Home > Blog > Unterrichtsentwurf kleines Einmaleins
Quick Facts: Kleines 1x1
Das kleine 1x1 gehört zu den zentralen Themen der Klasse 2 und bildet eine Grundlage für Division, halbschriftliches Rechnen, schriftliche Verfahren und Sachrechnen.
Kinder sollten das Einmaleins nicht nur auswendig lernen, sondern zunächst verstehen, was Multiplikation bedeutet: gleiche Gruppen, wiederholte Addition, Punktebilder, Reihen, Tauschaufgaben und Ableitungsstrategien. (Lehrplan NRW; PIKAS)
UB-Stunde: „Punktebilder und Reihen – Wir finden Malaufgaben in gleichen Anordnungen.“
Allgemeines
Beim kleinen 1x1 muss ich direkt an meine eigene Grundschulzeit denken. Ich erinnere mich noch total an diese Sprüche:
1 x 1 gleich 1, bellt der Dackel Heinz.
2 x 2 gleich 4, pfeift das Murmeltier.
3 x 3 gleich 9, Panda kann sich freun.
Solche Sprüche bleiben hängen. Und genau das zeigt auch: Das Einmaleins ist nicht nur irgendein Mathethema. Es ist für viele Kinder ein richtig prägender Teil der Grundschulzeit.
Gleichzeitig finde ich wichtig: Das 1x1 sollte nicht nur auswendig gelernt werden, sondern sie sollten automatisiert sein. Kinder sollen später schnell wissen, dass 6 x 7 = 42 ist. Aber vorher brauchen sie ein Verständnis dafür, was eine Malaufgabe überhaupt bedeutet.
Eine Followerin hat sich das Thema gewünscht. Deshalb habe ich recherchiert und eine Reihe geplant, bei der die Kinder das 1x1 nicht nur aufsagen, sondern Schritt für Schritt verstehen.
Kinder sollen erkennen:
Wann passt eine Malaufgabe? Was bedeutet „immer gleich viele“?
Wie wird aus Plus Mal? Wie kann ich eine Aufgabe legen?
Wie kann ich sie zeichnen? Was sehe ich in einem Punktebild?
Was ist eine Tauschaufgabe? Welche Aufgaben sind leicht?
Wie helfen mir Kernaufgaben? Wie kann ich schwierige Aufgaben ableiten?
Im Lehrplan gehört das Thema in den Bereich Zahlen und Operationen. Kinder sollen Situationen des Wiederholens, Zusammenfassens und Vergleichens passenden Aufgaben zuordnen und zwischen Material, Bild, Sprache und Symbol wechseln. (Lehrplan NRW)
Wenn du allgemein nach Themen und Entwürfen suchst, könnten auch meine Artikel zum Thema Operationsverständnis, meine Ideensammlung, oder zu den Mal-Plus-Häuser helfen.

Reihenplanung
Thema der Reihe
Viele gleiche Gruppen – Wir entdecken, verstehen und üben das kleine Einmaleins.
Kindgerechte Themenformulierung
Malnehmen verstehen – Aus gleichen Gruppen werden 1x1-Aufgaben.
