Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte: Unterrichtsreihe, UB-Stunde und Material

20

  Minute Lesedauer
Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte

Home > Blog > Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte

Quick Facts: Schöpfungsgeschichte

  • Die Schöpfungsgeschichte passt im evangelischen und katholischen Religionsunterricht besonders zum Bereich Miteinander leben in Gottes Schöpfung. (Lehrplan NRW Evangelische Religionslehre; Lehrplan NRW Katholische Religionslehre)

  • In der Grundschule geht es nicht darum, die Schöpfungserzählung naturwissenschaftlich zu erklären, sondern religiös zu deuten: Die Welt ist wertvoll, gewollt, anvertraut und schützenswert.

  • Eine passende UB-Stunde ist: „Mit offenen Augen, Ohren und Herzen – Wir entdecken Gottes Schöpfung mit allen Sinnen.“

Allgemeines

Die Schöpfungsgeschichte gehört zu den klassischen Themen im Reliunterricht. Und trotzdem finde ich, dass sie immer wieder neu gedacht werden kann. Denn es geht nicht nur darum, die sieben Schöpfungstage auswendig zu kennen oder ein schönes Bild dazu zu gestalten. Es geht um Staunen, Dankbarkeit, Verantwortung und die Frage, wie Kinder die Welt religiös deuten können.

Ich selbst bin katholisch, habe aber kein Religion studiert oder unterrichtet. Das Thema wurde sich von einer Followerin auf Instagram gewünscht, und ich finde es total nachvollziehbar, dass die Schöpfungsgeschichte für viele im Religionsunterricht interessant ist. Sie ist kindnah, bildstark, kreativ umsetzbar und gleichzeitig sehr tief.

Kinder bringen oft ganz eigene Fragen mit:

  • Woher kommt die Welt?

  • Warum gibt es Tiere, Pflanzen, Wasser und Menschen?

  • Hat Gott alles gemacht?

  • Wie passt das mit Wissenschaft zusammen?

  • Warum sollen wir auf die Natur aufpassen?

  • Bin ich auch Teil der Schöpfung?

Genau deshalb ist das Thema so wertvoll. Nicht jede Frage muss abschließend beantwortet werden. Aber Kinder dürfen erleben: Die biblische Schöpfungserzählung ist eine religiöse Deutung. Sie erzählt nicht wie ein naturwissenschaftlicher Bericht, wie die Welt biologisch oder physikalisch entstanden ist. Sie erzählt davon, dass die Welt gut ist, dass sie von Gott gewollt ist und dass Menschen Verantwortung für sie tragen.

Im Lehrplan NRW passt das Thema sowohl im evangelischen als auch im katholischen Religionsunterricht sehr klar zum Bereich Miteinander leben in Gottes Schöpfung. Dort geht es um das biblische Verständnis von Schöpfung, um das Wahrnehmen der Welt, um Dankbarkeit, Verantwortung und Bewahrung der Schöpfung. (Lehrplan NRW Evangelisch; Lehrplan NRW Katholisch)

Wenn du dich allgemein für Religionsunterricht und Unterrichtsbesuche interessierst, passen dazu auch meine Artikel zur Themensammlung Unterrichtsbesuche Religion, zum Unterrichtsbesuch PDF Vorlage und zu Growth Mindset in der Grundschule.

Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte

Reihenplanung

Thema der Reihe

Gott hat uns die Welt geschenkt – Wir staunen über die Schöpfung und übernehmen Verantwortung.

Kindgerechte Themenformulierung

Unsere wunderbare Welt – Wir entdecken, staunen, danken und passen auf Gottes Schöpfung auf.

Kernanliegen der Reihe

Die Lernenden erweitern ihr Deutungs- und Verantwortungsbewusstsein, indem sie die biblische Schöpfungserzählung kennenlernen, die Schönheit und Vielfalt der Welt mit allen Sinnen wahrnehmen, Schöpfungslob und Dank ausdrücken, den Menschen als Teil der Schöpfung verstehen und konkrete Handlungsmöglichkeiten zur Bewahrung der Schöpfung entwickeln, um Gottes Schöpfung als wertvoll, anvertraut und schützenswert wahrzunehmen. (Lehrplan NRW Evangelisch; Lehrplan NRW Katholisch)

