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Quick Facts: Tiere im Winter
Der Unterrichtsentwurf „Tiere im Winter“ ist besonders für den Sachunterricht in Klasse 2 und 3 geeignet und umfasst sieben aufeinander aufbauende Einheiten zu Winterschlaf, Winterruhe, Winterstarre, winteraktiven Tieren und Vogelzug.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Tiere den Winter überstehen, sodass die Kinder die verschiedenen Überwinterungsstrategien nicht nur benennen, sondern mit Kälte, Nahrungsknappheit, Körpermerkmalen und Verhalten in Verbindung bringen.
Besonders für einen Unterrichtsbesuch eignet sich die Stunde „Beide schlafen – aber schlafen beide gleich?“, in der Igel und Eichhörnchen verglichen und Winterschlaf und Winterruhe anhand konkreter Merkmale voneinander unterschieden werden.
Die Links zu Materialien sind Affiliate-Links. Für Käufer*innen ändert sich der Preis nicht, ich bekomme nur eine kleine Unterstützung für meine Arbeit.
Allgemeines
Das Thema Tiere im Winter wurde sich von einer Followerin gewünscht. Ich selbst habe Sachunterricht nicht studiert und kenne die Reihe deshalb nicht aus eigenen Erfahrungen. Ich habe das Thema aber schon öfter aus den Stunden von Freund*innen mitbekommen und mich für diese Planung noch einmal genauer eingelesen.
Ich würde die Reihe mit einem gemeinsamen Problem starten: Der Winter verändert den Lebensraum – wie schaffen es die Tiere trotzdem zu überleben? Damit bekommen Winterschlaf, Winterruhe, Winterstarre, Winteraktivität und Vogelzug einen Zusammenhang. Es sind nicht nur neue Fachbegriffe, sondern Lösungen für ähnliche Probleme.
Denn im Winter verändert sich für Tiere einiges: Es wird kalt, Nahrung ist teilweise schwerer zu finden, der Boden kann gefrieren, Pflanzen verändern sich und viele Insekten verschwinden. Manche Tiere bleiben trotzdem aktiv, andere reduzieren ihre Aktivität stark und wieder andere verlassen ihren bisherigen Lebensraum.
Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre
Gerade diese Begriffe werden schnell durcheinandergebracht.
Beim Winterschlaf werden Körpertemperatur und andere Körperfunktionen deutlich abgesenkt. Beispiele sind Igel, Fledermaus oder Siebenschläfer. Wichtig: Auch ein Winterschläfer schläft nicht monatelang ohne Unterbrechung. Es gibt Wachphasen.
Bei der Winterruhe wird der Körper nicht so stark heruntergefahren. Das Eichhörnchen schläft und ruht viel, wacht aber regelmäßig auf und nutzt seine Vorräte.
Die Winterstarre funktioniert noch einmal anders. Sie betrifft vor allem wechselwarme Tiere wie Amphibien und Reptilien. Ihre Körpertemperatur hängt stark von der Umgebungstemperatur ab. Ein Frosch kann deshalb bei niedrigen Temperaturen nicht einfach beschließen, aufzuwachen und loszuhüpfen.
Und dann gibt es natürlich noch Tiere, die winteraktiv bleiben, sowie Vögel, die ihren bisherigen Lebensraum verlassen.

Reihenplanung
Thema der Reihe
Tiere im Winter – Wie Tiere mit Kälte und Nahrungsknappheit umgehen.
Kindgerechte Themenformulierung
Was machen Tiere eigentlich im Winter?
Reihenleitfrage
Wie schaffen es Tiere, den Winter zu überstehen?
Kernanliegen der Reihe
Die Lernenden erweitern ihr Verständnis für die Angepasstheit heimischer Tiere an winterliche Lebensbedingungen, indem sie Veränderungen des Lebensraums untersuchen, Überwinterungsstrategien vergleichen und diese mit Merkmalen, Nahrungsbedingungen und Verhaltensweisen ausgewählter Tiere in Beziehung setzen, um zu erklären, warum Tiere den Winter auf unterschiedliche Weise überstehen.
