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Kommunikation ist ein zentraler Bestandteil unseres Zusammenlebens – besonders in Schule und Unterricht. Wie wir miteinander sprechen, beeinflusst nicht nur das Klassenklima, sondern auch das Selbstwertgefühl und die sozialen Kompetenzen unserer Lernenden. Ein bewährtes Konzept, um wertschätzende Kommunikation zu fördern, ist die sogenannte Giraffen- und Wolfssprache, die auf den Prinzipien der Gewaltfreien Kommunikation basiert. Unterstützend dazu bietet mein Material anschauliche Cliparts der Giraffe und des Wolfs in verschiedenen Varianten – farbig, als Ausmalbilder und mit Ausschneidelinien – und eignet sich besonders für den pädagogischen Einsatz im Unterricht.
Was bedeutet Giraffensprache?
Die Giraffe steht symbolisch für eine wertschätzende, einfühlsame und respektvolle Kommunikation. Sie gilt als das Tier mit dem größten Herzen – ein passendes Bild für Mitgefühl und Verständnis. Wer in Giraffensprache spricht: spricht über eigene Gefühle und Bedürfnisse, hört anderen aufmerksam zu, vermeidet Schuldzuweisungen, zeigt Empathie, sucht gemeinsam nach Lösungen.
Ein Beispiel für Giraffensprache wäre: „Ich bin traurig, weil ich gerne mitspielen möchte. Kann ich beim nächsten Mal dabei sein?“ Hier werden Gefühle benannt und Wünsche klar formuliert – ohne Vorwürfe.
Was bedeutet Wolfssprache?
Der Wolf steht für eine verletzende, angreifende oder abwertende Art der Kommunikation. In der Wolfssprache dominieren oft Ärger, Frust und Hilflosigkeit. Typische Merkmale der Wolfssprache sind: Vorwürfe und Beschuldigungen, Beleidigungen, Drohungen, Verallgemeinerungen („Immer…“, „Nie…“), lautes oder aggressives Sprechen.
Ein Beispiel für Wolfssprache wäre: „Du bist immer so gemein! Mit dir spielt niemand gern"! Solche Aussagen verletzen und verschärfen Konflikte, anstatt sie zu lösen.
Warum sind sie im Unterricht wichtig?
Kinder befinden sich noch im Lernprozess, was den Umgang mit Gefühlen und Konflikten betrifft. Die Giraffen- und Wolfssprache hilft ihnen dabei, eigene Emotionen wahrzunehmen, Bedürfnisse zu erkennen, Konflikte fair zu lösen, Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen, Respekt gegenüber anderen zu entwickeln. Durch die bildhafte Darstellung mit Giraffe und Wolf wird das Thema für Kinder besonders greifbar und verständlich.
Einsatzmöglichkeiten im Schulalltag
Als Gesprächsanlass: Die Bilder können genutzt werden, um gemeinsam über gutes und schlechtes Sprechen zu sprechen: "Was macht die Giraffe anders als der Wolf?" "Wann warst du heute eine Giraffe?"
Als Klassenzimmer-Dekoration: Ein Giraffen- und Wolfsposter erinnert die Kinder täglich an respektvolle Kommunikation.
Für kreative Aufgaben: Mit den Ausmal- und Ausschneidevorlagen können die Schüler*innen: Rollenspiele durchführen, Dialoge schreiben, Konfliktszenen nachspielen.
Für Konfliktgespräche: Bei Streitigkeiten können Lehrkräfte auf die Figuren verweisen: "War das gerade eher Wolf oder Giraffe?" "Wie könnte die Giraffe das sagen?" So lernen Kinder, ihr Verhalten zu reflektieren.
Die vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation
1. Beobachten – Was ist passiert?
2. Gefühl – Wie fühle ich mich dabei?
3. Bedürfnis – Was brauche ich?
4. Bitte – Was wünsche ich mir?
Beispiel: "Als du mein Heft genommen hast (Beobachtung), war ich sauer (Gefühl), weil mir Ordnung wichtig ist (Bedürfnis). Kannst du mich nächstes mal vorher fragen? (Bitte)."
Fazit
Die Giraffen- und Wolfssprache ist ein wirkungsvolles Werkzeug, um Kinder für einen achtsamen Umgang miteinander zu sensibilisieren. Sie fördert Empathie, Konfliktfähigkeit und Selbstreflexion. Mit Hilfe der liebevoll gestalteten Visualisierungen wird Gewaltfreie Kommunikation greifbar und lebendig. Kinder lernen spielerisch, dass Worte Macht haben – und dass sie diese Macht nutzen können, um zu verbinden statt zu verletzen. So entsteht Schritt für Schritt ein positives, unterstützendes Klassenklima, in dem sich alle gesehen und respektiert fühlen. Gerade im Referendariat habe ich die Giraffensprache für mich entdeckt!

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