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Quickfacts
Fach & Klasse: Die Unterrichtsreihe zu den Sinnen eignet sich für den Sachunterricht der Klassen 1 bis 4, ist hier aber schwerpunktmäßig für Klasse 2 geplant. Die Kinder untersuchen Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen und ordnen diesen Wahrnehmungen Auge, Ohr, Nase, Zunge und Haut zu.
Zentraler Lernweg: Die Kinder lernen die Sinne nicht nur als Liste auswendig. Sie erproben deren Leistungen, vergleichen Wahrnehmungen und erkennen, dass Sinne unterschiedliche Informationen liefern und häufig zusammenarbeiten.
Lehrplanbezug NRW: Das Thema passt zum Bereich „Körper und Gesundheit“ und zum Schwerpunkt „Körper und Entwicklung“. Am Ende der Schuleingangsphase sollen die Kinder „Leistung und Aufgaben der eigenen Sinne“ untersuchen. (Lehrplan NRW)
Die Links zu Materialien sind Affiliate-Links. Für Käufer*innen ändert sich der Preis nicht, ich bekomme nur eine kleine Unterstützung für meine Arbeit.
Die Reihe habe ich als Grundstruktur geplant. Ihr könnt sie selbstverständlich für euren Unterricht und auch für Unterrichtsbesuche nutzen, solltet sie aber immer an die Voraussetzungen, Bedürfnisse und Lernstände eurer eigenen Klasse anpassen.
Hinweis zu den Abbildungen: Die fotorealistischen Bilder wurden mit KI erstellt und dienen der Veranschaulichung. Sie zeigen keine realen Schüler*innen und dokumentieren keine tatsächlich stattgefundenen Unterrichtssituationen.
Allgemeines
Sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen – die klassischen fünf Sinne kennen Kinder aus ihrem Alltag. Interessant wird das Thema, wenn daraus echte Forscherfragen entstehen:
Woher weiß ich, dass etwas weich ist? Kann ich einen Gegenstand am Geräusch erkennen? Warum hilft meine Nase beim Essen? Und brauche ich alle Sinne gleichzeitig?
Unsere Sinnesorgane nehmen unterschiedliche Reize auf. Diese Informationen werden über Nerven weitergeleitet und im Gehirn verarbeitet und interpretiert. Wahrnehmung entsteht nicht einfach „im Auge“, sondern durch das Zusammenspiel von Sinnesorganen, Nerven und Gehirn. (Siemens Stiftung)
Deshalb würde ich den roten Faden der Reihe so aufbauen: Sinne entdecken → ihre Leistungen untersuchen → Informationen vergleichen → Zusammenspiel erforschen → Wahrnehmung hinterfragen → Sinne schützen.

Reihenplanung
Thema der Reihe
Mit allen Sinnen – Wie wir unsere Umwelt wahrnehmen und unsere Sinnesorgane schützen
Kindgerechte Themenformulierung
„Sinnesdetektiv*innen – Wie erfahren wir, was um uns herum passiert?“
Kernanliegen der Reihe
Die Lernenden erweitern ihr Verständnis der menschlichen Wahrnehmung, indem sie ausgewählte Leistungen der Sinnesorgane Auge, Ohr, Nase, Zunge und Haut handelnd untersuchen, unterschiedliche Sinnesinformationen vergleichen und deren Zusammenspiel reflektieren, um zu erklären, wie der Mensch Informationen über seine Umwelt gewinnt und warum Sinnesorgane geschützt werden müssen.
