwissen benötigt
einen deutlichen Lernzuwachs zeigt
Die Kinder entdecken selbst, dass aus Grundfarben neue Farben entstehen. Diese Entdeckung ist konkret, sichtbar und kindgerecht.
Verlauf der Stunde
| Phase | Inhalt | Methode / Sozialform | Material |
|---|---|---|---|
| Einstieg | Zwei Farbflecken treffen sich; Kinder vermuten, was passiert | Plenum | großes Papier, Rot/Gelb/Blau |
| Erarbeitung | Grundfarben werden wiederholt; ein Mischvorgang wird modelliert | Plenum | Wasserfarben, Pinsel, Mischpalette |
| Arbeitsphase | Kinder mischen Rot+Gelb, Blau+Gelb, Rot+Blau und dokumentieren Ergebnisse | Einzel- oder Partnerarbeit | Farbkasten, Pinsel, Farbprotokoll |
| Sicherung | Ergebnisse werden verglichen und benannt | Plenum / Galerie | Farbproben |
| Reflexion | „Aus … und … wird …“ / „Ich habe entdeckt, dass …“ | Gespräch / Satzstarter | Reflexionskarten |
Einstiegsidee: Farbzauber
Eine schöne Einstiegsidee ist eine kleine Farbenzauber-Situation. Die Lehrkraft zeigt drei kleine Gläser oder Farbkleckse: Rot, Gelb, Blau. Dann werden zwei Farben langsam gemischt. Die Kinder dürfen zunächst vermuten:
Was passiert, wenn Rot und Gelb sich treffen?
Bleiben die Farben gleich? Entsteht eine neue Farbe?
Welche Farbe könnte das werden?
Alternativ kann eine kleine Geschichte erzählt werden: In der Farbenküche wohnen Rot, Gelb und Blau. Heute wollen sie herausfinden, was passiert, wenn sie sich besuchen. Das ist besonders für Klasse 1/2 sehr motivierend und schafft eine kindgerechte Rahmung.

Differenzierungsmöglichkeiten
Unterstützend
nur zwei Mischaufträge, Farben mit Symbolen kennzeichnen
größere Farbflächen statt kleiner Felder, Partnerarbeit
feste Mischreihenfolge, bereits vorbereitete Farbprotokolle
Satzstarter: „Aus … und … wird …“, Farbkarten zum Zuordnen
klare Materialregeln, weniger Wasser und weniger Farbauswahl
Erweiternd
Mischverhältnisse variieren, mehrere Grüntöne herstellen
mit Weiß aufhellen, Farbreihen anlegen, Lieblingsmischung entwickeln
Farbwirkung beschreiben, Mischfarben für ein Mini-Bild nutzen
eigene Mischfrage formulieren
Ideen für Klasse 1 bis 4
Klasse 1: Farben entdecken und erste Mischungen ausprobieren
In Klasse 1 sollte der Fokus stark auf Wahrnehmung und Experimentieren liegen. Geeignete Ideen: Grundfarben kennenlernen, Farbflecken mischen, Farben mit Fingern oder Pinseln entdecken, Rot + Gelb, Blau + Gelb, Rot + Blau mischen, Farbproben sammeln, einfache Sätze: „Aus … wird …“.
Klasse 2: Mischfarben sichern und anwenden
In Klasse 2 kann das Thema bereits strukturierter umgesetzt werden. Geeignete Ideen: Farbprotokoll führen, Sekundärfarben benennen, Farbkreis legen, Farbreihen herstellen, Mischfarben in einem Bild verwenden, Farbwirkung besprechen.
Klasse 3: Farbkreis und Farbwirkung vertiefen
In Klasse 3 kann stärker auf Fachbegriffe und Wirkung eingegangen werden. Geeignete Ideen: Farbkreis nach Itten vereinfacht, warme und kalte Farben, Komplementärkontraste anbahnen, Farbwirkung in Bildern untersuchen, Farbstimmungen malen, Bildgestaltung mit gezielter Farbwahl.
