Home > Blog > Versicherungen im Referendariat: Was du in NRW wirklich brauchst
Quick Facts: Versicherungen im Referendariat NRW
Im Referendariat in NRW bist du als Beamtin oder Beamter auf Widerruf in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig und brauchst eine beihilfekonforme Absicherung. Das offizielle Merkblatt zum Vorbereitungsdienst weist ausdrücklich auf die notwendige Absicherung des Pflegerisikos hin. (Recht NRW)
Für Beihilfeberechtigte in NRW beträgt der Bemessungssatz mindestens 50 Prozent der beihilfefähigen Aufwendungen. Genau deshalb kombinieren viele Referendarinnen Beihilfe und private Krankenversicherung. (Recht NRW)
Nebentätigkeiten sind im Beamtenverhältnis nicht einfach frei wählbar. Genehmigungspflichtige Nebentätigkeiten müssen genehmigt werden, und bestimmte Tätigkeiten sind rechtlich anders eingeordnet als andere. (Recht NRW)
Versicherungen im Referendariat wirken am Anfang oft wie ein undurchsichtiger Dschungel. Fast jede Beratung klingt dringend, jede Police scheint unverzichtbar, und am Ende fragt man sich eher noch mehr als vorher, was man nun wirklich braucht. Genau deshalb ist ein nüchterner Blick so wichtig.
Wichtig zur Einordnung: Dieser Beitrag basiert auf meiner eigenen Erfahrung im Referendariat in NRW. Ich hatte selbst eine private Krankenversicherung, Dienstunfähigkeitsversicherung und Haftpflichtversicherung. Meine konkreten Beiträge von 119 Euro für die PKV und 90 Euro für die DU sind deshalb persönliche Erfahrungswerte, keine allgemeingültigen Marktpreise. Die rechtlichen Aussagen zu Beihilfe, Sozialversicherung und Nebentätigkeiten stütze ich auf offizielle NRW-Quellen. (Recht NRW)
Welche Versicherungen brauchst du im Referendariat wirklich?
Wirklich zentral sind private Krankenversicherung, Dienstunfähigkeitsversicherung und Haftpflicht.
Alles andere kann sinnvoll sein, hängt aber stärker von deiner Lebenssituation und deinem Sicherheitsbedürfnis ab. Gerade im Referendariat ist es leicht, sich in Zusatzbausteinen zu verlieren. Vieles klingt vernünftig. Nicht alles ist gleich wichtig.
| Versicherung | Pflicht? | Meine Einordnung |
|---|---|---|
| Private Krankenversicherung | meist ja | absolut zentral |
| Dienstunfähigkeitsversicherung | sehr empfohlen | finanziell sehr wichtig |
| Haftpflicht | sehr empfohlen | Grundabsicherung |
| Rechtsschutz | optional | Typfrage |
| Schlüsselversicherung | optional bis sinnvoll | je nach Schule und Tarif |
| weitere Zusatzbausteine | optional | stark vom Einzelfall abhängig |
Warum ist die private Krankenversicherung im Ref so wichtig?
Die PKV ist im Referendariat meist die wichtigste Versicherungsentscheidung, weil sie direkt mit deinem Beamtenstatus zusammenhängt.
Das offizielle Merkblatt zum Vorbereitungsdienst NRW erklärt, dass Beamtinnen und Beamte auf Widerruf im Referendariat in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig sind. Gleichzeitig wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine beihilfekonforme Versicherung zur Absicherung des Pflegerisikos notwendig ist. Ich bin als Referendarin nicht gesetzlich versichert gewesen, sondern habe die Beihilfe und private Krankenversicherung kombiniert. (Recht NRW)
Zusätzlich regelt das Landesrecht, dass der Bemessungssatz für Beihilfeberechtigte mindestens 50 Prozent beträgt. Das bedeutet praktisch: Ein Teil deiner Krankheitskosten wird über die Beihilfe abgedeckt, den restlichen Teil sichert deine PKV ab. (Recht NRW)
Wie läuft das mit PKV und Beihilfe im Alltag wirklich?
