Unterrichtsentwurf Jona und der Wal: Unterrichtsreihe, UB-Stunde und Material

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Unterrichtsentwurf Jona und der Wal

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Quick Facts: Jona und der Wal

  • Die Geschichte von Jona und dem großen Fisch gehört zu den bekannten Erzählungen des Alten Testaments. Kindlich ist sie oft als „Jona und der Wal“ bekannt.

  • Im Mittelpunkt steht nicht der Fisch selbst, sondern Jonas Weg mit Gott: Auftrag, Flucht, Angst, Gebet, Rettung, Umkehr, zweite Chance und Gottes Barmherzigkeit. (Lehrplan NRW Evangelisch; Lehrplan NRW Katholisch)

  • Eine passende UB-Stunde ist: „Im Bauch des großen Fisches – Jona findet Worte für seine Angst und Hoffnung.“

Unterrichtsentwurf Jona und der Wal

Allgemeines

Die Geschichte von Jona und dem Wal kannte ich ehrlich gesagt gar nicht richtig. Ich bin katholisch, habe aber kein Reli studiert und obwohl mir viele Geschichten grundsätzlich vertraut waren, war Jona für mich keine Geschichte, die ich wirklich präsent hatte.

Eine Followerin hat sich die Reihe gewünscht, ich habe recherchiert, gelesen und versucht, daraus nach bestem Gewissen eine gute Planung für die Grundschule zu entwickeln. Und je mehr ich mich mit der Geschichte beschäftigt habe, desto spannender fand ich sie.

Denn eigentlich geht es bei Jona nicht einfach nur um einen Mann, der von einem Wal verschluckt wird. Biblisch ist übrigens vom großen Fisch die Rede. „Jona und der Wal“ ist eher die kindlich bekannte Formulierung. Im Kern geht es um viel mehr:

  • Jona bekommt von Gott einen Auftrag.

  • Jona läuft weg.

  • Jona hat Angst.

  • Jona gerät in einen Sturm.

  • Jona landet im Bauch des großen Fisches.

  • Jona betet.

  • Jona bekommt eine zweite Chance.

  • Die Menschen in Ninive bekommen ebenfalls eine zweite Chance.

  • Und am Ende steht die große Frage nach Gottes Barmherzigkeit.

Für mich ist der Gedanke: Die Geschichte erzählt nicht nur vom Weglaufen. Sie erzählt, dass Gott nicht aufgibt. Nicht Jona. Nicht Ninive. Nicht die Menschen, die Fehler machen. Gerade für Kinder ist das ein starker Zugang. Sie kennen Situationen, in denen man sich drücken möchte, Angst hat, etwas falsch gemacht hat oder am liebsten weglaufen würde. Die Geschichte bietet einen religiösen Deutungsraum dafür: Menschen können sich irren, Angst haben, Fehler machen und trotzdem neu anfangen.

Die Bibel beziehungsweise WiReLex betont besonders Gottes Barmherzigkeit: Gottes Zorn wandelt sich in Mitgefühl, und die Menschen in Ninive kehren um. (WiReLex )

Wenn du dich allgemein für Religionsunterricht und Unterrichtsbesuche interessierst, passen dazu auch meine Artikel zur Themensammlung Unterrichtsbesuche Religion, zum Unterrichtsentwurf Abraham und Sara und zum Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte.

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Reihenplanung

Thema der Reihe

Jona läuft weg – und Gott gibt nicht auf.

Kindgerechte Themenformulierung

Jona und der große Fisch – Eine Geschichte vom Weglaufen, Beten und Neu-Anfangen.

Kernanliegen der Reihe

Die Lernenden erschließen die biblische Jona-Geschichte, indem sie zentrale Stationen der Erzählung kennenlernen, Jonas Gefühle und Entscheidungen deuten, Symbole wie Sturm, Fisch und Stadt gestalten, eigene Erfahrungen von Angst, Fehlern, Umkehr und Neuanfang einbringen und Gottes Barmherzigkeit als zentrale Aussage der Geschichte entdecken, um die Jona-Erzählung mit eigenen Lebensfragen in Beziehung zu setzen. (Lehrplan NRW Evangelisch; Lehrplan NRW Katholisch; RPI Loccum)

