Im Referendariat brauchst du vor allem eine gute private Krankenversicherung (PKV) und eine Dienstunfähigkeitsversicherung (DU). Alles andere ist sinnvoll – aber abhängig von deinem Sicherheitsbedürfnis und deiner Lebenssituation.
Ich schreibe hier aus eigener Erfahrung im Referendariat in NRW. Ich hatte selbst PKV, DU und Haftpflicht – und habe erst im Laufe der Zeit verstanden, worauf es wirklich ankommt. Dieser Artikel soll dir helfen, Fehler zu vermeiden, die viele erst später merken.
Welche Versicherungen brauchen Referendare wirklich?
Lass uns ehrlich starten. Du wirst sehr viele Angebote sehen. Vieles klingt wichtig. Nicht alles ist es. Meiner Meinung nach sind dies die drei wichtigsten Versicherungen
| Versicherung | Pflicht? | Meine Erfahrung |
|---|---|---|
| Private Krankenversicherung (PKV) | Ja | Absolut zentral |
| Dienstunfähigkeitsversicherung (DU) | Sehr empfohlen | Extrem wichtig |
| Haftpflicht | Sehr empfohlen | Grundabsicherung |
Diese drei bilden dein Fundament. Alles Weitere (Rechtsschutz, Schlüsselversicherung, Zusatzpakete) ist eine Typfrage.
Private Krankenversicherung: Die wichtigste Entscheidung
Als Referendar bist du in der Regel verbeamtet auf Widerruf. Das bedeutet:
Du bekommst Beihilfe vom Staat (meist 50 %)
Die andere Hälfte sicherst du über eine PKV ab
Du bist nicht gesetzlich versichert
Meine Erfahrung mit der PKV
Ich habe mich damals online informiert – ehrlich gesagt: Das hat mich eher verwirrt als geholfen. Am Ende hat mir ein Freund geholfen, der Versicherungsberater ist. Ohne diese Hilfe hätte ich vermutlich irgendeinen günstigen Tarif genommen – und das wäre langfristig ein Fehler gewesen. Ich habe etwa 119 € im Monat für meine PKV gezahlt.
So läuft es beim Arzt wirklich ab, wenn du privat versichert bist.
Du gehst zum Arzt
Du bekommst nach 1–2 Wochen eine Rechnung
Du bezahlst sie selbst
Du reichst sie bei PKV und Beihilfe ein
Du bekommst dein Geld zurück
Das läuft heute meist über Apps und ist unkompliziert – dauert aber ein paar Wochen. Wichtig: Du brauchst dafür Rücklagen.
Achtung: Was Ärzte in deine Akte schreiben, kann teuer werden
Das war für mich der größte Schock bei der Suche nach einer geeigneten PKV. Kurze Geschichte zuvor: Als ich 15 war, tat mein Zeh einmal für längere Zeit weh. Ich ging zum Arzt. Er schrieb in meine Akte: „Rheuma und Polyneuropathie in der Familie.“ Ergebnis: Mehrere Versicherungen lehnten mich 9 Jahre später ab – wegen angeblichem zu hohem Risiko. Dabei war der wahre Grund: zu enge Schuhe. Seitdem bin ich extrem aufmerksam, was dokumentiert wird. Das heißt nicht: Du darfst keine Vorerkrankungen haben. Aber: Jede Kleinigkeit der vergangenen 5 bis 10 Jahre kann Auswirkungen auf deine Versicherbarkeit und den Preis haben.
Dienstunfähigkeitsversicherung: Unterschätzt und extrem wichtig
Die DU ist deine Absicherung, falls du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr unterrichten kannst. Im Referendariat bekommst du sonst kaum Absicherung vom Staat. Ich habe ca. 90 € im Monat dafür gezahlt, was teurer ist als die meisten anderen DU´s. Ja, das tut erstmal weh, aber wenn du sie brauchst und nicht hast, ist es existenziell.