Aufbau der Reihe

Thema der EinheitZiel/Kernanliegen der Einheit
1. Staunen über die Welt – Was ist für mich wunderbar?Die Lernenden nähern sich dem Thema Schöpfung, indem sie Naturbilder, Gegenstände oder eigene Erfahrungen betrachten, beschreiben und miteinander teilen, um die Vielfalt und Schönheit der Welt bewusst wahrzunehmen.
2. Am Anfang – Wir hören die biblische Schöpfungserzählung.Die Lernenden lernen die biblische Schöpfungserzählung kennen, indem sie die Geschichte aus Genesis 1 kindgerecht hören, mit Tüchern, Symbolen oder Bildkarten mitgestalten und zentrale Motive wiedergeben, um einen ersten religiösen Zugang zur Welt als Gottes Schöpfung aufzubauen.
3. „Und Gott sah, dass es gut war“ – Wir gestalten einen Schöpfungskreis.Die Lernenden vertiefen die Ordnung und Wertschätzung der Schöpfung, indem sie die Schöpfungstage mit Bildern, Farben, Symbolen oder einem Mobile darstellen und den wiederkehrenden Satz „Es war gut“ als Ausdruck der Anerkennung deuten, um die biblische Erzählung gestalterisch zu erschließen.
4. Mit allen Sinnen – Wir machen einen Schöpfungsspaziergang.Die Lernenden nehmen die Schöpfung bewusst wahr, indem sie sehen, hören, riechen und fühlen, Naturbeobachtungen sammeln und eine besondere Entdeckung festhalten, um Staunen und Achtsamkeit gegenüber der Welt zu entwickeln.
5. Loben und danken – Wir schreiben ein Schöpfungsgebet oder einen Schöpfungspsalm.Die Lernenden bringen Dank und Staunen religiös-sprachlich zum Ausdruck, indem sie Psalmworte oder Schöpfungslieder kennenlernen und eigene Gebets- oder Psalmzeilen formulieren, um Schöpfungslob als Antwort auf die Erfahrung der Welt zu gestalten.
6. Mensch und Mitwelt – Wir sind Teil der Schöpfung.Die Lernenden erkennen den Menschen als Teil der Schöpfung, indem sie Beziehungen zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen und Lebensräumen untersuchen und eigene Abhängigkeiten beschreiben, um Verbundenheit und Verantwortung gegenüber der Mitwelt wahrzunehmen.
7. Bewahrung der Schöpfung – Was können wir tun?Die Lernenden entwickeln konkrete Handlungsmöglichkeiten, indem sie Gefährdungen der Schöpfung wie Müll, Wasserverschwendung, Umweltzerstörung oder achtlosen Umgang mit Tieren und Pflanzen betrachten und kleine Schutzideen für Schule und Alltag sammeln, um Verantwortung für Gottes Schöpfung praktisch werden zu lassen.
8. Unser Schöpfungsprojekt – Wir pflanzen, gestalten oder präsentieren.Die Lernenden sichern ihren Lernzuwachs, indem sie ein kleines Schöpfungsprojekt durchführen, zum Beispiel Samen einpflanzen, ein Klassenplakat, eine Ausstellung, ein Schöpfungs-Mobile oder eine Schöpfungsmappe gestalten und präsentieren, um Dankbarkeit, Wertschätzung und Verantwortung sichtbar auszudrücken.

Der Aufbau der Reihe geht bewusst vom Staunen zur Verantwortung. Erst nehmen die Kinder die Welt wahr, hören dann die biblische Schöpfungserzählung, gestalten und deuten sie, bevor sie überlegen, wie Menschen mit der Schöpfung umgehen können.

Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte

Vertiefung der einzelnen Einheiten

Einheit 1: Staunen über die Welt

In der ersten Einheit geht es darum, die Kinder emotional und sinnlich ins Thema zu holen. Die Schöpfungsgeschichte beginnt nicht direkt mit einem Arbeitsblatt, sondern mit dem Staunen. Mögliche Impulse:

  • Was findest du an der Welt wunderbar?

  • Worüber hast du schon einmal gestaunt?

  • Welcher Ort in der Natur ist für dich besonders?

  • Welches Tier, welche Pflanze oder welches Naturphänomen findest du faszinierend?

  • Was wäre traurig, wenn es das nicht mehr gäbe?

