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Quickfacts
Fach & Klasse: Die Reihe zur Einführung von Verben eignet sich besonders für den Deutschunterricht in Klasse 2. Die Kinder lernen Verben als eigene Wortart kennen, untersuchen ihre Veränderbarkeit und verwenden zunehmend den Fachbegriff Verb.
Zentraler Lernweg: Die Kinder entdecken, welche Funktion Verben in Sprache haben, untersuchen, dass sich Verben verändern lassen, lernen Grundform und gebeugte Form kennen und unterscheiden Verben zunehmend sicher von anderen Wortarten.
Lehrplanbezug NRW: Die Reihe gehört zum Bereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ und dort zum Schwerpunkt „An Wörtern, Sätzen und Texten arbeiten“.
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Die Reihe habe ich als Grundstruktur geplant. Ihr könnt sie selbstverständlich für euren Unterricht und auch für Unterrichtsbesuche nutzen, solltet sie aber immer an die Voraussetzungen, Bedürfnisse und Lernstände eurer eigenen Klasse anpassen.
Hinweis zu den Abbildungen: Die fotorealistischen Bilder wurden mit KI erstellt und dienen der Veranschaulichung. Sie zeigen keine realen Schüler*innen und dokumentieren keine tatsächlich stattgefundenen Unterrichtssituationen.
Allgemeines
springen, lachen, schlafen, wachsen, sein
Was haben diese Wörter gemeinsam? Bei der Einführung von Verben hören Kinder häufig zunächst: „Verben sind Tunwörter. Sie sagen uns, was jemand tut.“ Als erste Orientierung kann das hilfreich sein. Fachlich reicht diese Erklärung aber nicht aus. Während sich rennen, schreiben oder tanzen problemlos als Tätigkeiten darstellen lassen, wird es bei schlafen, liegen, wachsen oder sein schwieriger.
Verben können nicht nur Tätigkeiten ausdrücken, sondern auch Vorgänge und Zustände. Cornelsen unterscheidet beispielsweise Tätigkeitsverben wie laufen, Vorgangsverben wie wachsen und Zustandsverben wie schlafen.
Für eine Einführung in Klasse 2 würde ich diese drei Kategorien allerdings nicht als zusätzlichen Lernstoff auswendig lernen lassen. Viel wichtiger finde ich die Erkenntnis: Verben sind Wörter, die sich auf eine ganz bestimmte Weise verändern lassen.
Diese Ich-Du-Probe wird auch in einem Beitrag des Friedrich Verlags als kindgerechter Zugang zur Wortart Verb vorgeschlagen. Dort wird darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung „Tunwort“ die Wortart nicht vollständig erfasst, während die Veränderbarkeit von Verben ein deutlich zuverlässigeres Merkmal darstellt.
Der rote Faden der Reihe wäre deshalb: Verben entdecken → Verben verändern → Verbenprobe entwickeln → Grundform finden → Verben sicher erkennen und verwenden.

Reihenplanung
Thema der Reihe
Verben entdecken – Eine Wortart untersuchen, verändern und verwenden.
Kindgerechte Themenformulierung
„Wörter in Bewegung – Wir werden Verbenforscher*innen!“
Kernanliegen der Reihe
Die Lernenden erweitern ihre Sprachbewusstheit, indem sie Verben hinsichtlich ihrer Bedeutung und Veränderbarkeit untersuchen, Grundformen und gebeugte Formen in Beziehung setzen, eine Verbenprobe zur Bestimmung der Wortart anwenden und Verben in unterschiedlichen sprachlichen Kontexten verwenden, um zunehmend sicher über die Wortart Verb sprechen und mit ihr arbeiten zu können.
Aufbau der Reihe
| Einheit | Leitfrage / Thema | Kompetenzschwerpunkt |
| 1. Wörter, die etwas geschehen lassen | „Was können Verben alles ausdrücken?“ | Die Lernenden entwickeln erste Vorstellungen von Verben, indem sie Wörter aus Handlungen, Vorgängen und Zuständen sammeln, darstellen und Gemeinsamkeiten untersuchen. |
| 2. Sind das wirklich alles Verben? | „Wie können wir sicher herausfinden, ob ein Wort ein Verb ist?“ | Die Lernenden entdecken die Veränderbarkeit von Verben, indem sie unterschiedliche Wörter mit der Ich-Du-Probe untersuchen und daraus ein Verfahren zur Bestimmung von Verben ableiten. |
| 3. Verben haben eine Grundform | „Wie finden wir die Grundform eines Verbs?“ | Die Lernenden unterscheiden Grundform und gebeugte Form, indem sie unterschiedliche Verbformen auf ihre gemeinsame Grundform zurückführen. |
| 4. Nomen, Verben oder Adjektive? | „Welche Probe hilft uns bei welchem Wort?“ | Die Lernenden festigen ihre Wortartenkenntnisse, indem sie Wörter anhand geeigneter Merkmale und Proben Nomen, Verben und Adjektiven zuordnen und ihre Entscheidung begründen. |
| 5. Verben machen Sätze lebendig | „Was verändert sich, wenn wir andere Verben verwenden?“ | Die Lernenden nutzen Verben bewusst in Sätzen und kurzen Texten, indem sie unspezifische Verben ersetzen und die Wirkung unterschiedlicher Verben vergleichen. |

