30 Ideen für Vertretungsstunden

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Vertretungsstunden

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Quick Facts: Vertretungsstunden

  • Vertretungsstunden kommen oft überraschend: ohne Arbeitsblatt, ohne Materialien und manchmal sogar ohne genau zu wissen, woran die Klasse gerade arbeitet.

  • Besonders hilfreich sind Ideen, die ohne Vorbereitung, ohne Material und mit wenig organisatorischem Aufwand funktionieren.

  • In diesem Artikel findest du 30 Ideen für Vertretungsstunden – für Klasse 1/2, Klasse 3/4, einzelne Reststunden, ruhige Phasen und bewegte Unterrichtsmomente.

Allgemeines

Vertretungsstunden gehören irgendwie zum Schulalltag dazu und trotzdem können sie einen manchmal richtig kalt erwischen. Ich kenne das selbst sehr gut, denn im Referendariat wurde ich oft als Vertretung eingesetzt und auch schon nach meinem Praxissemester habe ich als Vertretungslehrkraft gearbeitet.

Genau dadurch habe ich über die Zeit sehr viele kleine Ideen gesammelt, die sofort funktionieren. Nicht jede Vertretungsstunde muss eine geplante Unterrichtsstunde sein.

Manchmal geht es eher darum:

  • die Klasse sinnvoll zu beschäftigen,

  • eine ruhige Lernatmosphäre zu schaffen,

  • Kinder sprachlich oder mathematisch zu aktivieren,

  • Bewegung einzubauen,

  • Wartezeiten zu überbrücken,

  • Gemeinschaft zu stärken,

  • eine Reststunde nicht einfach „auslaufen“ zu lassen.

Deshalb habe ich hier 30 Ideen für Vertretungsstunden in der Grundschule gesammelt, die du spontan einsetzen kannst. Viele funktionieren vollständig ohne Material und bei einigen kann optional die Tafel genutzt werden.

Wenn du weitere schnelle Unterrichtsideen suchst, passen dazu auch meine Artikel zu Unterrichtseinstiegen zur Aktivierung, Ritualen in der Grundschule, Unterrichtsmethoden in der Grundschule, Sicherungsphasen und Classroom Management in der Grundschule.

Vertretungsstunden

30 Ideen

Ideen für Klasse 1 und 2

1. Geräusche erraten

So funktioniert’s:
Ein Kind schließt die Augen. Ein anderes Kind erzeugt ein Geräusch. Zum Beispiel klatschen, schnipsen, stampfen, husten, mit dem Fuß tippen, leise auf den Tisch klopfen. Das ratende Kind versucht herauszufinden, wie das Geräusch entstanden ist. Danach darf ein anderes Kind raten.

Ziel:
Die Kinder trainieren genaues Zuhören, Konzentration und auditive Wahrnehmung.

Tipp:
Das Spiel eignet sich besonders gut, wenn die Klasse etwas ruhiger werden soll. Die Geräusche sollten bewusst leise und kontrolliert erzeugt werden.

2. Silbenkönig

So funktioniert’s:
Die Lehrkraft nennt ein Wort. Die Kinder sprechen es langsam und klatschen die Silben. Zum Beispiel: Schu-le, Ba-na-ne, Re-gen-schirm. Anschließend dürfen einzelne Kinder selbst Wörter vorgeben. Die Klasse klatscht gemeinsam.

Ziel:
Die Kinder fördern ihre phonologische Bewusstheit, ihr Sprachgefühl und ihr Verständnis für Wortstrukturen.

Tipp:
Für Klasse 1 kann man mit einfachen Wörtern beginnen. Für Klasse 2 können längere Wörter oder Wörter aus aktuellen Unterrichtsthemen eingebaut werden.

3. Ich sehe was, was du nicht siehst

So funktioniert’s:
Ein Kind sucht sich einen Gegenstand im Klassenraum aus. Dann sagt es: Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist … Meist wird eine Farbe genannt. Zum Beispiel: … grün. Die anderen Kinder raten, welcher Gegenstand gemeint ist.

Ziel:
Die Kinder erweitern ihren Wortschatz, beobachten genau und üben das Beschreiben von Gegenständen.

