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Quick Facts: Gott ist wie Himbeereis
Das Buch „Gott ist wie Himbeereis*“ eignet sich besonders für den Religionsunterricht in Klasse 1/2, wenn Kinder über eigene Gottesvorstellungen, Fragen und Vergleiche ins Gespräch kommen sollen.
Im Mittelpunkt der Reihe stehen Gottesbilder, religiöse Sprache, Symbole, Metaphern und kindliche Fragen nach Gott.
Eine passende UB-Stunde aus der Reihenplanung ist: „Gott ist für mich wie … – Eigene Bilder und Vergleiche für Gott entwickeln.“
Allgemeines
Das Thema wurde sich von einer Followerin gewünscht, denn ich selbst kannte das Buch „Gott ist wie Himbeereis*“ vorher noch nicht. Beim Recherchieren und Durchlesen der Rückmeldungen ist mir aber direkt aufgefallen, dass das Buch für den Religionsunterricht in der Grundschule sehr spannend sein kann.
Viele beschreiben das Bilderbuch als kindnah, farbenfroh, verständlich und sehr gut geeignet, um mit Kindern über Gott ins Gespräch zu kommen. Besonders schön finde ich den Zugang über Vergleiche aus dem Alltag der Kinder. Gott ist wie Himbeereis, wie eine Umarmung, wie ein Lieblingsstofftier, wie Luft. Gott ist da, auch wenn man ihn nicht sehen kann.
Genau solche Bilder können Kindern helfen, über etwas zu sprechen, das eigentlich schwer greifbar ist. Denn die Frage „Wie ist Gott?“ lässt sich nicht einfach beantworten und Kinder bringen sehr unterschiedliche Vorstellungen mit.
Gerade deshalb finde ich wichtig, dass die Reihe nicht bei einer einzigen Aussage stehen bleibt. Das Buch arbeitet stark mit der Idee, dass Gott mit Dingen verglichen wird, die glücklich machen. Das kann für Kinder sehr zugänglich sein.
Gleichzeitig sollte auch Raum bleiben für andere Erfahrungen wie Trost, Schutz, Nähe, Unsicherheit, Fragen, Traurigkeit, Nichtwissen, Zweifel. Denn Gottesbilder sind vielfältig. Nicht jedes Kind verbindet Gott nur mit Glück. Und genau darüber kann man im Religionsunterricht sehr behutsam und wertschätzend sprechen.
Wenn du dich für Religion interessierst, passen dazu auch meine Unterrichtsentwürfe zu Gottesvorstellungen, zur Schöpfungsgeschichte, zu Abraham und Sara, zu Jona und der Wal.
Hilfreiche externe Impulse zum Thema Gottesbilder findest du beim Friedrich Verlag, bei RPI-virtuell, bei Lehrer-Online und beim Auer Verlag.

Reihenplanung
Thema der Reihe
Gott ist wie … – Wir fragen nach Gott und entdecken unterschiedliche Gottesvorstellungen.
Kindgerechte Themenformulierung
Wie ist Gott? – Wir sammeln unsere eigenen Antworten.
Kernanliegen der Reihe
Die Lernenden erweitern ihre religiöse Sprach- und Deutungsfähigkeit, indem sie eigene Fragen und Vorstellungen zu Gott ausdrücken, die Bildsprache des Bilderbuchs untersuchen, persönliche sowie biblische Gottesbilder miteinander vergleichen und eigene Metaphern gestalten, um zu erkennen, dass Menschen unterschiedlich von Gott sprechen und kein einzelnes Bild Gott vollständig beschreiben kann.