Aufbau der Reihe
| Einheit | Forscherfrage | Kompetenzschwerpunkt |
|---|---|---|
| 1. Unsere Sinne entdecken | „Wie erfahren wir, was um uns herum passiert?“ | Die Lernenden unterscheiden Sinneswahrnehmungen, indem sie Alltagssituationen untersuchen und Sinnesorganen passende Wahrnehmungen zuordnen, um erste Zusammenhänge zwischen Reiz, Sinnesorgan und Wahrnehmung herzustellen. |
| 2. Mit Augen und Ohren auf Entdeckungstour | „Was können wir sehen und hören – und was nicht?“ | Die Lernenden untersuchen Leistungen von Auge und Ohr, indem sie Farben, Formen, Bewegungen, Geräusche und Geräuschrichtungen wahrnehmen und vergleichen, um die unterschiedlichen Informationsleistungen beider Sinne zu beschreiben. |
| 3. Riechen, Schmecken und Fühlen | „Welche Informationen geben uns Nase, Zunge und Haut?“ | Die Lernenden untersuchen Geruchs-, Geschmacks- und Tastwahrnehmungen, indem sie geeignete Materialien und Lebensmittel vergleichen, um verschiedene Wahrnehmungsqualitäten zu unterscheiden. |
| 4. UB-Stunde: Sinne im Team | „Warum helfen uns mehrere Sinne beim Erkennen?“ | Die Lernenden untersuchen das Zusammenspiel verschiedener Sinne, indem sie Gegenstände zunächst mit eingeschränkten und anschließend mit mehreren Sinnesinformationen erkunden, um zu erkennen, dass verschiedene Sinne einander ergänzende Informationen liefern. |
| 5. Können unsere Sinne uns täuschen? | „Ist das, was wir wahrnehmen, immer genauso, wie es scheint?“ | Die Lernenden hinterfragen Wahrnehmungen, indem sie einfache Sinnestäuschungen erproben und Beobachtungen vergleichen, um zwischen Reiz, Wahrnehmung und Interpretation zu unterscheiden. |
| 6. Gut auf unsere Sinne aufpassen | „Wie können wir unsere Sinnesorgane schützen?“ | Die Lernenden beurteilen Alltagssituationen, indem sie Belastungen und Schutzmaßnahmen für ausgewählte Sinnesorgane untersuchen, um Regeln für einen verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Sinnen abzuleiten. |

Vertiefung der einzelnen Einheiten
Einheit 1: Unsere Sinne entdecken – Wie erfahren wir eigentlich, was um uns herum passiert?
Zum Einstieg könnte ein großer Alltagsimpuls dienen: ein Bild vom Frühstück, Schulhof oder Wald. Die Kinder überlegen: Was könnte ich hier sehen? Was hören? Was riechen? Was fühlen? Was vielleicht schmecken?
Anschließend werden die fünf Sinnesorgane Auge – Ohr – Nase – Zunge – Haut ihren Wahrnehmungen zugeordnet. Eine kurze Sinnesstation mit Geräusch, Geruch, Fühlbeutel oder Bild kann neugierig auf die weitere Reihe machen. Auch die Siemens Stiftung ordnet für die Grundschule diese fünf Sinnesorgane und Wahrnehmungen ein. (Siemens Stiftung)
Lernzuwachs: Die Kinder ordnen grundlegende Sinneswahrnehmungen passenden Sinnesorganen zu und erkennen Sinne als Wege, über die Informationen aus der Umwelt aufgenommen werden.
Einheit 2: Mit Augen und Ohren auf Entdeckungstour – Was können wir sehen und hören – und was nicht?
Nun werden Sehen und Hören untersucht. Die Kinder können Gegenstände kurz betrachten und Details erinnern, Farben und Formen unterscheiden oder Geräusche identifizieren und deren Richtung bestimmen.
Wichtig ist weniger der detaillierte anatomische Aufbau als die Leistung der Sinnesorgane. Das Auge liefert Informationen über Farbe, Form, Helligkeit, Bewegung und Lage; das Ohr ermöglicht die Wahrnehmung von Geräuschen, Sprache und Musik.
Lernzuwachs: Die Kinder beschreiben Leistungen von Auge und Ohr und erkennen, dass beide Sinnesorgane andere Informationen über dieselbe Umgebung liefern können.
Einheit 3: Riechen, Schmecken und Fühlen – Welche Informationen geben uns Nase, Zunge und Haut?
Hier bietet sich eine kleine Stationenarbeit an:
Gegenstände im Fühlbeutel erkennen,
ungefährliche Gerüche unterscheiden,
Temperaturen oder Oberflächen vergleichen,
bekannte Lebensmittel hinsichtlich ihrer Geschmacksrichtung untersuchen.