Aufbau der Reihe

Thema der EinheitZiel/Kernanliegen der Einheit
1. Jona bekommt einen Auftrag – „Geh nach Ninive!“Die Lernenden lernen den Beginn der Jona-Geschichte kennen, indem sie von Gottes Auftrag an Jona hören und Jonas mögliche Gedanken und Gefühle in Sprech- oder Gedankenblasen ausdrücken, um Jona als Menschen zwischen Auftrag, Angst und Widerstand wahrzunehmen.
2. Nichts wie weg! – Jona flieht vor Gott.Die Lernenden erschließen Jonas Flucht, indem sie seinen Weg mit Bildkarten, einem Bodenbild oder einer Wegkarte nachvollziehen und überlegen, warum Menschen manchmal vor schweren Aufgaben weglaufen, um eigene Erfahrungen von Angst, Überforderung und Vermeidung mit der Geschichte zu verbinden.
3. Sturm auf dem Meer – Wenn alles durcheinandergerät.Die Lernenden deuten den Sturm als Krisensituation, indem sie Geräusche, Bewegungen, Farben oder Standbilder zum Sturm gestalten und Jonas Lage beschreiben, um Angst, Schuld und Hilflosigkeit in der Geschichte wahrzunehmen.
4. Im Bauch des großen Fisches – Jona betet und denkt nach.Die Lernenden erschließen den Fischbauch als Ort der Rettung und des Nachdenkens, indem sie die Szene gestalten, Jonas Gebet hören oder eigene Gebets- und Hoffnungssätze formulieren, um zu erkennen, dass Menschen in schwierigen Situationen mit Gott sprechen können.
5. Zweite Chance für Jona und Ninive – Umkehr ist möglich.Die Lernenden entdecken das Motiv der Umkehr, indem sie hören, wie Jona doch nach Ninive geht und die Menschen ihr Verhalten ändern, um zu verstehen, dass Fehler nicht das Ende sein müssen und Neuanfang möglich ist.
6. Gott ist barmherzig – Jona versteht Gott noch nicht ganz.Die Lernenden setzen sich mit dem Ende der Geschichte auseinander, indem sie Jonas Wut, Gottes Barmherzigkeit und die zweite Chance für Ninive in einem Gespräch, Standbild oder Abschlussbild deuten, um Gottes Erbarmen als zentrale Aussage der Jona-Erzählung zu verstehen.

Die Reihe ist bewusst kurz gehalten und passt gut in Klasse 2/3. Je nach Lerngruppe kann sie stärker erzählend, spielerisch, symbolisch oder reflektierend gestaltet werden.

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Vertiefung der einzelnen Einheiten

Einheit 1: Jona bekommt einen Auftrag

Zu Beginn lernen die Kinder Jona kennen. Gott gibt Jona einen Auftrag: Er soll nach Ninive gehen. Doch Jona möchte diesen Auftrag nicht annehmen. Für Kinder ist diese Situation gut zugänglich.

Denn viele kennen das Gefühl:

  • Ich soll etwas tun, möchte aber nicht.

  • Ich habe Angst vor einer Aufgabe.

  • Ich fühle mich überfordert.

  • Ich möchte lieber weg.

  • Ich weiß, was richtig wäre, aber es fällt mir schwer.

Impulse:

  • Was könnte Jona denken?

  • Warum möchte Jona nicht nach Ninive?

  • Wie fühlt sich ein Auftrag an, vor dem man Angst hat?

  • Was macht man, wenn man etwas nicht tun möchte?

Gedankenblasen eignen sich besonders gut:

  • „Ich will da nicht hin.“

  • „Was, wenn die Menschen nicht zuhören?“

  • „Ich habe Angst.“

  • „Warum gerade ich?“

  • „Ich laufe lieber weg.“

So wird Jona nicht als „unartiger Prophet“ eingeführt, sondern als Mensch mit Angst, Widerstand und Unsicherheit.

Einheit 2: Jona flieht

In dieser Einheit wird Jonas Flucht erzählt. Jona geht nicht nach Ninive, sondern in die entgegengesetzte Richtung. Er steigt auf ein Schiff und will weg.

Das kann mit einem Bodenbild sehr schön dargestellt werden: Stadt Ninive, Weg in die andere Richtung, Schiff, Meer, Jona oder Gott als unsichtbare Begleitung.

Die Kinder überlegen:

  • Kann man vor Gott weglaufen?

  • Warum laufen Menschen manchmal weg?

  • Was bedeutet es, sich vor etwas zu drücken?