Variationen:
Statt der Farbe können auch andere Hinweise gegeben werden: Form, Anfangslaut, Material, Größe, Verwendungszweck, Position im Raum. Zum Beispiel: Ich sehe etwas, das mit T beginnt. Ich sehe etwas, das man zum Schreiben braucht.

4. Rechenbewegungen

So funktioniert’s:
Die Lehrkraft stellt eine Rechenaufgabe. Das Ergebnis bestimmt die Bewegung. Beispiel: 3 + 4 = 7 Die Kinder machen sieben Bewegungen. Zum Beispiel: sieben Kniebeugen, Sprünge, Armkreise, siebenmal auf der Stelle laufen oder siebenmal in die Hände klatschen.

Ziel:
Die Kinder üben Kopfrechnen und verbinden mathematisches Denken mit Bewegung.

Tipp:
Die Bewegungen sollten so gewählt werden, dass sie sicher am Platz möglich sind. Für unruhige Klassen eignen sich ruhige Bewegungen wie Armkreise oder Fingerbewegungen.

5. Was fehlt?

So funktioniert’s:
Ein Kind betrachtet die Kinder im Raum genau. Dann wartet es kurz vor der Tür oder schließt die Augen. Ein anderes Kind versteckt sich an einem sicheren Ort im Klassenraum oder setzt sich unauffällig auf einen anderen Platz. Das ratende Kind kommt zurück und muss herausfinden: Wer fehlt?

Ziel:
Die Kinder trainieren Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Konzentration.

Tipp:
Wenn Verstecken im Raum zu unruhig wäre, kann das Kind auch nur den Platz wechseln oder den Kopf auf den Tisch legen.

6. Wörterkette

So funktioniert’s:
Das erste Kind nennt ein Wort. Zum Beispiel: Haus Das nächste Kind nennt ein Wort, das mit dem letzten Laut oder Buchstaben beginnt. Zum Beispiel: Haus – Sonne – Elefant – Tiger – Radio. Die Kette geht so lange weiter, bis niemandem mehr ein Wort einfällt.

Ziel:
Die Kinder fördern Lautbewusstsein, Wortschatz und sprachliche Flexibilität.

Tipp:
In Klasse 1 kann die Lehrkraft beim letzten Laut helfen. In Klasse 2 kann man auch Kategorien vorgeben, zum Beispiel nur Tiere oder nur Dinge aus der Schule.

7. Der Boden ist Lava

So funktioniert’s:
Die Kinder bewegen sich leise durch den Raum oder bleiben an ihrem Platz. Auf das Kommando: Der Boden ist Lava! nehmen sie eine vorher vereinbarte sichere Position ein. Zum Beispiel: auf einem Bein stehen, beide Hände auf den Kopf legen, auf Zehenspitzen stehen, sich ganz klein machen, eingefroren stehen bleiben. Wichtig: Möbel müssen dafür nicht betreten werden.

Ziel:
Die Kinder üben Reaktionsfähigkeit, Körperkontrolle und Impulskontrolle.

Tipp:
Vorher klar sagen: Niemand klettert auf Stühle, Tische oder Bänke. Es geht nicht ums Toben, sondern um schnelles und kontrolliertes Reagieren.

8. Gemeinsam bis 20 zählen

So funktioniert’s:
Die Klasse versucht, gemeinsam bis 20 zu zählen. Es gibt keine festgelegte Reihenfolge. Ein Kind sagt: 1. Ein anderes Kind sagt: 2. Dann geht es weiter. Sprechen zwei Kinder gleichzeitig, beginnt die Klasse wieder bei 1.

Ziel:
Die Kinder trainieren Konzentration, Impulskontrolle, Zuhören und Gemeinschaftsgefühl.

Tipp:
Das Spiel wirkt einfach, ist aber überraschend anspruchsvoll. Es eignet sich besonders gut für ruhige Restminuten oder als Konzentrationsübung.

9. Das unsichtbare Tier

So funktioniert’s:
Ein Kind stellt ein Tier nur durch Bewegungen dar. Geräusche sind zunächst nicht erlaubt. Die Klasse rät, welches Tier dargestellt wird. Danach darf das nächste Kind ein Tier darstellen.