Aufbau der Reihe
| Thema der Einheit | Ziel/Kernanliegen der Einheit |
|---|---|
| 1. Was möchtest du über Gott wissen? – Unsere großen Fragen | Die Lernenden nehmen eigene Gedanken und Unsicherheiten wahr, indem sie ihr Vorwissen, ihre Vorstellungen und Fragen zu Gott sammeln, um die Gottesfrage als offene Frage kennenzulernen, zu der unterschiedliche Standpunkte möglich sind. |
| 2. Gott ist wie Himbeereis? – Wir begegnen Annas Frage | Die Lernenden erschließen die Gedanken des Bilderbuchs, indem sie Annas Gespräch mit ihrer Mutter verfolgen, zentrale Vergleiche sammeln und über deren Bedeutung nachdenken, um bildhafte Rede von Gott als Annäherung zu verstehen. |
| 3. Gott kann man nicht sehen – Kann Gott trotzdem da sein? | Die Lernenden denken über Sichtbarkeit und Gegenwart nach, indem sie Erfahrungen mit unsichtbaren Dingen wie Luft, Wärme, Liebe und Gedanken untersuchen, um die im Bilderbuch angebotene Vorstellung eines unsichtbaren Gottes zu deuten. |
| 4. Gott ist für mich wie … – Wir finden eigene Gottesbilder | Die Lernenden bringen ihre persönlichen Vorstellungen zum Ausdruck, indem sie einen Gegenstand, ein Symbol oder eine Erfahrung auswählen und den Satz „Gott ist für mich wie …, weil …“ vervollständigen, um eine eigene Gottesmetapher zu entwickeln und zu erläutern. |
| 5. Licht, Hand, Hirte und Burg – Was erzählen biblische Bilder von Gott? | Die Lernenden erweitern ihre Gottesvorstellungen, indem sie ausgewählte biblische Bildworte betrachten, deren Bedeutung handelnd oder gestalterisch deuten und mit eigenen Bildern vergleichen, um biblische Rede von Gott als Ausdruck menschlicher Gotteserfahrungen zu verstehen. |
| 6. Viele Bilder – und Gott ist noch mehr | Die Lernenden reflektieren die Vielfalt und Begrenztheit von Gottesvorstellungen, indem sie ihre Ergebnisse zu einem offenen Gottesbilder-Puzzle oder Klassenbuch zusammenfügen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede beschreiben, um einen respektvollen Umgang mit verschiedenen Glaubensvorstellungen zu entwickeln. |

Vertiefung der einzelnen Einheiten
Einheit 1: Was möchtest du über Gott wissen?
Die Reihe kann mit einer gestalteten Mitte starten. In der Mitte liegen eine Religionskerze, ein leeres Tuch, ein Fragezeichen, ein leerer Bilderrahmen. Der leere Bilderrahmen kann die Frage sichtbar machen: Wie sieht Gott aus?
Die Kinder äußern spontan ihre Gedanken. Wichtig ist, dass verschiedene Antworten möglich sind. Fragen können auf Wolkenkarten gesammelt werden. Kinder dürfen sagen:
„Ich stelle mir Gott wie einen Menschen vor.“
„Ich glaube, Gott ist überall.“
„Ich kann Gott nicht sehen.“
„Ich weiß nicht, ob es Gott gibt.“
„Ich habe noch nie darüber nachgedacht.“
„Ich glaube nicht an Gott.“
„Ich habe eine Frage an Gott.“
Forscherfrage: Welche Fragen haben Menschen an Gott?
Wichtig: Die Fragen müssen am Ende nicht vollständig beantwortet sein. Sie dürfen sichtbar bleiben.
Einheit 2: Gott ist wie Himbeereis?
Jetzt begegnen die Kinder dem Buch. Es wird abschnittsweise vorgelesen. Besonders spannend ist Annas Frage nach Gott und der Vergleich: Gott ist wie Himbeereis. Die Kinder können zunächst vermuten:
Warum könnte Anna an Himbeereis denken?
Was verbindet Anna mit Himbeereis?
Ist Gott wirklich ein Eis?
Was möchte dieser Vergleich ausdrücken?
Welche Dinge machen dich froh?
Gibt es etwas, das dich tröstet?
Welcher Vergleich aus dem Buch gefällt dir?
Die Vergleiche aus dem Buch werden gesammelt. Dabei sollte immer wieder geklärt werden: Ein Vergleich meint nicht, dass Gott wirklich dieser Gegenstand ist. Der Vergleich erzählt etwas darüber, wie Menschen Gott erfahren oder verstehen.
Forscherfrage: Was meint Anna, wenn sie sagt: Gott ist wie Himbeereis?
Einheit 3: Gott kann man nicht sehen
Hier geht es um die Frage, ob etwas da sein kann, obwohl man es nicht sieht. Das passt gut zu einem Gedanken aus den Bewertungen: Kinder fragen häufig, wo Gott ist und wie Gott sein kann, wenn sie ihn nicht sehen können. Die Kinder erleben kleine Wahrnehmungsimpulse.