Kernanliegen der Reihe
Die Lernenden entwickeln ein Verständnis der Multiplikation, indem sie Sachsituationen mit gleich großen Gruppen handelnd darstellen, Punktebilder und Reihenfelder untersuchen, Malaufgaben als wiederholte Addition deuten, Tausch- und Kernaufgaben nutzen, Beziehungen beschreiben und ausgewählte 1x1-Aufgaben zunehmend sicher automatisieren, um das kleine 1x1 verständig und flexibel anzuwenden. (Lehrplan NRW; PIKAS; Cornelsen)
Aufbau der Reihe
| Thema der Einheit | Ziel/Kernanliegen der Einheit |
|---|---|
| 1. Immer gleich viele – Wir entdecken Mal-Situationen im Alltag. | Die Lernenden entwickeln ein erstes Verständnis für Multiplikation, indem sie Alltagssituationen mit gleich großen Gruppen betrachten, legen und beschreiben, um zu erkennen, dass Malaufgaben entstehen, wenn gleiche Mengen mehrfach vorkommen. |
| 2. Aus Plus wird Mal – Wir verbinden wiederholte Addition mit Multiplikation. | Die Lernenden deuten Multiplikation als wiederholte Addition, indem sie gleiche Gruppen mit Material legen, passende Plusaufgaben notieren und diese in Malaufgaben übersetzen, um den Zusammenhang zwischen Addition und Multiplikation zu verstehen. |
| 3. Punktebilder und Reihen – Wir sehen Malaufgaben. | Die Lernenden stellen Malaufgaben bildlich dar, indem sie Punktefelder, Reihen und Anordnungen untersuchen, zeichnen und passenden Aufgaben zuordnen, um Multiplikation als strukturierte Anordnung sichtbar zu machen. |
| 4. Dreh doch mal! – Wir entdecken Tauschaufgaben. | Die Lernenden erkennen das Kommutativgesetz der Multiplikation, indem sie Punktefelder drehen, Aufgabenpaare wie 3 · 4 und 4 · 3 vergleichen und gleiche Ergebnisse begründen, um Tauschaufgaben als Lernhilfe zu nutzen. |
| 5. Die leichten Aufgaben zuerst – Wir sichern Kernaufgaben. | Die Lernenden bauen ein Netz sicherer Einmaleinsaufgaben auf, indem sie die 1er-, 2er-, 5er- und 10er-Aufgaben sowie Quadrataufgaben üben, darstellen und miteinander verknüpfen, um Kernaufgaben als Ausgangspunkt für Ableitungen zu nutzen. |
| 6. Von bekannten zu neuen Aufgaben – Wir leiten geschickt ab. | Die Lernenden entwickeln Ableitungsstrategien, indem sie Nachbaraufgaben, Verdoppeln, Halbieren und Zerlegen nutzen, um schwierigere Einmaleinsaufgaben aus bekannten Kernaufgaben zu erschließen. |
| 7. Einmaleins-Reihen erforschen – Wir entdecken Muster. | Die Lernenden untersuchen einzelne Einmaleinsreihen, indem sie Ergebnisse ordnen, Muster beschreiben, Sprünge auf dem Zahlenstrahl darstellen und Beziehungen zwischen Reihen entdecken, um Strukturen im kleinen Einmaleins zu nutzen. |
| 8. Üben, aber schlau – Wir trainieren das 1x1 mit Strategien. | Die Lernenden automatisieren Einmaleinsaufgaben, indem sie spielerische und strukturierte Übungsformate nutzen, sich gegenseitig Aufgaben stellen, Kernaufgaben wiederholen und schwierige Aufgaben markieren, um Sicherheit und Tempo im kleinen Einmaleins aufzubauen. |
| 9. Malaufgaben in Geschichten – Wir lösen und erfinden Sachaufgaben. | Die Lernenden wenden Multiplikation in Sachsituationen an, indem sie Rechengeschichten zu gleichen Gruppen lösen, eigene Malgeschichten erfinden und passende Aufgaben notieren, um die Bedeutung der Multiplikation im Alltag zu festigen. |
| 10. 1x1-Experten – Wir zeigen, was wir verstanden haben. | Die Lernenden sichern ihren Lernzuwachs, indem sie Einmaleinsaufgaben legen, zeichnen, erklären, ableiten und üben, um Multiplikation verständig, flexibel und zunehmend automatisiert anzuwenden. |
Die Reihe ist bewusst so aufgebaut, dass zuerst das Operationsverständnis im Mittelpunkt steht. Erst danach wird stärker automatisiert.
Vertiefung der einzelnen Einheiten
Einheit 1: Immer gleich viele
In der ersten Einheit geht es um die Grundidee der Multiplikation. Kinder sollen entdecken: Malnehmen passt, wenn gleich viele da sind. Das kann über Alltagssituationen passieren.
