Home > Blog > Anzahl Unterrichtsbesuche im Referendariat in NRW: Meine Erfahrung aus Arnsberg
Article updated on: März 2026
Quick Facts: Anzahl Unterrichtsbesuche im Referendariat (Stand März 2026)
In NRW finden in beiden Fächern in der Regel insgesamt 10 Unterrichtsbesuche statt.
Der Vorbereitungsdienst in NRW dauert aktuell 18 Monate.
Spätestens ab dem 3. Unterrichtsbesuch pro Fach ist eine Unterrichtsplanung von ungefähr 5 Seiten vorzulegen, wenn der Termin mindestens drei Werktage vorher feststand.
Ich hatte in meinem Referendariat in NRW im Bezirk Arnsberg insgesamt 10 Unterrichtsbesuche. Bei uns waren das 5 Besuche in Mathe/Deutsch und 5 im Drittfach, bei mir also Kunst. Genau diese klare Zahl fehlt online oft, obwohl sie für die eigene Planung am Anfang sehr wichtig ist.
Dieser Artikel verbindet meine persönliche Erfahrung mit der aktuellen Rechtslage in NRW. Persönlich ist hier vor allem mein Blick auf die Belastung rund um Unterrichtsbesuche, besonders auf die Nachbesprechung. Die rechtlichen Angaben zur Zahl der Besuche, zur Dauer des Vorbereitungsdienstes und zur Unterrichtsplanung stütze ich auf die aktuelle OVP NRW und offizielle NRW-Seiten.
Wie viele Unterrichtsbesuche hat man im Referendariat in NRW?
In NRW hat man im Referendariat in der Regel insgesamt 10 Unterrichtsbesuche in den beiden Fächern. Das steht so in § 12 der aktuellen OVP NRW.
Für viele ist genau diese Formulierung wichtig, denn dort steht nicht nur eine grobe Orientierung, sondern eine klare Regel. Auf Wunsch könnten wir aber auch 11 oder 12 Besuche haben. Diese höhere Zahl ist in meinem Fall also kein allgemeiner NRW-Wert, sondern ein möglicher Praxisfall aus meinem Ausbildungsumfeld im Bezirk Arnsberg.
Wenn du dir zuerst einen Überblick über den ganzen Ablauf verschaffen willst, hilft oft ein Blick auf die Dauer des Referendariats und auf die Frage, wie du dich auf den ersten Unterrichtsbesuch vorbereitest. Viele Unsicherheiten entstehen nämlich nicht wegen einer einzelnen Stunde, sondern weil man das Gesamtsystem noch nicht einordnen kann.
Meine Erfahrung in Arnsberg am ZfsL Bochum
Ich habe mein Referendariat in NRW am ZfsL Bochum gemacht. Für mich waren die 10 Unterrichtsbesuche immer aufregend. Nicht unbedingt wegen der 45 Minuten Unterricht, sondern weil man früh merkt, dass diese Situation Richtung Bewertung geht. Dadurch bekommt jede Stunde schnell etwas von einer kleinen Show. Man plant genauer, formuliert bewusster, wählt Material oft sorgfältiger aus als im normalen Schulalltag und achtet viel stärker darauf, wie jede Phase nach außen wirkt.
Gerade deshalb fand ich es hilfreich, parallel auch andere Themen im Blick zu behalten, die im Referendariat Druck machen. Dazu gehören etwa Versicherungen im Referendariat, das Gehalt im Referendariat in NRW oder auch die Frage nach finanzieller Unterstützung im Referendariat. Das hat mit Unterrichtsbesuchen nicht direkt zu tun, aber es senkt den Gesamtdruck, wenn diese Baustellen im Vorhinein geklärt sind.
Was laut OVP NRW feststeht und was lokal abweichen kann
Die aktuelle OVP NRW regelt die Zahl der Unterrichtsbesuche landesweit, nennt aber zugleich einen Rahmen, der in der Praxis je nach Ausbildungsort etwas unterschiedlich gelebt werden kann. Die Bezirksregierungen sind die zuständigen Ausbildungsbehörden, und die Ausbildung läuft an den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung.
| Punkt | Was offiziell für NRW gilt | Was in der Praxis abweichen kann |
|---|---|---|
| Anzahl der Unterrichtsbesuche | In der Regel insgesamt 10 in beiden Fächern | Vor Ort kann es zusätzliche Besuche geben, etwa auf Wunsch oder je nach Ausbildungssituation |
| Dauer des Referendariats | 18 Monate | Verlängerungen und Verkürzungen sind in bestimmten Fällen möglich |
| Unterrichtsplanung | Ab dem 3. Besuch pro Fach ungefähr 5 Seiten, wenn rechtzeitig terminiert | Form, Schwerpunkt und Erwartungen in der Besprechung können je nach Seminarstandort und -leitung variieren |
| Nachbesprechung | Nach jedem Besuch ist ein Beratungsgespräch vorgesehen | Wie streng, tief oder prüfungsnah sich das Gespräch anfühlt, kann sehr unterschiedlich sein |
Werden Unterrichtsbesuche benotet?