Haftpflicht, Rechtsschutz & Co: Wie viel Sicherheit brauchst du?
Ich hatte zusätzlich noch eine Haftpflichtversicherung, die auch eine Schlüsselversicherung beinhaltete. Damals habe ich mich gegen eine Rechtsschutzversicherung entschieden, kenne aber viele, die sie abgeschlossen haben. Manche fühlen sich nur mit allem wohl. Andere schlafen auch ohne fünf Zusatzversicherungen ruhig. Beides ist okay - wichtig ist PKV, DU und Haftpflicht (meiner Meinung nach).
Warum du deine PKV nicht nur nach Preis wählen solltest
Was viele nicht wissen: Ein späterer Wechsel der PKV ist schwierig. Du verlierst oft Rücklagen und viele neue Gesundheitsprüfungen können dazukommen. Das ist natürlich immer ein Risiko da man älter wird und die Arztbesuche ggf. mehr werden. Das bedeutet, die Beiträge können steigen. Deshalb habe ich mich bewusst gegen den billigsten Tarif entschieden, sondern geschaut ob die Versicherung langfristig für mich passt (Kinder? Zahnersatz? Alter?). Die PKV sollte nicht nur fürs Referendariat passen – sondern auch für dein Berufsleben danach.
Brauche ich einen Versicherungsberater?
Meine ehrliche Antwort: Ja – aber den richtigen. Dabei würde ich mich immer gegen einen Vertreter einer einzigen Versicherung entscheiden und gegen Verkäufer mit Provisionsdruck. Stattdessen empfehle ich euch einen unabhängigen Berater. Dieser vergleicht mehrere Anbieter für euch und drängt dich zu nichts - wenn du dich unwohl fühlst: Geh. Das ist dein Leben, nicht seins. Er versteht nur die Geheimsprache in den Tausenden Dokumenten.
Checkliste: Versicherungen im Referendariat
✅ Private Krankenversicherung mit langfristiger Perspektive
✅ Dienstunfähigkeitsversicherung abschließen
✅ Haftpflicht vorhanden
✅ Rücklagen für Arztrechnungen
✅ Gesundheitsangaben ehrlich und bewusst machen
✅ Nicht das billigste Angebot wählen
Mein persönliches Fazit
Versicherungen im Referendariat sind kein „Nebenthema“. Sie entscheiden mit darüber, wie sicher du dich fühlst – finanziell und mental. Meine wichtigste Erkenntnis: Nicht alles absichern - aber die richtigen Dinge. Und: Hol dir Hilfe. Du musst das nicht allein durchblicken! Wie viel nach den ganzen Abzügen der Versicherungen noch übrig bleibt von deinem Gehalt, kannst du in meinem Artikel zum Gehalt im Referendariat nachlesen.
Häufige Fragen (FAQ)
Muss ich als Referendar privat versichert sein?
Meist ja, wenn du verbeamtet bist. Denn dann bekommst du Beihilfe und brauchst eine PKV. Ich meine mich zu erinnern, dass du einen Antrag stellen kannst, in welchem du dich bewusst gegen eine PKV und die Beihilfe entscheidest und in der gesetzlichen Versicherung bleiben willst, aber das sind ebenfalls Dokumente und besondere Richtlinien. Außerdem ist die GKV meist teurer für den Zeitraum.
Kann ich später zurück in die gesetzliche Krankenkasse?
Das war meine größte Frage, da ich nach dem Referendariat erstmal wieder reisen wollte. Alle sagen "Es ist schwierig und nur unter bestimmten Bedingungen möglich." Aber was mir keiner gesagt hat ist, dass du zum Ende des Referendariats automatisch wieder in die GKV rutscht, da du nicht mehr verbeamtet auf Widerruf bist. Solltest du nach deinem Referendariat direkt eine verbeamtete Stelle annehmen, kannst du oft für den Überbrückungszeitraum in deiner PKV bleiben.