Beispiel: 4 Teller mit je 3 Keksen
Wichtig ist, dass Kinder zunächst sprechen:
Ich sehe 4 Teller.
Auf jedem Teller liegen 3 Kekse.
Es sind immer gleich viele.
Ich kann 3 + 3 + 3 + 3 rechnen.
Daraus wird später 4 x 3.
Es geht nicht darum, alle Aufgaben zu können. Es geht darum, Mal-Situationen zu erkennen.
Einheit 2: Aus Plus wird Mal
Jetzt wird die wiederholte Addition mit der Multiplikation verbunden.
Beispiel: 3 + 3 + 3 + 3 = 12
Dazu passt: 4 x 3 = 12
Die Kinder lernen: 4 Gruppen, in jeder Gruppe 3, also 4 mal die 3
Hier ist Sprache wichtig. Kinder sollen nicht nur die Aufgabe notieren, sondern erklären, was die Zahlen bedeuten. Satzstarter: „Ich sehe … Gruppen.“, „In jeder Gruppe sind …“, „Die Plusaufgabe heißt …“ und „Die Malaufgabe heißt …“.
Einheit 3: Punktebilder und Reihen
Diese Einheit eignet sich besonders gut für einen Unterrichtsbesuch. Punktebilder machen Multiplikation sichtbar. Die Kinder können sehen, dass gleiche Gruppen oder Reihen zusammengefasst werden.
Beispiel: 4 Reihen mit jeweils 3 Punkten.
Die Kinder beschreiben:
Ich sehe 4 Reihen.
In jeder Reihe sind 3 Punkte.
Die Plusaufgabe heißt 3 + 3 + 3 + 3.
Die Malaufgabe heißt 4 x 3.
Das ist stark, weil die Kinder zwischen Darstellungen wechseln: Bild, Sprache, Plusaufgabe und Malaufgabe. Dieser Darstellungswechsel ist zentral für ein tragfähiges Operationsverständnis.
Einheit 4: Dreh doch mal!
In dieser Einheit entdecken die Kinder Tauschaufgaben. Ein Punktefeld mit 3 Reihen und 4 Punkten kann gedreht werden. Dann sieht man 4 Reihen mit 3 Punkten.
Die Aufgaben heißen: 3 x 4 = 12 und 4 x 3 = 12
Die Kinder erkennen: Die Anordnung sieht anders aus, aber die Anzahl bleibt gleich.
Tauschaufgaben sind eine große Hilfe. Wer 3 x 7 kann, muss 7 x 3 nicht neu lernen.
Mögliche Fragen:
Was verändert sich beim Drehen?
Was bleibt gleich?
Welche Aufgabe passt vor dem Drehen?
Welche Aufgabe passt nach dem Drehen?
Warum ist das Ergebnis gleich?
Einheit 5: Die leichten Aufgaben zuerst
Jetzt werden Kernaufgaben gesichert. Kernaufgaben sind Aufgaben, die besonders leicht zugänglich sind und beim Ableiten helfen. Dazu gehören: 1er-, 2er-, 5er-, und 10er-Aufgaben.
Diese Aufgaben bilden ein Netz. Aus ihnen können Kinder schwierigere Aufgaben ableiten. PIKAS stellt beim 1·1 besonders Verstehen, Ableiten, Ordnen von Aufgabenbeziehungen und Üben in den Mittelpunkt. (PIKAS)
Einheit 6: Von bekannten zu neuen Aufgaben
In dieser Einheit werden Ableitungsstrategien aufgebaut.
Kinder sollen merken: Ich muss nicht jede Aufgabe einzeln auswendig lernen. Ich kann bekannte Aufgaben nutzen.
Beispiele: 6 x 8
Ableitungen:
5 x 8 + 1 x 8
3 x 8 verdoppeln
10 x 8 - 4 x 8
Das ist anspruchsvoll, aber sehr wertvoll. Denn dadurch wird das Einmaleins flexibel.