Klasse 4: Bewusste Farbgestaltung
In Klasse 4 kann Farbe stärker als bewusstes Ausdrucksmittel genutzt werden. Geeignete Ideen: Farbstimmungen gestalten, Farbkontraste einsetzen, Bildwirkung vergleichen, Farbverläufe herstellen, Kunstwerke betrachten, eigene Bildidee mit begründeter Farbwahl umsetzen

Materialideen
| Material | Einsatz |
|---|---|
| Wasserfarben / Deckfarben | zentrales Mischmaterial |
| Pinsel in verschiedenen Größen | Farbflächen und Details gestalten |
| Mischpalette / Teller | Farben kontrolliert mischen |
| Wasserbecher | Pinsel reinigen, Farben verdünnen |
| Küchenpapier / Lappen | Arbeitsplatz sauber halten |
| Schürzen | Kleidung schützen |
| Farbprotokoll | Mischversuche dokumentieren |
| Farbkarten | Farben benennen und vergleichen |
| Grundfarbenkarten | Rot, Gelb und Blau visualisieren |
| Satzstarterkarten | Reflexion und Sprachbildung unterstützen |
| großes Demonstrationspapier | Mischvorgang modellieren |
| Papierstreifen | Farbproben sammeln |
| Galerie-Karten | Ergebnisse präsentieren |
Eduki-Material habe ich zu diesem Thema noch nicht online. Sobald es verfügbar ist, würde ich den Link hier ergänzen.
Typische Schwierigkeiten
Kinder verwenden zu viel Wasser.
Die Farben werden schnell matschig.
Pinsel werden nicht ausgewaschen.
Zu viele Farben werden gleichzeitig gemischt.
Kinder mischen frei, ohne den Auftrag zu beachten.
Farbprotokolle werden zu ungenau geführt.
Kinder kennen Farbnamen noch nicht sicher.
Arbeitsplätze werden schnell unübersichtlich.
Die Sicherung bleibt bei „schön“ stehen.
Manche Kinder brauchen viel Zeit zum Aufräumen.
Sachanalyse
Farbe ist ein zentrales Gestaltungsmittel im Kunstunterricht. Durch Farbe können Bilder wirken, Stimmungen ausdrücken und Formen sichtbar gemacht werden.
Beim Farbenmischen entdecken Kinder, dass aus Grundfarben neue Farben entstehen können. Im Anfangsunterricht wird häufig mit den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau gearbeitet. Werden jeweils zwei dieser Farben gemischt, entstehen Sekundärfarben.
Vereinfacht für Klasse 1/2 gilt: Rot + Gelb = Orange, Blau + Gelb = Grün, Rot + Blau = Violett.
In der praktischen Umsetzung können die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen. Das liegt an der Farbmenge, am Wasseranteil, an der Qualität der Farbe und daran, ob der Pinsel sauber ist.
Diese Unterschiede sind für den Unterricht sehr wertvoll. Kinder lernen: Eine Mischfarbe kann heller, dunkler, kräftiger oder zarter sein. Dadurch wird deutlich, dass Farben nicht nur feste Begriffe sind, sondern viele Abstufungen haben.
Beim Farbprotokoll werden die Mischprozesse festgehalten. Das unterstützt die bewusste Wahrnehmung und hilft den Kindern, ihre Ergebnisse zu vergleichen und zu benennen.

Didaktische Begründung
Das Thema Farben mischen ist für Klasse 1/2 besonders geeignet, weil es unmittelbar erfahrbar ist. Kinder sehen direkt, wie durch eigenes Handeln etwas Neues entsteht.
Das Thema fördert: Wahrnehmung, Experimentierfreude, Feinmotorik, Materialkompetenz, Sprache, Gestaltung und Reflexion.
Farbenmischen ist außerdem ein sehr guter Zugang, um Kinder an künstlerisches Arbeiten heranzuführen. Sie lernen nicht nur, ein Bild auszumalen, sondern Farbe bewusst herzustellen und einzusetzen.
Die Reihe ermöglicht offene und individuelle Ergebnisse. Jedes Kind kann eigene Farbtöne entdecken. Gleichzeitig gibt es klare fachliche Orientierung durch Grundfarben, Mischfarben und Farbprotokoll.
Besonders wertvoll ist die Verbindung aus Experimentieren und Gestalten. Die Kinder probieren zunächst aus und nutzen ihre Erfahrungen anschließend für ein eigenes Bild.
Methodische Begründung
Methodisch bietet sich ein entdeckender und handlungsorientierter Aufbau an. Ein sinnvoller Ablauf ist:
Grundfarben kennenlernen
Mischvorgänge frei entdecken
gezielte Mischaufträge bearbeiten
Farbprotokoll führen
Ergebnisse vergleichen
Farbwirkungen besprechen
Mischfarben für eigene Bilder nutzen
Ergebnisse präsentieren
Kurze Demonstrationsphasen sind wichtig, damit die Kinder wissen, wie sie mit Wasserfarben, Pinsel und Mischpalette umgehen. Die Demonstration sollte aber nicht zu lang sein, weil das Thema vom eigenen Tun lebt.
Das Farbprotokoll ist methodisch hilfreich, weil es die Experimentierphase strukturiert. Kinder können ihre Mischungen festhalten und später darauf zurückgreifen.