Ziel:
Die Kinder fördern Ausdrucksfähigkeit, Fantasie, Körpersprache und genaues Beobachten.

Variationen:
Es könnten auch Berufe, Sportarten, Tätigkeiten oder Unterrichtsfächer dargestellt werden.

10. Mein rechter Platz ist frei

So funktioniert’s:
Die Kinder sitzen oder stehen im Kreis. Ein Platz bleibt frei. Das Kind links neben dem freien Platz sagt: Mein rechter Platz ist frei, ich wünsche mir … herbei. Das aufgerufene Kind wechselt den Platz.

Ziel:
Die Kinder stärken Namenlernen, Aufmerksamkeit und Gruppengefühl.

Variation:
Das aufgerufene Kind darf nicht einfach gehen, sondern soll wie ein bestimmtes Tier zum Platz kommen. Zum Beispiel: … wie ein Frosch. … wie ein Elefant. … wie eine Katze.

11. Reimdetektive

So funktioniert’s:
Die Lehrkraft nennt ein Wort. Die Kinder suchen möglichst viele Reimwörter. Zum Beispiel: Haus – Maus – Klaus. Auch Quatschwörter können erlaubt sein, wenn sie sich tatsächlich reimen.

Ziel:
Die Kinder fördern phonologische Bewusstheit, Kreativität und Sprachgefühl.

Tipp:
Das Spiel kann mündlich im Kreis gespielt werden. Für Klasse 2 können Reimwörter auch an der Tafel gesammelt werden.

12. Bewegungsdetektiv (Dirigent)

So funktioniert’s:
Ein Kind wartet kurz vor der Tür oder schließt die Augen. Die Klasse bestimmt heimlich ein Kind, das Bewegungen vormacht. Alle anderen ahmen diese Bewegungen möglichst unauffällig nach. Der Bewegungsdetektiv kommt zurück und versucht herauszufinden, wer die Bewegungen vorgibt.

Ziel:
Die Kinder trainieren Beobachtung, Konzentration und gemeinsames Handeln.

Tipp:
Die Bewegungen sollten klein und ruhig sein, damit das Spiel nicht zu wild wird. Zum Beispiel: klatschen, winken, Schultern kreisen, Hände falten, Kopf neigen.

13. Zahlen erraten

So funktioniert’s:
Die Lehrkraft denkt sich eine Zahl innerhalb eines vereinbarten Zahlenraums aus. Zum Beispiel: zwischen 1 und 20. Die Kinder nennen Zahlen oder stellen Fragen. Die Hinweise lauten nur: größer oder kleiner. So grenzen die Kinder die Zahl Schritt für Schritt ein.

Ziel:
Die Kinder fördern Zahlvorstellung, logisches Denken und mathematische Sprache.

Tipp:
Für Klasse 1 eignet sich ein kleiner Zahlenraum. Für Klasse 2 kann der Zahlenraum auf 100 erweitert werden.

14. Kofferpacken mit Bewegungen

So funktioniert’s:
Das erste Kind sagt: Ich packe meinen Koffer und nehme eine Zahnbürste mit. Dazu macht es eine passende Bewegung. Das nächste Kind wiederholt Wort und Bewegung und ergänzt einen neuen Gegenstand mit neuer Bewegung. So wächst die Kette immer weiter.

Ziel:
Die Kinder trainieren Gedächtnis, Wortschatz, Konzentration und Bewegung.

Tipp:
Wenn die Kette zu lang wird, kann die Lehrkraft nach fünf bis sieben Begriffen eine neue Runde starten.

15. Der verrückte Satz

So funktioniert’s:
Die Klasse erfindet gemeinsam einen Satz. Das erste Kind nennt eine Person oder ein Tier. Das zweite Kind nennt eine Tätigkeit. Das dritte Kind nennt einen Ort. Das vierte Kind ergänzt etwas Lustiges oder Ungewöhnliches. So entstehen Sätze wie: Der Elefant tanzt auf dem Schuldach mit einer Zahnbürste. Oder: Die Lehrerin schwimmt im Weltall mit einem Pfannkuchen.