Einheit 7: Einmaleins-Reihen erforschen
Jetzt können einzelne Reihen untersucht werden. Die Kinder entdecken Muster:
In der 2er-Reihe sind alle Ergebnisse gerade.
In der 5er-Reihe enden die Ergebnisse auf 0 oder 5.
In der 10er-Reihe hängt immer eine 0 dran.
In der 9er-Reihe gibt es besondere Quersummenmuster.
Quadrataufgaben liegen auf der Diagonalen der 1x1-Tafel.
Darstellungen: Zahlenstrahl, Punktefelder, 1x1-Tafel, Reihenstreifen, Plättchen, Sprünge, Musterkarten. Wichtig ist, Reihen nicht nur aufzusagen, sondern Strukturen zu entdecken.
Einheit 8: Üben, aber schlau
Natürlich muss das 1x1 geübt werden. Aber Üben sollte nicht nur heißen: „Schreib die Reihe zehnmal ab.“ Sinnvoll sind kurze, regelmäßige und abwechslungsreiche Übungsphasen.
Übungsformate: Partnerabfrage, 1x1-Pass, Bingo, Domino, Memory, Würfelspiele, Bewegungsspiele, Klatschspiele, Karteikarten, Blitzaufgaben, Kernaufgaben-Training, schwierige Aufgaben markieren oder Lieblingstricks sammeln.
Dabei soll immer gefragt werden: Welche Aufgabe hilft dir? So bleibt das Üben strategisch.
Einheit 9: Malaufgaben in Geschichten
Jetzt werden Malaufgaben in Sachsituationen angewendet.
Beispiel: „In einer Klasse stehen 5 Tische. An jedem Tisch sitzen 4 Kinder. Wie viele Kinder sitzen insgesamt an den Tischen?“ Die Kinder legen, zeichnen oder notieren: 5 x 4 = 20
Hier wird deutlich: Multiplikation kommt aus Situationen mit gleich großen Gruppen. Die Kinder können auch eigene Malgeschichten erfinden.
Einheit 10: 1x1-Experten
Zum Abschluss zeigen die Kinder, was sie verstanden haben. Aufgaben:
eine Malaufgabe legen
ein Punktebild zeichnen
eine Plusaufgabe und Malaufgabe notieren
die Tauschaufgabe finden
eine Kernaufgabe nennen
eine schwierige Aufgabe ableiten
eine Rechengeschichte schreiben
eine Reihe erklären
eine Lieblingsstrategie vorstellen
So wird sichtbar, dass Einmaleinslernen mehr ist als Aufsagen.

UB-Stunde
Thema der Stunde
Punktebilder und Reihen – Wir finden Malaufgaben in gleichen Anordnungen.
Kindgerechte Forscherfrage
Wann passt eine Malaufgabe zu einem Punktebild?
Ziel der Stunde
Die Lernenden deuten Punktebilder als Malaufgaben, indem sie strukturierte Anordnungen aus gleichen Reihen beschreiben, mit Material legen oder zeichnen, als wiederholte Addition notieren und in eine passende Multiplikationsaufgabe übersetzen, um Multiplikation als Zusammenfassung gleicher Mengen zu verstehen. (Lehrplan NRW; PIKAS)
Warum diese Stunde gut passt
Diese Stunde passt besonders gut für einen Besuch, weil der zentrale Lernzuwachs sichtbar ist. Die Kinder sehen nicht nur eine Malaufgabe an der Tafel. Sie entwickeln sie aus einer Darstellung heraus.
Der Weg ist klar: Punktebild → Beschreibung → Plusaufgabe → Malaufgabe
Das ist genau der Schritt, den Kinder für ein tragfähiges Multiplikationsverständnis brauchen. Die Stunde ist außerdem sehr gut differenzierbar. Manche Kinder legen Punktebilder mit Material nach und ergänzen nur die Plusaufgabe. Andere finden schon die Malaufgabe, Tauschaufgabe oder erfinden eigene Punktebilder.