Die Kinder können Naturbilder betrachten, Gegenstände in die Mitte legen oder eigene Erfahrungen erzählen. Diese Stunde öffnet den Blick: Die Welt ist nicht selbstverständlich.

Einheit 2: Am Anfang

In dieser Einheit hören die Kinder die biblische Schöpfungserzählung. Besonders geeignet ist eine kindgerechte Erzählweise mit Tüchern, Symbolen, Bildkarten oder einem Bodenbild. Der Grundschul-Blog schlägt eine sinnliche Erzählung mit Tüchern und Gegenständen vor, damit Kinder eigene Zugänge zur Schöpfung entwickeln können. (Grundschul-Blog)

Wichtig ist, die Geschichte nicht als naturwissenschaftlichen Ablauf zu erzählen, sondern als Glaubenserzählung: Menschen erzählen, dass Gott die Welt gut geschaffen hat. Motive:

  • Licht und Dunkel

  • Himmel und Erde

  • Wasser und Land

  • Pflanzen

  • Sonne, Mond und Sterne

  • Tiere

  • Mensch

  • Ruhe

  • „Gott sah, dass es gut war“

Einheit 3: Schöpfungskreis

Hier vertiefen die Kinder die Reihenfolge und Bedeutung der Schöpfungstage. Sie gestalten einen Schöpfungskreis, ein Mobile, ein Leporello oder ein gemeinsames Bodenbild. Wichtig ist nicht nur die richtige Reihenfolge, sondern die Deutung: „Gott sah, dass es gut war.“ Dieser Satz kann mit den Kindern erschlossen werden:

  • Was bedeutet „gut“?

  • Was ist an Licht gut?

  • Was ist an Wasser gut?

  • Warum sind Tiere wichtig?

  • Warum ist Ruhe wichtig?

  • Was bedeutet es, dass Menschen Teil der Schöpfung sind?

So wird aus einer reinen Nacherzählung eine religiöse Auseinandersetzung.

Einheit 4: Mit allen Sinnen

Diese Einheit eignet sich gut als Unterrichtsbesuch. Die Kinder nehmen Gottes Schöpfung bewusst wahr - mit Augen, Ohren, Händen und Herzen. Ein Spaziergang kann auf dem Schulhof, im Schulgarten oder an vorbereiteten Sinnesstationen im Klassenraum stattfinden.

Mögliche Sinnesaufträge:

  • Suche etwas, das dich zum Staunen bringt.

  • Höre ein Geräusch aus der Natur.

  • Fühle eine Oberfläche.

  • Betrachte etwas ganz genau.

  • Rieche an etwas aus der Natur.

  • Finde etwas, das du schützen möchtest.

Danach gestalten die Kinder eine Staunens- oder Dankkarte:

  • „Ich staune über …“

  • „Danke, Gott, für …“

  • „Ich möchte gut auf … aufpassen.“

Diese Stunde ist religiös stark, weil sie Wahrnehmung, Dank und Verantwortung verbindet.

Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte

Einheit 5: Loben und danken

In dieser Einheit bringen die Kinder ihr Staunen sprachlich zum Ausdruck. Dafür eignen sich Psalmworte, einfache Gebete, Lieder oder eigene Dankzeilen. Satzstarter:

  • Danke, Gott, für …

  • Ich staune über …

  • Schön ist, dass …

  • Ich freue mich über …

  • Bitte hilf uns, auf … aufzupassen.

Auch Psalm 104 kann in kindgerechter Auswahl eingebunden werden. Dort wird die Schöpfung lobend beschrieben. RPI virtuell bündelt Materialien mit dem Schwerpunkt Lob und Bewahrung der Schöpfung für die Grundschule. (RPI virtuell)

Einheit 6: Mensch und Mitwelt

In dieser Einheit geht es darum, den Menschen nicht als „über“ der Schöpfung, sondern als Teil der Schöpfung zu verstehen. Kinder überlegen:

  • Was brauchen Menschen zum Leben?

  • Was brauchen Tiere?

  • Was brauchen Pflanzen?

  • Wie hängen Menschen, Tiere, Pflanzen, Wasser, Luft und Erde zusammen?

  • Was passiert, wenn ein Teil leidet?

Diese Einheit kann gut mit Sachunterricht oder Bildung für nachhaltige Entwicklung verbunden werden. Sie bereitet die Verantwortungsperspektive vor.