Aufbau der Reihe
| Thema der Einheit | Ziel / Kernanliegen |
|---|---|
| 1. Plötzlich Winter – warum wird es für Tiere schwierig? | Die Lernenden erkennen den Winter als veränderte Lebensbedingung für Tiere, indem sie Veränderungen hinsichtlich Temperatur, Nahrung und Lebensraum untersuchen, um Herausforderungen zu formulieren, auf die Tiere unterschiedliche Antworten entwickelten. |
| 2. Trotz Kälte unterwegs – wie bleiben Tiere im Winter aktiv? | Die Lernenden erklären Anpassungen winteraktiver Tiere, indem sie Winterfell, Gefieder, Nahrungssuche und Vorratshaltung untersuchen, um zu erkennen, dass Tiere durch körperliche und verhaltensbezogene Anpassungen auch im Winter aktiv bleiben können. |
| 3. Beide schlafen – aber schlafen beide gleich? Igel und Eichhörnchen im Vergleich | Die Lernenden unterscheiden Winterschlaf und Winterruhe, indem sie Beobachtungsdaten zu Igel und Eichhörnchen hinsichtlich Körpertemperatur, Aktivität und Nahrungsaufnahme vergleichen, um zu erklären, dass äußerlich ähnliches Verhalten unterschiedlichen Überwinterungsstrategien entsprechen kann. |
| 4. Warum kann der Frosch nicht einfach aufwachen? – Winterstarre | Die Lernenden erschließen die Winterstarre wechselwarmer Tiere, indem sie den Zusammenhang zwischen Umgebungstemperatur, Körpertemperatur und Aktivität untersuchen, um diese Strategie von Winterschlaf und Winterruhe abzugrenzen. |
| 5. Bleiben oder wegfliegen? – Vögel im Winter | Die Lernenden erklären Überwinterungsweisen von Vögeln, indem sie Nahrungsangebot und Wanderverhalten ausgewählter Stand- und Zugvögel vergleichen, um zu erkennen, dass auch das Verlassen eines Lebensraums eine Reaktion auf Winterbedingungen sein kann. |
| 6. Viele Tiere – viele Winterpläne | Die Lernenden systematisieren Überwinterungsstrategien, indem sie Tiere anhand begründeter Merkmale einordnen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herausarbeiten, um das Prinzip unterschiedlicher Angepasstheit an winterliche Bedingungen zu verallgemeinern. |
| 7. Brauchen Tiere im Winter unsere Hilfe? | Die Lernenden beurteilen menschliche Unterstützung für Tiere im Winter, indem sie Maßnahmen hinsichtlich der Bedürfnisse und natürlichen Lebensweisen ausgewählter Tiere untersuchen, um sinnvolle Hilfe von gut gemeinten, aber problematischen Eingriffen zu unterscheiden. |
Der rote Faden ist damit ziemlich klar:
Der Winter verändert den Lebensraum → Tiere brauchen Lösungen → wir untersuchen unterschiedliche Lösungen → wir erklären die Unterschiede → wir übertragen unser Wissen auf neue Tiere → wir überlegen, wann menschliche Hilfe wirklich sinnvoll ist.

Vertiefung der einzelnen Einheiten
Einheit 1: Plötzlich Winter – warum wird es für Tiere schwierig?
Ich würde die Reihe nicht mit Winterschlaf und Winterruhe beginnen. Stattdessen bekommen die Kinder zwei große Bilder: Sommerwald – Winterwald. Auf beiden Bildern sind dieselben Tiere: Igel, Eichhörnchen, Reh, Frosch, Amsel, Storch.
Dann kommt nur die Frage: „Im Sommer kommen diese Tiere hier gut zurecht. Was ist im Winter plötzlich anders?“ Die Kinder sammeln zunächst alles, was ihnen auffällt:
Es ist kälter.
Es gibt Schnee und Frost.
Manche Pflanzen tragen keine Früchte mehr.
Viele Insekten sind nicht mehr zu sehen.
Der Boden kann gefroren sein.
Es gibt weniger Nahrung.
Jetzt würde ich eine Forscherwand anfangen.
| Problem im Winter | Wie löst ein Tier das Problem? |
|---|---|
| Kälte | ? |
| wenig Nahrung | ? |
| gefrorener Boden | ? |
| weniger Insekten | ? |
Die rechte Seite bleibt absichtlich noch leer.
So entsteht die Reihenfrage: Wie schaffen es Tiere durch den Winter? Die Kinder haben jetzt verstanden, warum Tiere Anpassungen brauchen. Als Bilderbuch- bzw. Sachbuchbegleitung würde ich mein LIeblingsbuch nutzen: Bald wird es kalt! – Wie Tiere im Winter leben. Das Buch kann die Reihe begleiten, ohne dass jedes Kapitel direkt zu einem Arbeitsblatt werden muss.
Forscherfrage: Was verändert sich für Tiere, wenn der Winter kommt?
Zentrale Erkenntnis: Im Winter verändern sich Temperatur, Nahrung und Lebensraum. Deshalb müssen Tiere auf die neuen Bedingungen reagieren.