Vertiefung der einzelnen Einheiten
Einheit 1: Wörter, die etwas geschehen lassen – Was können Verben alles ausdrücken?
Zum Einstieg würde ich handlungsorientiert arbeiten. Ein Kind zieht eine Karte: springen. Es stellt das Wort pantomimisch dar und die anderen erraten es. Weitere Wörter könnten sein:
laufen
klatschen
schreiben
lachen
schwimmen
werfen
lesen
Schnell entsteht die Vermutung: „Das sind Wörter, die sagen, was jemand tut.“ Diese Idee würde ich zunächst stehen lassen. Dann kommen schwierigere Beispiele:
schlafen
liegen
wachsen
frieren
Plötzlich wird die Sache spannender. Kann man wachsen wirklich „tun“? Tut jemand etwas, wenn er schläft? Genau hier liegt der erste sprachliche Erkenntnismoment. Die Kinder können festhalten: Verben können sagen, was jemand tut oder was passiert.
Der Fachbegriff Verb sollte von Anfang an gemeinsam mit dem Begriff Tunwort verwendet werden. Das verhindert, dass die kindliche Bezeichnung wieder „umgelernt“ werden muss.
Lernzuwachs: Die Kinder verstehen Verben zunächst als Wörter, die Tätigkeiten, Vorgänge und Zustände ausdrücken können, und erkennen, dass die Bezeichnung „Tunwort“ allein nicht jedes Verb zuverlässig erklärt.

Einheit 2: Sind das wirklich alles Verben? Wie können wir sicher herausfinden, ob ein Wort ein Verb ist?
Diese Stunde würde ich als UB-Stunde wählen. Zu Beginn liegen Wörter an der Tafel:
springen – schlafen – wachsen – Haus – bunt – sein
Die Kinder sortieren: Verb oder kein Verb? Bei springen ist die Sache schnell klar. Bei Haus ebenfalls. Aber bei: sein, entsteht Gesprächsbedarf. Genau hier wird die bisherige Regel: „Ein Verb ist etwas, das man tun kann.“ absichtlich irritiert.
Dann werden Wortpaare gezeigt:
ich springe – du springst
ich schlafe – du schläfst
ich wachse – du wächst
ich bin – du bist
Was fällt auf? Das Wort verändert sich. Nun werden Gegenbeispiele untersucht:
ich Haus – du Haus
ich bunt – du bunt
Das funktioniert nicht. Gemeinsam entsteht die Ich-Du-Probe: Kann ich das Wort passend zu „ich“ und „du“ verändern? Dann ist es ein Verb. Die Kinder prüfen Wörter und müssen ihre Entscheidung nicht nur nennen, sondern mit der Probe zeigen.
Der Friedrich Verlag beschreibt diesen Zugang als Möglichkeit, Kinder auf ein formales Merkmal von Verben aufmerksam zu machen. Die Veränderbarkeit funktioniert auch bei Verben, die sich nicht sinnvoll als klassische „Tunwörter“ beschreiben lassen. Auch Zebra arbeitet im Grundschulbereich mit einer Verbenprobe und ergänzt diese durch spielerische Übungen zur Automatisierung.
Lernzuwachs: Die Kinder verlassen sich bei der Bestimmung von Verben nicht mehr ausschließlich auf deren Bedeutung, sondern wenden mit der Ich-Du-Probe ein formales Kriterium an und begründen damit ihre Zuordnung.
Einheit 3: Verben haben eine Grundform – Wie finden wir die Grundform eines Verbs?
Nun werden verschiedene Formen gegenübergestellt: ich spiele, du spielst, er spielt. Was gehört zusammen? Die Kinder entdecken: Alle Formen gehören zu spielen. Damit wird die Grundform eingeführt. Beispiele:
laufe → laufen
liest → lesen
schläft → schlafen
singst → singen
Für Klasse 2 würde ich überwiegend regelmäßige bzw. leicht erkennbare Verben nutzen und einzelne unregelmäßige Formen nur bewusst als spannende Beispiele aufnehmen. Der Lehrplan NRW nennt für die Wortart Verb die Begriffe Grundform und gebeugte Form als unterrichtsrelevante Fachbegriffe. Ein schönes Sortierformat könnte sein:
VERBFAMILIE „spielen“
ich spiele
du spielst
er spielt
wir spielen
→ Grundform: spielen
Die Kinder müssen in Klasse 2 noch keine vollständigen Konjugationstabellen lernen. Es geht um die wichtige Entdeckung: Ein Verb kann unterschiedlich aussehen und dasselbe Verb sein.
Lernzuwachs: Kinder unterscheiden zwischen Grundform eines Verbs und unterschiedlichen gebeugten Formen und führen einfache Personalformen auf die passende Grundform zurück.