Ziel:
Die Kinder fördern Satzbildung, Sprachgefühl, Fantasie und mündliches Erzählen.

Tipp:
Die Sätze können anschließend an der Tafel gesammelt und gemeinsam erweitert werden.

Vertretungsstunden

Ideen für Klasse 3 und 4

16. Ja-Nein-Ratespiel

So funktioniert’s:
Ein Kind denkt an ein Tier, einen Gegenstand oder eine bekannte Figur. Die Klasse darf Fragen stellen. Diese Fragen dürfen nur mit Ja oder Nein beantwortet werden. Zum Beispiel: Ist es ein Tier? Lebt es im Wasser? Hat es vier Beine? Kann man es in Deutschland sehen?

Ziel:
Die Kinder üben logisches Denken, gezieltes Fragen und das Eingrenzen von Informationen.

Tipp:
Vorher eine Kategorie festlegen. Das macht das Spiel übersichtlicher. Zum Beispiel: Tiere, Berufe, Dinge im Klassenraum, Märchenfiguren, Sportarten.

17. Tabu ohne Karten

So funktioniert’s:
Ein Kind erklärt einen Begriff, ohne ihn selbst oder einen direkten Bestandteil des Wortes zu nennen. Beispiele: Pausenhof, Fahrrad, Gewitter, Mathematik, Geburtstag, Klassenzimmer. Die Klasse versucht, den Begriff zu erraten.

Ziel:
Die Kinder erweitern ihren Wortschatz, üben mündliches Erklären und trainieren Umschreibungen.

Tipp:
Man kann zusätzliche Regeln einführen: keine Gesten, keine Anfangsbuchstaben, keine Geräusche, nur drei Hinweise.

18. Das Alphabet-Spiel

So funktioniert’s:
Die Klasse sammelt zu einem Thema Begriffe in alphabetischer Reihenfolge. Zum Beispiel zum Thema Tiere: Affe – Bär – Chamäleon – Delfin – Esel. Kategorien: Lebensmittel, Berufe, Städte, Verben, Dinge in der Schule, Tiere, Hobbys, Adjektive.

Ziel:
Die Kinder trainieren Wortschatz, alphabetisches Ordnen und schnelles Denken.

Tipp:
Wenn ein Buchstabe zu schwierig ist, darf die Klasse gemeinsam helfen oder den Buchstaben überspringen.

19. Kopfrechen-König

So funktioniert’s:
Zwei Kinder stehen auf. Die Lehrkraft nennt eine Kopfrechenaufgabe. Wer zuerst richtig antwortet, bleibt stehen und tritt gegen das nächste Kind an. Nach drei richtigen Antworten wird gewechselt, damit kein Kind zu lange ausscheidet.

Ziel:
Die Kinder üben schnelles Kopfrechnen und mathematische Sicherheit.

Tipp:
Die Aufgaben sollten zur Lerngruppe passen. Möglich sind Plus, Minus, Malaufgaben, Geteiltaufgaben oder kleine Sachaufgaben.

20. Fünf Hinweise

So funktioniert’s:
Ein Kind denkt sich einen Begriff aus und gibt nacheinander fünf Hinweise. Nach jedem Hinweis darf die Klasse raten. Die Hinweise werden immer eindeutiger. Beispiel: Ich bin ein Tier. Ich lebe in Afrika. Ich bin groß. Ich habe graue Haut. Ich habe einen Rüssel. Lösung: Elefant

Ziel:
Die Kinder üben strukturiertes Beschreiben, Schlussfolgern und gezieltes Zuhören.

Tipp:
Dieses Spiel eignet sich auch gut für Sachunterrichtsthemen. Zum Beispiel Pflanzen, Tiere, Planeten oder historische Begriffe.

21. Eine-Minute-Geschichte

So funktioniert’s:
Ein Kind beginnt eine Geschichte und erzählt ungefähr eine Minute lang. Danach übernimmt das nächste Kind und führt die Handlung weiter. Die Geschichte wandert so durch die Klasse.

Ziel:
Die Kinder fördern Erzählkompetenz, Fantasie, aktives Zuhören und das Weiterführen eines roten Fadens.