Das Stationenlernen wird für 1/2 häufig genutzt, weil Sinneswahrnehmungen direkt und handlungsorientiert erfahren werden können. Der Grundschul-Blog beschreibt Stationen zum Erkennen von Geräuschen und zu visuellen Wahrnehmungsphänomenen. (Grundschul-Blog)
Beim Schmecken würde ich die fünf grundlegenden Geschmacksqualitäten süß, sauer, salzig, bitter und ggf. umami berücksichtigen und nicht mit der veralteten Einteilung arbeiten, verschiedene Bereiche der Zunge seien für eine Geschmacksrichtung zuständig. (PubMed)
Lernzuwachs: Die Kinder unterscheiden verschiedene Geruchs-, Geschmacks- und Tastinformationen und ordnen diese zunehmend sicher Nase, Zunge und Haut zu.
Einheit 4: Sinne im Team – Warum helfen uns mehrere Sinne beim Erkennen?
Diese Einheit würde ich als UB-Stunde wählen. Die Kinder untersuchen einen Gegenstand schrittweise. Zunächst erhalten sie nur ein Geräusch als Hinweis. Danach dürfen sie ihn ertasten, gegebenenfalls riechen und schließlich ansehen. Nach jeder neuen Information überlegen sie: „Was weiß ich jetzt mehr?“
Dadurch entsteht die zentrale Erkenntnis nicht über einen Merksatz, sondern aus der eigenen Untersuchung: Ein Sinn liefert Hinweise – mehrere Sinne können sich ergänzen. Die Verarbeitung und Interpretation verschiedener Sinnesinformationen erfolgt im Gehirn. Dieses Zusammenspiel gehört fachlich zum Verständnis von Wahrnehmung. (Siemens Stiftung)
Lernzuwachs: Die Kinder erklären anhand eigener Untersuchungen, dass verschiedene Sinne unterschiedliche Teilinformationen liefern und das Zusammenspiel mehrerer Sinne das Erkennen eines Gegenstands erleichtern kann.
Einheit 5: Können unsere Sinne uns täuschen? – Ist das, was wir wahrnehmen, immer genauso, wie es scheint?
Jetzt kann eine einfache optische oder taktile Täuschung für Irritation sorgen. Die Kinder beobachten zunächst, beschreiben ihre Wahrnehmung und überprüfen anschließend, ob ihre erste Einschätzung tatsächlich zutrifft. Wichtig wäre mir die Erkenntnis: Unsere Sinne liefern Informationen, unser Gehirn verarbeitet und interpretiert sie. Diese Interpretation kann manchmal auch zu einer Täuschung führen.
Lernzuwachs: Die Kinder unterscheiden zunehmend zwischen unmittelbarer Wahrnehmung und überprüfbarer Wirklichkeit und erkennen, dass Wahrnehmung durch Verarbeitung im Gehirn entsteht.
Einheit 6: Gut auf unsere Sinne aufpassen – Wie können wir unsere Sinnesorgane schützen?
Zum Abschluss bekommen die Kinder Bildkarten mit Alltagssituationen:
sehr laute Musik über Kopfhörer,
Feuerwerk ohne Gehörschutz,
starke Sonne,
etwas Unbekanntes probieren,
spitze Gegenstände im Ohr,
Schutzbrille bei bestimmten Arbeiten.
Sie sortieren und begründen: Was ist gut für meine Sinnesorgane – und was kann ihnen schaden? Gerade Ohren können durch anhaltenden oder sehr starken Lärm geschädigt werden; bei lauten Veranstaltungen oder Tätigkeiten kann ein Gehörschutz sinnvoll sein. Auch Kinderaugen benötigen Schutz vor intensiver UV-Strahlung. (Kindergesundheit)
Lernzuwachs: Die Kinder leiten aus ihrem Wissen über Sinnesorgane konkrete Schutzmaßnahmen für Alltagssituationen ab und begründen diese.