  • Wann habe ich schon mal etwas vermeiden wollen?

Wichtig ist, sensibel zu bleiben. Es geht nicht darum, Kinder zu beschämen, sondern Jona als Identifikationsfigur zu verstehen. RAABE verortet eine Unterrichtseinheit zu Jona für Klasse 2/3 und benennt unter anderem Berufung, Angst, Geborgenheit sowie Fehler und Versagen im menschlichen Leben als Lernanlässe. (RAABE)

Einheit 3: Sturm auf dem Meer

Der Sturm ist ein starkes Bild. Er zeigt: Jonas Flucht bleibt nicht folgenlos. Gleichzeitig kann der Sturm als Symbol für innere Unruhe, Angst und Chaos verstanden werden.

Umsetzungen:

  • Sturmgeräusche mit Trommeln, Rasseln oder Tüchern

  • blaues Tuch als Meer

  • Schiff in der Mitte

  • Standbild „Angst im Sturm“

  • Farben zum Sturm malen

  • Bewegungen zu Sturm und Wellen

Fragen:

  • Wie fühlt sich Jona im Sturm?

  • Wie fühlen sich die Seeleute?

  • Was passiert, wenn alles durcheinandergerät?

  • Wer oder was kann im Sturm helfen?

Hier sollte deutlich werden: Die Geschichte wird nicht einfach als Abenteuer erzählt, sondern als Erzählung über Angst, Schuld, Hilflosigkeit und die Suche nach Rettung.

Einheit 4: Im Bauch des großen Fisches

Diese Einheit ist meine Empfehlung für einen Unterrichtsbesuch. Der Fischbauch ist ein besonderes Symbol. Er ist dunkel, eng und vielleicht unheimlich. Gleichzeitig ist er aber auch ein Rettungsort. Jona ist nicht ertrunken. Er lebt. Er kommt zur Ruhe. Er betet. Er denkt nach. Das ist für Kinder spannend, weil es eine spektakuläre Szene ist.

Mögliche Deutungen:

  • Der Fisch rettet Jona.

  • Jona ist nicht allein.

  • Jona bekommt Zeit zum Nachdenken.

  • Jona kann mit Gott sprechen.

  • Jona bekommt eine zweite Chance.

Die Kinder können eigene Angst-, Hoffnungs- oder Gebetssätze formulieren:

  • „Gott, ich habe Angst.“

  • „Bitte hilf mir.“

  • „Ich möchte neu anfangen.“

  • „Ich hoffe, dass ich gerettet werde.“

  • „Danke, dass ich noch lebe.“

Einheit 5: Zweite Chance für Jona und Ninive

Nachdem Jona vom Fisch an Land gebracht wird, bekommt er eine zweite Chance. Er geht nach Ninive und richtet Gottes Botschaft aus. Auch die Menschen in Ninive bekommen eine zweite Chance. Sie hören Jonas Botschaft und ändern ihr Verhalten. Das ist ein wichtiger Punkt: Nicht nur Jona wird gerettet. Auch Ninive wird nicht aufgegeben.

Fragen:

  • Was bedeutet eine zweite Chance?

  • Wann braucht man eine zweite Chance?

  • Wie fühlt es sich an, wenn jemand einem vergibt?

  • Kann man Fehler wieder gutmachen?

  • Was heißt umkehren?

Eine Sicherung: Fehler müssen nicht das Ende sein. Menschen können umkehren und neu anfangen.

Einheit 6: Gott ist barmherzig

Das Ende der Geschichte ist spannend, weil Jona nicht einfach glücklich ist. Er ist wütend, weil Gott Ninive verschont. Gerade das macht die Geschichte theologisch stark. Jona muss lernen: Gottes Barmherzigkeit ist größer als seine eigene Vorstellung von Gerechtigkeit.

Mit Kindern kann man darüber sprechen:

  • Warum ist Jona wütend?

  • Findet Jona es unfair?

  • Warum verschont Gott Ninive?

  • Darf jemand eine zweite Chance bekommen, obwohl er etwas falsch gemacht hat?

  • Was bedeutet barmherzig?

Kindgerecht kann man sagen: Barmherzigkeit bedeutet: Gott schaut nicht nur auf den Fehler, sondern auch auf die Möglichkeit, neu anzufangen.

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UB-Stunde

Thema der Stunde

Im Bauch des großen Fisches – Jona findet Worte für seine Angst und Hoffnung.