Variation:
Die Lehrkraft gibt drei Begriffe vor, die in der Geschichte vorkommen müssen. Zum Beispiel: Schlüssel – Gewitter – Turnhalle

22. Wörter rückwärts

So funktioniert’s:
Die Lehrkraft nennt kurze Wörter. Die Kinder buchstabieren sie rückwärts. Beispiele: rot → t-o-r, Haus → s-u-a-H, Kind → d-n-i-K. Begonnen wird mit einfachen Wörtern. Später können längere Wörter genutzt werden.

Ziel:
Die Kinder trainieren Rechtschreibung, Konzentration und Arbeitsgedächtnis.

Tipp:
Die Kinder können zuerst im Kopf überlegen und dann gemeinsam sprechen. Für mehr Unterstützung kann das Wort kurz an die Tafel geschrieben und danach verdeckt werden.

23. Wer oder was bin ich?

So funktioniert’s:
Ein Kind denkt an ein Tier, eine Figur, einen Beruf oder einen Gegenstand. Die Klasse stellt Entscheidungsfragen. Zum Beispiel: Bist du ein Lebewesen? Kann man dich essen? Findet man dich in der Schule? Brauchst du Strom? Die Klasse versucht, die Lösung zu erraten.

Ziel:
Die Kinder fördern Kategorienbildung, logisches Denken und präzises Fragen.

Variation:
Es dürfen höchstens zehn Fragen gestellt werden. Dadurch müssen die Kinder ihre Fragen besonders gut auswählen.

24. Begriffe verbinden

So funktioniert’s:
Ein Kind nennt zwei scheinbar unzusammenhängende Begriffe. Zum Beispiel: Schule und Mond. Die anderen erklären, wie beide Begriffe miteinander verbunden werden könnten. Beispiel: In der Schule lernen wir etwas über den Mond. Weitere Beispiele: Banane und Fahrrad, Wald und Computer, Elefant und Zahnbürste.

Ziel:
Die Kinder fördern flexibles Denken, Kreativität und sprachliches Begründen.

Tipp:
Die Verbindung darf ernst, sachlich oder lustig sein. Wichtig ist, dass sie begründet wird.

25. Rechengeschichte erfinden

So funktioniert’s:
Die Lehrkraft nennt eine Rechenaufgabe. Die Kinder erfinden dazu eine passende Rechengeschichte. Beispiel: 24 : 6 = 4. Mögliche Geschichte: 24 Kekse werden gleichmäßig auf 6 Kinder verteilt. Jedes Kind bekommt 4 Kekse.

Ziel:
Die Kinder fördern Operationsverständnis, mathematische Sprache und die Verbindung zwischen Aufgabe und Sachsituation.

Tipp:
Dieses Spiel eignet sich besonders gut, wenn man Mathe sinnvoll in eine Vertretungsstunde einbauen möchte, ohne Material zu brauchen.

26. Kategorien-Challenge

So funktioniert’s:
Die Lehrkraft nennt eine Kategorie und einen Anfangsbuchstaben. Zum Beispiel: Tiere mit S. Die Kinder sammeln der Reihe nach passende Begriffe. Zum Beispiel: Schlange, Schaf, Spinne, Seepferdchen. Wiederholungen sind nicht erlaubt.

Ziel:
Die Kinder trainieren Wortschatz, Konzentration, Kategorienbildung und schnelles Denken.

Mögliche Kategorien:
Tiere, Länder, Lebensmittel, Verben, Adjektive, Dinge im Klassenzimmer, Berufe, Namen.

27. Zwei Wahrheiten und eine Lüge

So funktioniert’s:
Ein Kind nennt drei Aussagen über sich. Zwei stimmen. Eine ist erfunden. Die Klasse berät und stimmt ab, welche Aussage die Lüge sein könnte. Beispiel: Ich war schon einmal in Italien. Ich habe eine Katze. Ich kann auf den Händen laufen.

Ziel:
Die Kinder üben genaues Zuhören, gegenseitiges Kennenlernen und begründetes Vermuten.

Tipp:
Vorher klare Regeln vereinbaren: Die Aussagen müssen freundlich, freiwillig und nicht zu privat sein.