Im Alltag ist das Thema oft weniger kompliziert als in der Theorie, aber finanziell wichtiger, als viele denken.
Meine eigene Erfahrung beschreibt den typischen Ablauf sehr gut: Du gehst zur Ärztin oder zum Arzt, bekommst danach eine Rechnung, zahlst diese zunächst selbst und reichst sie dann bei PKV und Beihilfe ein (zum Glück ging das schnell per Foto in der App). Viele Versicherer und Beihilfestellen arbeiten inzwischen mit digitalen Einreichungen, aber das Geld ist nicht in derselben Minute wieder auf deinem Konto. Genau deshalb brauchst du Rücklagen.
Das ist einer der Punkte, die vor dem Referendariat oft niemand klar genug sagt. Die PKV kostet nicht nur einen Monatsbeitrag, sondern verlangt manchmal auch, dass du vorübergehend in Vorleistung gehst. Wie viel du allgemein im Referendariat verdienst und welche finanzielle Unterstützung du erwarten kannst, findest du in meinem Blog.

Warum solltest du die PKV nicht nur nach dem Preis auswählen?
Die billigste PKV ist nicht automatisch die beste Entscheidung.
Ich habe nicht nur auf den Monatsbeitrag geschaut, sondern auf die langfristige Passung. Fragen zu Zahnersatz, Alter, Familie oder möglichen späteren Leistungen spielen eben nicht erst zehn Jahre später eine Rolle. Sie stecken schon in der Tarifentscheidung am Anfang.
Was ist mit Vorerkrankungen oder alten Arztakten?
Vorerkrankungen schließen eine PKV nicht automatisch aus. Aber sie können Beiträge, Annahme oder Tarifgestaltung beeinflussen.
Viele merken erst beim Antrag, dass auch alte Einträge oder frühere Verdachtsdiagnosen später relevant werden können. Wer hier zu schnell oder ungenau vorgeht, riskiert unnötigen Stress. Das heißt nicht, dass man ohne perfekte Gesundheit chancenlos ist. Es heißt nur, dass man die Angaben sehr bewusst machen sollte.
Der beste praktische Schluss daraus ist nicht Angst, sondern Sorgfalt. Gesundheitsfragen ehrlich beantworten, Unterlagen prüfen und nichts bagatellisieren oder verschweigen. Genau das schützt dich später mehr als jede spontane Billigentscheidung.
Warum ist die Dienstunfähigkeitsversicherung im Referendariat so wichtig?
Die DU wird im Referendariat oft unterschätzt, obwohl sie genau in dieser Phase besonders wichtig sein kann.
Der Grund ist einfach: Im Referendariat ist deine Absicherung durch den Dienstherrn bei gesundheitlichen Ausfällen noch deutlich schwächer als viele denken. Wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr dienstfähig bist, kann das finanziell sehr schnell ernst werden. Genau deshalb ist die DU für viele kein Luxus, sondern eine echte Absicherung.
Brauche ich im Referendariat auch eine Haftpflicht?
Ja, eine private Haftpflicht gehört für mich ganz klar zur Grundabsicherung. Gerade im Schulkontext wird oft zusätzlich interessant, ob ein Tarif auch Schlüsselverlust abdeckt.
Meine eigene Entscheidung war: Haftpflicht ja, dazu Schlüsselversicherung im Paket. Rechtsschutz dagegen war für mich damals keine Priorität. Es gibt nicht für jede Person dieselbe Pflichtliste, aber es gibt eine sinnvolle Reihenfolge.
Brauche ich eine Rechtsschutzversicherung oder weitere Zusatzversicherungen?
Hier gibt es keine pauschale Pflichtantwort. Rechtsschutz, Schlüsselzusätze oder weitere Pakete sind eher Typfrage als Muss. Manche schlafen besser, wenn möglichst vieles abgesichert ist. Andere möchten die wirklich entscheidenden Punkte sauber klären und den Rest bewusst klein halten. Beides kann richtig sein. Wichtig ist nur, dass du die Prioritäten nicht verwechselst. Eine gute PKV ersetzt dir keine DU. Eine Rechtsschutzversicherung ersetzt keine Haftpflicht. Und kein kleines Zusatzmodul macht einen unpassenden Haupttarif plötzlich sinnvoll.