UB-Stunde
Thema der Stunde
Sinne im Team – Das Zusammenspiel verschiedener Sinne beim Erkennen unbekannter Gegenstände untersuchen
Kindgerechte Forscherfrage
„Warum helfen uns mehrere Sinne beim Erkennen?“
Die Frage finde ich für einen UB stärker als: „Welche fünf Sinne gibt es?“ Denn das reine Zuordnen von Auge – sehen wäre eher reproduktives Wissen. Hier untersuchen die Kinder einen echten Zusammenhang: Welches Wissen bekomme ich durch einen Sinn und was verändert sich, wenn weitere Informationen dazukommen?
Ziel der Stunde
Die Lernenden erweitern ihr Verständnis menschlicher Wahrnehmung, indem sie unbekannte Gegenstände schrittweise mit verschiedenen Sinnen untersuchen, die jeweils gewonnenen Informationen vergleichen und deren Aussagekraft reflektieren, um zu erklären, dass unterschiedliche Sinne verschiedene und einander ergänzende Informationen über einen Gegenstand liefern.
Verlauf der Stunde
| Phase | Inhalt | Sozialform | Material |
|---|---|---|---|
| Einstieg | Eine verschlossene Geheimniskiste wird geschüttelt. „Was könnte darin sein?“ | Plenum / Impuls | Geheimniskiste |
| Problemöffnung | Viele Vermutungen entstehen. „Warum können wir noch nicht sicher wissen, was darin ist?“ | Unterrichtsgespräch | Kiste |
| Forscherfrage | „Warum helfen uns mehrere Sinne beim Erkennen?“ | Plenum | Forscherfrage |
| Erarbeitung I | Partner / Gruppen untersuchen einen verborgenen Gegenstand mit nur einer erlaubten Wahrnehmungsmöglichkeit, z.B. hören oder fühlen. Vermutungen werden mit Bildkarten festgehalten. | PA / GA | Fühlbeutel, Dosen, Gegenstände, Bildkarten |
| Weitere Sinnesinformation | Ein weiterer Sinn darf genutzt werden. Die Kinder prüfen: „Was weiß ich jetzt zusätzlich? Muss ich meine Vermutung verändern?“ | Partner-/Gruppenarbeit | Forschertabelle / Symbolkarten |
| Zwischenreflexion | Beispiele sammeln: „Durch Hören wusste ich … Durch Fühlen habe ich zusätzlich … erfahren.“ | Plenum | Sinnesorgankarten |
| Erarbeitung II | Neue Gegenstände werden untersucht. Die Kinder entscheiden selbst, welcher neue Sinn besonders hilfreich sein könnte, und begründen ihre Wahl. | Partnerarbeit | Geheimnisgegenstände |
| Sicherung | Erkenntnisse werden verbunden: Verschiedene Sinne liefern unterschiedliche Informationen und können sich gegenseitig ergänzen. | Plenum | gemeinsames Schaubild |
| Transfer | Alltagssituation: „Du möchtest herausfinden, ob ein Apfel frisch ist. Welche Sinne könnten dir welche Informationen geben?“ | Think-Pair-Share | Apfel / Bildkarte |
| Abschluss | Satzergänzung: „Mehrere Sinne helfen mir, weil …“ | Blitzlicht | Satzstarter |
Ich würde nicht jede Gruppe wahllos alles schmecken lassen. Der Geschmackssinn kann in anderen Stunden mit eindeutig bekannten und hygienisch vorbereiteten Lebensmitteln untersucht werden. Bei unbekannten Gegenständen gilt natürlich: Nicht probieren.
Mögliche Geheimnisgegenstände
Gut geeignet sind beispielsweise:
Tannenzapfen
Schwamm
Holzlöffel
Stoffball
kleine Glocke
Bürste
Kastanie
Radiergummi
Korken
Schlüsselbund
Die Gegenstände sollten sich über mehrere Eigenschaften unterscheiden, sodass Hören, Fühlen und später Sehen tatsächlich unterschiedliche Hinweise liefern.

Anforderungsbereiche
AB I – Wahrnehmen und beschreiben: Die Lernenden beschreiben wahrnehmbare Eigenschaften eines unbekannten Gegenstands: hart, weich, glatt, rau, schwer oder klingend.
AB II – Informationen vergleichen und verknüpfen: Die Lernenden vergleichen Informationen aus verschiedenen Sinnen und nutzen mehrere Hinweise gemeinsam, um einen Gegenstand begründet zu identifizieren.