Unterrichtsbesuche sind in NRW zunächst Besuche zur Anleitung, Beratung und Unterstützung. So steht es in der OVP NRW. Nach jedem Unterrichtsbesuch wird außerdem ein Beratungsgespräch geführt, dessen wesentliche Inhalte und Entwicklungsziele in einem Ergebnisprotokoll festgehalten werden.
Aus meiner persönlichen Sicht fühlt sich das trotzdem selten nur wie ein lockeres Beratungsgespräch an. Früher oder später geht es in Richtung Bewertung, und genau deshalb empfinden viele diese Termine als Prüfungssituation. Der rechtliche Rahmen spricht also von Beratung. Das persönliche Erleben ist oft deutlich angespannter. Beides darf man nebeneinander aussprechen.
Wenn dich diese Bewertungssituation stresst, hilft es oft, deinen Fokus etwas zu verschieben: weg vom Gedanken „Ich muss eine perfekte Show liefern“ hin zu „Ich muss meine Entscheidungen fachlich begründen können“. Genau das ist später auch für die Staatsprüfung und das Kolloquium in NRW wichtig.
Was viele über Unterrichtsbesuche falsch einschätzen
Viele denken, die eigentliche Schwierigkeit sei nur die gehaltene Stunde. Meine Erfahrung war eine andere: Die Nachbesprechung war oft anstrengender als die 45 Minuten Unterricht.
Das wird online meiner Meinung nach zu selten gesagt. Die Stunde selbst ist sichtbar, konkret und planbar. Die Nachbesprechung ist schwieriger, weil du dort im 1 zu 1 Gespräch mit Seminarleitung und Mentor oder Mentorin dein Denken offenlegen musst. Du musst erklären, warum du etwas so aufgebaut hast, ob dein Kernanliegen erreicht wurde, welche Kinder welche Anforderungsbereiche geschafft haben und wo du selbst Schwächen siehst. Genau dieses reflektierende Gespräch hat mich deutlich mehr gestresst als die Stunde selbst.
Ähnlich ist es beim Materialaufwand. Nicht jede UB-Stunde braucht riesige Bastelstraßen, aber oft steckt viel Zeit in Material, Differenzierung und Visualisierung. Wer dazu noch im Grundschulbereich arbeitet, kennt das auch aus anderen Themenfeldern, zum Beispiel bei sinnentnehmendem Lesen in der Grundschule, bei digitalen Medien in der Grundschule oder bei KI und Differenzierung in der Grundschule. Gute Stunden entstehen selten zufällig.
Wie bereite ich mich auf Unterrichtsbesuche vor?
Ich habe mir die Nachbesprechung schon vor dem Unterricht in Stichpunkten vorbereitet. Das war für mich der Teil, der am meisten gebracht hat.
Mein eigenes Vorgehen war einfach: Ich habe vor dem UB das Kernanliegen notiert, die Anforderungsbereiche festgehalten und mir schon vorab aufgeschrieben, woran ich später erkennen will, ob die Stunde funktioniert hat. Direkt nach dem Unterricht konnte ich dadurch viel schneller prüfen: Wurde das Ziel erreicht? Welche Kinder haben welchen Bereich geschafft? Wo gab es Hänger? Welche Phase war fachlich stark, welche eher nicht?
Ich nenne das für mich die Vorab-Reflexions-Methode. Sie ist nicht offiziell, aber sie war in meiner Praxis Gold wert. Nicht erst nach dem Besuch panisch überlegen, was man sagen könnte, sondern vorher schon die Leitplanken der Reflexion festhalten. So gehst du deutlich ruhiger in die Nachbesprechung (und ja - das habe ich auch in der Staatsprüfung so gemacht).
Wer gerade ganz am Anfang steht, sollte dazu unbedingt auch die Texte zum ersten Unterrichtsbesuch, zu Erfahrungen im Referendariat Grundschule und zu Online-Kursen für das Referendariat lesen. Die größte Entlastung entsteht oft nicht durch einen einzigen Tipp, sondern durch ein System und Erfahrungsberichte, die dir Struktur geben.
Was ab dem dritten Unterrichtsbesuch wichtig wird
Ab dem dritten Unterrichtsbesuch des jeweiligen Fachs musst du in NRW spätestens eine Unterrichtsplanung von höchstens 5 Seiten vorlegen, sofern der Besuch mindestens drei Werktage vorher terminiert war. Diese Vorgabe ist praktisch wichtig, weil sich damit der Erwartungsrahmen klarer lesen lässt. Ich persönlich musste schon ab dem ersten Unterrichtsbesuch einen schriftlichen Entwurf einreichen. Die Inhalte und Länge sind aber von deinem ZfsL abhängig.
Das bedeutet für die Praxis: Die Planung soll nicht endlos ausufern. Sie muss aber die entscheidenden Punkte abdecken, also Lernausgangslage, Lernziele, Verlauf und die didaktisch-methodischen Entscheidungen. Gerade im Grundschulbereich hilft es, dafür wiederkehrende Routinen zu entwickeln. Das gilt in Mathe genauso wie in Deutsch oder Kunst. Auf meiner Seite findest du dazu auch Ideen für Unterrichtsbesuche in Mathe Klasse 1, Mathe Klasse 2, Mathe Klasse 3 und Mathe Klasse 4. Für Deutsch kann auch die Themensammlung für Unterrichtsbesuche in Deutsch Klasse 1 hilfreich sein.