Beispiele:
Luft in einem aufgeblasenen Ballon,
Wind auf der Haut,
Wärme einer Wärmflasche,
ein Duft,
Musik, die Gefühle auslöst,
ein liebevoller Gedanke,
eine Erinnerung.
Anschließend wird gesprochen:
Kann Luft da sein, obwohl ich sie nicht sehe?
Kann Liebe da sein, obwohl ich sie nicht anfassen kann?
Kann ein Gedanke da sein, obwohl ich ihn nicht sehen kann?
Warum ist das für die Frage nach Gott interessant?
Forscherfrage: Kann etwas da sein, obwohl wir es nicht sehen können?
Wichtig ist hier eine vorsichtige Formulierung. Dieser Impuls soll Gott nicht beweisen. Er hilft den Kindern nur, die Vorstellung zu verstehen: Menschen können an etwas glauben oder etwas erfahren, auch wenn es nicht sichtbar ist.

Einheit 4: Gott ist für mich wie …
Diese Einheit ist meine Empfehlung für einen Unterrichtsbesuch. Die Kinder wählen einen Gegenstand, ein Symbol oder ein Bild aus einer Symbolsammlung.
Symbole: Licht, Decke, Schirm, Hand, Regenbogen, Herz, Schlüssel, Weg,
Haus,
Wasser,
Baum,
Freundschaftsband,
Stein,
Himbeereis.
Die Kinder vervollständigen den Satz: Gott ist für mich wie …, weil …
Wichtig ist, dass auch offene oder zurückhaltende Formulierungen erlaubt sind.
Forscherfrage: Womit würdest du Gott vergleichen? Was möchtest du damit ausdrücken? Die Kinder gestalten ihre Idee auf einem Puzzleteil oder einer Seite für ein Klassenbuch.
Einheit 5: Licht, Hand, Hirte und Burg
In dieser Einheit begegnen die Kinder ausgewählten biblischen Gottesbildern. Diese Bilder werden nicht als tatsächliches Aussehen Gottes verstanden. Sie erzählen von Erfahrungen, die Menschen mit Gott verbinden:
Gott wie Licht,
Gott wie eine schützende Burg,
Gott wie ein Hirte,
Gott wie eine tröstende Mutter,
Gott wie eine Quelle,
Gott wie eine Hand, die hält.
Methoden:
Bildkarten betrachten,
Standbilder bauen,
Legematerial nutzen,
Geräusche oder Bewegungen zuordnen,
einen Satz vervollständigen,
eigenes Bild mit einem biblischen Bild vergleichen.
Satzstarter: Dieses Bild sagt mir, dass Gott …
Forscherfrage: Was möchten Menschen mit diesen Bildern über Gott erzählen?
Einheit 6: Viele Bilder – und Gott ist noch mehr
Am Ende werden alle persönlichen und biblischen Gottesbilder zusammengeführt. Eine schöne Möglichkeit ist ein großes offenes Puzzle. Jedes Kind gestaltet ein Puzzleteil. Die Puzzleteile werden zusammengelegt, aber die Außenränder bleiben bewusst offen. So wird sichtbar: Wir haben viele Bilder für Gott gefunden. Aber Gott bleibt größer als unsere Bilder.
Reflexionsfragen:
Welche Vorstellungen ähneln sich?
Welche Vorstellungen sind unterschiedlich?
Welches Bild hat dich überrascht?
Hat sich deine Vorstellung verändert?
Welche Frage ist noch offen?
Kann ein einziges Bild alles über Gott sagen?
Ergebnis: „Unsere Gottesbilder – ein offenes Puzzle“

UB-Stunde
Thema der Stunde
Gott ist für mich wie … – Eigene Bilder und Vergleiche für Gott entwickeln.
Kindgerechte Forscherfrage
Womit würdest du Gott vergleichen – und warum?
Ziel der Stunde
Die Lernenden erweitern ihre religiöse Sprach- und Ausdrucksfähigkeit, indem sie einen für sie passenden Gegenstand, ein Symbol oder eine Erfahrung auswählen, dazu eine persönliche Gottesmetapher formulieren und deren Bedeutung sprachlich oder gestalterisch erläutern, um ihre eigene Vorstellung von Gott auszudrücken und die Vorstellungen anderer wertschätzend wahrzunehmen.