Einheit 2: Trotz Kälte unterwegs – wie bleiben Tiere im Winter aktiv?
Nachdem die Kinder wissen, was der Winter schwierig macht, würde ich mit Tieren starten, die trotzdem draußen unterwegs bleiben. Z.B. Reh oder Fuchs.
Die Frage: Dieses Tier schläft nicht den ganzen Winter. Wie schafft es das?
Jetzt können verschiedene Anpassungen untersucht werden:
dichteres Winterfell
isolierende Luftschichten
Aufplustern des Gefieders
geschützte Ruheplätze
veränderte Nahrung
Vorräte
angepasstes Verhalten
Forscherfrage: Wie kann ein Tier im Winter draußen unterwegs sein, ohne zu erfrieren?
Zentrale Erkenntnis: Manche Tiere bleiben im Winter aktiv. Körperliche Anpassungen und angepasstes Verhalten helfen ihnen dabei, mit Kälte und Nahrungssuche zurechtzukommen.
Einheit 3: Beide schlafen – aber schlafen beide gleich?
Ich finde den Vergleich von Igel und Eichhörnchen schön, weil zunächst alles so eindeutig aussieht: Igel schläft im Winter. Eichhörnchen schläft im Winter. Also: „Beide machen Winterschlaf!“ Dann bekommen die Kinder vereinfachte Beobachtungen zu beiden Tieren.
Beim Igel:
schläft lange
frisst während des Winterschlafs nicht regelmäßig
lebt von seinen Energiereserven
Körpertemperatur sinkt deutlich
Atmung und Herzschlag werden stark verlangsamt
besitzt trotzdem Wachphasen
Beim Eichhörnchen:
schläft und ruht viel
wacht regelmäßig auf
verlässt seinen Kobel
sucht seine Vorräte
Körpertemperatur sinkt nicht vergleichbar stark
Jetzt können die Kinder Gemeinsamkeiten und Unterschiede markieren. Erst nachdem sie die Unterschiede entdeckt haben, würde ich die Begriffe Winterschlaf und Winterruhe festigen.
Forscherfrage: Schlafen Igel und Eichhörnchen im Winter wirklich gleich?
Zentrale Erkenntnis: Winterschlaf und Winterruhe sehen ähnlich aus, unterscheiden sich aber darin, wie stark der Körper heruntergefahren wird und wie aktiv das Tier zwischendurch bleibt.
Einheit 4: Warum kann der Frosch nicht einfach aufwachen?
Nach Winterschlaf und Winterruhe kommt eine Strategie, die für Kinder nochmal ganz anders funktioniert. Eine Figur behauptet: „Wenn dem Frosch zu kalt wird, wacht er einfach auf und hüpft an einen wärmeren Ort.“ Die Kinder überlegen: Kann er das wirklich? Dann werden einfache Temperaturkarten verglichen.
| Umgebung | Körpertemperatur des Frosches | Aktivität |
|---|---|---|
| warm | höher | aktiv |
| kühl | niedriger | langsamer |
| sehr kalt | sehr niedrig | kaum aktiv |
Jetzt reicht für Klasse 2/3 eine einfache Unterscheidung:
gleichwarm: Der Körper hält seine Temperatur weitgehend selbst aufrecht.
wechselwarm: Die Körpertemperatur verändert sich stärker mit der Umgebung.
Der Frosch „schläft“ also nicht einfach besonders tief. Er fällt in Winterstarre. Diesen Unterschied finde ich wichtig.
Forscherfrage: Kann ein Frosch im Winter einfach aufwachen und loshüpfen?
Zentrale Erkenntnis: Winterstarre ist kein besonders tiefer Schlaf. Bei wechselwarmen Tieren hängen Körpertemperatur und Aktivität stark von der Umgebungstemperatur ab.
Einheit 5: Bleiben oder wegfliegen? – Vögel im Winter
Jetzt würde ich Storch und Amsel gegenüberstellen: „Der Storch fliegt in den Süden, weil ihm Deutschland zu kalt ist.“ Klingt erst einmal logisch. Aber dann schauen die Kinder genauer hin:
Was frisst ein Storch?
Was findet er davon im Winter bei uns?
Was frisst eine Amsel?
Welche Nahrung findet sie auch im Winter?
Der Gedanke ist: Ein Lebensraum bietet nicht zu jeder Jahreszeit dieselben Bedingungen.
Für die Grundschule finde ich das Nahrungsangebot als zentralen Zusammenhang gut greifbar. Gleichzeitig würde ich immer dazusagen, dass Vogelzug biologisch natürlich komplexer ist und nicht allein davon abhängt, ob irgendwo noch ein Regenwurm zu finden ist.