Warum die Anzahl je nach Bundesland wichtig bleibt
Auch wenn dieser Artikel sich auf NRW und meine Erfahrung im Bezirk Arnsberg bezieht, solltest du nie automatisch davon ausgehen, dass dieselbe Zahl überall gilt. Die konkrete Ausgestaltung des Referendariats kann sich je nach Bundesland und teils auch je nach Ausbildungsort unterscheiden.
Für NRW ist die offizielle Basis klar. Für andere Bundesländer brauchst du aber immer die jeweils zuständige Rechtsgrundlage oder die Hinweise der zuständigen Ausbildungsbehörde. Selbst innerhalb von NRW merkst du in der Praxis Unterschiede darin, wie Termine gelegt werden, wie Nachbesprechungen geführt werden oder wie eng Seminarleitungen bestimmte Schwerpunkte setzen. Die Rechtsgrundlage ist landesweit. Das Erleben vor Ort bleibt trotzdem individuell.
Mein Fazit nach 10 Unterrichtsbesuchen
Nach meinen Unterrichtsbesuchen würde ich sagen: Die Zahl selbst ist wichtig, aber noch wichtiger ist zu verstehen, wo der eigentliche Druck entsteht. Für mich war es nicht die eine perfekte Vorzeigestunde. Es war die Mischung aus Vorbereitung, Materialaufwand und vor allem der Nachbesprechung.
Genau deshalb würde ich heute jedem raten, nicht nur Unterricht zu planen, sondern die Reflexion gleich mitzuplanen. Wenn du die Stunde fachlich begründen kannst, kommst du stabiler durch die Nachbesprechung. Und wenn du weißt, dass im Bezirk Arnsberg in meinem Fall 10 Besuche üblich waren, hast du zumindest einen klaren Startpunkt für deine Planung.
Caro
Instagram – Dort teile ich weitere Einblicke rund um Grundschule, Referendariat und Materialerstellung.
FAQ
Wie viele Unterrichtsbesuche hat man im Referendariat in NRW?
In NRW sind es in den beiden Fächern in der Regel insgesamt 10 Unterrichtsbesuche. Das ist die aktuelle offizielle Regel in der OVP NRW. Vor Ort kann es im Einzelfall zusätzliche Besuche geben, aber 10 ist die zentrale Orientierungszahl.
Werden Unterrichtsbesuche benotet?
Offiziell dienen Unterrichtsbesuche in NRW der Anleitung, Beratung und Unterstützung. Nach jedem Besuch gibt es ein Beratungsgespräch mit Ergebnisprotokoll. In der Praxis fühlen sich viele Besuche trotzdem wie eine Bewertungssituation an, weil sie eng mit der professionellen Einschätzung der eigenen Entwicklung verbunden sind. Bei uns wurden erst die letzten 4 Besuche benotet, um uns eine grobe Einschätzung für die UPP zu geben.
Was ist bei Unterrichtsbesuchen stressiger: die Stunde oder die Nachbesprechung?
Aus meiner Erfahrung war die Nachbesprechung oft stressiger als die Stunde selbst. Im Gespräch musst du deine Entscheidungen begründen, Ziele einordnen und deine Stunde fachlich reflektieren. Genau das wird online oft unterschätzt.
Muss man für jeden Unterrichtsbesuch eine lange Planung schreiben?
Jain. In NRW gilt spätestens ab dem dritten Unterrichtsbesuch des jeweiligen Fachs eine Planung von ungefähr 5 Seiten, wenn der Termin mindestens drei Werktage vorher feststand. Die Planung muss also nicht endlos lang sein, aber die zentralen didaktischen Entscheidungen klar zeigen. Bei mir im ZfsL gab es seit dem ersten UB einen schriftlichen Entwurf.
Kann die Zahl der Unterrichtsbesuche je nach Ort unterschiedlich sein?
Ja. Für NRW gibt es eine landesweite Regelung, aber in der konkreten Ausbildungspraxis vor Ort können Unterschiede spürbar sein. Zudem unterscheiden sich die Vorgaben zwischen den Bundesländern teils deutlich. Deshalb sollte man immer den eigenen Ausbildungsort mitdenken.
Wie kann ich mich besser auf die Nachbesprechung vorbereiten?
Mir hat geholfen, die Nachbesprechung schon vor dem Unterricht in Stichpunkten vorzubereiten. Ich habe Kernanliegen, Anforderungsbereiche und Beobachtungspunkte vorher notiert. So konnte ich nach der Stunde viel schneller und ruhiger reflektieren.
Was sollte ich vor dem ersten UB unbedingt wissen?
Du brauchst nicht die perfekte Show, sondern eine Stunde, die fachlich und didaktisch begründbar ist. Plane deshalb nicht nur den Ablauf, sondern auch schon deine Reflexion. Wer begründen kann, warum etwas so aufgebaut wurde, wirkt in der Nachbesprechung deutlich sicherer.