Warum diese Stunde gut passt
Diese Stunde glaube ich super für einen Besuch, weil sie eine echte offene theologische Frage enthält. Es gibt nicht die eine richtige Lösung und die Kinder dürfen eigene Gedanken entwickeln. Sie müssen nicht erraten, welche Antwort die Lehrkraft hören möchte. Der Lernzuwachs zeigt sich besonders in der Begründung. Die Stunde verbindet:
Bilderbucharbeit,
kindertheologisches Gespräch,
Symbolarbeit,
religiöse Sprache,
Gestaltung,
Austausch,
Reflexion.
Besonders wichtig ist eine wertschätzende Atmosphäre. Kein Gottesbild wird ausgelacht, keine Vorstellung wird vorschnell korrigiert und kein Kind muss eine persönliche Glaubensaussage machen, wenn es das nicht möchte.
Verlauf der Stunde
| Phase | Inhalt | Sozialform / Methode | Ziel |
|---|---|---|---|
| Ankommen | Religionskerze, kurzer stiller Impuls und Blick auf das Buchcover | Sitzkreis / Ritual | ruhige und wertschätzende Gesprächsatmosphäre herstellen |
| Einstieg | Eine Schale Himbeereis oder ein Bild davon wird gezeigt: „Kann Gott wirklich Himbeereis sein?“ | Plenum / irritierender Impuls | zwischen wörtlicher und bildhafter Bedeutung unterscheiden |
| Aktivierung | Die Kinder erklären Annas Vergleich und erinnern sich an weitere Bilder aus dem Buch. | Partnergespräch / Plenum | Vorwissen zur Metapher aktivieren |
| Modellierung | Beispiel: „Gott ist wie ein Licht, weil Licht Orientierung geben kann. Gott ist aber nicht wirklich eine Lampe.“ | Plenum / Lautes Denken | Aufbau und Begrenztheit eines Vergleichs verdeutlichen |
| Forscherfrage | Gemeinsam wird gefragt: „Womit würdest du Gott vergleichen – und warum?“ | Unterrichtsgespräch | Arbeitsauftrag öffnen |
| Symbolbegegnung | Kinder betrachten Gegenstände, Bildkarten und Materialien auf einem Ideentisch. | Museumsgang / freie Erkundung | eigene Assoziationen entwickeln |
| Gestaltung | Jedes Kind gestaltet ein Puzzleteil oder eine Karte und ergänzt: „Gott ist für mich wie …, weil …“ | Einzelarbeit | eigene Gottesvorstellung ausdrücken |
| Austausch | Partnerkinder stellen sich ihre Bilder vor und fragen wertschätzend nach. | Partnerarbeit / theologisches Gespräch | Vorstellungen erläutern und andere Perspektiven wahrnehmen |
| Sicherung | Ausgewählte Ergebnisse werden präsentiert. Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden benannt, ohne die Bilder zu bewerten. | Sitzkreis / Präsentation | Vielfalt der Gottesvorstellungen sichtbar machen |
| Reflexion | Satzanfänge: „Heute habe ich entdeckt …“ – „Mich hat überrascht …“ – „Meine Frage ist noch …“ | Blitzlicht oder Exit-Karte | Lernzuwachs und offene Fragen reflektieren |
Merksatz: Menschen benutzen Bilder und Vergleiche, wenn sie von Gott sprechen. Jedes Bild erzählt etwas über Gott – aber kein Bild kann alles über Gott sagen.

Anforderungsbereiche
AB I – Reproduzieren: Die Lernenden geben Vergleiche aus dem Bilderbuch wieder, benennen Symbole und Gegenstände, beschreiben ein dargestelltes Gottesbild und vervollständigen den Satzanfang „Gott ist wie …“.
AB II – Zusammenhänge herstellen: Die Lernenden erklären die Bedeutung eines Vergleichs, entwickeln eine eigene Gottesmetapher, verbinden ein Symbol mit einer Eigenschaft und vergleichen verschiedene Vorstellungen.
AB III – Reflektieren und beurteilen: Die Lernenden erklären die Grenzen einer Gottesmetapher, begründen ihre persönliche Auswahl, setzen sich mit unterschiedlichen Positionen auseinander und formulieren weiterführende Fragen.