Für einen Unterrichtsbesuch finde ich diese Stunde fachlich sauber, weil sie nicht beim reinen Automatisieren startet. Sie zeigt: Die Kinder verstehen, was die Malaufgabe bedeutet.
Verlauf der Stunde
| Phase | Inhalt | Sozialform / Methode | Ziel |
|---|---|---|---|
| Einstieg | Ein Punktebild wird gezeigt, z.B. 4 Reihen mit je 3 Punkten. | Plenum / Bildimpuls | Die Kinder nehmen eine strukturierte Anordnung wahr. |
| Beschreibung | Kinder beschreiben: „Ich sehe 4 Reihen. In jeder Reihe sind 3 Punkte.“ | Mathegespräch | Die Bedeutung der Anordnung wird versprachlicht. |
| Hinführung | Frage: „Wie können wir das als Plusaufgabe aufschreiben?“ | Plenum | Wiederholte Addition wird angebahnt. |
| Erarbeitung | Plusaufgabe wird notiert: 3 + 3 + 3 + 3. Daraus wird die Malaufgabe 4 x 3 abgeleitet. | Tafel / Dokumentenkamera | Die Kinder verbinden Bild, Plusaufgabe und Malaufgabe. |
| Bedeutung klären | Die Zahlen der Malaufgabe werden gedeutet: 4 Reihen, je 3 Punkte. | Plenum | Die Kinder verstehen die Faktoren. |
| Merksatz | „Malnehmen passt, wenn immer gleich viele da sind.“ | Plenum / Merksatzkarte | Die zentrale Erkenntnis wird gesichert. |
| Arbeitsphase | Kinder bearbeiten Punktebildkarten, legen oder zeichnen die Anordnung und notieren Beschreibung, Plusaufgabe und Malaufgabe. | Einzel- oder Partnerarbeit | Die Kinder wenden den Darstellungswechsel an. |
| Differenzierung | Aufgaben variieren in Größe, Struktur und Offenheit. | differenzierte Karten | Alle Kinder arbeiten auf passendem Niveau. |
| Sicherung | Zwei bis drei Kinder stellen ein Punktebild vor. Die Klasse prüft: Sind die Gruppen gleich groß? Passt die Aufgabe? | Mathekonferenz | Lösungswege werden begründet und verglichen. |
| Abschluss | Blitzlicht: „Eine Malaufgabe erkenne ich, wenn …“ | Abschlussrunde | Lernzuwachs wird versprachlicht. |
In dieser Stunde sollte die Sprache wirklich bewusst eingesetzt werden. Es reicht nicht, wenn Kinder nur „4 mal 3“ sagen. Sie sollen verstehen, was 4 und 3 in der Darstellung bedeuten.

Anforderungsbereiche
AB I – Reproduzieren: Die Lernenden benennen die Anzahl der Reihen und die Anzahl der Punkte pro Reihe in einem Punktebild.
AB II – Zusammenhänge herstellen: Die Lernenden übertragen ein Punktebild in eine wiederholte Addition und eine passende Malaufgabe.
AB III – Verallgemeinern und Reflektieren: Die Lernenden erklären, wann eine Malaufgabe passt, finden Tauschaufgaben oder prüfen, ob eine Malaufgabe zu einer Darstellung passt.
Einstiegsidee
Eine einfache Einstiegsidee ist ein Punktebild an der Tafel. Zum Beispiel:
● ● ●
● ● ●
● ● ●
● ● ●Du fragst: Was siehst du?
Kinder sagen vielleicht: Punkte, Reihen, 12 Punkte, 4 Reihen, immer 3 Punkte.
Dann lenkst du auf die Struktur: Sind in jeder Reihe gleich viele Punkte?
Danach entsteht der Übergang: Wenn immer gleich viele Punkte in jeder Reihe sind, können wir daraus eine Malaufgabe machen.