Forscherfrage: Warum fliegt der Storch weg, während die Amsel bei uns bleibt?
Zentrale Erkenntnis: Ein Teil der Vögel verlässt seinen bisherigen Lebensraum im Winter. Andere Arten können auch unter den veränderten Bedingungen bleiben.
Einheit 6: Viele Tiere – viele Winterpläne
Jetzt kommt für mich eine wichtige Stunde, weil wir überprüfen können, ob die Kinder nur gelernt haben: Igel = Winterschlaf, oder ob sie das Prinzip wirklich verstanden haben. Die Kinder bekommen deshalb unbekannte Tierakten, zunächst sogar ohne Tiernamen.
Tier A
Körpertemperatur sinkt stark.
Es frisst im Winter fast nichts.
Es lebt von Fettreserven.
Tier B
schläft viel,
wacht regelmäßig auf,
frisst seine Vorräte.
Die Aufgabe lautet: „Welche Winterstrategie passt wahrscheinlich? Beweise deine Vermutung mit mindestens zwei Hinweisen.“ Das kleine Wort „Beweise“ beziehungsweise „Begründe“ macht für mich einen riesigen Unterschied. Plötzlich reicht es nicht mehr, den Fachbegriff zu kennen. Die Kinder müssen ihr Wissen anwenden.
Forscherfrage: Kann ich herausfinden, wie ein unbekanntes Tier den Winter verbringt?
Zentrale Erkenntnis: An typischen körperlichen Merkmalen und Verhaltensweisen können wir erkennen und begründen, wie ein Tier den Winter verbringt.
Einheit 7: Brauchen Tiere im Winter unsere Hilfe?
Zum Abschluss würde ich den Blick auf uns Menschen richten. Die Kinder bekommen Fälle:
Fall 1: Eine Familie entdeckt einen schlafenden Igel und nimmt ihn ins warme Wohnzimmer.
Fall 2: Im Schulgarten bleibt ein großer Laubhaufen über den Winter liegen.
Fall 3: Im Dezember werden alle Blätter und geschützten Ecken aus dem Garten entfernt.
Fall 4: Ein Vogelhaus wird aufgestellt und regelmäßig gepflegt.
Die Kinder ordnen: hilfreich – kommt darauf an – eher problematisch, und müssen begründen.
Der Gedanke lautet: Nicht möglichst viel eingreifen – sondern zuerst verstehen, was das Tier tatsächlich braucht. Gerade naturnahe Rückzugsorte können im Winter eine wichtige Hilfe sein; unnötiges Stören von Winterquartieren dagegen problematisch.
Forscherfrage: Hilft gut gemeinte Hilfe Tieren im Winter immer?
Zentrale Erkenntnis: Tieren sinnvoll zu helfen bedeutet, ihre Bedürfnisse und ihre natürliche Lebensweise zu berücksichtigen. Nicht jeder Eingriff hilft automatisch.

UB-Stunde
Thema der Stunde
„Beide schlafen – aber schlafen beide gleich?“ – Winterschlaf und Winterruhe am Beispiel von Igel und Eichhörnchen vergleichend untersuchen.
Kindgerechte Forscherfrage
Schlafen Igel und Eichhörnchen im Winter wirklich gleich?
Ziel der Stunde
Die Lernenden unterscheiden Winterschlaf und Winterruhe, indem sie Beobachtungsdaten zu Igel und Eichhörnchen hinsichtlich Körpertemperatur, Aktivität und Nahrungsaufnahme vergleichen, um zu erklären, dass äußerlich ähnliches Verhalten unterschiedlichen Überwinterungsstrategien entsprechen kann.