28. Fehlerdetektive

So funktioniert’s:
Die Lehrkraft sagt bewusst einen Satz mit einem sachlichen oder sprachlichen Fehler. Zum Beispiel: Eine Woche hat acht Tage. Oder: Der Hund laufen schnell. Die Kinder entdecken den Fehler und verbessern ihn.

Ziel:
Die Kinder fördern Aufmerksamkeit, fachliches Begründen und Sprachbewusstsein.

Mögliche Bereiche:
Mathematik, Deutsch, Sachunterricht, Allgemeinwissen, Grammatik, Rechtschreibung.

Tipp:
Wichtig ist, dass die Kinder nicht nur die richtige Lösung nennen, sondern auch erklären, warum die Aussage falsch ist.

29. Dafür oder dagegen?

So funktioniert’s:
Die Lehrkraft nennt eine altersgerechte Streitfrage. Die Kinder entscheiden sich für eine Position und begründen ihre Meinung. Mögliche Fragen: Sollten Hausaufgaben abgeschafft werden? Sollte die Pause länger sein? Sollte jedes Kind ein Haustier haben dürfen? Sind Schuluniformen eine gute Idee? Sollte es jeden Tag eine Bewegungsstunde geben? Sollte Unterricht öfter draußen stattfinden?

Ziel:
Die Kinder üben Argumentieren, Zuhören, Perspektivwechsel und sachliches Begründen.

Tipp:
Für mehr Struktur kann das Satzmuster genutzt werden: Ich bin dafür/dagegen, weil … Zum Beispiel …

30. Die Drei-Wörter-Geschichte

So funktioniert’s:
Die Klasse nennt drei beliebige Begriffe. Zum Beispiel: Drache – Turnhalle – Banane. Ein Kind oder die gesamte Klasse erfindet daraus eine zusammenhängende Geschichte. Die Begriffe müssen sinnvoll eingebaut werden.

Ziel:
Die Kinder fördern Kreativität, Erzählkompetenz, sprachliche Flexibilität und Fantasie.

Variation:
Die Geschichte kann mündlich erzählt, gemeinsam an der Tafel gesammelt oder von den Kindern anschließend kurz aufgeschrieben werden.

Vertretungsstunden

Differenzierung

Unterstützend

  • kleinere Zahlenräume wählen

  • kürzere Wörter nutzen

  • Beispiele vormachen

  • gemeinsam starten

  • Partnerhilfe erlauben

  • Satzstarter anbieten

  • Kategorien vorgeben

  • Bewegungen vormachen

  • Antwortmöglichkeiten einschränken

  • langsamere Runden spielen

  • Kinder freiwillig drankommen lassen

  • Tafel als visuelle Unterstützung nutzen

Erweiternd

  • Begründungen verlangen

  • größere Zahlenräume nutzen

  • Kategorien einschränken

  • Zusatzregeln einführen

  • Zeitlimit setzen

  • schwierigere Wörter wählen

  • mehrere Hinweise selbst formulieren lassen

  • eigene Rechengeschichten entwickeln

  • eigene Streitfragen finden

  • eigene Fehlersätze erfinden

  • eigene Tabu-Begriffe erklären lassen

Typische Schwierigkeiten

Bei Vertretungsstunden können verschiedene Schwierigkeiten auftreten:

  • Die Erklärung dauert zu lange.

  • Die Kinder kennen die Regeln nicht.

  • Das Spiel wird zu unruhig.

  • Einzelne Kinder dominieren.

  • Andere Kinder ziehen sich zurück.

  • Die Aufgabe ist zu leicht oder zu schwer.

  • Bewegungsspiele kippen in Chaos.

  • Ruhige Spiele werden zu langsam.

  • Die Lehrkraft kennt Namen und Routinen der Klasse nicht.

  • Es gibt keine klare Stopp-Regel.

  • Die Stunde wird nur gefüllt, aber nicht geführt.

  • Die Aktivität passt nicht zur Stimmung der Klasse.

  • Kinder fühlen sich beim Vorführen unsicher.

  • Es entsteht Wettbewerb, der einzelne Kinder beschämt.

Hilfreich ist deshalb: Lieber einfache Spiele klar anleiten als komplizierte Ideen halb erklären.