Differenzierung
Unterstützend
Punktebilder mit kleinen Zahlen
Material zum Nachlegen
Reihen farbig markieren
Satzstarter: „Ich sehe … Reihen.“, „In jeder Reihe sind …“, „Die Plusaufgabe heißt …“, „Die Malaufgabe heißt …“
vorstrukturierter Arbeitsbogen
Partnerarbeit
nur Plusaufgabe oder nur Malaufgabe ergänzen
Aufgaben mit 2er-, 5er- oder 10er-Strukturen
Punktebilder mit deutlichen Reihen nutzen
Ergebnis durch Abzählen überprüfen lassen
Erweiternd
eigene Punktebilder zeichnen
Tauschaufgabe finden
mehrere Malaufgaben zu einer Darstellung prüfen
Fehlerkarten korrigieren
Aufgabe ohne Bild in Punktebild übersetzen
Rechengeschichte zum Punktebild erfinden
Quadrataufgaben entdecken
Ergebnis über bekannte Aufgaben ableiten
Punktefeld in zwei bekannte Aufgaben zerlegen
erklären, warum eine Darstellung keine Malaufgabe ist
Die Differenzierung funktioniert über Zahlenumfang, Darstellungsform und Reflexionstiefe.
Ideen für Klasse 1 bis 4
| Klassenstufe | Mögliche Umsetzung |
|---|---|
| Klasse 1 | Gleiche Gruppen handelnd legen, bündeln, zählen und einfache Rechengeschichten erzählen. |
| Klasse 2 | Multiplikation einführen, gleiche Gruppen, wiederholte Addition, Punktebilder und erste 1x1-Reihen verstehen. |
| Klasse 3 | Einmaleins automatisieren, Tauschaufgaben, Kernaufgaben, Ableitungsstrategien und Division verknüpfen. |
| Klasse 4 | 1x1 sichern, für schriftliche Multiplikation/Division nutzen, Sachaufgaben und größere Rechenverfahren vorbereiten. |
Materialideen
| Material | Einsatzmöglichkeit |
|---|---|
| Plättchen | gleiche Gruppen und Punktebilder legen |
| Steckwürfel | Gruppen handelnd darstellen |
| Eierkartons | strukturierte Mengen sichtbar machen |
| Punktefelder | Multiplikation bildlich erschließen |
| Reihenbilder | Malaufgaben erkennen |
| Bildkarten mit gleichen Gruppen | Alltagssituationen deuten |
| Malaufgaben-Karten | Zuordnung und Übung |
| Plusaufgaben-Karten | wiederholte Addition verbinden |
| Punktebild-Karten | Darstellungswechsel üben |
| Tauschaufgaben-Karten | Kommutativgesetz entdecken |
| Kernaufgaben-Plakat | leichte Aufgaben sichern |
| 1x1-Tafel | Beziehungen und Muster erkennen |
| 1x1-Pass | Automatisierung begleiten |
| Trainingsplan | individuelle Übungswege sichtbar machen |
| Partnerabfrage-Karten | Sprechzeit und Wiederholung erhöhen |
| Einmaleins-Memory | Aufgaben und Ergebnisse verbinden |
| Bingo | Automatisierung motivierend sichern |
| Klatsch- und Bewegungsspiele | Reihen rhythmisch üben |
| Rechengeschichten-Karten | Multiplikation in Sachsituationen anwenden |
| Satzstarterkarten | mathematisches Sprechen unterstützen |
| Exit-Ticket | Lernzuwachs sichern |
Eduki-Material ergänze ich an dieser Stelle nachträglich, sobald ich es fertiggestellt habe.

Typische Schwierigkeiten
Beim kleinen 1x1 können Schwierigkeiten auftreten. Typische Stolperstellen sind:
Kinder lernen Reihen auswendig, ohne Multiplikation zu verstehen.
Gleiche Gruppen werden nicht sicher erkannt.
Plusaufgabe und Malaufgabe werden nicht verbunden.
Kinder wissen nicht, was die Faktoren bedeuten.
Punktebilder werden nur abgezählt, nicht strukturiert gesehen.
Tauschaufgaben werden nicht als Lernhilfe genutzt.
Jede Aufgabe wird isoliert gelernt.