Kindgerechte Forscherfrage

Warum ist Jona im Bauch des Fisches nicht verloren?

Ziel der Stunde

Die Lernenden deuten die Szene im Bauch des großen Fisches als Ort der Rettung, des Nachdenkens und des Gebets, indem sie Jonas Gefühle beschreiben, eigene Angst- und Hoffnungssätze formulieren und diese gestalterisch ausdrücken, um zu erkennen, dass Menschen in schwierigen Situationen mit Gott sprechen und neue Hoffnung finden können. (Lehrplan NRW Evangelisch; Lehrplan NRW Katholisch; WiReLex)

Warum diese Stunde gut passt

Diese Stunde passt gut, weil sie einen starken symbolischen Mittelpunkt hat: den Bauch des großen Fisches. Viele Kinder finden die Szene spannend oder sogar lustig: Ein Mensch wird von einem großen Fisch verschluckt. Aber religiös wird es dann interessant, wenn man mit den Kindern tiefer schaut. Der Fisch ist nicht nur Gefahr. Der Fisch ist auch Rettung.

Jona ist nicht ertrunken. Er ist nicht verloren. Er bekommt Raum zum Nachdenken. Er betet. Er findet Worte für Angst, Schuld und Hoffnung.

Der Lernzuwachs wird gut sichtbar: Vorher denken viele Kinder vielleicht: „Der Fisch ist die Strafe.“ Nachher können sie verstehen: „Der Fisch rettet Jona. Gott gibt Jona nicht auf.“

Diese Deutung ist sehr wertvoll. Denn Kinder kennen Situationen, in denen sich etwas dunkel, eng oder ausweglos anfühlt. Die Stunde zeigt: In schwierigen Momenten kann Hoffnung entstehen.

Verlauf der Stunde

PhaseInhaltSozialform / MethodeZiel
EinstiegBodenbild mit blauem Meerestuch, dunklem Tuch und großem Fischumriss. Kurze Wiederholung: Jona läuft weg, der Sturm kommt, Jona landet im Meer.Sitzkreis / BodenbildDie Kinder erinnern die bisherige Handlung und kommen in die Atmosphäre der Geschichte.
HinführungImpulsfrage: „Wie geht es Jona jetzt?“Plenum / GefühlsimpulsDie Kinder aktivieren Vorstellungen zu Jonas Lage.
ErarbeitungDie Szene im Bauch des großen Fisches wird erzählt.Erzählung / BodenbildDie Kinder lernen den Fischbauch als zentrale Erzählstation kennen.
DeutungGefühle werden gesammelt: Angst, Dunkelheit, Einsamkeit, Schuld, Erleichterung, Hoffnung.Gespräch / GefühlsbilderDie Kinder deuten Jonas innere Situation.
VertiefungGesprächsimpuls: „Was könnte Jona Gott sagen?“PlenumDie Kinder bereiten eigene Gebets- oder Hoffnungssätze vor.
ArbeitsphaseKinder gestalten eine Gedankenblase, Gebetskarte oder einen kleinen Gebetsfisch mit einem Satz aus Jonas Innerem.EinzelarbeitDie Kinder drücken Angst, Hoffnung oder Gebet gestalterisch aus.
SicherungDie Karten werden in den großen Fisch gelegt. Einzelne Kinder lesen freiwillig vor.Sitzkreis / PräsentationDie individuellen Deutungen werden gesammelt und gewürdigt.
VerdichtungGemeinsamer Satz: „Im Fisch ist Jona nicht allein. Gott gibt Jona nicht auf.“PlenumDie zentrale Erkenntnis wird gesichert.
AbschlussAusblick: Jona bekommt eine zweite Chance und geht doch nach Ninive.ErzählabschlussDie Kinder verbinden die Stunde mit dem weiteren Verlauf der Geschichte.

Die Stunde lebt von einer ruhigen Atmosphäre. Gerade die Fischbauch-Szene sollte nicht zu hektisch erzählt werden. Dunkles Tuch, Fischumriss, leise Stimme und klare Gefühlsimpulse helfen, den symbolischen Zugang zu öffnen.

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Anforderungsbereiche

AB I – Reproduzieren: Die Lernenden geben wieder, dass Jona vor Gott wegläuft, ins Meer gerät und im Bauch des großen Fisches ist.