AB III – Begründen und übertragen: Die Lernenden entscheiden, welcher Sinn für eine neue Fragestellung besonders hilfreich sein könnte, begründen ihre Wahl und erklären, warum mehrere Sinne in bestimmten Situationen gemeinsam mehr Informationen liefern.
Differenzierungsmöglichkeiten
Unterstützend
wenige, stark unterscheidbare Gegenstände
reale Gegenstände statt ausschließlich Bildmaterial
Sinnesorgane durch klare Symbole visualisieren
Eigenschaftskarten bereitstellen: weich – hart – glatt – rau – warm – kalt
Auswahl zwischen zwei Vermutungen
Vermutungen über Bildkarten statt schriftlich dokumentieren
Satzstarter: „Ich fühle …“, „Ich höre …“, „Ich vermute …“
Partnerarbeit
nur zwei Sinne miteinander vergleichen
Untersuchungsschritte klar über Symbolkarten strukturieren
Ergebnisse zeichnen statt verschriftlichen
Erweiternd
sehr ähnliche Gegenstände unterscheiden
vor der Untersuchung begründen, welcher Sinn vermutlich am hilfreichsten ist
Informationen nach ihrer Aussagekraft ordnen
erklären, welcher Sinn keine hilfreiche Information geliefert hat
mit möglichst wenigen Sinnesinformationen eine begründete Vermutung aufstellen
unterschiedliche Gruppenbeobachtungen vergleichen
Sinnestäuschungen als Gegenbeispiel einbeziehen
eine eigene geeignete Sinnesuntersuchung für einen Gegenstand planen
erklären, warum derselbe Sinn bei unterschiedlichen Gegenständen unterschiedlich hilfreich sein kann
Ideen für Klasse 1 bis 4
| Klasse | Mögliche Umsetzung |
|---|---|
| 1 | Die fünf klassischen Sinnesorgane stark handlungs- und bildorientiert kennenlernen und einfache Wahrnehmungen zuordnen. |
| 2 | Schwerpunkt dieser Reihe: Leistungen der Sinne experimentell untersuchen, mehrere Wahrnehmungen miteinander vergleichen und erste Zusammenhänge erklären. |
| 3 | Aufbau einzelner Sinnesorgane stärker einbeziehen, Reizaufnahme und Weiterleitung vereinfachend thematisieren und Sinnestäuschungen genauer untersuchen. |
| 4 | Sinnesorgan – Reiz – Nerveninformation – Gehirn stärker als zusammenhängenden Wahrnehmungsprozess betrachten sowie Schutz, Einschränkungen und technische Hilfsmittel vertiefen. |
Das Thema eignet sich gut für die Schuleingangsphase. Für Klasse 3/4 würde ich stärker auf Aufbau, Informationsverarbeitung und Begründung von Zusammenhängen eingehen.

Materialideen
| Material | Einsatz |
|---|---|
| Sinnesorgan-Karten | Auge, Ohr, Nase, Zunge und Haut zuordnen |
| große Körperfigur | Sinnesorgane am Körper verorten |
| Fühlbeutel | Gegenstände ohne Sehen untersuchen |
| Geräuschdosen | Hörinformationen vergleichen |
| Audioaufnahmen | Alltagsgeräusche erkennen und zuordnen |
| Geruchsdosen | ungefährliche Gerüche vergleichen |
| bekannte Lebensmittel | Geschmacksrichtungen untersuchen |
| unterschiedliche Oberflächen | Tastwahrnehmung beschreiben |
| Lupen / Farbkarten | Sehwahrnehmung genauer untersuchen |
| Geheimniskisten | Zusammenspiel verschiedener Sinne erforschen |
| Bildkarten zu Alltagssituationen | Schutzmaßnahmen beurteilen |
| einfache optische Täuschungen | Wahrnehmung hinterfragen |
| Forscherpass / Lapbook | Erkenntnisse der Reihe sammeln |
Typische Schwierigkeiten
„Der Mensch hat fünf Sinne.“: Für Klasse 1/2 sind Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen eine Grundstruktur. Fachwissenschaftlich gibt es weitere Systeme, wie den Gleichgewichtssinn und die Wahrnehmung der eigenen Körperlage. Die klassische Einteilung in genau fünf Sinne ist deshalb eine Vereinfachung. (PubMed Central)
Sinn und Sinnesorgan werden gleichgesetzt: Immer sprachlich unterscheiden: Das Auge ist ein Sinnesorgan – sehen ist eine Sinnesleistung.