Schwierige Aufgaben werden geraten.
Automatisierung startet zu früh.
Üben wird langweilig oder mechanisch.
Kinder verwechseln Malaufgaben und Plusaufgaben.
Fehler werden nicht zum Weiterdenken genutzt.
Kinder können Ergebnisse aufsagen, aber keine passende Situation dazu erklären.
Hilfreich ist deshalb: Erst verstehen, dann ableiten, dann automatisieren.
Ein wichtiger Satz: Eine Malaufgabe passt, wenn immer gleich viele da sind.
Sachanalyse
Das kleine Einmaleins umfasst Multiplikationsaufgaben mit Faktoren von 1 bis 10.
Multiplikation beschreibt das wiederholte Zusammenfassen gleich großer Mengen. Sie kann als wiederholte Addition gedeutet werden. Beispiel: 4 x 3 = 3 + 3 + 3 + 3. Das bedeutet: 4 Gruppen mit jeweils 3 Elementen.
Multiplikation kann auf verschiedene Weise dargestellt werden: Handlung, Material, gleiche Gruppen, Punktefelder, Reihen, Sachsituationen, Sprache, Symbol.
Punktefelder sind besonders hilfreich, weil sie die Struktur sichtbar machen. Kinder können Reihen und Spalten erkennen und daraus Aufgaben ableiten.
Tauschaufgaben beruhen auf dem Kommutativgesetz: 3 x 4 = 4 x 3. Das Ergebnis bleibt gleich, auch wenn die Faktoren vertauscht werden.
Kernaufgaben sind leicht zugängliche Aufgaben, z.B. 1er-, 2er-, 5er-, 10er-Aufgaben.
Aus Kernaufgaben können schwierigere Aufgaben abgeleitet werden. Dadurch wird das Einmaleins nicht nur auswendig gelernt, sondern strukturiert verstanden.
Langfristig ist Automatisierung wichtig. Sie sollte aber auf Verständnis aufbauen. Kinder brauchen beides: sichere Ergebnisse und flexible Strategien.
Didaktische Begründung
Das kleine Einmaleins ist ein zentrales Thema in Klasse 2/3. Es bildet eine Grundlage für viele spätere Inhalte: Division, halbschriftliches Rechnen, schriftliche Multiplikation, schriftliche Division, Sachrechnen und Größen.
Didaktisch ist entscheidend, dass Multiplikation nicht nur als Tabelle eingeführt wird. Kinder müssen zuerst verstehen, was Malnehmen bedeutet.
Der Einstieg über gleiche Gruppen und Punktebilder ist deshalb besonders geeignet. Er ist anschaulich, handelnd und verständnisorientiert.
Die Reihe knüpft an Vorwissen aus der Addition an. Aus wiederholter Addition entsteht die Multiplikation. So erleben Kinder Multiplikation als sinnvolle Abkürzung.
Die UB-Stunde ist gut, weil der Übergang von Handlung / Bild zum Symbol sichtbar wird. Kinder sehen ein Punktebild, beschreiben es, notieren eine Plusaufgabe und leiten die Malaufgabe ab.
Tauschaufgaben und Kernaufgaben reduzieren die Lernmenge. Kinder müssen nicht alle Aufgaben isoliert lernen, sondern erkennen Beziehungen.
Ableitungsstrategien fördern flexibles Denken. Automatisierung bleibt wichtig, aber sie baut auf Verständnis auf.
Methodische Begründung
Methodisch eignet sich ein handlungsorientierter Einstieg. Kinder sollten Mal-Situationen legen, sehen, zeichnen und beschreiben, bevor sie Aufgaben automatisieren.
Punktebilder strukturieren Mengen und entlasten das Zählen. Das Legen mit Plättchen unterstützt das Verständnis gleicher Gruppen. Das Zeichnen eigener Punktefelder fördert den Darstellungswechsel.