Einheit 4: Nomen, Verben oder Adjektive? – Welche Probe hilft uns bei welchem Wort?
Nun werden die neuen Kenntnisse mit bereits bekannten Wortarten vernetzt. Zum Beispiel:
Hund – springen – weich – Ball – lachen – bunt
Die Kinder sortieren. Wichtig ist dabei, nicht nur über Farben oder Symbole zu arbeiten, sondern immer wieder zu fragen: Woher weißt du das? Für Verben kann die Ich-Du-Probe helfen: ich lache – du lachst. Für Nomen können je nach bisherigem Unterricht Artikelprobe und Großschreibung einbezogen werden. Bei Adjektiven kann auf ihre beschreibende Funktion zurückgegriffen werden.
Der Lehrplan NRW erwartet zum Ende der Schuleingangsphase, dass Kinder Wörter den Wortarten Nomen, Verben, Adjektive und Artikel zuordnen. Gleichzeitig sollen sie Fachbegriffe angeleitet einsetzen.
Lernzuwachs: Die Kinder bestimmen Verben nicht isoliert, sondern grenzen sie mithilfe geeigneter Kriterien zunehmend begründet von anderen bekannten Wortarten ab.
Einheit 5: Verben machen Sätze lebendig – Was verändert sich, wenn wir andere Verben verwenden?
Zum Abschluss würde ich die Reihe wieder stärker mit echtem Sprachgebrauch verbinden.
Der Hund geht über die Wiese.
Welche anderen Verben könnten passen? rennt, schleicht, springt, hüpft
Nun wird verglichen:
Der Hund schleicht über die Wiese.
Der Hund rast über die Wiese.
Der Hund hüpft über die Wiese.
Was verändert sich im Bild, das wir im Kopf haben? Die Kinder können langweilige bzw. ungenaue Verben in kurzen Sätzen ersetzen. Zum Beispiel: Der Vogel macht ein Geräusch.
→ zwitschert
→ kreischt
→ piepst
Dadurch wird deutlich: Verben sind nicht nur etwas, das man auf einem Arbeitsblatt grün unterstreicht. Sie tragen dazu bei, was in einem Satz passiert und wie genau wir uns etwas vorstellen können.
Lernzuwachs: Die Kinder nutzen Verben zunehmend bewusst als sprachliches Gestaltungsmittel und beschreiben, wie unterschiedliche Verben die Bedeutung und Wirkung eines Satzes verändern.

UB-Stunde
Thema der Stunde
Sind das wirklich alles Verben? – Die Ich-Du-Probe als Verfahren zur Bestimmung der Wortart Verb entdecken und anwenden
Kindgerechte Forscherfrage
„Wie können wir sicher herausfinden, ob ein Wort ein Verb ist?“
Ziel der Stunde
Die Lernenden erweitern ihr Verständnis der Wortart Verb, indem sie die Grenzen einer rein bedeutungsbezogenen Bestimmung von Verben erkennen, Wörter hinsichtlich ihrer Veränderbarkeit mit der Ich-Du-Probe untersuchen und ihre Zuordnungen mithilfe der entdeckten Probe begründen, um Verben zunehmend sicher anhand eines grammatischen Merkmals identifizieren zu können.