Differenzierung
Unterstützend
Auswahl aus wenigen konkreten Symbolen
Bild- und Gegenstandskarten
mündliche statt schriftliche Erklärung
Partner oder Lehrkraft schreibt die Aussage des Kindes auf
Gestaltung mit Farben oder Legematerial
Tippkarten mit Licht, Hand, Haus, Freund, Regenbogen oder Burg
Möglichkeit, nur eine Frage an Gott zu formulieren
Puzzleteil mit Satzanfang
Bild statt Text
Satzstarter
Erweiternd
zwei Gottesbilder miteinander vergleichen
Gemeinsamkeiten mit einem biblischen Bildwort finden
ergänzen: „Das Bild passt, weil … / Es passt nicht vollständig, weil …“
eigene Symbolkarte für andere Kinder entwickeln
einen Brief oder eine Frage an Gott schreiben
untersuchen, ob sich die eigene Gottesvorstellung im Verlauf der Reihe verändert hat
Gottesbilder in Kinderbüchern oder Kunstwerken vergleichen
erklären, warum Gott nicht vollständig beschrieben werden kann
Ideen für Klasse 1 bis 4
| Klasse | Mögliche Umsetzung |
|---|---|
| 1 | Bilderbuch vorlesen, Gegenstände auswählen und Gottesvorstellungen überwiegend malen oder mündlich erklären. Satzstarter und Symbole intensiv einsetzen. |
| 2 | Eigene „Gott ist wie …, weil …“-Sätze formulieren, verschiedene Vorstellungen vergleichen und einzelne biblische Bildworte kennenlernen. |
| 3 | Persönliche und biblische Gottesbilder gezielt miteinander vergleichen, Symbolsprache untersuchen und Fragen an Gott schriftlich formulieren. |
| 4 | Metaphern hinsichtlich ihrer Möglichkeiten und Grenzen reflektieren, Gottesdarstellungen in Medien vergleichen und unterschiedliche religiöse beziehungsweise nichtreligiöse Positionen einbeziehen. |
Die Reihe ist besonders passend für Klasse 1/2. Für Klasse 3/4 findest du hier eine Reihe, welche stärker mit biblischen Gottesbildern, schriftlichen Begründungen und der Reflexion über Grenzen von Metaphern erweitert wurde.

Materialideen
| Material | Einsatzmöglichkeit |
|---|---|
| Bilderbuch Gott ist wie Himbeereis* | Ausgangspunkt der gesamten Reihe |
| leerer Bilderrahmen | Offenheit der Gottesfrage symbolisieren |
| Fragewolken | Kinderfragen sichtbar sammeln |
| Symbol- und Gegenstandskiste | eigene Gottesmetaphern entwickeln |
| Puzzleteile | persönliche Vorstellungen zu einem offenen Gesamtbild verbinden |
| Bildkarten mit Licht, Hand, Burg, Quelle und Regenbogen | biblische und alltägliche Bildworte erschließen |
| Legematerial | Gedanken ohne Schreibanforderung darstellen |
| Satzstarterkarten | religiöse Sprachfähigkeit unterstützen |
| Gefühlskarten | Erfahrungen wie Freude, Trost, Schutz und Nähe versprachlichen |
Das Bilderbuch findest du hier: Gott ist wie Himbeereis*
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Typische Schwierigkeiten
Bei einer Reihe zu Gottesbildern können verschiedene Schwierigkeiten auftreten:
Kinder verstehen „Gott ist wie …“ zunächst wörtlich.
Gott wird ausschließlich als alter Mann im Himmel dargestellt.
Die Aussage „Gott macht glücklich“ wird als vollständige Definition übernommen.
Traurige Erfahrungen scheinen nicht zu einem guten Gott zu passen.
Kinder erwarten eine eindeutige Antwort der Lehrkraft.
Gottesvorstellungen anderer Kinder werden belächelt.
Kinder glauben, ihr Bild sei falsch oder weniger religiös.
Biblische Bildworte werden als tatsächliches Aussehen Gottes verstanden.
Fragen nach Leid, Tod oder unerfüllten Gebeten können entstehen.
Nichtreligiöse oder unsichere Positionen werden zu wenig mitgedacht.