Verlauf der Stunde
| Phase | Inhalt | Sozialform / Methode | Ziel |
|---|---|---|---|
| Einstieg | Bilder eines schlafenden Igels und eines Eichhörnchens werden gezeigt. | Plenum / Bildimpuls | Gemeinsamkeit wahrnehmen |
| Behauptung | Kinderfigur: „Beide schlafen – also halten beide Winterschlaf.“ | Problemimpuls | vorhandene Vorstellung irritieren |
| Erste Positionierung | stimmt / stimmt nicht / unsicher | Positionierung | Präkonzepte sichtbar machen |
| Forscherfrage | „Schlafen Igel und Eichhörnchen im Winter wirklich gleich?“ | Plenum | Erkenntnisziel klären |
| Erarbeitung I | Die Kinder untersuchen zwei Wintertagebücher. | Partnerarbeit | Informationen entnehmen |
| Vergleich | Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden in Tabelle oder Venn-Diagramm festgehalten. | Partnerarbeit | Informationen strukturieren und vergleichen |
| Zwischensicherung | Satzanfang: „Beide schlafen, aber …“ | Plenum | zentralen Unterschied versprachlichen |
| Begriffsbildung | Die entdeckten Merkmale werden den Begriffen Winterschlaf und Winterruhe zugeordnet. | Plenum | Fachbegriffe mit Bedeutung füllen |
| Transfer | Eine neue Tierakte wird untersucht. | Einzel-/Partnerarbeit | Wissen anwenden |
| Sicherung | Gemeinsamer Merksatz | Plenum | Erkenntnis festhalten |
| Reflexion | Rückkehr zur ersten Positionierung | Plenum | Lernzuwachs sichtbar machen |
Merksatz
Winterschlaf und Winterruhe sehen ähnlich aus, sind aber nicht gleich. Beim Winterschlaf wird der Körper viel stärker heruntergefahren.
Transfer
Die Kinder bekommen eine neue Tierakte: Tier X schläft im Winter viel. Es wacht regelmäßig auf und sucht Nahrung. Seine Körpertemperatur verändert sich nur wenig.
Frage: „Winterschlaf oder Winterruhe? Begründe mit zwei Hinweisen.“
Damit sehe ich viel besser, ob das Kind verstanden hat, warum es sich um Winterruhe handelt – und nicht nur, ob es noch weiß, dass das Eichhörnchen Winterruhe hält.
Anforderungsbereiche
ABI: Die Lernenden benennen Überwinterungsstrategien und entnehmen grundlegende Informationen zu ausgewählten Tieren.
ABII: Die Lernenden vergleichen körperliche und verhaltensbezogene Anpassungen und begründen anhand von Merkmalen, welche Überwinterungsstrategie zu einem Tier passt.
ABIII: Die Lernenden übertragen ihr Wissen auf unbekannte Fälle und beurteilen, ob eine menschliche Hilfsmaßnahme für ein Tier im Winter tatsächlich sinnvoll ist.
Differenzierungsmöglichkeiten
Unterstützend
Tierfotos statt ausschließlich schriftlicher Informationen
Piktogramme für schlafen – fressen – frieren – fliegen – Vorräte
Bild-Wort-Karten
Sprachspeicher
kurze Sachtexte
zwei Textniveaus
Audiotexte
markierte Schlüsselstellen
teilweise ausgefüllte Vergleichstabellen
reduzierte Tierakten
Satzstarter wie „Beide Tiere …“, „Nur der Igel …“, „Das Tier hält wahrscheinlich …, weil …“
Partnerlesen
Tierfiguren und Naturmaterialien
Erweiterung
unbekannte Tierakten untersuchen
mehrere Anpassungen eines Tieres miteinander verbinden
erklären, warum ein Tier nicht nur „eine“ Winterstrategie besitzt
Grenzfälle untersuchen
eigene Forscherfragen entwickeln
Informationen aus mehreren Quellen vergleichen
begründen, warum die Aussage „Das Tier schläft im Winter“ noch nicht für die Zuordnung zum Winterschlaf reicht
menschliche Hilfsmaßnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven beurteilen

Ideen für Klasse 1 bis 4
| Klasse | Mögliche Umsetzung |
|---|---|
| 1 | Wenige heimische Tiere kennenlernen und stark mit Bildern, Tierfiguren und Gesprächen untersuchen: Was macht der Igel im Winter? Wo ist der Storch? Warum sehen wir weniger Tiere? Die Fachbegriffe würde ich nur sehr reduziert einsetzen. |
| 2 | Winterschlaf, Winterruhe, Winterstarre, winteraktive Tiere sowie Zug- und Standvögel anhand ausgewählter Tiere vergleichen. Dabei viel mit Bildern, einfachen Sachtexten und konkreten Fällen arbeiten. |
| 3 | Überwinterungsstrategien stärker erklären: Was passiert mit Körpertemperatur, Nahrung und Aktivität? Warum passt diese Strategie zu diesem Tier? Unbekannte Tierakten eignen sich jetzt besonders gut. |
| 4 | Das Prinzip der Angepasstheit noch deutlicher herausarbeiten, mehrere Anpassungen eines Tieres miteinander verbinden, selbst recherchieren und menschliche Eingriffe beziehungsweise Naturschutzmaßnahmen differenzierter beurteilen. |
Materialideen
Ich würde viel mit Bildern, Naturmaterialien und einem wachsenden Tafelbild arbeiten. Schön finde ich:
Winterwald als Boden- oder Tafelbild
Tierfiguren
Tierfotokarten
Forscherwand
Forscherheft
Sommer-/Winterbilder
Fell- und Gefiederbilder
Isolationsversuch
Wintertagebuch Igel
Wintertagebuch Eichhörnchen
Venn-Diagramm
Tierakten
Temperaturkarten
Nahrungsbilder für Zug- und Standvögel
Europa- oder Weltkarte für den Vogelzug
Naturmaterialien wie Laub und Zweige
Spurensuchkarten
Tierbücher und kindgerechte Sachtexte
Für eine umfangreiche Materialsammlung von Klasse 1 bis 4 passt Tiere im Winter – Spannende Materialien für einen abwechslungsreichen Unterricht*.