„Wir sehen mit den Augen und fertig.“: Altersgemäß verdeutlichen, dass Sinnesorgane Informationen aufnehmen, diese aber erst über Nerven und Gehirn verarbeitet werden. (Siemens Stiftung)
Die Haut wird nur den Händen zugeordnet: Der Tastsinn ist nicht auf die Hände beschränkt. Haut und weitere somatosensorische Strukturen ermöglichen unter anderem Berührung, Druck und Temperaturwahrnehmung.
Die alte Zungenkarte wird verwendet: Süß, sauer, salzig, bitter und umami werden nicht jeweils ausschließlich an fest abgegrenzten Zungenstellen wahrgenommen. Diese verbreitete Zungenkarte gilt als widerlegt. (PubMed Central)
Riechen und Schmecken werden völlig getrennt betrachtet: Beide Wahrnehmungen arbeiten beim Essen eng zusammen. Eine eingeschränkte Geruchswahrnehmung kann deshalb auch das Geschmackserleben deutlich verändern. (Gesundheitsportal)
Stationen werden abgearbeitet: Jede Station sollte eine konkrete Frage besitzen: „Was kann dieser Sinn herausfinden?“ oder „Welche Information bekomme ich dadurch?“
Kinder sollen unbekannte Stoffe probieren: Nur eindeutig bekannte, hygienisch vorbereitete und für die jeweilige Lerngruppe geeignete Lebensmittel verwenden. Allergien und schulische Vorgaben müssen vorher berücksichtigt werden.
Blindfold-Aktivitäten werden genutzt, um zu zeigen, „wie blinde Menschen leben“: Eine kurzzeitige Augenbinde bildet Blindheit oder den Alltag blinder Menschen nicht realistisch ab. Wenn Sehen für einen Versuch eingeschränkt wird, sollte dies nur als Untersuchung einer Sinnesinformation bezeichnet werden.
Schutz der Sinne bleibt bei „nicht zu laut“ und „Sonnenbrille tragen“: Die Kinder sollten wissen, welches Sinnesorgan geschützt werden soll und vor welcher Belastung.

Lehrplanbezug NRW
Das Thema Sinne ist im Sachunterrichtslehrplan NRW eindeutig verankert. Es gehört zum Bereich „Körper und Gesundheit“. Dieser Bereich zielt unter anderem darauf, dass Kinder ihren Körper bewusst wahrnehmen, ihn zunehmend mit Fachausdrücken beschreiben und einen verantwortungsvollen Umgang mit sich selbst entwickeln. (Lehrplan NRW)
Im Schwerpunkt „Körper und Entwicklung“ wird für das Ende der Schuleingangsphase ausdrücklich erwartet, dass die Lernenden „Leistung und Aufgaben der eigenen Sinne“ untersuchen. Damit ist eine handlungsorientierte Unterrichtsreihe in Klasse 2 thematisch passend und direkt an eine formulierte Kompetenzerwartung angeschlossen. (Lehrplan NRW)
Bis Klasse 4 wird das Verständnis des Körpers weiter ausgebaut. Dort sollen unter anderem Bau und Grundfunktionen des menschlichen Körpers erklärt werden. Dadurch lässt sich die Reihe in höheren Klassen um den genaueren Aufbau einzelner Sinnesorgane sowie die Weiterleitung und Verarbeitung von Reizen erweitern. (Lehrplan NRW)
Sachanalyse
Als klassische Sinne werden Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen bezeichnet.
Diesen werden im Grundschulunterricht meist Auge, Ohr, Nase, Zunge und Haut als Sinnesorgane zugeordnet.