AB II – Zusammenhänge herstellen: Die Lernenden beschreiben Jonas Gefühle und deuten den Fischbauch als Ort von Angst, Rettung, Nachdenken und Gebet.

AB III – Verallgemeinern und Reflektieren: Die Lernenden formulieren eigene Hoffnungssätze oder Gebetsgedanken und übertragen die Aussage „Gott gibt Jona nicht auf“ auf Erfahrungen von Angst, Fehlern und Neuanfang.

Einstiegsidee

Eine schöne Einstiegsidee ist ein Bodenbild mit Meer und Fisch. Du legst ein blaues Tuch in die Mitte. Darauf liegt ein kleines Schiff. Daneben ein dunkles Tuch oder ein großer Fischumriss. 

Dann wiederholst du kurz: Jona ist vor Gott weggelaufen. Auf dem Meer kam ein Sturm. Jona wurde ins Meer geworfen. Und dann geschieht etwas Unerwartetes …

Du legst Jona in den Fisch und fragst: Ist Jona jetzt verloren? Oder könnte im Fisch auch etwas Neues beginnen?

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Differenzierung

Unterstützend

  • Gefühlsbildkarten

  • Satzstarter mit Symbolen: „Gott, ich habe Angst …“, „Bitte hilf mir …“, „Ich hoffe …“

  • mündliche Formulierung statt Schreiben

  • Lehrkraft schreibt Kinderaussage auf

  • Kind gestaltet nur mit Farbe oder Symbol

  • Auswahl aus fertigen Gebetssätzen

  • Partnerarbeit

  • verkürzte Erzählfassung

  • Bodenbild als visuelle Stütze

  • weniger offene Arbeitsaufträge

Erweiternd

  • eigenes Gebet aus Jonas Sicht schreiben

  • zwei gegensätzliche Gefühle darstellen

  • Gedankenblase vor und nach dem Gebet vergleichen

  • erklären, warum der Fisch auch Rettung bedeutet

  • Transfer formulieren: „Wenn ich Angst habe, hilft mir …“

  • Standbild „Jona im Fisch“ entwickeln

  • Jonas Psalm in eigenen Worten nachgestalten

  • Verbindung zu „zweite Chance“ herstellen

  • Frage bearbeiten: „Warum gibt Gott Jona nicht auf?“

Die Differenzierung funktioniert besonders gut über Ausdrucksform und Tiefe der Deutung. Kinder können malen, legen, diktieren, schreiben oder symbolisch gestalten.

Ideen für Klasse 1 bis 4

KlassenstufeMögliche Umsetzung
Klasse 1Die Geschichte stark erzählend, mit Kamishibai, Bodenbild, Fisch, Schiff und einfachen Gefühlsbildern umsetzen.
Klasse 2Jonas Weg mit Bildkarten legen, Gefühle ausdrücken und einfache Gebets- oder Hoffnungssätze formulieren.
Klasse 3Flucht, Angst, Gebet, zweite Chance und Barmherzigkeit stärker deuten und mit eigenen Erfahrungen verbinden.
Klasse 4Gottesbild, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Jonas Wut am Ende intensiver reflektieren.

Für diese Reihe würde ich Klasse 2/3 wählen. In 1 müsste man stark vereinfachen. In 4 könnte man das Ende mit Jonas Wut und Gottes Barmherzigkeit deutlich tiefer bearbeiten.

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Materialideen

MaterialEinsatzmöglichkeit
Kinderbibel oder kindgerechte Jona-ErzählungErzählgrundlage
blaues TuchMeer darstellen
dunkles TuchFischbauch gestalten
großer FischumrissSymbolischer Mittelpunkt der UB-Stunde
ErzählfigurenJona, Seeleute und Menschen aus Ninive darstellen
kleines SchiffJonas Flucht veranschaulichen
Stadtbild NiniveZielort der Erzählung darstellen
Steine oder HolzscheibenWegstationen legen
BildkartenHandlungsschritte sichern
GefühlsbilderJonas innere Lage deuten
GedankenblasenPerspektivübernahme ermöglichen
GebetsfischeAngst-, Hoffnungs- oder Gebetssätze gestalten
Satzstarterkartenreligiöses Sprechen unterstützen
Jona-WegErzählverlauf sichern
KlangmaterialSturm gestalten
StandbildkartenGefühle und Situationen darstellen
ReflexionskarteLernzuwachs festhalten
Miniheft „Jona und der große Fisch“Ergebnissicherung

Amazon-Ideen:

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Eduki-Material ergänze ich an dieser Stelle, sobald ich es fertiggestellt habe.