Verlauf der Stunde
| Phase | Inhalt | Sozialform | Material |
| Einstieg | Wörter wie springen, lachen, schlafen, wachsen, sein werden betrachtet. „Welche sind Verben?“ | Plenum | Wortkarten |
| Irritation | Die Erklärung „Verben kann man tun“ funktioniert bei sein oder wachsen nur eingeschränkt. | Unterrichtsgespräch | Wortkarten |
| Problemöffnung | „Wie können wir noch sicherer herausfinden, ob ein Wort ein Verb ist?“ | Plenum | |
| Forscherfrage | „Wie können wir sicher herausfinden, ob ein Wort ein Verb ist?“ | Plenum | Fragekarte |
| Erarbeitung I | Kinder untersuchen vorbereitete Wortpaare: ich spiele – du spielst, ich schlafe – du schläfst usw. | Partnerarbeit | Forscherkarten |
| Entdeckung | Gemeinsam wird formuliert: Verben verändern sich passend zu ich und du. | Plenum | Tafel |
| Erarbeitung II | Kinder prüfen verschiedene Wörter mit der Ich-Du-Probe und sortieren: Verb / kein Verb. | Partnerarbeit | Wortkarten, Sortierbogen |
| Begründung | „___ ist ein Verb, weil ich sagen kann: ich ___, du ___.“ | Partnerarbeit | Satzstarter |
| Sicherung | Die Verbenprobe wird gemeinsam als Regel formuliert und an neuen Beispielen getestet. | Plenum | Regelkarte |
| Transfer | Schwieriges Verb: sein. „Funktioniert unsere Probe auch hier?“ → ich bin – du bist. | Think-Pair-Share | Wortkarte |
| Abschluss | „Heute habe ich entdeckt, dass Verben …“ | Blitzlicht | Satzstarter |

Anforderungsbereiche
AB I – Erkennen und bilden: Die Lernenden erkennen eindeutige Verben und bilden zu bekannten Verben einfache Ich- und Du-Formen.
AB II – Untersuchen und zuordnen: Die Lernenden wenden die Ich-Du-Probe auf Wörter an und ordnen diese begründet der Wortart Verb bzw. einer anderen Wortart zu.
AB III – Begründen und reflektieren: Die Lernenden erklären, warum die reine „Tunwort-Regel“ nicht bei allen Verben ausreicht, und beurteilen mithilfe der Verbenprobe auch sprachlich anspruchsvollere beziehungsweise zunächst uneindeutige Beispiele.
Differenzierungsmöglichkeiten
Unterstützend
Wörter zusätzlich mit Bildern darstellen
zunächst sehr regelmäßige Verben verwenden
Ich- und Du-Karten als feste visuelle Hilfe
passende Verbformen zur Auswahl anbieten
Probe gemeinsam sprechen
Wörter handelnd beziehungsweise pantomimisch darstellen
reduzierte Wortauswahl
Verb / kein Verb zunächst nur legen statt schreiben
Partnerarbeit
Satzstarter verwenden: „___ ist ein Verb, weil …“
farbliche Markierung von Stamm und Endung
Grundform zusätzlich auf Wortkarten anbieten
Erweiternd
Verben wie sein, haben oder werden untersuchen
Verben mit Stammvokaländerung: laufen – du läufst
begründen, warum schlafen trotzdem ein Verb ist
eigene Wörter für die Verbenprobe sammeln
absichtlich schwierige Testwörter für andere Kinder auswählen
Grundformen zu gebeugten Verben finden
unterschiedliche Personalformen untersuchen
Verben von ähnlich wirkenden Nomen oder Adjektiven unterscheiden
herausfinden, ob die Probe bei wirklich jedem Verb funktioniert
eigene Verben-Rätsel erstellen
Wirkung unterschiedlicher Verben in Sätzen vergleichen