Sinnesorgane nehmen bestimmte Reize aus der Umwelt bzw. dem Körper auf und wandeln diese in Signale um, die über Nerven an das Gehirn weitergegeben und dort verarbeitet werden. (Siemens Stiftung)
Beim Sehen reagieren Sinneszellen im Auge auf Licht. Dadurch können unter anderem Helligkeit, Farben, Formen und Bewegungen wahrgenommen werden.
Beim Hören versetzen Schallwellen Strukturen im Ohr in Bewegung. Die Informationen werden schließlich als Nervenreize an das Gehirn weitergegeben. (Siemens Stiftung)
Das Innenohr spielt zusätzlich eine wichtige Rolle für das Gleichgewicht.
Beim Riechen reagieren Riechzellen auf bestimmte Duftstoffe.
Beim Schmecken werden Geschmacksstoffe wahrgenommen. Zu den grundlegenden Geschmacksqualitäten zählen süß, sauer, salzig, bitter und umami. (Gesundheitsportal)
Die „Zungenkarte“, nach der nur die Zungenspitze süß und nur der hintere Teil bitter schmeckt, ist wissenschaftlich überholt. Die grundlegenden Geschmacksqualitäten können nicht in solche streng getrennten Bereiche eingeteilt werden. (PubMed Central)
Riechen und Schmecken arbeiten bei der Wahrnehmung von Lebensmitteln eng zusammen. Deshalb kann Essen bei eingeschränktem Geruchssinn deutlich anders wahrgenommen werden. (Gesundheitsportal)
Der im Unterricht als Fühlen bezeichnete Sinn umfasst wissenschaftlich verschiedene Formen der Körper- und Hautwahrnehmung: Berührung, Druck und Temperatur.
Die Einteilung in fünf Sinne ist eine Vereinfachung. Zusätzlich werden das vestibuläre System für Gleichgewicht und die Propriozeption, also die Wahrnehmung von Körperposition und Bewegung, als eigene Systeme beschrieben. (PubMed Central)
Wahrnehmung entsteht oft multisensorisch: Das Gehirn kombiniert Infos aus mehreren Sinneskanälen. Dadurch können sich einzelne Informationen gegenseitig ergänzen.
Sinnesorgane können belastet/geschädigt werden. Hohe Lärmbelastungen können das Gehör beeinträchtigen; Augen brauchen Schutz vor UV-Strahlung. (Kindergesundheit)

Didaktische Begründung
Unmittelbarer Lebensweltbezug: Die Kinder nutzen ihre Sinne in jeder Unterrichtssituation und können an eigenen Erfahrungen anknüpfen.
Handlungsorientiertes Lernen: Sinnesleistungen lassen sich nicht nur beschreiben, sondern unmittelbar erproben.
Vom Benennen zum Erklären: Die Reihe geht bewusst über das Zuordnen von „Auge – sehen“ hinaus und fragt nach Leistung und Zusammenspiel.
Forschendes Lernen: Vermutungen können direkt durch eigene Untersuchungen überprüft werden.
Kognitive Aktivierung: Besonders in der UB-Stunde verändert sich eine Vermutung mit jeder neuen Sinnesinformation.
Sprachbildung: Wörter wie rau, glatt, dumpf, hell, leise, süß oder bitter erweitern gleichzeitig den beschreibenden Wortschatz.
Metakognition: Die Kinder denken darüber nach, woher sie etwas wissen. „Ich weiß, dass es eine Glocke sein könnte, weil ich ein metallisches Klingeln gehört habe.“
Gesundheitserziehung: Aus Sachwissen werden konkrete Handlungsmöglichkeiten zum Schutz des eigenen Körpers entwickelt.
Natürliche Differenzierung: Alle Kinder können denselben Gegenstand untersuchen, während Beobachtungssprache, Begründung und Transfer unterschiedlich anspruchsvoll ausfallen.
Methodische Begründung
Materialien ermöglichen Wahrnehmungserfahrungen, die ein AB nicht ersetzen kann.
Stationenlernen eignet sich für einzelne Sinnesleistungen besonders gut, weil verschiedene Phänomene gleichzeitig handlungsorientiert untersucht werden können.
Geheimniskisten und Fühlbeutel erzeugen einen echten Informationsbedarf. Die Kinder brauchen ihre Wahrnehmungen, um ein Problem zu lösen.