Typische Schwierigkeiten

Beim Thema können Schwierigkeiten auftreten.bTypische Stolperstellen sind:

  • Die Geschichte wird nur als spannende Wal-Geschichte erzählt.

  • Der Fisch steht zu stark im Mittelpunkt.

  • Die religiöse Deutung bleibt unklar.

  • Jona wird nur als ungehorsam dargestellt.

  • Der Fisch wird ausschließlich als Strafe verstanden.

  • Gottes Barmherzigkeit gegenüber Ninive wird ausgelassen.

  • Das Ende mit Jonas Wut wird zu schnell übersprungen.

  • Kinder verstehen „Umkehr“ nur als Umdrehen auf dem Weg.

  • Gebete werden formelhaft, ohne Bezug zu Jonas Situation.

  • Die Geschichte wird moralisch verkürzt: „Du musst immer gehorchen.“

  • Kinder bekommen zu wenig Raum für eigene Fragen.

  • Der Unterschied zwischen „großer Fisch“ und „Wal“ wird unnötig problematisiert.

Hilfreich ist deshalb: Nicht der Fisch ist die Hauptsache. Die Hauptsache ist: Gott gibt Jona und Ninive nicht auf.

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Sachanalyse

Das Buch Jona gehört zum Alten Testament. Jona wird als Prophet erzählt, der von Gott den Auftrag erhält, nach Ninive zu gehen. Ninive steht in der Erzählung für eine große Stadt, deren Verhalten als schlecht beschrieben wird.

Jona möchte diesen Auftrag nicht erfüllen und flieht in die entgegengesetzte Richtung. Auf dem Meer gerät das Schiff in einen Sturm. Jona wird ins Meer geworfen und von einem großen Fisch verschlungen. Dort bleibt er drei Tage und drei Nächte. Im Bauch des Fisches betet Jona zu Gott. Der Fisch bringt ihn schließlich wieder an Land.

Jona erhält den Auftrag erneut und geht nach Ninive. Die Menschen hören seine Botschaft und kehren um. Gott verschont die Stadt. Jona ist darüber wütend. Die Erzählung endet mit Gottes Frage an Jona und stellt Gottes Barmherzigkeit in den Mittelpunkt.

Zentrale Motive der Erzählung sind: Auftrag, Flucht, Angst, Sturm, Rettung, Gebet, Umkehr, Neuanfang, Barmherzigkeit und Gottes Geduld.

Bibeldidaktisch ist wichtig, die Geschichte nicht auf den Fisch zu reduzieren. Der Fisch ist ein starkes Bild, aber nicht der Kern. Die Erzählung fragt nach Gott, nach menschlicher Verweigerung, nach Schuld, nach Umkehr und nach der Weite göttlicher Barmherzigkeit.

Didaktische Begründung

Die Geschichte ist geeignet, weil sie starke Bilder und klare Erzählstationen hat. Kinder können die Handlung nachvollziehen: Auftrag, Flucht, Sturm, Fisch, Gebet, zweite Chance.

Gleichzeitig bietet die Geschichte Anknüpfungspunkte an kindliche Erfahrungen. Kinder kennen Angst vor Aufgaben, Weglaufen, Fehler, Schuldgefühle, Hoffnung und den Wunsch nach einer zweiten Chance.

Jona ist eine ambivalente Figur. Er ist nicht einfach ein Held. Er hat Angst, läuft weg, betet, geht schließlich doch nach Ninive und ist am Ende wütend über Gottes Barmherzigkeit. Gerade diese Unvollkommenheit macht ihn interessant.

Die UB-Stunde im Fischbauch ist didaktisch besonders geeignet, weil sie eine zentrale Deutung eröffnet. Der Fisch ist nicht nur unheimlich. Er wird zum Ort der Rettung, des Gebets und des Nachdenkens. Kinder können daran verstehen: Gott gibt Jona nicht auf.

Die Reihe eignet sich für evangelischen und katholischen Reliunterricht, weil sie zentrale biblische und theologische Themen kindgerecht aufgreift: Gottes Nähe, Gebet, Fehler, Umkehr und Barmherzigkeit.

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Methodische Begründung

Methodisch eignen sich erzählende, symbolische und gestalterische Zugänge.