Ideen für Klasse 1 bis 4
| Klasse | Mögliche Umsetzung |
| 1 | Verben zunächst spielerisch über Tätigkeiten, Bilder und sprachliche Handlungen sammeln; Fachbegriff nur bei passendem Lernstand |
| 2 | Schwerpunkt dieser Reihe: Verb als Wortart kennenlernen, Ich-Du-Probe nutzen, Grundform und einfache gebeugte Formen unterscheiden |
| 3 | Konjugation systematischer untersuchen, Personalpronomen und Verbformen verbinden, Zeitformen stärker einbeziehen |
| 4 | regelmäßige und unregelmäßige Verbformen vergleichen, Zeitformen sicherer untersuchen und Verben stärker auf Satzebene betrachten Entwurf Zeitform Verben |
Materialideen
| Material | Einsatz |
| Bildkarten zu Tätigkeiten | erster bedeutungsbezogener Zugang |
| Wortkarten | Verben und Nicht-Verben untersuchen |
| Pantomimekarten | Verben spielerisch sammeln |
| Ich- und Du-Karten | Verbenprobe visualisieren |
| Sortiermatte Verb / kein Verb | Wörter untersuchen |
| Forscherkarten | Ich-Du-Probe entdecken |
| Grundformkarten | Verbformen zuordnen |
| Verbfamilien | Grundform und gebeugte Formen verbinden |
| Nomen-, Verb- und Adjektivkarten | Wortarten unterscheiden |
| Satzstreifen | Funktion von Verben im Satz untersuchen |

Typische Schwierigkeiten
„Verben sind alles, was man tun kann.“: Als erste Orientierung hilfreich, aber fachlich nicht ausreichend. Auch haben, tun und sein sind Verben.
Die Bezeichnung „Tunwort“ wird zum einzigen Begriff: Den Fachbegriff Verb von Beginn an parallel verwenden.
„-en am Ende bedeutet Verb.“: Viele Grundformen enden auf -en oder -n, aber nur die Endung ist keine sichere Verbenprobe. Wörter anderer Wortarten können so enden.
Nur die Grundform wird als Verb erkannt: läuft oder schlafe sind auch Verbformen.
Ich-Du-Probe wird auswendig gelernt: Immer wieder ausprobieren und erklären lassen, was sich verändert.
Unregelmäßige Verben sorgen für Verwirrung: Beispiele wie sein – ich bin gezielt einsetzen, um zu zeigen, dass Veränderung nicht nur durch andere Endung entsteht.
„Verben schreibt man immer klein.“: In ihrer gewöhnlichen Verwendung werden Verben kleingeschrieben. Für Klasse 2 reicht diese Regel. Fachlich gibt es Ausnahmen, beispielsweise am Satzanfang oder bei substantivierten Verben wie das Laufen.
Zeitformen werden direkt mit eingeführt: Die Einführung der Wortart sollte nicht gleichzeitig mit Präsens, Präteritum und Perfekt überladen werden.
Nomen und Verben werden nur über Farben unterschieden: Wortartenfarben können helfen, sollten aber immer mit einem fachlichen Kriterium verbunden werden.
Verben werden ausschließlich in Wortlisten bestimmt: Verben später auch in Sätzen und Texten untersuchen, damit ihre sprachliche Funktion sichtbar bleibt.
„Was tut jemand?“ wird als sichere Probe vermittelt: Die Frage funktioniert bei vielen Tätigkeitsverben, ist aber kein zuverlässiger Test für die gesamte Wortart.
Lehrplanbezug NRW
Die Einführung von Verben ist im Lehrplan NRW im Bereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ verankert. Er betont, dass Sprachunterricht von Spracherfahrungen ausgehen soll. Kinder sollen Strukturen, Regeln und Besonderheiten von Sprache untersuchen und zunehmend bewusster mit Sprache umgehen. Fachbegriffe dienen dabei als gemeinsame Grundlage, um sprachliche Beobachtungen benennen und beschreiben zu können.
Relevant ist der Schwerpunkt „An Wörtern, Sätzen und Texten arbeiten“. Am Ende der Schuleingangsphase sollen die Lernenden Wörter verschiedenen Wortarten zuordnen. Der Lehrplan NRW nennt Nomen, Verben, Adjektive und Artikel. Außerdem sollen die Kinder Wortsammlungen nach grammatischen Gesichtspunkten anlegen und Fachbegriffe nutzen.
Für die Wortart Verb führt der Lehrplan in der Übersicht der unterrichtsrelevanten Begriffe auf: Verb – Grundform – gebeugte Form. Damit passen die Verbenprobe und die Unterscheidung zw. spielen und ich spiele / du spielst direkt zum curricularen Schwerpunkt.
Darüber hinaus fordert der Lehrplan NRW sprachliche Operationen wie Ersetzen, Ergänzen, Weglassen und Umstellen. Gerade in der letzten Einheit kann deshalb untersucht werden, was geschieht, wenn ein Verb in einem Satz durch ein anderes ersetzt wird.