Gerade für jüngere Kinder finde ich Bildmaterial immer schön. Dafür könnten die Kamishibai-Bildkarten „Tiere im Winter*“ genutzt werden.
Als zusätzliche Leseecke oder für Kinder, die gerne selbst weiterforschen, eignet sich Tiere im Winter – 200 spannende Fakten über Wintertiere*.
Mein persönlicher Favorit für die Reihe ist aber Bald wird es kalt! – Wie Tiere im Winter leben*. Ich würde ein gutes Sach- beziehungsweise Bilderbuch lieber immer wieder in die Reihe einbauen, statt in jeder Stunde ein neues Arbeitsblatt auszuteilen.
*Hinweis: Die Links zu den Amazon-Materialien sind Affiliate-Links. Für Käufer*innen bleibt der Preis gleich, ich bekomme bei einem Kauf eine kleine Unterstützung für meine Arbeit.
Typische Schwierigkeiten
„Alle Tiere schlafen im Winter.“
Nein. Viele Tiere bleiben aktiv und andere verlassen ihren bisherigen Lebensraum.„Winterschlaf bedeutet, dass ein Tier monatelang durchschläft.“
Auch Winterschläfer haben Wachphasen. Das sollte man gerade bei sehr vereinfachten Kindertexten im Blick behalten.„Winterstarre ist besonders tiefer Winterschlaf.“
Nein. Bei der Winterstarre geht es um wechselwarme Tiere und den engen Zusammenhang zwischen Umgebungstemperatur, Körpertemperatur und Aktivität.„Zugvögel fliegen weg, weil ihnen kalt ist.“
Das würde ich so nicht stehen lassen. Die veränderten Lebens- und Nahrungsbedingungen spielen eine entscheidende Rolle.„Jedes Tier hat genau eine Strategie.“
Auch das ist zu einfach. Ein Eichhörnchen hält Winterruhe, besitzt aber zusätzlich Winterfell und legt Vorräte an.„Menschen müssen Tiere im Winter retten.“
Nicht automatisch. Ein Tier ohne Not aufzunehmen oder sein Winterquartier zu stören, kann sogar problematisch sein. Oft ist ein naturnaher Lebensraum hilfreicher als direktes Eingreifen.

Lehrplanbezug NRW
Die Reihe passt sehr schön in den Sachunterrichtsbereich Natur und Umwelt und dort zum Schwerpunkt Tiere, Pflanzen, Lebensräume. Für die Schuleingangsphase geht es darum, typische Tiere in ihren Lebensräumen zu unterscheiden. Bis zum Ende von Klasse 4 wird der Blick weiter: Die Kinder sollen das Prinzip der Angepasstheit von Tier- und Pflanzenarten an ihren Lebensraum beschreiben und Abhängigkeiten zwischen Lebewesen und ihren Lebensräumen erklären. (Lehrplan NRW)
Die Reihe greift den Lehrplan beispielsweise so auf:
| Lehrplanbezug | Umsetzung |
|---|---|
| typische Tiere und ihre Lebensräume unterscheiden | Einheiten 1–2 |
| Tier und Lebensbedingungen in Beziehung setzen | gesamte Reihe |
| Angepasstheit beschreiben | besonders Einheiten 2–6 |
| Abhängigkeit vom Lebensraum erklären | Einheiten 1, 5 und 6 |
| menschliches Handeln gegenüber Natur reflektieren | Einheit 7 |
| Handlungsmöglichkeiten zum Schutz ableiten | Einheit 7 |
Auch der verantwortungsvolle Umgang lässt sich anbinden. Schon in der Schuleingangsphase sollen Bedürfnisse von Tieren erläutert und Regeln für einen verantwortungsvollen Umgang begründet werden. Deshalb finde ich Einheit 7 als Abschluss so passend. (Lehrplan NRW)
Medienkompetenzrahmen NRW
Ich würde diese Reihe ehrlich gesagt größtenteils analog lassen. Tiere, Naturmaterialien, Bilder, Temperaturbeobachtungen, ein Winterwald und vielleicht sogar eine kleine Spurensuche auf dem Schulgelände bringen meiner Meinung nach mehr als eine künstlich eingebaute Tablet-Stunde. Für Klasse 3/4 passen digitale Medien aber gut zur Erweiterung.