Ein Bodenbild hilft, die Geschichte sichtbar zu machen. Meer, Schiff, Fisch, Stadt und Wegstationen geben Kindern Orientierung im Erzählverlauf.

Gefühlsbilder und Gedankenblasen unterstützen Perspektivübernahme. Kinder können ausdrücken, was Jona denkt, ohne über Schuld oder Barmherzigkeit sprechen zu müssen.

Die Fischbauch-Stunde lebt von einer ruhigen Atmosphäre. Ein dunkles Tuch, ein großer Fischumriss und leise Erzählweise helfen, den Fischbauch nicht als Action-Szene, sondern als Nachdenk- und Gebetsraum zu erschließen.

Gebetsfische oder Hoffnungskarten ermöglichen religiöse Sprachbildung. Kinder finden Worte für Angst, Bitte, Dank oder Hoffnung. Satzstarter helfen, ohne Gedanken vorzugeben.

Standbilder, Klanggestaltung und kreative Aufgaben bieten zusätzliche Zugänge. Gerade in Klasse 2/3 ist es sinnvoll, nicht nur über die Geschichte zu sprechen, sondern sie handelnd, sinnlich und gestalterisch zu erschließen.

In der Sicherung soll die Deutung klar werden: Jona ist nicht verloren. Gott gibt nicht auf.

Mein Fazit

Ich finde die Geschichte von Jona und dem großen Fisch viel spannender, als ich dachte. Obwohl ich katholisch bin, kannte ich sie selbst nicht wirklich. Und weil ich kein Religion studiert habe, bin ich an die Planung sehr vorsichtig herangegangen. 

Aber genau deshalb war die Recherche für mich auch interessant. Denn schnell war klar: Es geht nicht nur um einen Wal oder einen großen Fisch. Es geht um Weglaufen, Angst, Gebet, zweite Chancen und Gottes Barmherzigkeit.

Mein wichtigster Gedanke zur Reihe ist: Jona läuft weg. Aber Gott gibt ihn nicht auf.

Eure Caro
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FAQ

  • Heißt es Jona und der Wal oder Jona und der große Fisch?

    Biblisch ist vom großen Fisch die Rede. „Jona und der Wal“ ist die kindlich bekanntere Formulierung und wird deshalb im Unterricht oft trotzdem verwendet.

  • Für welche Klasse eignet sich Jona und der große Fisch?

    Die Reihe eignet sich besonders für Klasse 2/3. In Klasse 1 sollte man stärker erzählen und gestalten. In Klasse 4 kann man Gottes Barmherzigkeit und Jonas Wut stärker reflektieren.

  • Was ist eine gute UB-Stunde zu Jona?

    Eine gute UB-Stunde ist „Im Bauch des großen Fisches – Jona findet Worte für seine Angst und Hoffnung“. Die Kinder deuten den Fischbauch als Ort von Rettung, Gebet und Neuanfang.

  • Was ist die zentrale Aussage der Jona-Geschichte?

    Eine zentrale Aussage ist: Gott gibt Menschen nicht auf. Jona bekommt eine zweite Chance, und auch die Menschen in Ninive dürfen umkehren und neu anfangen.

  • Wie kann man Jona kindgerecht erzählen?

    Die Geschichte kann mit Bodenbild, Kamishibai, Figuren, Tüchern, Bildkarten und einem Jona-Weg erzählt werden. Wichtig ist, die Geschichte nicht nur als Abenteuer, sondern auch als Geschichte von Angst, Gebet und Barmherzigkeit zu deuten.

  • Welche Materialien eignen sich für Jona und der große Fisch?

    Geeignet sind Kinderbibel, Kamishibai, dunkles Tuch, Fischumriss, Schiff, Erzählfiguren, Stadtbild Ninive, Gefühlsbilder, Gedankenblasen, Gebetsfische und Bildkarten.

  • Wie erklärt man Barmherzigkeit in der Grundschule?

    Barmherzigkeit kann kindgerecht als mitfühlende Haltung erklärt werden: Gott schaut nicht nur auf den Fehler, sondern gibt Menschen die Möglichkeit, umzukehren und neu anzufangen.

  • Warum ist der Fisch nicht nur Strafe?

    Der Fisch rettet Jona vor dem Ertrinken. Im Fisch kommt Jona zur Ruhe, betet und bekommt eine neue Chance. Deshalb kann der Fisch auch als Rettungsort verstanden werden.

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