Sachanalyse
Verben bilden eine Wortart des Deutschen.
Sie können Tätigkeiten, Vorgänge oder Zustände ausdrücken.
Beispiele für Tätigkeitsverben sind rennen, schreiben, helfen.
Beispiele für Vorgangsverben sind wachsen, schmelzen, aufwachen.
Beispiele für Zustandsverben sind liegen, schlafen, sein.
Die Einteilung nach Tätigkeiten, Vorgängen und Zuständen beschreibt die Bedeutung von Verben, ist aber kein absolut zuverlässiges Verfahren zur Bestimmung der Wortart.
Ein grammatisches Merkmal von Verben ist ihre Konjugierbarkeit, also Veränderbarkeit. Verben verändern ihre Form abhängig von Person und Numerus: ich spiele – du spielst.
Die Grundform eines Verbs wird auch Infinitiv genannt.
Viele deutsche Infinitive enden auf -en, beispielsweise spielen, laufen, lesen.
Einige enden auf -n, beispielsweise wandern oder sammeln nach ihrer tatsächlichen morphologischen Struktur nicht schlicht nur auf -n; deshalb sollte die Endung im Anfangsunterricht nicht als ausschließliche Bestimmungsprobe verwendet werden.
Eine gebeugte Form / Personalform entsteht, wenn das Verb an den jeweiligen sprachlichen Kontext angepasst wird: Grundform: laufen - gebeugte Form: ich laufe, ...
Dabei können sich nur Endungen oder zusätzlich Teile des Wortstamms verändern.
sein ist ein Verb, obwohl die Formen bin, bist, ist stark von der Grundform abweichen.
Die häufig verwendete Bezeichnung Tunwort ist eine didaktische Hilfsbezeichnung. Sie beschreibt jedoch nicht die gesamte Wortklasse zuverlässig.
Verben werden in gewöhnlicher Verwendung kleingeschrieben. Ausnahmen entstehen am Satzanfang oder bei einer Substantivierung: Das Schwimmen macht Spaß.
Die Satzstellung eines Verbs hängt von der Satzstruktur ab. In einem deutschen Aussagesatz steht die finite Verbform an der zweiten Satzgliedposition. Diese syntaktische Vertiefung muss jedoch noch nicht im Mittelpunkt stehen.
Verben übernehmen eine zentrale Funktion im Satz, weil sie wesentlich bestimmen, welches Geschehen bzw. welcher Zustand ausgedrückt wird.
Didaktische Begründung
Anschluss an vorhandene Sprachkompetenz: Kinder verwenden bereits lange vor der bewussten Grammatikarbeit zahlreiche korrekt gebeugte Verben.
Sprache wird zum Forschungsgegenstand: Bekannte Wörter werden nicht einfach benannt, sondern verglichen und verändert.
Vom Semantischen zum Formalen: Der Einstieg über Handlungen ist leicht zugänglich; die Ich-Du-Probe führt danach zu einem tragfähigeren grammatischen Verständnis.
Produktive Irritation: Wörter wie sein zeigen, dass eine Regel nicht immer ausreicht.
Metasprachliche Kompetenz: Die Kinder lernen, nicht nur Sprache zu benutzen, sondern über ihre Strukturen zu sprechen.
Fachbegriffe mit Funktion: Der Begriff Verb wird benötigt, um gemeinsam über die untersuchten Wörter sprechen zu können.
Grundlage für weitere Grammatikarbeit: Ein tragfähiges Verbverständnis wird später für Satzglieder, Prädikat, Personalformen und Zeitformen benötigt.
Sprachliche Operationen: Durch Verändern und Ersetzen werden grammatische Eigenschaften unmittelbar erfahrbar.
Mehrsprachigkeit: Je nach Klasse kann untersucht werden, wie Verben in anderen Sprachen verändert werden. Der Friedrich Verlag nutzt Deutsch im Vergleich mit Türkisch und Italienisch.