Vertretungsstunden

Tipps für spontane Vertretungsstunden

Wenn du spontan vertreten musst, hilft ein kleiner Ablauf. Zum Beispiel:

  • Klasse ruhig begrüßen.

  • Kurz klären, ob Aufgaben vorliegen.

  • Wenn nichts bereitliegt: einfache Aktivität wählen.

  • Regeln in höchstens drei Sätzen erklären.

  • Ein Beispiel vormachen.

  • Aktivität starten.

  • Nach wenigen Minuten kurz sichern oder wechseln.

  • Am Ende die Klasse ruhig verabschieden.

Gerade bei unbekannten Klassen würde ich nicht direkt mit einem sehr freien oder sehr bewegten Spiel starten. Besser sind klare, kurze Spiele. Zum Beispiel: Ja-Nein-Ratespiel, Fehlerdetektive, Wörterkette, Zahlen erraten, Fünf Hinweise. Wenn die Klasse ruhig und kooperativ ist, kann man erweitern. Wenn die Klasse unruhig ist, lieber kleiner bleiben.

Mein Fazit

Vertretungsstunden sind nicht immer planbar und genau deshalb ist es so hilfreich, ein paar Ideen im Kopf zu haben, die wirklich sofort funktionieren. Man braucht nicht immer Kopien, Material oder eine perfekte Vorbereitung.

Man braucht vor allem klare Regeln, einfache Ideen, einen ruhigen Start, flexible Methoden, ein Gefühl für die Klasse. Die 30 Ideen in diesem Artikel sind keine großen Unterrichtsreihen, aber sie können aus einer ungeplanten Reststunde eine sinnvolle Lernzeit machen.

Eure Caro
Instagram – Alles für die Schule.

FAQ

  • Welche Ideen eignen sich für Vertretungsstunden ohne Material?

    Geeignet sind zum Beispiel Geräusche erraten, Wörterkette, Zahlen erraten, Ja-Nein-Ratespiel, Tabu ohne Karten, Reimdetektive, Fehlerdetektive oder Drei-Wörter-Geschichten.

  • Was kann man in einer Vertretungsstunde in Klasse 1 machen?

    Für Klasse 1 eignen sich einfache Sprach-, Bewegungs- und Zuhörspiele wie Silben klatschen, Ich sehe was, Geräusche erraten, Rechenbewegungen oder Tiere pantomimisch darstellen.

  • Was kann man in einer Vertretungsstunde in Klasse 3 oder 4 machen?

    Für Klasse 3/4 eignen sich Ja-Nein-Ratespiel, Tabu ohne Karten, Alphabet-Spiel, Kopfrechen-König, Fünf Hinweise, Dafür oder dagegen und Rechengeschichten.

  • Was eignet sich für kurze Reststunden?

    Für fünf bis fünfzehn Minuten eignen sich Wörterketten, Reimwörter, Zahlen erraten, Fehlerdetektive, kurze Kopfrechenrunden, Geräusche erraten oder Gemeinsam bis 20 zählen.

  • Welche Vertretungsideen sind ruhig?

    Ruhige Ideen sind zum Beispiel Gemeinsam bis 20 zählen, Fünf Hinweise, Ja-Nein-Ratespiel, Alphabet-Spiel, Wörter rückwärts oder Fehlerdetektive.

  • Welche Vertretungsideen bringen Bewegung in die Klasse?

    Bewegte Ideen sind Rechenbewegungen, Bewegungsdetektiv, Der Boden ist Lava, Kofferpacken mit Bewegungen, Mein rechter Platz ist frei und Tierpantomime.

  • Wie verhindere ich Chaos in einer Vertretungsstunde?

    Hilfreich sind kurze Erklärungen, klare Regeln, ein eindeutiges Stopp-Signal und Spiele, die zur Stimmung der Klasse passen.

  • Braucht man für gute Vertretungsstunden Material?

    Nein. Viele gute Vertretungsideen funktionieren ohne Material. Eine Tafel kann hilfreich sein, ist aber nicht immer notwendig.

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Caro from Caro's Class

Hi! Ich bin Caro, Lehrerin und reise mit meinem Partner in unserem T4 Bulli einmal um die Welt.

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