Einheit 7: Bewahrung der Schöpfung

Jetzt wird die ethische Dimension deutlich. Wenn die Welt als Gottes Schöpfung verstanden wird, folgt daraus Verantwortung. Themen: Müll vermeiden, Wasser sparen, Tiere schützen, Pflanzen achten, Energie sparen, Lebensmittel wertschätzen, achtsam mit Natur umgehen oder fair miteinander leben.

Der Friedrich Verlag beschreibt Schöpfung als Thema, das Fragen nach Ursprung der Welt und Verantwortung im Umgang mit Umwelt verbindet. (Friedrich Verlag ) Die Kinder können konkrete Ideen für Schule und Alltag entwickeln: „Ich bewahre die Schöpfung, indem …“

Einheit 8: Unser Schöpfungsprojekt

Zum Abschluss kann ein kleines Schöpfungsprojekt durchgeführt werden. Das macht die Reihe sichtbar und handlungsorientiert. Projekte:

  • Samen einpflanzen

  • Schöpfungs-Mobile gestalten

  • Klassenplakat erstellen

  • Schöpfungs-Ausstellung

  • Schöpfungsbuch der Klasse

  • Dankpsalm der Klasse

  • Müllsammelaktion auf dem Schulhof

  • Insektenhotel planen

  • Gießdienst übernehmen

  • Schöpfungsfest feiern

Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte

UB-Stunde

Thema der Stunde

Mit offenen Augen, Ohren und Herzen – Wir entdecken Gottes Schöpfung mit allen Sinnen.

Kindgerechte Forscherfrage

Was können wir entdecken, wenn wir Gottes Schöpfung ganz bewusst wahrnehmen?

Ziel der Stunde

Die Lernenden nehmen die Schöpfung bewusst und wertschätzend wahr, indem sie Naturgegenstände oder Naturerfahrungen mit verschiedenen Sinnen erkunden, ihre Beobachtungen versprachlichen und in einer Dank- oder Staunenskarte ausdrücken, um Schöpfung als kostbar, vielfältig und schützenswert zu deuten. (Lehrplan NRW Evangelisch; Lehrplan NRW Katholisch)

Warum diese Stunde gut passt

Diese Stunde passt gut für einen Unterrichtsbesuch, weil sie sehr kindnah und religiös anschlussfähig ist. Die Kinder sitzen nicht nur über einem Text, sondern erleben Schöpfung konkret: Sie sehen, hören, fühlen, riechen, staunen und formulieren.

Der Lernzuwachs liegt darin, dass Kinder vom bloßen Wahrnehmen zum religiösen Deuten kommen. Aus „Ich sehe ein Blatt“ wird vielleicht: „Ich staune, wie viele Adern das Blatt hat.“ Oder: „Danke, Gott, für die Pflanzen, weil sie die Welt schön machen.“ Genau dieser Schritt ist für den Religionsunterricht wichtig. Die Kinder nehmen die Welt nicht nur sachlich wahr, sondern bringen Staunen, Dank und Verantwortung ins Spiel.

Für Klasse 1/2 ist die Stunde besonders gut geeignet, weil sie sinnlich und sprachlich niedrigschwellig ist. Für Klasse 3/4 kann sie vertieft werden, indem stärker die Frage nach Bewahrung und Verantwortung ergänzt wird. Wenn du eher eine ethische UB-Stunde möchtest, wäre Einheit 7 zur Bewahrung der Schöpfung ebenfalls sehr passend.