2.1 Informationsrecherche
Die Kinder recherchieren zu einem Tier: „Wie verändert sich das Verhalten dieses Tieres im Winter?“ Das ist für mich sinnvoller als: „Finde fünf Fakten über den Fuchs.“ Der MKR beschreibt unter 2.1 das zielgerichtete Durchführen von Informationsrecherchen. (MKR NRW)
2.2 Informationsauswertung
Gefundene Infos werden in einer Tierakte geordnet: Nahrung – Körper – Verhalten – Winterstrategie. Damit werden relevante Infos nicht einfach abgeschrieben, sondern gefiltert und strukturiert. Genau das beschreibt der MKR unter Informationsauswertung. (KR NRW)
Sachanalyse
Im Winter verändern sich für Tiere Temperatur, Tageslänge, Nahrungsangebot, Vegetation sowie Deckungs- und Versteckmöglichkeiten.
Säugetiere und Vögel sind gleichwarm und regulieren ihre Körpertemperatur weitgehend selbst. Diese Regulation benötigt Energie.
Viele winteraktive Tiere besitzen körperliche und verhaltensbezogene Anpassungen an Kälte und veränderte Nahrung.
Beim Winterschlaf werden Stoffwechsel, Körpertemperatur, Atmung und Herzfrequenz deutlich abgesenkt. Winterschläfer besitzen Wachphasen. Typische Winterschläfer sind Igel, Fledermaus und Siebenschläfer.
Winterruhe ist durch längere Ruhephasen gekennzeichnet, der Körper wird aber weniger stark heruntergefahren. Winterruher können häufiger aufwachen und Nahrung aufnehmen beziehungsweise Vorräte nutzen. Das Eichhörnchen ist ein typisches Beispiel für Winterruhe.
Winterstarre betrifft vor allem wechselwarme Tiere. Bei ihnen hängt die Körpertemperatur stark von der Umgebungstemperatur ab. Amphibien und Reptilien benötigen deshalb frostgeschützte Winterquartiere.
Vogelzug ist eine saisonale räumliche Verlagerung, nicht alle Vögel ziehen weg.
Veränderte Nahrungs- und Lebensbedingungen spielen für Überwinterungsstrategien eine zentrale Rolle, aber ein Tier kann mehrere Anpassungen gleichzeitig nutzen.
Anpassungen können körperlicher oder verhaltensbezogener Art sein.
Menschliche Hilfe sollte sich an den tatsächlichen Bedürfnissen und natürlichen Lebensweisen der Tiere orientieren.
Didaktische Begründung
Das Thema besitzt einen hohen Lebensweltbezug: Kälte, Frost, kahle Bäume, Vögel, Tierspuren und Veränderungen im eigenen Garten können Kinder selbst beobachten. Viele Kinder bringen Wissen über Igel, Eichhörnchen oder Zugvögel mit. Gleichzeitig bestehen oft typische Fehlvorstellungen, an denen gut weitergearbeitet werden kann.
Die Überwinterungsformen ergeben sich erst danach als unterschiedliche Lösungen.
Vergleiche helfen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu verstehen. Besonders Igel und Eichhörnchen eignen sich, um oberflächliche Zuordnungen aufzubrechen.
Die Kinder entwickeln sich schrittweise vom Beschreiben zum Erklären und Begründen.
Der Naturschutzgedanke entsteht am Ende aus dem aufgebauten Sachwissen. Menschliches Verhalten wird deshalb nicht nur mit „richtig“ oder „falsch“ vorgegeben. Die Kinder überlegen stattdessen: Was braucht dieses Tier eigentlich?