Für Klasse 1/2 sind Rituale und klare Materialregeln besonders wichtig:
Pinsel auswaschen
Wasser nicht verschütten
nur kleine Farbmengen nehmen
erst mischen, dann malen
Arbeitsplatz sauber halten
Die Sicherung sollte nicht nur aus dem Zeigen der Bilder bestehen. Wichtig ist, dass Kinder ihre Entdeckungen versprachlichen: „Aus Rot und Gelb wird Orange.“ „Mein Grün ist dunkel, weil ich viel Blau genommen habe.“ „Mit mehr Wasser wird die Farbe heller.“
Was ich beim Thema Farben mischen im Unterrichtsbesuch beachten würde
Wenn ich einen Unterrichtsbesuch zum Farbenmischen planen würde, würde ich besonders auf diese Punkte achten:
Material sehr gut vorbereiten und die Farbauswahl begrenzen (klare Mischaufträge)
Arbeitsplätze übersichtlich halten und Wasserregeln klären
genügend Lappen und Küchenpapier bereitlegen
Farbprotokoll einfach gestalten, Satzstarter sichtbar machen
Aufräumzeit realistisch einplanen, nicht zu viele Mischungen verlangen
Sicherung auf Entdeckungen fokussieren, Gestaltungsaufgabe nicht zu früh starten
Für einen Unterrichtsbesuch würde ich die Stunde Die geheime Welt der Mischfarben – Wir mischen aus Grundfarben neue Farben wählen. Sie ist klar, handlungsorientiert und zeigt den Lernzuwachs sehr deutlich.
Besonders wichtig wäre mir, dass die Stunde nicht im Materialchaos endet. Lieber wenige Farben, klare Abläufe und saubere Sicherung als zu viele freie Experimente auf einmal.
Mein Fazit
Farben mischen ist ein wunderschönes Thema für den Kunstunterricht in Klasse 1/2. Die Kinder erleben Farbe direkt, sinnlich und handelnd. Sie sehen sofort, wie aus zwei Farben etwas Neues entsteht.
Besonders stark finde ich die Idee der Farbenküche. Sie macht das Thema kindgerecht, motivierend und strukturiert. Gleichzeitig bleibt der fachliche Kern klar: Grundfarben, Mischfarben, Farbprotokoll und bewusste Farbgestaltung.
Für einen Unterrichtsbesuch eignet sich besonders eine Stunde zu den Sekundärfarben. Die Kinder mischen Rot, Gelb und Blau gezielt, dokumentieren ihre Ergebnisse und beschreiben ihre Entdeckungen. Wenn Kinder am Ende sagen können: „Aus Rot und Gelb wird Orange“ oder „Ich habe Grün aus Blau und Gelb gemischt“, ist der Lernzuwachs direkt sichtbar.
Eure Caro
Instagram – Für mehr ehrliche Einblicke in Grundschule, Unterrichtsbesuche, Referendariat und Materialerstellung.
FAQ
Für welche Klasse eignet sich Farben mischen?
Farben mischen eignet sich besonders gut für Klasse 1/2. In Klasse 1 steht das freie Entdecken im Vordergrund, in Klasse 2 können Mischfarben, Farbprotokolle und einfache Farbkreise stärker gesichert werden.
Welche Farben sollte man zuerst mischen?
Für den Anfang reichen Rot, Gelb und Blau. Daraus können Kinder erste Mischfarben herstellen: Orange, Grün und Violett.
Was sind Grundfarben?
Im Kunstunterricht der Grundschule werden häufig Rot, Gelb und Blau als Grundfarben genutzt. Aus ihnen lassen sich viele weitere Farben mischen.
Was sind Sekundärfarben?
Sekundärfarben entstehen, wenn zwei Grundfarben gemischt werden. Rot und Gelb ergeben Orange, Blau und Gelb ergeben Grün, Rot und Blau ergeben Violett.
Welche UB-Stunde passt zum Thema Farben mischen?
Eine passende UB-Stunde ist: Die geheime Welt der Mischfarben – Wir mischen aus Grundfarben neue Farben. Die Kinder mischen gezielt zwei Grundfarben, dokumentieren ihre Ergebnisse und beschreiben ihre Beobachtungen.
Wie kann man Farben mischen differenzieren?
Unterstützend helfen klare Mischaufträge, Farbkarten, Symbolhilfen, Partnerarbeit und einfache Farbprotokolle. Erweiternd können Kinder Mischverhältnisse verändern, Farbreihen herstellen oder eigene Farbwirkungen beschreiben.
Was sollte man organisatorisch beachten?
Wichtig sind klare Materialregeln, begrenzte Farbauswahl, genug Wasserbecher, Lappen, Küchenpapier, Schürzen und eine realistische Aufräumzeit.