Verlauf der Stunde

PhaseInhaltSozialform / MethodeZiel
EinstiegEin Naturgegenstand liegt in der Mitte, zum Beispiel Blatt, Stein, Feder oder Blume. Die Kinder betrachten ihn zunächst still.Sitzkreis / MittebildDie Kinder kommen zur Ruhe und richten ihre Wahrnehmung auf ein Element der Schöpfung.
HinführungKinder beschreiben: Was sehe ich? Was fällt mir auf? Was macht mich neugierig?Plenum / GesprächDie Kinder versprachlichen erste Beobachtungen.
Biblischer RückbezugDie Lehrkraft erinnert an den Satz: „Gott sah, dass es gut war.“ErzählimpulsDie Wahrnehmung wird mit der Schöpfungserzählung verbunden.
ZieltransparenzDie Forscherfrage wird eingeführt: „Was können wir entdecken, wenn wir Gottes Schöpfung ganz bewusst wahrnehmen?“PlenumDie Kinder kennen den Schwerpunkt der Stunde.
ErarbeitungSinnesaufträge werden geklärt: sehen, hören, fühlen, riechen, staunen. Regeln: achtsam sein, nichts zerstören, leise wahrnehmen.Plenum / SymbolkartenDie Kinder wissen, wie sie achtsam erkunden.
ArbeitsphaseSchöpfungsspaziergang auf dem Schulhof oder Sinnesstationen im Raum. Kinder sammeln eine besondere Beobachtung.Einzel- oder PartnerarbeitDie Kinder nehmen Schöpfung bewusst wahr.
GestaltungKinder gestalten eine Staunens- oder Dankkarte: „Ich staune über …“, „Danke, Gott, für …“ oder „Ich möchte gut auf … aufpassen.“EinzelarbeitDie Kinder drücken ihre Wahrnehmung religiös-sprachlich oder gestalterisch aus.
SicherungDie Karten werden in einen gemeinsamen Schöpfungskreis gelegt. Einzelne Kinder lesen ihre Sätze vor.Sitzkreis / SchöpfungskreisDie Kinder teilen und würdigen ihre Entdeckungen.
VerdichtungGemeinsamer Merksatz: „Gottes Schöpfung ist kostbar. Ich kann sie wahrnehmen, bestaunen und bewahren.“PlenumDie zentrale Erkenntnis wird gesichert.
AbschlussAusblick: Wie können wir gut auf die Schöpfung aufpassen?BlitzlichtDie Kinder verbinden Staunen mit Verantwortung.

Wichtig ist, dass die Stunde nicht einfach zu einem Naturspaziergang wird. Der religiöse Fokus entsteht durch den Rückbezug zur Schöpfungserzählung, durch Staunen, Dank und die Frage nach Verantwortung.

Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte

Anforderungsbereiche

AB I – Reproduzieren: Die Lernenden benennen einzelne Elemente der Schöpfung, beschreiben Naturgegenstände oder Naturerfahrungen und erinnern den Satz „Gott sah, dass es gut war“.

AB II – Zusammenhänge herstellen: Die Lernenden verbinden ihre eigenen Wahrnehmungen mit der biblischen Deutung der Welt als Gottes Schöpfung und formulieren Dank- oder Staunenssätze.

AB III – Verallgemeinern und Reflektieren: Die Lernenden deuten Schöpfung als kostbar und schützenswert und entwickeln erste Gedanken dazu, wie Menschen achtsam mit Gottes Schöpfung umgehen können.

Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte

Einstiegsidee

Meine Einstiegsidee ist ein einzelner Naturgegenstand in der Mitte. Zum Beispiel ein Blatt. Die Kinder bekommen zunächst nur den Auftrag: Schau ganz genau hinNach einer kurzen Stille fragt die Lehrkraft:

  • Was entdeckst du? Was hast du vorher vielleicht nicht gesehen?

  • Was macht dich neugierig? Worüber kannst du staunen?

Dann wird der biblische Satz eingebunden: „Gott sah, dass es gut war.“

Die Kinder überlegen: Was könnte an diesem Blatt gut, wertvoll oder besonders sein? So wird aus einer einfachen Wahrnehmungsübung ein religiöser Zugang zur Schöpfung.

Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte

Differenzierung

Unterstützend

  • Bildkarten zu Naturdingen nutzen

  • vorbereitete Naturgegenstände im Klassenraum statt Spaziergang

  • Satzstarter anbieten: „Ich sehe / höre / fühle …“, „Ich staune über …“, „Danke für …“

  • Partnerarbeit ermöglichen

  • mündliche Formulierung statt Schreibauftrag

  • Auswahl aus vorbereiteten Dankkarten

  • Symbole für die Sinne verwenden

  • Lehrkraft schreibt Kinderaussagen auf

  • Kinder dürfen zeichnen statt schreiben

Erweiternd

  • eigene Psalmzeile formulieren

  • Verbindung zur Schöpfungserzählung herstellen

  • erklären, warum etwas schützenswert ist

  • konkrete Schutzidee ergänzen: „Ich passe darauf auf, indem …“

  • eigenes Gebet schreiben

  • Naturbeobachtung zeichnen und beschriften

  • kleine Präsentation im Schöpfungskreis

  • Vergleich formulieren: Staunen – Danken – Bewahren

  • Frage bearbeiten: „Was bedeutet es, dass die Welt uns anvertraut ist?“

Die Differenzierung funktioniert besonders gut über Sprache und Ausdrucksform. Einige Kinder schreiben einen Satz, andere zeichnen oder sprechen ihren Gedanken. Stärkere Kinder können bereits Dank, Deutung und Verantwortung miteinander verbinden.

Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte

Ideen für Klasse 1 bis 4

KlassenstufeMögliche Umsetzung
Klasse 1Schöpfungsgeschichte mit Bodenbild, Liedern, Bildern, Naturgegenständen und einfachen Dankesätzen erschließen.
Klasse 2Schöpfungstage ordnen, Schöpfungskreis gestalten, Staunens- und Dankkarten schreiben.
Klasse 3Schöpfungserzählung deuten, Schöpfungsspaziergang durchführen, eigene Psalmzeilen und Schutzideen formulieren.
Klasse 4Verhältnis von biblischer Deutung und naturwissenschaftlichen Fragen sensibel ansprechen, Bewahrung der Schöpfung und Verantwortung vertiefen.

Für Klasse 1/2 würde ich stärker über Erzählen, Bodenbild, Musik und Gestaltung arbeiten. Für Klasse 3/4 kann die Verantwortungsperspektive stärker in den Mittelpunkt rücken.

Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte

Materialideen

MaterialEinsatzmöglichkeit
Kinderbibel oder kindgerechter SchöpfungstextErzählen der biblischen Schöpfungsgeschichte
farbige TücherBodenbild zu den Schöpfungstagen
NaturgegenständeEinstieg, Sinnesübung und Schöpfungskreis
Bildkarten zu den SchöpfungstagenOrdnen und Nacherzählen
SchöpfungskreisSicherung der Erzählung
Schöpfungs-Mobilekreative Vertiefung
SinneskartenSchöpfungsspaziergang strukturieren
Staunens- und Dankkartenreligiöse Ausdrucksform
Psalm 104 in kindgerechter AuswahlSchöpfungslob kennenlernen
Samen, Erde und PflanztöpfeSchöpfungsprojekt
Satzstarterkartensprachliche Unterstützung
ReflexionsbogenStaunen, Danken und Bewahren sichern
Plakat „Wir bewahren die Schöpfung“Verantwortung sichtbar machen
Ausmalbild / Comickreative Sicherung der Schöpfungsgeschichte
Miniheft oder LapbookErgebnissicherung zur Reihe

Mein dazu passendes Eduki-Material: Materialpaket zur Schöpfungsgeschichte oder auch ein Ausmalbild / Comic zur Schöpfungsgeschichte. Das Materialpaket eignet sich besonders für eine vollständige Unterrichtsreihe mit Planung und Material. Das Ausmalbild beziehungsweise der Comic zur Schöpfungsgeschichte passt gut zur kreativen Sicherung, Wiederholung oder als ruhige Vertiefung.

Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte

Typische Schwierigkeiten

Beim Thema Schöpfung können Schwierigkeiten auftreten. Viele davon lassen sich gut auffangen, wenn die Reihe sensibel und offen gestaltet wird. Typische Schwierigkeiten sind:

  • Kinder verstehen die Schöpfungserzählung als naturwissenschaftlichen Bericht.

  • Kinder fragen nach Urknall, Evolution oder Dinosauriern.

  • Die Reihenfolge der Schöpfungstage steht zu stark im Mittelpunkt.

  • Der religiöse Deutungsgehalt geht hinter Bastelaufgaben verloren.

  • „Bewahrung der Schöpfung“ bleibt zu allgemein.

  • Kinder sagen: „Müll nicht wegwerfen“, ohne tief über Verantwortung zu sprechen.

  • Der Unterricht wird zu stark moralisierend.

  • Kinder mit unterschiedlichen religiösen Hintergründen brauchen sensible Zugänge.

  • Manche Kinder haben keinen Bezug zu Gebeten oder religiöser Sprache.

  • Der Schöpfungsspaziergang wird zu unruhig, wenn die Aufträge nicht klar sind.

  • Verbindung zwischen Staunen, Danken und Handeln muss bewusst gesichert werden.