Methodische Begründung
Pantomime bietet einen motivierenden Einstieg und aktiviert intuitive Vorstellungen zur Wortart.
Bewusst gewählte Gegenbeispiele verhindern, dass eine zu einfache Regel dauerhaft verfestigt wird.
Wortkarten ermöglichen das Verschieben, Sortieren und erneute Überprüfen sprachlicher Einheiten.
Partnerarbeit führt dazu, dass Kinder ihre Verbformen aussprechen und Entscheidungen miteinander begründen.
Die Ich-Du-Probe bietet ein überschaubares und handelbares Verfahren für Klasse 2.
Satzstarter unterstützen den Übergang vom bloßen Sortieren zum sprachlichen Begründen.
Kontrastierende Wörter wie springen – Haus – schön – schlafen machen grammatische Unterschiede sichtbar.
Die Grundformarbeit schließt unmittelbar an die Verbenprobe an, weil die Kinder bereits unterschiedliche Formen desselben Verbs produziert haben.
Das Ersetzen von Verben in Sätzen zeigt am Ende der Reihe, dass Grammatikkenntnisse auch für die eigene Sprachgestaltung Bedeutung haben.

Mein Fazit
Bei der Einführung von Verben würde ich definitiv mit Bewegung und „Tunwörtern“ starten – einfach weil der Zugang für Klasse 2 super verständlich ist. Aber ich würde dort nicht stehen bleiben. Denn spätestens bei: sein wird deutlich: So einfach ist die Wortart Verb gar nicht.
Eure Caro
Instagram – Alles für die Schule.
FAQ
Für welche Klasse eignet sich die Einführung von Verben?
Besonders gut für Klasse 2. Im NRW-Lehrplan gehört das Zuordnen von Wörtern zu Wortarten bereits zu den Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase.
Was ist ein Verb?
Ein Verb ist eine Wortart. Verben können unter anderem Tätigkeiten, Vorgänge oder Zustände ausdrücken und ihre Form verändern.
Sind Verben und Tunwörter dasselbe?
„Tunwort“ ist eine kindgerechte Bezeichnung für Verben, beschreibt die Wortart aber nicht vollständig. Wörter wie sein oder haben sind ebenfalls Verben, obwohl sie sich nur schwer als Tätigkeiten erklären lassen.
Wie können Kinder Verben erkennen?
Neben der Bedeutung eignet sich eine Verbenprobe. Beispielsweise können die Kinder überprüfen, ob sich das Wort passend zu ich und du verändert: ich spiele – du spielst.
Was ist die Grundform eines Verbs?
Die Grundform heißt fachsprachlich Infinitiv. Beispiele sind spielen, laufen, lesen.
Was ist eine gebeugte Form?
Eine gebeugte Form entsteht, wenn ein Verb beispielsweise an eine Person angepasst wird: Aus laufen werden etwa ich laufe oder du läufst.
Welche UB-Stunde eignet sich zur Einführung der Verben?
Ich würde die Frage „Wie können wir sicher herausfinden, ob ein Wort ein Verb ist?“ wählen. Die Kinder entdecken dabei die Grenzen der Tunwort-Regel und entwickeln die Ich-Du-Probe als zuverlässigeres Verfahren.
Werden Verben immer kleingeschrieben?
In ihrer normalen Verwendung ja. Für Klasse 2 ist das eine sinnvolle Grundregel. Später lernen die Kinder Ausnahmen wie Satzanfänge oder substantivierte Verben kennen.
Soll ich in Klasse 2 schon Zeitformen behandeln?
Nicht unbedingt innerhalb der Einführung. Zunächst würde ich die Wortart, Grundform und gebeugte Formen sichern. Zeitformen können später systematisch aufgebaut werden.
Müssen Kinder Tätigkeits-, Vorgangs- und Zustandsverben unterscheiden können?
Für eine erste Reihe in Klasse 2 würde ich diese Kategorien eher zur fachlichen Erklärung nutzen und nicht als zusätzliche Begriffe zum Auswendiglernen. Wichtiger ist, dass die Kinder verstehen, warum „Tunwort“ nicht jedes Verb vollständig beschreibt.







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