Satzstarter helfen beim mathematischen Erklären: „Ich sehe … Gruppen.“, „In jeder Gruppe sind …“, „Das ist die Plusaufgabe …“, „Das ist die Malaufgabe …“, „Ich weiß das Ergebnis, weil …“ oder „Die Tauschaufgabe heißt …“.
Partnerarbeit ist sinnvoll, weil Kinder einander beschreiben und prüfen können. Fehlerkarten fördern genaues Hinschauen.
Für die Automatisierung eignen sich kurze, regelmäßige Übungsphasen besser als seltene lange Übungsblöcke. Spiele, Partnerabfragen und 1x1-Pässe können motivieren.
Wichtig ist aber, dass Üben nicht vom Verstehen getrennt wird. Deshalb sollte die Lehrkraft immer wieder fragen: Was bedeutet die erste Zahl? Was bedeutet die zweite Zahl? Wo siehst du die Aufgabe im Bild? Welche bekannte Aufgabe hilft dir? Welche Tauschaufgabe passt dazu?
Mein Fazit
Das kleine 1x1 ist eines dieser Themen, an die sich viele Menschen noch aus ihrer eigenen Grundschulzeit erinnern. Bei mir sind es vor allem die Sprüche, die hängen geblieben sind.
Für einen Unterrichtsbesuch würde ich nicht direkt eine reine Übungsstunde zeigen, sondern die Punktebilder-Stunde wählen. Sie zeigt sehr klar, wie Kinder Multiplikation verstehen: gleiche Reihen sehen, als Plusaufgabe beschreiben und als Malaufgabe notieren.
Mein wichtigster Gedanke ist: Das kleine 1x1 wird dann tragfähig, wenn Kinder nicht nur Ergebnisse kennen, sondern Malaufgaben sehen, erklären und ableiten können.
Eure Caro
Instagram – Alles für dein Referendariat.
FAQ
Für welche Klasse eignet sich das kleine 1x1?
Das kleine 1x1 wird meist in Klasse 2 eingeführt und in Klasse 3 weiter gesichert und automatisiert. Je nach Lerngruppe kann der Schwerpunkt stärker auf Verstehen oder Üben liegen.
Was ist eine gute UB-Stunde zum kleinen 1x1?
Eine gute UB-Stunde ist „Punktebilder und Reihen – Wir finden Malaufgaben in gleichen Anordnungen“. Die Kinder wechseln vom Bild über die Plusaufgabe zur Malaufgabe.
Sollte man das 1x1 direkt auswendig lernen?
Nein. Automatisierung ist wichtig, sollte aber auf Verständnis aufbauen. Kinder sollten zuerst gleiche Gruppen, wiederholte Addition, Punktebilder und Tauschaufgaben verstehen.
Was sind Kernaufgaben im Einmaleins?
Kernaufgaben sind leicht zugängliche Aufgaben, zum Beispiel 1er-, 2er-, 5er- und 10er-Aufgaben sowie Quadrataufgaben. Sie helfen beim Ableiten schwieriger Aufgaben.
Was sind Tauschaufgaben?
Tauschaufgaben sind Aufgaben wie 3 x 4 und 4 x 3. Die Faktoren werden vertauscht, aber das Ergebnis bleibt gleich.
Warum sind Punktebilder hilfreich?
Punktebilder machen die Struktur der Multiplikation sichtbar. Kinder sehen Reihen, Gruppen und Anordnungen und können daraus Plus- und Malaufgaben ableiten.
Wie kann man das 1x1 abwechslungsreich üben?
Geeignet sind 1x1-Pässe, Partnerabfragen, Bingo, Memory, Domino, Würfelspiele, Klatschspiele, Bewegungsspiele, Karteikarten und kurze tägliche Übungsphasen.
Was ist der wichtigste Lernzuwachs in der Einführung des 1x1?
Kinder erkennen, dass eine Malaufgabe gleiche Gruppen oder Reihen zusammenfasst. Sie verstehen, was die Faktoren bedeuten und wie aus wiederholter Addition Multiplikation wird.







Responses
What are your thoughts on this post?