Wichtig ist deshalb, die Schöpfungserzählung als religiöse Deutung zu behandeln. Sie beantwortet andere Fragen als Naturwissenschaft. Religion fragt nach Sinn, Wert, Dank und Verantwortung.

Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte

Sachanalyse

Schöpfung ist ein zentraler theologischer Begriff. Die biblischen Schöpfungserzählungen erzählen nicht naturwissenschaftlich, wie die Welt entstanden ist. Sie deuten die Welt religiös: Die Welt ist von Gott gewollt, gut, geordnet, wertvoll und dem Menschen anvertraut.

In Genesis 1 wird die Welt in einer geordneten Folge beschrieben. Licht, Himmel, Erde, Wasser, Pflanzen, Gestirne, Tiere, Menschen und Ruhe werden als Teil der Schöpfung erzählt. Der Satz „Gott sah, dass es gut war“ betont den Wert und die Güte der Schöpfung.

Theologisch wichtig ist auch: Schöpfung meint nicht nur den Anfang der Welt. Schöpfung hat eine Gegenwartsdimension. Die Welt ist nicht einfach Besitz des Menschen, sondern anvertraute Mitwelt. Daraus ergibt sich Verantwortung.

Bewahrung der Schöpfung meint einen achtsamen, verantwortlichen und nachhaltigen Umgang mit Natur, Tieren, Menschen und Lebensgrundlagen. Für Kinder kann das konkret werden durch Müllvermeidung, Wasser sparen, Pflanzen pflegen, Tiere achten, Lebensmittel wertschätzen oder den Schulhof sauber halten.

Naturwissenschaftliche Fragen und biblische Schöpfungserzählung beantworten unterschiedliche Fragen. Naturwissenschaft fragt nach Prozessen, Abläufen und Erklärungen der Weltentstehung. Religion fragt nach Sinn, Deutung, Wert, Dank und Verantwortung. Für Reli ist es wichtig, diese Ebenen nicht gegeneinander auszuspielen.

Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte

Didaktische Begründung

Das Thema ist didaktisch bedeutsam, weil Kinder viele Fragen zur Welt, zum Anfang, zu Gott, zu Natur und zum eigenen Platz im Leben mitbringen. Die Schöpfungserzählung bietet einen religiösen Deutungsrahmen, der diese Fragen aufnehmen kann.

Die Reihe verbindet biblisches Lernen mit Lebensweltbezug. Kinder kennen Natur, Tiere, Pflanzen, Wasser, Sonne, Regen und Erde aus ihrem Alltag. Sie können daran anknüpfen und die Welt bewusst als wertvoll wahrnehmen.

Besonders wichtig ist die Verbindung von Staunen, Danken und Bewahren. Wenn Kinder die Welt als kostbar erleben, kann daraus Verantwortung wachsen. Dadurch bleibt das Thema nicht bei einer Geschichte aus der Bibel stehen, sondern wird handlungsbezogen.

Die UB-Stunde mit Sinneswahrnehmung ist didaktisch geeignet, weil sie einen niedrigschwelligen Zugang ermöglicht. Kinder müssen nicht sofort abstrakt über Schöpfung sprechen. Sie nehmen wahr, staunen und formulieren eigene Gedanken.

Die Reihe ist außerdem für unterschiedliche Lerngruppen geeignet. Kinder können malen, legen, erzählen, schreiben, beten, singen, beobachten oder handeln. So entstehen verschiedene Zugänge zum gleichen Thema.

Unterrichtsentwurf Schöpfungsgeschichte

Methodische Begründung

Methodisch bieten sich erzählende, sinnliche, kreative und handlungsorientierte Zugänge an. Die Schöpfungsgeschichte ist bildreich und kann gut mit Tüchern, Symbolen, Naturmaterialien, Bildkarten oder einem Bodenbild erzählt werden.

Ein Schöpfungsspaziergang oder Sinnesstationen ermöglichen, dass Kinder Schöpfung nicht nur hören, sondern erleben. Sie schauen genau hin, hören bewusst, fühlen Oberflächen, riechen Naturmaterialien und halten eine Entdeckung fest.

Dank- und Staunenskarten helfen, Wahrnehmung religiös zu versprachlichen. Dadurch wird deutlich: Wir schauen nicht nur sachlich auf Natur, sondern deuten sie als kostbar.

Ein Schöpfungskreis eignet sich zur Sicherung, weil die individuellen Karten in eine gemeinsame Mitte gelegt werden. So entsteht ein sichtbares gemeinsames Ergebnis.