Lehrplanbezug NRW
Die Reihe kann sowohl im evangelischen als auch im katholischen Religionsunterricht eingesetzt und konfessionsbezogen angepasst werden. (Lehrplannavigator NRW)
Evangelische Religionslehre
Im Bereich der Gottesfrage sollen Kinder eigene Fragen nach und an Gott entwickeln, eigene Gottesvorstellungen darstellen und persönliche sowie biblische Gottesvorstellungen vergleichen. Die Reihe passt dazu, weil die Kinder:
eigene Fragen nach Gott sammeln,
Vorstellungen ausdrücken,
Bilder und Vergleiche aus dem Bilderbuch deuten,
eigene Metaphern entwickeln,
Gottesvorstellungen anderer Kinder wahrnehmen,
biblische Gottesbilder kennenlernen,
Gemeinsamkeiten und Unterschiede beschreiben.
Katholische Religionslehre
Auch im katholischen Religionsunterricht passt die Reihe zum Bereich Die Frage nach Gott. Anschlussfähig sind besonders:
religiöse Symbole deuten,
Zeichen, Bilder und Rituale auf das eigene Leben beziehen,
alltägliche und biblische Bildworte verstehen,
eigene Fragen nach Gott formulieren,
Gottes Begleitung in Bildern und Geschichten erschließen.
Die Reihe greift diese Aspekte auf, indem Kinder mit Symbolen, Vergleichen, biblischen Bildworten und eigenen Vorstellungen arbeiten.
Sachanalyse
Die Frage nach Gott gehört zu den zentralen Fragen religiöser Bildung. Gottesvorstellungen werden durch Familie, Religion, Kultur, Medien, Erfahrungen und persönliche Entwicklung geprägt. Kinder bringen sehr unterschiedliche Gottesbilder mit. Einige Kinder denken gegenständlich und stellen sich Gott als Person vor. Andere Kinder beschreiben Gott eher symbolisch.
Menschen können Gott nicht gegenständlich und vollständig beschreiben. Religiöse Sprache arbeitet deshalb häufig mit Bildern, Symbolen und Metaphern. Eine Metapher überträgt Eigenschaften eines vertrauten Gegenstandes oder einer Erfahrung auf etwas schwer Beschreibbares. Jede Metapher eröffnet bestimmte Bedeutungen. Gleichzeitig besitzt jede Metapher Grenzen.
Das Bilderbuch „Gott ist wie Himbeereis“ verwendet kindliche Alltagserfahrungen als Zugang zur Gottesfrage. Dazu gehören Erfahrungen von Glück, Nähe, Unsichtbarkeit, Schutz, Trost, Geborgenheit.
Christliche Traditionen kennen vielfältige Gottesbilder. Diese Bilder dürfen nicht zu einem einzigen gegenständlichen Gottesbild zusammengesetzt werden. Sie sind verschiedene Versuche, Erfahrungen mit Gott auszudrücken. Kindliche Gottesvorstellungen sind ernst zu nehmende Deutungsversuche. Religiöse Bildung sollte Vorstellungen nicht vorschnell bewerten, sondern weiterführende Fragen und Perspektiven eröffnen. Auch Zweifel, Nichtwissen und Nichtglauben sind mögliche Ausgangspunkte des Gesprächs.

Didaktische Begründung
Die Reihe greift eine echte Kinderfrage auf. Kinder fragen nach Gott, nach Unsichtbarkeit, nach Nähe, nach Schutz und manchmal auch nach Zweifel.
Das Bilderbuch schafft einen anschaulichen und emotional zugänglichen Gesprächsanlass. Die offenen Vergleiche helfen Kindern, über etwas zu sprechen, das schwer beschreibbar ist. Metaphern ermöglichen religiöse Sprachbildung.
Die Kinder lernen: Ich kann nicht alles direkt erklären. Aber ich kann Bilder nutzen, um meine Gedanken auszudrücken. Die offene Frage ermöglicht unterschiedliche religiöse und weltanschauliche Positionen.
Kindliche Vorstellungen werden ernst genommen. Eigene Erfahrungen werden mit christlichen Deutungsangeboten verbunden. Die Begegnung mit biblischen Bildworten erweitert, ohne persönliche Vorstellungen zu ersetzen. Die Begrenztheit aller Bilder verhindert ein starres oder gegenständliches Gottesverständnis.