Brauchst du einen Versicherungsberater?
Ich habe einen Freund von mir gefragt, ja. ABER: Der entscheidende Punkt ist Unabhängigkeit. Ich empfehle euch ausdrücklich, eher mit jemandem zu sprechen, der mehrere Anbieter vergleichen kann und nicht nur ein einziges Produkt verkaufen will.
Wenn du dich in einem Gespräch unwohl fühlst, ist das schon Information genug. Es geht um deine langfristige Absicherung, nicht um einen schnellen Abschluss. Genau deshalb darf Beratung hilfreich, aber nicht drängend sein. Schreib mir gerne bei Instagram, wenn ich dir weiterhelfen kann!
Mein persönliches Fazit zu Versicherungen im Referendariat
Versicherungen im Referendariat sind kein Nebenthema. Sie entscheiden mit darüber, wie sicher du dich im Alltag fühlst, finanziell und auch mental.
Ich habe mit der Zeit verstanden, worauf es wirklich ankommt: Nicht jede Police ist gleich wichtig, aber die falsche Entscheidung bei den zentralen Punkten kann dich lange begleiten. Eine gute PKV, eine passende DU und eine solide Haftpflicht sind meistens deutlich wichtiger als jedes schicke Zusatzpaket.
Eure Caro
Instagram - Für mehr ehrliche Einblicke ins Referendariat, Finanzen und alles, was ich selbst gern früher gewusst hätte.
FAQ
Muss ich im Referendariat privat versichert sein?
In NRW bist du als Beamtin oder Beamter auf Widerruf im Referendariat in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig. Das offizielle Merkblatt weist zugleich auf die notwendige beihilfekonforme Absicherung hin. In der Praxis kombinieren deshalb viele Referendarinnen Beihilfe und PKV. (Recht NRW)
Wie viel Beihilfe bekomme ich in NRW?
Nach Landesrecht beträgt der Bemessungssatz für Beihilfeberechtigte in NRW mindestens 50 Prozent der beihilfefähigen Aufwendungen. (Recht NRW)
Wie läuft die PKV im Referendariat beim Arztbesuch ab?
Typisch ist, dass du eine Rechnung bekommst, diese zunächst selbst zahlst und sie anschließend bei PKV und Beihilfe einreichst. Genau deshalb sind Rücklagen sinnvoll.
Warum ist die Dienstunfähigkeitsversicherung im Referendariat so wichtig?
Weil deine Absicherung im Referendariat bei längerer oder dauerhafter gesundheitlicher Einschränkung noch begrenzt ist. Die DU soll genau dieses Risiko abfedern.
Brauche ich als Referendarin eine Haftpflichtversicherung?
Eine Haftpflicht ist keine spezielle Ref-Erfindung, aber eine sehr sinnvolle Grundabsicherung. Gerade im Schulalltag wird oft zusätzlich interessant, ob Schlüsselverlust mitversichert ist.
Sind Nebentätigkeiten im Referendariat erlaubt?
Nebentätigkeiten sind im Beamtenverhältnis nicht einfach automatisch frei. Genehmigungspflichtige Nebentätigkeiten müssen genehmigt werden. Das Landesbeamtengesetz NRW unterscheidet dabei auch zwischen genehmigungspflichtigen und nicht genehmigungspflichtigen Tätigkeiten. (Recht NRW)
Soll ich einfach den billigsten PKV-Tarif nehmen?
Eher nicht. Der billigste Tarif kann langfristig unpassend sein, wenn Leistungen, Familienplanung oder spätere Gesundheitsfragen nicht mitgedacht werden.
Brauche ich einen Versicherungsberater?
Viele profitieren von Beratung, aber am besten von jemandem, der mehrere Anbieter vergleichen kann und nicht nur ein einziges Produkt verkauft.