Lieder, Psalmen und Gebete eröffnen weitere Ausdrucksformen. Pflanzaktionen, Schutzideen oder ein Klassenplakat machen Verantwortung praktisch erfahrbar.

Differenzierung gelingt über Bild, Sprache, Gestaltung und mündliche Beiträge. Kinder, die noch nicht sicher schreiben, können zeichnen oder diktieren. Stärkere Kinder können eigene Psalmzeilen, Gebete oder Verantwortungsideen formulieren.

Mein Fazit

Die Schöpfungsgeschichte ist ein wirklich schönes Thema für den Religionsunterricht. Für mich geht es dabei nicht nur darum, die Schöpfungstage zu kennen. Es geht darum, dass Kinder staunen dürfen. Dass sie merken: Die Welt ist nicht selbstverständlich. Und dass aus diesem Staunen vielleicht ein bisschen Dankbarkeit und Verantwortung wächst.

Für einen Unterrichtsbesuch würde ich besonders die Stunde „Mit offenen Augen, Ohren und Herzen“ wählen. Sie ist ruhig, kindnah, religiös anschlussfähig und ermöglicht einen echten Lernweg: vom Wahrnehmen zum Staunen, vom Staunen zum Danken und vom Danken zur Verantwortung.

Mein wichtigster Gedanke zur Reihe ist: Schöpfung heißt nicht nur: Die Welt ist da. Schöpfung heißt: Die Welt ist wertvoll und uns anvertraut.

Eure Caro
Instagram – Alles für dein Referendariat.

FAQ

  • Für welche Klasse eignet sich die Schöpfungsgeschichte?

    Die Schöpfungsgeschichte eignet sich für Klasse 1 bis 4. In Klasse 1/2 bieten sich Bodenbilder, Lieder und kreative Gestaltungen an. In Klasse 3/4 kann stärker über Verantwortung und Bewahrung der Schöpfung gesprochen werden.

  • Ist die Schöpfungsgeschichte ein naturwissenschaftlicher Bericht?

    Nein. Im Religionsunterricht wird die Schöpfungsgeschichte als religiöse Deutung verstanden. Sie fragt nach Sinn, Wert, Dank und Verantwortung, nicht nach naturwissenschaftlichen Abläufen.

  • Was ist eine gute UB-Stunde zur Schöpfungsgeschichte?

    Eine schöne UB-Stunde ist „Mit offenen Augen, Ohren und Herzen – Wir entdecken Gottes Schöpfung mit allen Sinnen“. Die Kinder nehmen Natur bewusst wahr und gestalten Staunens- oder Dankkarten.

  • Was bedeutet Bewahrung der Schöpfung?

    Bewahrung der Schöpfung bedeutet, achtsam und verantwortungsvoll mit Natur, Tieren, Menschen und Lebensgrundlagen umzugehen. Für Kinder kann das bedeuten: Müll vermeiden, Wasser sparen, Pflanzen pflegen oder Tiere schützen.

  • Welche Materialien eignen sich zur Schöpfungsgeschichte?

    Geeignet sind Kinderbibeln, Tücher, Bildkarten, Naturgegenstände, Schöpfungskreis, Schöpfungs-Mobile, Staunenskarten, Dankkarten, Psalmworte, Ausmalbilder und kleine Pflanzaktionen.

  • Wie kann man die Schöpfungsgeschichte differenzieren?

    Kinder können schreiben, malen, legen, erzählen oder diktieren. Unterstützend helfen Bildkarten, Satzstarter und Symbole. Erweiternd können eigene Gebete, Psalmzeilen oder Schutzideen formuliert werden.

  • Wie kann ich Urknall und Schöpfung kindgerecht verbinden?

    Man kann erklären, dass Naturwissenschaft und Religion unterschiedliche Fragen stellen. Naturwissenschaft fragt, wie etwas entstanden ist. Religion fragt, warum die Welt wertvoll ist und welche Verantwortung Menschen haben.

Passende Artikel:

Kommentare

Responses

What are your thoughts on this post?

Loading comments...
Caro from Caro's Class

Hi! Ich bin Caro, Lehrerin und reise mit meinem Partner in unserem T4 Bulli einmal um die Welt.

Freebie jeden Sonntag um 12:00!