Der Austausch fördert Perspektivübernahme, Toleranz, Dialogfähigkeit, religiöse Sprachfähigkeit, Selbstwahrnehmung, Respekt vor anderen Vorstellungen. Kreative Ausdrucksformen ermöglichen auch sprachlich unsicheren Kindern eine Beteiligung.
Methodische Begründung
Methodisch eignet sich ein ruhiger, dialogischer und kindertheologischer Zugang. Die wiederkehrende gestaltete Mitte schafft Verlässlichkeit und das dialogische Vorlesen ermöglicht Unterbrechungen und echtes Nachdenken. Dabei ersetzen offene Fragen gelenkte Antworterwartungen.
Gegenstände und Symbole erleichtern den Zugang zu abstrakten Vorstellungen. Ein leerer Bilderrahmen symbolisiert, dass Gott nicht einfach festgelegt werden kann. Die Symbolsammlung ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang. Kinder können zunächst auswählen, bevor sie formulieren. Das entlastet besonders Kinder, denen Schreiben oder abstraktes Sprechen schwerfällt.
Einzelarbeit schützt zunächst den persönlichen Denkraum wobei anschließende Partnergespräche das Versprachlichen erleichtern. Abschließende Museumsgänge oder Puzzleteile würdigen die Ergebnisse.

Mein Fazit
Das Buch Gott ist wie Himbeereis* kann ein sehr schöner Einstieg in das Thema Gottesbilder sein. Ich kannte das Buch vorher selbst nicht, aber die Idee finde ich für die Grundschule sehr zugänglich. Gerade der Vergleich mit Himbeereis überrascht Kinder und öffnet ein Gespräch.
Besonders wichtig finde ich, dass Kinder nicht auf eine einzige Antwort festgelegt werden, denn Gottesbilder sind keine fertigen Antworten. Sie sind kindliche, persönliche und religiöse Annäherungen an eine große Frage.
Eure Caro
Instagram – Alles für die Schule.
FAQ
Für welche Klasse eignet sich „Gott ist wie Himbeereis“?
Das Bilderbuch eignet sich besonders für Klasse 1/2. Für Klasse 3/4 kann die Reihe stärker um biblische Gottesbilder, schriftliche Begründungen und die Grenzen von Metaphern erweitert werden.
Welche UB-Stunde passt zu „Gott ist wie Himbeereis“?
Eine passende UB-Stunde ist „Gott ist für mich wie …“. Die Kinder entwickeln eigene Vergleiche für Gott und begründen, was ihr Bild ausdrücken soll.
Was lernen Kinder bei einer Reihe zu Gottesbildern?
Kinder lernen, eigene Fragen und Vorstellungen zu Gott auszudrücken, Gottesbilder anderer wahrzunehmen, bildhafte religiöse Sprache zu verstehen und eigene Metaphern zu entwickeln.
Ist „Gott ist wie Himbeereis“ wörtlich gemeint?
Nein. Der Vergleich ist bildhaft gemeint. Gott ist nicht wirklich ein Eis. Der Vergleich drückt aus, welche Erfahrung oder Eigenschaft ein Kind mit Gott verbindet.
Was ist eine Gottesmetapher?
Eine Gottesmetapher ist ein Bild oder Vergleich, mit dem Menschen etwas über Gott ausdrücken. Zum Beispiel: „Gott ist wie Licht“ oder „Gott ist wie eine schützende Hand“.
Wie geht man mit Kindern um, die nicht an Gott glauben?
Auch diese Position darf im Religionsunterricht Platz haben. Kinder können Fragen formulieren, Bilder anderer wahrnehmen oder sagen: „Ich weiß nicht, wie Gott ist.“
Welche Materialien braucht man für die Reihe?
Hilfreich sind das Bilderbuch, Religionskerze, Tücher, leerer Bilderrahmen, Fragewolken, Symbolkarten, Gegenstände, Puzzleteile, Satzstarter und eventuell ein Klassenbuch.
Was ist bei Gottesbildern im Unterricht wichtig?
Wichtig ist, dass Gottesbilder nicht bewertet oder vereinheitlicht werden. Kinder sollen lernen, dass Menschen unterschiedlich von Gott sprechen und kein Bild Gott vollständig erklären kann.







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