Schrittweise Freigabe von Sinnesinformationen macht in der UB-Stunde sichtbar, welchen zusätzlichen Erkenntnisgewinn ein weiterer Sinn liefert.
Vermutungen vor der Auflösung sind wichtig, weil dadurch nicht nur das richtige Ergebnis, sondern der Erkenntnisweg sichtbar wird.
Zwischenreflexionen verbinden das praktische Erproben mit dem fachlichen Lernen: Was konnte ich mit diesem Sinn herausfinden – und was nicht?
Die zweite Erarbeitungsphase ermöglicht Transfer. Die Kinder entscheiden nun selbst, welcher Sinn ihnen bei einem neuen Problem helfen könnte.
Symbolkarten für Auge, Ohr, Nase, Zunge und Haut reduzieren sprachliche Anforderungen und eignen sich besonders für Klasse 1/2.

Mein Fazit
Beim Thema Sinne würde ich vermeiden, dass die Reihe nur auf: Auge = sehen, Ohr = hören, Nase = riechen, Zunge = schmecken, Haut = fühlen hinausläuft. Das gehört dazu, aber der spannendere Gedanke ist für mich: Unsere Sinne liefern uns Informationen über die Welt. Und je nachdem, was wir herausfinden möchten, helfen uns unterschiedliche Sinne weiter.
Eure Caro
Instagram – Alles für die Schule.
FAQ
Für welche Klasse eignet sich die Unterrichtsreihe Sinne?
Die Reihe kann von Klasse 1 bis 4 angepasst werden. Besonders gut passt sie bereits in Klasse 2, weil das Untersuchen von Leistung und Aufgaben der eigenen Sinne ausdrücklich zur Schuleingangsphase des NRW-Lehrplans gehört. (Lehrplan NRW)
Welche fünf Sinne werden in der Grundschule behandelt?
Traditionell sind das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen mit Auge, Ohr, Nase, Zunge und Haut.
Hat der Mensch wirklich nur fünf Sinne?
Nein. Die fünf Sinne sind eine traditionelle und für die Grundschule hilfreiche Einteilung. Fachwissenschaftlich werden zusätzlich Gleichgewicht und die Wahrnehmung der eigenen Körperlage als sensorische Systeme beschrieben.
Welche Experimente eignen sich für Klasse 2?
Unkompliziert sind Fühlbeutel, Geräusche, Geruchsdosen, Wahrnehmungsaufgaben und Geheimniskisten, bei denen verschiedene Sinne nacheinander genutzt werden.
Welche Geschmacksrichtungen gibt es?
Zu den grundlegenden Geschmacksqualitäten zählen süß, sauer, salzig, bitter und umami.
Warum arbeiten Riechen und Schmecken zusammen?
Unser Geschmackserlebnis beim Essen entsteht nicht ausschließlich über die Geschmacksrezeptoren. Auch Geruchsinformationen tragen dazu bei, weshalb Speisen bei eingeschränktem Riechen oft anders wahrgenommen werden.
Wie kann ich die Sinne differenzieren?
Für Unterstützung eignen sich reale Gegenstände, Bildkarten, Wortschatzkarten und klare Auswahlmöglichkeiten. Erweiternd können Kinder selbst geeignete Sinnesuntersuchungen planen oder begründen, welcher Sinn für eine Fragestellung besonders geeignet ist.
Wie können Kinder ihre Sinnesorgane schützen?
Beispielsweise durch angemessenen Sonnenschutz für die Augen, Vermeidung unnötig hoher Lautstärken und geeigneten Gehörschutz bei sehr lauten Situationen sowie einen grundsätzlich verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Sinnesorganen.
Was bedeutet umami?
Umami ist der japanische Begriff für die fünfte Geschmacksrichtung. Wörtlich übersetzt bedeutet es „köstlich“ / „wohlschmeckend“. Sensorisch es als herzhaft oder würzig beschrieben. Seit der Identifizierung spezifischer Rezeptoren auf der menschlichen Zunge im Jahr 2000 gilt Umami international als anerkannte Grundgeschmacksrichtung.







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