Methodische Begründung
Der Sommer-Winter-Vergleich schafft einen einfachen, aber fachlich sinnvollen Einstieg
Ein wachsendes Tafelbild hält die Reihenfrage über mehrere Stunden sichtbar
Tierfiguren und Fotos sind gerade in Klasse 1/2 niedrigschwellig
Die Fachbegriffe werden nicht alle am Anfang eingeführt
Einzelne Tiere dienen als exemplarische Fälle
Beobachtungsdaten sind didaktisch stärker als zwei fertige Definitionstexte
Die Fachbegriffe Winterschlaf und Winterruhe werden an Merkmale angebunden
Tierakten sorgen dafür, dass Wissen nicht nur reproduziert wird
Die Methode folgt immer dem Sachproblem und nicht umgekehrt
Wenn du für einzelne Stunden noch nach passenden Methoden suchst, kannst du auch in meinen Unterrichtsmethoden für die Grundschule oder bei meinen Ideen zur Sicherungsphase schauen.
Mein Fazit
Ich finde Tiere im Winter wirklich schön, gerade weil viele Kinder schon ganz viel Vorwissen mitbringen. Fast jedes Kind hat schon einmal gehört: „Der Igel macht Winterschlaf.“ Die spannende Frage ist für mich aber nicht, ob die Kinder diesen Satz am Ende aufsagen können, sondern: Warum hilft Winterschlaf dem Igel? Warum macht das Eichhörnchen was anderes? Warum fliegt der Storch weg? Wenn die Kinder darauf Antworten finden, wird daraus eine richtig schöne Reihe über Lebensräume und Angepasstheit.
Ich selbst habe kein Sachunterricht studiert und habe mich deshalb eng an meiner Recherche und am Lehrplan orientiert. Deshalb war mir wichtig, typische vereinfachte Zuordnungen nicht einfach zu übernehmen. Die Reihe soll kindgerecht sein – aber trotzdem fachlich sauber.
Eure Caro
Instagram – Alles für die Schule.
FAQ
Für welche Klasse eignet sich Tiere im Winter?
Das Thema lässt sich von Klasse 1 bis 4 umsetzen. Für Klasse 2/3 finde ich die Reihe besonders passend, weil die Kinder bereits verschiedene Überwinterungsstrategien kennenlernen und gleichzeitig anfangen können, deren Unterschiede zu erklären.
Was ist der Unterschied zwischen Winterschlaf und Winterruhe?
Beim Winterschlaf wird der Körper deutlich stärker heruntergefahren. Bei der Winterruhe wacht das Tier häufiger auf und kann zwischendurch aktiv werden beziehungsweise Nahrung aufnehmen.
Hält das Eichhörnchen Winterschlaf?
Nein. Das Eichhörnchen zählt zu den Winterruhern. Es ruht und schläft viel, wacht aber regelmäßig auf und nutzt beispielsweise seine Vorräte.
Hält der Igel Winterschlaf?
Ja. Der Igel ist ein echter Winterschläfer. Seine Körpertemperatur und weitere Körperfunktionen werden während des Winterschlafs deutlich abgesenkt.
Was ist Winterstarre?
Winterstarre tritt vor allem bei wechselwarmen Tieren auf. Ihre Körpertemperatur hängt stark von der Umgebungstemperatur ab und ihre Aktivität wird bei niedrigen Temperaturen stark reduziert.
Ist Winterstarre besonders tiefer Winterschlaf?
Nein. Genau diese Vorstellung würde ich im Unterricht vermeiden. Winterschlaf und Winterstarre beruhen auf unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen.
Warum fliegen Zugvögel im Winter weg?
Nicht einfach, weil ihnen „zu kalt“ ist. Entscheidend sind die veränderten Lebensbedingungen, zu denen insbesondere auch das Nahrungsangebot gehört.
Welche Stunde eignet sich für einen Unterrichtsbesuch?
Mein Favorit ist der Vergleich von Igel und Eichhörnchen. Die Kinder untersuchen, warum zwei Tiere, die im Winter beide viel schlafen, trotzdem unterschiedliche Überwinterungsstrategien nutzen.
Welche Tiere eignen sich als Beispiele?
Für eine übersichtliche Reihe reichen meiner Meinung nach wenige prototypische Tiere: Reh oder Fuchs, Igel, Eichhörnchen, Frosch sowie Storch und Amsel.
Wie kann ich das Thema handlungsorientiert unterrichten?
Schön sind Tierfiguren, ein Winterwald als Bodenbild, ein wachsendes Tafelbild, Tierakten, Vergleichskarten, ein kleiner Isolationsversuch, Vogelbeobachtungen und eine Spurensuche auf dem Schulgelände.
Müssen die Kinder alle Überwinterungsformen auswendig kennen?
Die Begriffe gehören natürlich zum Fachwortschatz. Viel wichtiger finde ich aber, dass Kinder anhand von Merkmalen erklären können, warum eine bestimmte Strategie zu einem Tier passt.







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